H/T: KGS
Posted by paulipoldie on January 6, 2010
H/T: KGS
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Posted by paulipoldie on December 26, 2009
Warum der Scharia-Islam gegen die Menschenrechte steht
Sklaverei und Menschenrechte
Die Menschenrechte sind entstanden im Kampf um die Abschaffung der Sklaverei. Das ist nicht Konsens in der Geschichtswissenschaft. Viele meiner Kollegen leiten die Menschenrechte her aus dem Kampf um Bürgerrechte (H. Bielefeld). Ich halte das für nicht zutreffend. Nur in der europäischen Kultur wurde die Sklaverei abgeschafft. Nur hier gab es einen grundsätzlichen, radikalen Abolitionismus. Nur hier konnten die Menschenrechte entstehen.
Die fundamentale Voraussetzung der Menschenrechte ist die Gleichheit aller Menschen von Natur. Das war für den Großteil der griechischen und römischen Antike selbstverständlich; und auch einige der großen Weltreligionen beruhen darauf. Doch diese fundamentale Voraussetzung – die von Natur gegebene Gleichheit aller Menschen – reicht alleine nicht; denn sie schützt nicht vor Sklaverei. Man konnte die Sklaverei begründen durch Kriegsrecht oder durch die religiöse Min-derwertigkeit von Ungläubigen. Erst wenn man dem Menschen Rechte zuspricht, die er als Mensch hat, unveräußerliche, dann haben wir die Türe aufgetan zu den Menschenrechten.
Die einzige Kultur der Welt, die die Sklaverei radikal und grundsätzlich abgeschafft hat, ist die westliche – also die europäisch-christliche Kultur. Im Osten des Römischen Reiches hätte eine christliche Minorität in Ostanatolien und Teilen Armeniens beinahe die Sklaverei zum Verschwinden gebracht, im 4. Jahrhundert n. Chr. . Das ist der früheste politisch aktive Abolitionismus der Weltgeschichte. Von ihm stammen eindringliche Texte. Gregor von Nysa, einer der großen christlichen Philosophen verwirft etwa 370 n. Chr. in einer Predigt die Sklaverei mit folgenden Worten:
„Ich habe Sklaven und Aufwärterinnen gekauft“. Was sagst Du da? Du verurteilst einen Menschen zur Sklaverei, dessen Natur frei ist und autonom (autexousios). Und Du machst Gesetze gegen Gott, indem Du das Gesetz umstürzt, welches er für die Natur gemacht hat. Denjenigen, der geboren wurde, um Herr der Erde zu sein, denjenigen, der in die Herrschaft eingesetzt wurde vom Schöpfer, den unterwirfst Du unter das Joch der Sklaverei; und damit übertrittst Du und bekämpfst Du im Vollsinne das Gebot Gottes.“ (In ecclesiasten (homilia 4, 1))
Das wunderbare an diesem Text ist, dass Gregor das Gesetz der Natur über das menschliche Gesetz stellt: Wenn die Menschen von Natur aus frei sind, dann kann kein menschliches Gesetz sie zu Sklaven machen. Genauso wird später Rousseau argumentieren. Solche Texte gibt es einige im frühen Christentum. Als Gregor das sagte, war der Kampf der Abolitionisten gegen die Sklaverei bereits verloren. Denn eine christliche Synode 340 n. Chr. verbot die Lehre des Eustathios, wonach Prediger die Sklaven zur Selbstbefreiung auffordern sollten. Also blieb nur die Hoffnung, dass irgendwann der römische Staat die Sklaverei abschaffte. Und das tat er natürlich nicht. So die Situation in Teilen des griechisch-sprachigen Ostens des Römischen Reiches. Im lateinischen Westen vertrat die Mehrheit der Kirchenväter die Auffassung, die Sklaverei sei ein unvermeidliches Übel. Aber eine Minderheit erhob immer wieder Einspruch durch das ganze Frühmittelalter, bis im Hochmittelalter der Sachsenspiegel die Sklaverei offen als nicht tolerierbare Institution bezeichnete. Der französische König Philipp der Schöne verbot 1299 auf allen Krongütern die Sklaverei, weil er sie für eine widergöttliche Institution hielt. Daraus entwickelte sich, was Jürgen Osterhammel ein dichotomisches System nennt: in den europäischen Heimatländern (mit Ausnahmen) keine Sklaverei; in den – später entstehenden – überseeischen Kolonien eine regelrechte sklavistische Produktionsweise. Aber gerade diese Dichotomie machte die Sklaverei problematisch und setzte sie permanenten Infragestellungen aus. Wir haben nichts dergleichen in anderen Kulturen.
Aber die entscheidende Wende kam, als die Spanier Teile Amerikas eroberten und ihr Kolonialreich aufbauten. Einige Konquistadoren versklavten massenhaft Indianer, um sie als Arbeitskräfte zu gebrauchen. Viele Rechtsgelehrte, darunter auch kirchliche, hielten das für illegitim. Als sich die Debatte verschärfte, erließ Papst Paul III. 1537 eine Bulle, in welcher er jegliche Versklavung von Menschen untersagte, egal wo. Es war schwierig, dieser Bulle Geltung zu verschaffen; der spanische König reagierte scharf gegen sie. Zwar gingen die Versklavung en in Amerika zurück; aber dafür kauften die Spanier nun massenhaft Afrikaner. Sie konnten darauf hinweisen, dass sie ja diese Menschen nicht selbst versklavt hatten. Das hatten afrikanische Kriegerethnien und vor allem die moslemischen Emirate der Sahelzone besorgt. Diese versklavten Afrikaner schon seit 700 Jahren. Die Debatte entbrannte erneut; und als der Dominiker Las Casas sich wieder einmal vehement gegen die Versklavung der Indianer aussprach, formulierte er zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Idee der „Menschenrechte“. 1552 schrieb er, die Sklaverei verstoße gegen die „reglas de los derechos humanos“ (Regeln der Menschenrechte). Dieser Las Casas bereute wenig später, dass er 30 Jahre zuvor empfohlen hatte, schwarze Sklaven zu kaufen, um die Indianer zu schonen. Nun generalisierte er seine Forderung: Es war ein Verbrechen, Menschen überhaupt zu versklaven. Der Begriff der Menschenrechte ist also ein spanisches Produkt, formuliert im Abwehrkampf gegen das entstehende sklavistische System in den Kolonien, einem Kampf, der von christlichen Minderheiten getragen wurde – gegen die Kirchenhierarchien und gegen den Hauptstrom der „großen Philosophie“ in der frühen Neuzeit.
Einen solchen Kampf gegen die Sklaverei – prinzipiell und trotz aller Rückschläge 300 Jahre lang konsequent geführt, hat es nur einmal gegeben in der Geschichte der Menschheit, nämlich in der europäischen Kultur. Ein solcher Kampf war undenkbar unter der Herrschaft des Islam. Warum?
Weil der Scharia-Islam den Krieg gegen die Ungläubigen zur politischen Hauptaufgabe der moslemischen Gemeinschaft gemacht hat. Und dieser Krieg beinhaltet: a) zu töten, wer Widerstand leistet, b) zu versklaven, wer sich nicht rechtzeitig ergibt, c) zu unterjochen, wer sich rechtzeitig ergibt. Mit dem Djihad und diesen drei Zielen des Djihad, hatte der Scharia-Islam nicht die geringste Chance, jemals „Menschenrechte“ zu entwickeln.
Wissenschaftlich reden über den Scharia-Islam
Um sich diesem Thema zu nähern, gilt es methodische Wegmarken zu beachten. In Diskussionen hört man häufig: „Das ist undifferenziert! ‚Den’ Islam gibt es gar nicht.“ Das ist ein demagogischer Trick, und kein besonders intelligenter. Dann gab es auch „das Christentum“ nicht; es gab dann auch „das Judentum“ nicht; „den Nationalsozialismus“ gab es dann ebenfalls nicht. Was haben wir nun wissenschaftlich gewonnen? Wir hören auf zu denken, denn wir können keine Differenzen mehr denken. Differenzieren heißt eben unterscheiden. Und – wie Pierre Bourdieu einmal sagte – vor den feinen Unterschieden kommen die groben. Es ist selbstverständlich, dass historische Gebilde, seien es Staaten, Kulturen, Religionen oder Ideologien, ständig in Bewegung sind; sie wandeln sich immer, weil sich unentwegt die Komponenten verschieben, von denen sie konstituiert werden. Sie unterliegen einem historischen Wandel; sie haben regionale Besonderheiten, sie enthalten eine ganze Skala von Varianten. Und dennoch bewahren sie oft sehr lange distinktive Züge, mit denen sie sich abgrenzen; solche Züge verschärfen sich oder schwächen sich ab – je nach den Gruppen, die in solchen historischen Entitäten den Ton angeben. Gerade solche sozialen, kulturellen, nationalen oder religiöse oder politische Gemeinschaften, die eine starke Zusammengehörigkeit pflegen, ziehen ihre Grenzlinien schärfer und schließen härter aus. Wenn die Ale-viten glauben, sie selber seien Moslems, und wenn die Schiiten und die Sunniten die Aleviten als Nicht-Moslems verfolgen, dann ist das kein Beweis dafür, dass es „den Islam“ nicht gibt, sondern im Gegenteil: Beide Seiten zeigen, dass ihnen enorm viel daran liegt, was der Islam ist und wer dazugehört und wer nicht. Beide Seiten kämpfen um die Grenzlinie. Gerade diese Definitionskämpfe, welche tödlich sind und in Verfolgung und Unterdrückung münden, bestätigen, dass die intellektuellen und religiösen Eliten aller beteiligten Strömungen den Islam als eine historische Entität betrachten und ihn dazu machen, indem sie sich vehement auf ihn beziehen. Nur durch solche identitätssichernden und identitätsverstärkenden Bezüge menschlicher Gruppen auf Überzeugungen, Werte, Symbole und Hierarchiepotentiale entstehen überhaupt historische Entitäten, nämlich Vergemeinschaftungen. Selbstverständlich gehört es zu jeder historischen Entität, dass ihre Essenz umstritten ist. Das ist der historische Normalfall. Die Nazis haben auch wütend untereinander um die korrekte Rassenlehre gekämpft; denn es gab mindestens zwei, mit völlig unterschiedlichen politischen Konsequenzen (Edouard Conte /Cornelia Esser). Gab es deswegen den „Nationalsozialismus“ nicht? Alle historischen Begriffe können essentialistisch gebraucht werden. Denn die Akteure selber sind Essentialisten – bloß wir Wissenschaftler erlauben uns, die Essenzen zu zerlegen und zu analysieren; doch die Involvierten glauben an die Essenzen und müssen daran glauben, wie Pierre Bourdieu immer wieder betonte: denn sie wollen handeln, nicht begreifen.
Wenn ich – als Nicht-Islamwissenschaftler – hier vom Islam spreche, dann beziehe ich mich ausschließlich auf den Scharia-Islam. Also auf den orthodoxen Islam, wie er sich im 8./9. Jh. herausbildete und von den vier traditionellen Rechtsschulen ausgestaltet wurde. Mich interessiert jetzt nicht die außerordentlich spirituelle Theologie des Islam, sein radikaler Monotheismus mit der reinsten Transzendenz: ohne Trinität, ohne göttlichen Opfertod, ohne Heilige. Darum geht es hier nicht. Sondern es geht um die Juridifizierung der sozialen und politischen Ordnung, um die Scharia. Dass die Scharia selber historischen Modifikationen unterliegt, ist selbstverständlich. Aber die vier islamischen Rechtsschulen selber bezeichnen diese Ordnung als Scharia, als göttliche Ordnung, von Menschen ausgelegt. Dass die Auslegungen sich verändern ist eine banale Einsicht. Entscheidend ist die Konstanz der Tradition um wichtige Kernpunkte, eine Tradition, die aufrechterhalten wird durch das, was Jan Assmann die Textpflege im kulturellen Gedächtnis nennt. Es geht mir auch nicht um die Scharia insgesamt, sondern um zwei Dinge: 1. den Auftrag, Krieg gegen die Ungläubigen zu führen, bis die ganze Welt unter islamischer Herrschaft steht, 2. um die Dhimmitude, das ist der französische Begriff für den Status der Nicht-Muslime unter moslemischer Herrschaft.
Djihad ist Pflicht im Scharia-Islam
Seit der islamischen Frühzeit teilen die moslemischen Juristen die Welt in zwei Teile, nämlich das „Haus des Islam“ und das „Haus des Krieges“. Diese Zweiteilung hängt nicht davon ab, wo Moslems in großer Anzahl sind oder gar die Mehrheit darstellen, sondern davon, wo der Islam herrscht – in Gestalt der Scharia – oder wo er nicht herrscht. Diese Dichotomie ist also keine religiöse, sondern eine politische. Zwischen diesen beiden Teilen der Welt herrscht naturgemäß so lange Krieg, bis das Haus des Krieges nicht mehr existiert und der Islam über die Welt herrscht (Sure 8, 39 u. 9, 41). Die erste umfangreiche Abhandlung über den Djihad stammt aus der Feder von Abd al-Rahman al-Awzai (gest. 774) und Mohammed al-Shaybani (gest. 804). Das nennt Rudolph Peters die „klassische Doktrin“. Ihr zufolge besteht für die moslemische Weltgemeinschaft die Pflicht, gegen die Ungläubigen Krieg zu führen bis diese sich bekehren oder sich unterwerfen. Dieser Krieg heißt Djihad. Seine Ideologie, Ausgestaltung und Regeln sind inzwischen gut erforscht (v. a. von Majid Khadduri, James T. Johnson, Rudolph Peters).
Die Gemeinschaft der Moslems (Umma) ist folglich eine politische Gemeinschaft; das heißt, in ihrem Inneren kann es keinen Krieg geben – ausgenommen denjenigen gegen Rebellen und gegen Häresien. Anfang des 11. Jhs. definierte Al-Mawardi die einzelnen Varianten von bewaffneten Auseinandersetzungen innerhalb der Umma (Johnson, Holy War, S. 60ff.). Noch im 14. Jh. schrieb der berühmte Gelehrte Ibn Chaldun, das Judentum sei zwar fähig, sich politisch im Diesseits zu behaupten, doch es habe keinen universalen Anspruch, umgekehrt habe das Christentum zwar einen universalen Anspruch, doch es verfolge ihn nicht mit politischen und militärischen Mitteln. Der Islam sei beiden Religionen überlegen, weil er beides vereine: „Im Islam ist der Djihad gesetzlich vorgeschrieben, weil er einen universalen Auftrag hat und gehalten ist, die gesamte Menschheit freiwillig oder gezwungen zur Religion des Islams zu bekehren“ (The Muqaddima).
Ist nun der Krieg gegen das Haus des Krieges eine individuelle Pflicht oder eine kollektive? Wenn es eine kollektive Pflicht ist, dann muss die muslimische Gemeinschaft in regelmäßigen Abständen Angriffskriege gegen die Ungläubigen führen. Wenn es eine individuelle Pflicht ist, dann müssen die Gläubigen auf eigene Faust Krieg gegen die Ungläubigen führen, falls die Emire zu lange Frieden mit dem Feind halten. Fatalerweise besteht darüber innerhalb der orthodoxen Tradition seit dem 9. Jh. keine Einigkeit. Viele Rechtsgelehrte definieren den Djihad als individuelle Pflicht jedes tauglichen Moslem. Konsequenz dieser Lehre: wenn jeder einzelne Moslem alleine oder gruppenweise auf eigene Faust kriegerisch agieren muß, dann sind Attentate und Terroranschläge das Richtige. Al Qaida ist keine Verirrung, sondern entspricht dieser Traditionslinie. Eine Fatwa des Mufti Ägyptens Hasanayn Muhammed Makhluf von 1948 – gerichtet gegen Israel – verlangt geradezu den individuellen Djihad: Denn Israel gilt als islamisches Territorium, das „befreit“ werden muss; es hat demnach kein Existenzrecht. Wissen wir das, dann wird uns klarer, in welcher Schwierigkeit sich der israelische Staat befindet: Israel ist permanenten terroristischen Attacken ausgesetzt. Gegenüber dieser Politik der Attentate und von totaler Kriegsführung gerät jeder Staat in Schwierigkeiten, wenn er versucht, sich an die Haager Landkriegsordnung zu halten und streng zu unterscheiden zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten.
Der Kriegszustand zwischen der islamischen Gemeinschaft und dem Haus des Krieges dauert an, bis das Haus des Krieges vernichtet und die Welt erobert ist. Die moslemischen Gelehrten waren früher weit davon entfernt, den aggressiven Charakter solcher Kriege zu leugnen. Inzwischen bemühen sie sich vor einer nicht-moslemischen Öffentlichkeit die Eroberungskriege mit dem internationalen Recht, welches bekanntlich Angriffskriege verbietet, in Einklang zu bringen. So behauptete Scheich Schaltut von der Al-Azhar Universität 1948 einerseits, der Islam sei nicht mit Gewalt ausgedehnt worden, andererseits rechtfertigte er die Eroberung des größten Teils des byzantinischen Reiches sowie Persiens damit, daß dies notwendig war, um die Heilsbotschaft auszubreiten: „Muslime griffen andere Völker nur an, wenn diese mit Feindseligkeit, Opposition und Widerstand auf die Missionierung reagierten und diese verschmähten.“ (E. Mayer, War and Peace in the Islamic Tradition). Scheich Shaltut identifiziert die muslimische Kriegsankündigung – mit der Alternative, entweder den Islam anzunehmen oder sich zu unterwerfen – mit der Missionsfreiheit. Umgekehrt können die Muslime keine Missionsfreiheit dulden. Wer Muslime zu bekehren sucht, wird überall wo die Scharia herrscht, getötet. Der Djihad ist daher naturgemäß ein Angriffskrieg und als solcher theologisch gerechtfertigt gewesen. Darum nennt Majid Khadduri den Islam eine „göttliche Nomokrate auf imperialistischer Basis“. Friedensverträge, welche islamische Herrscher mit nicht-islamischen abschlossen, galten nur als Waffenstillstände; deshalb wurden sie in der Regel für höchstens zehn Jahre abgeschlossen; zwei Rechtsschulen erlaubten nur drei bis vier Jahre Frieden. Die kurzen Fristen ermöglichten es den militärisch überlegenen Moslems, die Gegenseite unentwegt zu erpressen; auf diese Weise sind im Laufe der Jahrhunderte riesige Mengen an Geldern und Menschen an die moslemische Seite geflossen. Als sich die Kräfteverhältnisse verschoben, mussten moslemische Herrscher die Praxis ändern. So schloss 1535 Suleiman der Prächtige mit dem französischen König einen Frieden, der so lange gelten sollte, wie der Sultan lebte – ein Bruch mit der Tradition.
Djihad und Unterjochung der Ungläubigen
Hier ist nicht der Ort, einen kriegsgeschichtlichen Abriss zu geben. Aber soviel sei kurz festgehalten:
1. Die moslemischen Eroberungen gehören zu den härtesten Unterwerfungskriegen der Geschichte. Was die Kreuzfahrer 1099 in Jerusalem anrichteten, das hatten die moslemischen Heerführer schon längst unentwegt praktiziert: 698 traf es Karthagos, 838 Syrakus; Al-Mansur, der Wesir des Kalifats von Córdoba, führte in 27 Jahren 25 Feldzüge gegen die christlichen Reiche Nordspaniens, versklavend, vernichtend und verwüstend; es traf Zamora (981), Coimbra (987), León, zweimal Barcelona (985 und 1008), dann Santiago de Compostela (997). Am furchtbarsten verwüsteten die Djihads das damals noch so städtereiche byzantinische Anatolien; das Massaker von Amorium (838) ist lange ein Fanal geblieben; die städtische Kultur Anatoliens hat sich davon nie wieder erholt. Der Seldschuke Alp Arslan ließ ganze armenische Städte massakrieren, am furchtbarsten 1064 die Hauptstadt Ani. Alles das geschah in der großen klassischen Zeit des Islam und vor dem ersten Kreuzzug.
2. Der Islam hat riesige Territorien religiös „gesäubert“: der zweite Kalif machte den Hidjaz, d.h. Arabien außer dem Jemen „christenrein“ und „judenrein“; die Alternative hieß Konversion oder Vertreibung. Das hat wahrscheinlich niemals zuvor eine Religion gemacht. Im Imperium Romanum gab es keine religiös motivierte Vertreibungen, auch nicht in nachkonstantinischer Zeit. Ebenso „reinigten“ die Almohaden und Almoraviden ihr Spanien nach dem Zusammenbruch des Kalifats 1031: Zigtausende Juden wie Christen mussten entweder konvertieren oder ins christliche Nordspanien oder in die Levante fliehen. Die Verklärer des islamischen Spanien weisen immer wieder darauf hin, dass Juden vom christlichen Terrritorium auf das moslemische flohen. Das ist richtig. Aber zuerst flohen sie von moslemischen Gebiet auf christliches, gute 150 Jahre lang. Danach erst kehrte sich die Fluchtrichtung um. Wenn wir gesagt bekommen, dass im Hochmittelalter englische und französische Könige die Juden aus ihrem Land vertrieben, dann ist das wahr und traurig. Und die Könige Spaniens selber taten das später. Aber sie wandten dabei Rezepte moslemischer Politik an.
3. Unter islamischer Herrschaft kam es mehrere Jahrhunderte früher zu Pogromen als unter christlicher, sowohl gegen Christen wie gegen Juden. Die Dimensionen der Massaker waren im moslemischen Bereich viel furchtbarer: 6000 Juden wurden im marokkanischen Fez 1033 abgeschlachtet. Auf europäischem Boden fand das erste Judenpogrom im spanischen Granada statt. Im Jahre 1066 wurden dort 1500 jüdische Familien ermordet. Das war 30 Jahre vor dem ersten Kreuzzug. Und die Beispiele lassen sich vermehren, insbesondere wenn man die religiöse Unterdrückung in der osmanischen und safawidischen Periode hinzunimmt.
4. Die islamischen Unterwerfungskriege im 7. und 8. Jh. schufen eine Sklavenhaltergesellschaft. Historisch gab es solche in großem Maßstab in drei Varianten: erstens in der mittelmeerischen Antike, zweitens im islamischen Großraum (von Westafrika bis Indonesien), drittens in vielen europäischen Kolonien bis zum 19. Jh. . Davon war die islamische bei weitem die größte. Mit fürchterlichen Folgen für die benachbarten Gebiete und Kulturen: sklavistische Systeme benötigen eine ständige Zufuhr immer neuer Sklaven. Nun war Afrika in der Antike kein signifikanter Lieferant von Sklaven gewesen, weder im Hellenismus noch im Römischen Reich. Durch die moslemischen Eroberungen wurde Afrika zum größten Sklavenlieferanten der Weltgeschichte, 700 Jahre bevor die Europäer anfingen, schwarze Sklaven zu kaufen. Der Unterschied zwischen Sklavenhandel und Versklavungskriegen ist entscheidend: die Europäer versklavten nicht – mit Ausnahme der Portugiesen –, sondern sie kauften die Sklaven und verschifften sie nach Amerika. Inzwischen schätzen Sklavereiforscher, dass der Export von versklavten Schwarzafrikanern in die muslimischen Reiche jenseits der Sahara höher war als der transatlantische Sklavenexport von etwa elf Millionen (Lovejoy, Heers, Murray Gordon und Grenoulleau). Am Sklavenhandel waren beide Kulturen beteiligt, die christlich-europäische wie die moslemisch-arabische. Aber das Schlimme ist weniger der Sklavenhandel, viel furchtbarer sind die Versklavungskriege; solche Kriege sind mörderisch und streifen tangential idrummer den Genozid, notwendigerweise (Humphrey Fischer, Messailloux). Und das besorgten vor allem Araber und moslemische Afrikaner, aber auch afrikanische Kriegerethnien. Diese Versklavungskriege haben den afrikanischen Kontinent aufs furchtbarste destabilisiert, ihn ökonomisch, kulturell und politisch zurückgeworfen und ihn bis heute gezeichnet. Es gehört zu den kaum beachteten positiven Seiten der kolonialen Expansion der Franzosen und vor allem der Briten, dass sie diesen grauenhaften Versklavungskriegen ein Ende setzten. Gegen den massivsten Widerstand der einheimischen, meistens muslimischen Eliten, wie vor allem Lovejoy herausgearbeitet hat (Lovejoy, Murray Gordon, Jacques Heer, Fisher, Willis).
Immer wieder wird bestritten, dass der Djihad heute noch aktuell sei. Doch Peters kam in seiner großen Studie zum Ergebnis, dass auch im 19. und 20. Jh. sehr viele Rechtsgelehrte der klassischen Doktrin anhingen: „Modernistische Autoren unterstreichen den defensiven Aspekt des Djihad und betonen, Djihad außerhalb des islamischen Territoriums sei nur gestattet, wenn die friedliche Verbreitung des Islam behindert wird oder wenn Mosleme, die unter Ungläubigen leben, unterdrückt werden. Demgegenüber weichen fundamentalistische Autoren kaum von der klassischen Doktrin ab und betonen den expansionistischen Aspekt“. Der Haken dabei ist: Die Modernisten vertreten in der Konsequenz genau dieselbe Lehre wie die Fundamentalisten. Denn der Djihad ist ja berechtigt, wenn Mosleme unterdrückt werden. Und ob Mosleme unterdrückt werden, wer entscheidet das? Das entscheiden nicht die Gerichte in den säkularen Verfassungen, das entscheiden nicht die Menschenrechte. Das entscheiden die Normen der Scharia. Einen Hassprediger ins Gefängnis zu werfen, kann dann als eine Unterdrückung von Muslimen gelten; und dann wäre der Djihad berechtigt. Was das heißt, sagen uns die 191 Toten von Madrid und die Bomben in der Londoner U-Bahn. Das Resultat ist dasselbe: die Zerstörung der politischen Ordnung der Ungläubigen und die Aufrichtung der Scharia-Herrschaft.
Die dritte Islamische Gipfelkonferenz von 1981 bekräftigte in ihrer 5. Resolution die Gültigkeit der Djihad-Doktrin für die Gegenwart: „Die islamischen Länder haben in ihrer Resolution klargestellt, dass das Wort Djihad in seinem islamischen Sinn gebraucht wird, der keine Interpretation oder Mißverständnis zulässt, und dass die praktischen Maßnahmen zu seiner Erfüllung zu ergreifen sind in Übereinstimmung damit und in ständiger Konsulation zwischen den islamischen Ländern“ (Journal of Palestine Studies 39). Das sagten nicht ein paar Spinner, sondern offizielle Vertreter von Staaten. Das war 20 Jahre vor dem 11. September. Wenn das Leugnen aufhört, beginnt die Selbstbesinnung. Wir dürfen gespannt sein, wie diese Vergangenheitsbewältigung aussieht.
Und wohin führt der Djihad?
Weiterhin geleugnet: die Dhimmitude
Der Djihad führt zur Konversion, zur Tötung, zur Versklavung oder zur Dhimmitude. Was ist das? In der Scharia sind die Muslime die Herren, die Anhänger anderer Buchreligionen (Christen, Juden, Parsen) die Unterworfenen (Dhimmi); dabei handelte es sich in der klassischen Zeit des Islam nicht um religiöse Minderheiten, sondern gewaltige Mehrheiten, vor allem in Syrien, Anatolien, Nordafrika (Christen). Was kennzeichnet die Dhimmitude?
Die Unterworfenen durften keine Waffen tragen, sie waren wehrunfähig, somit keine vollwertigen Männer; ihre Schuhe und ihre Kleider mussten speziell geschnitten sein, um sie kenntlich und lächerlich zu machen; Christen und Juden mussten besondere Farbmerkmale tragen (aus dieser Diskriminierung entstand der Judenstern). Ihre Häuser mussten niedriger sein, ihre Türschwellen abgesenkt. Sie durften nicht auf Pferden reiten, sondern nur auf Eseln, damit sie ständig an ihre Erniedrigung erinnert wurden. Sie zahlten einen besonderen Tribut (Jizya), den sie persönlich entrichten mussten, wobei sie einen Schlag an den Kopf erhielten. Sie mussten vor Muslimen den Kopf senken und auf der linken Seite gehen. Sie mussten sich von Moslems schlagen lassen ohne sich wehren zu dürfen; schlug ein Dhimmi zurück, dann wurde ihm die Hand abgehackt oder er wurde hingerichtet. Die Zeugenaussage eines Dhimmi galt nicht gegen Moslems. Moslems brauchten für Vergehen an einem Dhimmi nur halbe Strafe zu tragen; und wegen eines Dhimmi konnten sie nie hingerichtet werden; umgekehrt waren grausamste Hinrichtungsarten überwiegend den Dhimmi vorbehalten (Verbrennen, Häuten).
Die ‚Dhimmitude’ versetzte die Nichtmuslime in eine radikale Alterität. Wie der NS die Menschen in Herrenmenschen und Untermenschen auf rassischer Basis spaltete, so hat es die Scharia auf religiöser Basis getan. Als erste Weltreligion schuf der Islam eine Apartheid, in der die christlichen oder auch parsischen Mehrheiten kolonisiert und allmählich islamisiert wurden (Bat Ye’or). Islamische Toleranz hieß: Duldung der Unterworfenen als Gedemütigte und Erniedrigte. Sprechen wir von der Diskriminierung der Juden? 400 Jahre nach dem Islam schritt die Westkirche auf dem IV. Laterankonzil 1215 zu Maßnahmen, die uns barbarisch anmuten. Aber sie waren weitgehend eine Kopie der moslemischen Diskriminierungen. Mit einem Unterschied: Wenn man die rechtlichen Bestimmungen vergleicht, dann ging die Entrechtung und Erniedrigung der Juden im Spätmittelalter nicht so weit wie in der Dhimmitude. Verschweigen wir nicht die Vorläufer: Die moslemische Unterdrückung konnte sich stützen auf die Gesetzgebung des Kaisers Justinian, die einen Bruch in der Tradition des Römischen Rechtes darstellt, indem sie die Juden rechtlich auf die Stufe von Häretikern stellte. Aber was sich bei Justinian andeutet – eine Ausbürgerung von Häretikern und Juden –, das führt die Scharia konsequent bis zum Äußersten durch. Eine besondere Drangsalierung brachte die türkische Herrschaft über das christliche Anatolien und den Balkan: seit 1360 wurde in unregelmäßigen Abständen bis zu einem Fünftel aller christlichen Kinder in die Sklaverei abgeführt und zwangsmoslemisiert (Goodwin, Janissaries). Diese Sklavenmenge dürfte im Laufe von vier Jahrhunderten in die Millionen gegangen sein; davon wurden Hunderttausende ausgewählter Knaben zu fanatischen Moslems und zu Elitekämpfern erzogen, zu den berüchtigten Janitscharen. Eine Politik zur systematischen Vermehrung der moslemischen Bevölkerung und zur allmählichen Auslöschung der Christen; sie hatte Erfolg.
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Die „Dhimmitude“ war regional unterschiedlich ausgeprägt: Kein Unterdrückungssystem ist einheitlich; jedes ist historischen Modifikationen unterworfen. Aber als Unterdrückungszustand hielt sich die Dhimmitude mehr als 1000 Jahre lang, bis der Druck der europäischen Mächte auf das osmanische Reich und schließlich die direkte Besetzung osmanischer Gebiete zu einer allmählichen Abmilderung der Dhimmitude führte. Die islamischen Gesellschaften haben die Dhimmitude nicht freiwillig abgeschafft, ebenso wenig wie die Sklaverei, zu deren Abschaffung der europäische Imperialismus die moslemischen Gebiete gezwungen hat: Der britische und französische Kolonialismus haben paradoxerweise, aber nicht unvernünftigerweise, eine menschenrechtliche Komponente gezeigt – besonders in Afrika. Die Dhimmitude wird von vielen muslimischen – und auch „antiimperialistischen“ – Intellektuellen vehement geleugnet. Freilich, die Leugner kommen immer mehr unter Druck und müssen ganze Forschungen diffamieren. Das passiert immer, wenn Durchbrüche in der Forschung sich anbahnen und wenn Paradigmenwechsel sich vollziehen. Das neue Paradigma wird lauten: die rechtlich fixierte Unterdrückung Andersgläubiger – ausgenommen die Häresien – war unter dem Halbmond deutlich schwerer als unter dem Kreuz.
Keine Menschenrechte unter der Scharia
Die Scharia beinhaltet die Dhimmitude. Egal wie abgemildert die Scharia hier und dort ist: Sie ist auf radikalste Weise anti-demokratisch und anti-menschenrechtlich. Die Dhimmitude lebt mancherorten wieder auf, ähnlich wie die Sklaverei. Islamische Länder haben als letzte die Sklaverei abgeschafft; und einige von ihnen führen sie seit 15 Jahren wieder ein, so im Sudan, entgegen allen offiziellen, dauernd wiederholten „Abschaffungen“ – inzwischen beläuft sich die Zahl, der von Hilfsorganisationen freigekauften Sklaven auf 80.000. Die Scharia lässt das zu; sie ist eine parafaschistische Ordnung. Nicht der Islam als reine Religion ist die Gefahr; denn rein theologisch und liturgisch ist diese Religion faszinierend. Aber der Scharia-Islam ist einer der schlimmsten Feinde von Menschenrechten und Demokratie. Er ist eine Ordnung von Parallelgesellschaften, wie das türkische Millet-System sie am deutlichsten verkörpert. Diese Ordnung ist das radikalste Gegenteil der europäischen Bürgergesellschaften, welche auf der mündigen Teilhabe des Bürgers beruhen, Teilhabe im neutralen Raum des Politischen. Diese Bürgeridee war am perfektesten realisiert in antiken Stadtstaaten, aber auch in selbstverwalteten Städten des europäischen Mittelalters oder in den Schweizer Landsgemeinden. Diese Bürgergesellschaften integrierten die Angehörigen politisch: innerhalb eines Raumes, wo freie Rede, Debatte, Antragstellung und (mehrheitliche) Abstimmung den Willen der Gemeinschaft herstellen. Nichts davon im Scharia-Islam: Er lässt alle unterworfenen Religionen parallel bestehen, diese Gemeinschaften verwalten sich selbst; sie haben untereinander nur wenig Kontakt; es gibt keinen politischen Raum, innerhalb dessen sich die Einwohner einer Stadt oder eines Gebietes sich ins Einvernehmen setzen.
Viele Muslime leugnen die Dhimmitude. Aber es nützt genauso wenig etwas, wie den Genozid an den Armerniern zu leugnen oder den Genozid an den Juden. Die Leugnung selber muss jeden aufmerken lassen, dem die Menschenrechte heilig sind. Denn wer leugnet, ist unfähig zu erkennen, wer er kulturell ist und wie er geschichtlich dazu wurde. Unter der Maske des Antiimperialismus beschuldigen Moslems und islamophile Intellektuelle den Westen, also die Kultur, der wir die Menschenrechte verdanken. Der Unterschied ist freilich, dass der Westen von Anfang an, seit dem 16. Jh. seine eigene Selbstkritik leistete und darum zu den Menschenrechten gelangte. Und eben diese kritische Aufarbeitung der eigenen Geschichte wird durch Leugnungen über die islamische Geschichte systematisch behindert. Kulturkrieg führt, wer leugnet und wer Leugnungen mit Tabus und Sprechverboten zu sichern versucht. Wir erleben im Moment genau das. Wenn das Leugnen weitergeht und wenn die Wissenschaft selber zum Terrain wird, auf dem die Leugner nach Belieben ihre Widersacher diffamieren dürfen, dann können nur noch Anti-Leugnungsgesetze helfen, so wie in Deutschland das Gesetz gegen die Leugnung der Shoah, so wie in Frankreich das Gesetz gegen die Leugnung des Genozids an den Armeniern. Gesetze gegen Leugnungen greifen leider tief ein in den freien Austausch der Gedanken unter Menschen. Aber sie sind die logische Folge einer Wandlung des intellektuellen Feldes: nämlich wenn die wissenschaftliche Praxis nicht mehr nach universalen Regeln auf Wahrheit verpflichtet ist, sondern wenn ein multikulturelles Eigenrecht die Intellektuellen jeglicher Kultur auf „ihre eigene“ Wahrheit einschwört.
Ich komme nun zum letzten Punkt: warum es keine islamischen Menschenrechte geben kann.
Im August 1990 verabschiedeten die Außenminister der „Organisation der islamischen Konferenz“ in Kairo einen Entwurf einer „Erklärung der Menschenrechte im Islam“. Die Erklärung im ganzen und auch die einzelnen Rechte stehen unter dem Vorbehalt, dass sie mit der Scharia übereinstimmen müssen. Der Artikel 24 lautet: „Alle Rechte und Freiheiten, die in dieser Erklärung genannt werden, unterstehen der islamischen Scharia“. Und im Artikel 25 liest man: „Die islamische Scharia ist die einzige zuständige Quelle für die Auslegung oder Deutung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung“. Wenn die Scharia den Menschenrechten übergeordnet ist, dann gibt es eben keine Menschenrechte, dann gilt eben die Scharia. Stellen Sie sich vor, Mussolini oder Stalin hätten die Menschenrechte ausgerufen; und Stalin hätte hinzugefügt: alle diese Rechte unterstehen der kommunistischen Idee; und Mussolini hätte hinzugefügt: sie unterstehen der faschistischen Ordnung. Solche Menschenrechte sind keinen Pfifferling wert, weil die Verfasser sie im Prinzip leugnen. Anders gesagt: Sie leugnen genau den Anspruch auf universale Menschenrechte, die von keiner Ordnung außer Kraft gesetzt werden dürfen. In einer Diskussion berief sich in den 90-er Jahren ein iranischer Ayatollah just auf die Kairoer Erklärung, um die Ungleichheit zwischen Moslems und Nicht-Moslems zu rechtfertigen: er argumentierte, die Menschen sind in ihrer Würde nur potentiell gleich, aktuell jedoch nach Graden der Tugend und der Rechtgläubigkeit verschieden. Da liegt der Hase im Pfeffer: ungleiche Rechte für ungleiche Menschen. Es gibt also im Scharia-Islam keine Menschenrechte. Und es wird sie auch niemals als islamische Menschenrechte geben. Weil es absurd ist, nach islamischen Menschenrechten zu suchen. Menschenrechte sind weder christlich, noch europäisch, noch islamisch. Sie sind entweder universal oder nicht. Das ist ja der Kern ihrer Definition.
Der Scharia-Islam zerstört die demokratische Verfassung
Die Konsequenzen dieser Verabsolutierung der Scharia sind weitreichend und machen es den Muslimen unmöglich, Bürger in demokratisch organisierten Staaten zu sein. Sie befinden sich in einem Vertragsverhältnis zum fremden, demokratischen Staat, welchen sie aus Prinzip nicht als den ihrigen anerkennen. Die scheinbar demokratiefreundlichen Texte sind deutlich. Im Jahre 2002 hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland eine Charta herausgegeben, in welcher wir folgendes lesen. Im Artikel 10 steht:
„Das Islamische Recht verpflichtet Muslime in der Diaspora, sich grundsätzlich an die lokale Rechtsordnung zu halten. In diesem Sinne gelten Visumserteilung, Aufenthaltsgenehmigung und Einbürgerung als Verträge, die von der muslimischen Minderheit einzuhalten sind.“
Das Bürgerrecht in demokratischen Staaten bedeutet, dass man sich politisch diesem Staat zugehörig fühlt. Man hält sich an die Gesetze, weil man Bürger ist, nicht weil das islamische Recht einen dazu verpflichtet. Die Loyalität der Moslems hingegen gehört – nach diesem Text – dem islamischen Recht. Genau das ist der Fall, wenn ein Vertragsverhältnis vorliegt. Hier geht es nicht um den Gesellschaftsvertrag der europäischen politischen Philosophie, in welchem sich ein Volk konstituiert. Hier geht es um einen Vertrag mit einem fremden Gemeinwesen. Die Muslime machen sich damit selber zu einer Art Dhimmi in der Diaspora; allerdings extrem privilegierte Dhimmi, weil rechtlich gleichgestellt mit den wirklichen Staatsbürgern. Für den Zentralrat der Muslime gibt es demnach keine muslimischen Staatsbürger, sondern Muslime, die in einem fremd bleibenden Staat eine Art Schutz-Vertrag einhalten, aber niemals diesem Staat gegenüber loyal sein können; denn ihre Verpflichtungen werden ihnen von der Scharia vorgeschrieben. Das heißt im Klartext, dass Scharia-Muslime nicht auf dem Boden der Verfassung stehen können. Offen ausgesprochen hat das einer der prominentesten muslimischen Sprecher in Deutschland, nämlich Murad Hofmann. Er sagte in einem Interview im August 2004:
„Bei Muslimen spielt halt die göttliche Scharia diese begrenzende Verfassungsrolle“. (Islam.de, 30.08.2004)
Die göttliche Scharia spielt also die Rolle einer Verfassung. Und als solche begrenzt sie die demokratischen Verfassungen der westlichen Staaten. Im Klartext: die Scharia wird diese Verfassungen zerstören, genauso wie faschistische Programme die demokratischen Verfassungen zerstört haben. Das ist logisch, wenn erstens das göttliche Recht über der Verfassung steht und wenn zweitens in diesem göttlichen Recht die Menschenrechte keinen Platz haben.
Der Autor
Professor Egon Flaig lehrt Alte Geschichte am Insititut für Altertums- wissenschaften (Greifswald) und beschäftigt sich mit politischen Ritualen in der Antike, mit Gedächtnispolitik, Politischer Theorie in der Antike, mit Sklaverei im globalen Maßstab, ferner mit Politischer Theologie und Geschichtstheorie. Er arbeitet an einem Buch über „Die Entstehung der Mehrheitsentscheidung in Griechenland. Genesis, Risiken und kulturelle Dynamik“.
http://kewil.myblog.de/kewil/page/1122265/Dschihad
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Posted by paulipoldie on December 26, 2009
Herr Professor Flaig – was sind die Allgemeinmerkmale von Sklaverei?
Egon Flaig: Ordnet man die Typen von persönlicher Unfreiheit auf einer Skala an, dann befindet sich die
Sklaverei als Extrem an jenem Ende, wo die Unfreiheit quasi total ist. Doch der extreme Typ ist nicht unbedingt der schlimmste. Die schlimmsten Formen von Unfreiheit bemessen sich am Grad des Leidens der Betroffenen. Das Leiden in den Lagersystemen des 20. Jahrhunderts dürfte – für eine hohe Quote der Insassen – bei weitem jenes übertroffen haben, dem Sklaven in den meisten “Branchen” ausgesetzt waren. Daher ist Zwangsprostitution in der Regel schlimmer als Sklaverei. Es ist also kein Wunder, dass manche darüber empört sind, wenn Wissenschaftler streng unterscheiden und Zwangsprostitution nicht zur Sklaverei rechnen. Aber eine historische Soziologie der Unfreiheit darf nicht vom Ausmaß des Leidens ausgehen, sondern von den objektiven sozialen Verhältnissen.
“In der Sklaverei ist der Mensch keine rechtliche Person”
Sklaverei ist eine Institution. Zwangsprostitution ist keine. Wenn eine Prostituierte entflieht und sich ins Polizeipräsidium rettet, dann wird die Polizei keinesfalls die Prostituierte in Ketten legen und sie ihrem Peiniger zurückbringen. Im Gegenteil: Sie wird den Peiniger jagen. In der Sklaverei ist es genau umgekehrt.
Damit komme ich zu Ihrer Frage. Zwar ist auch die Leibeigenschaft eine Institution gewesen und an manchen Stellen der Erde auch geblieben. Aber die Unfreiheit ist hier keine extreme: Der Leibeigene hat eine Familie im rechtlichen Sinne, seine Kinder gehören ihm; er hat anerkanntes Eigentum und er gilt als Person mit Rechten.
In der Sklaverei hingegen ist der Mensch keine rechtliche Person mehr. Sowohl das muslimische als auch das römische Recht bezeichnen den Sklaven als einen “rechtlich Toten”. Er hat überhaupt keine Rechte (abgesehen von Schutzbestimmungen – die sein Leben oder die Feiertagsarbeit betreffen – und das sind keine “Rechte”), keine Familie; seine Kinder gehören nicht ihm, seine Ehe ist immer nur eine Pseudo-Ehe, die der Herr jederzeit auseinanderreißen kann, kein Eigentum (wird ihm Besitz überlassen, dann bleibt dieser immer im Eigentum des Herrn). Er ist verfügbar und verkaufbar.
Die deutliche Unterscheidung im Artikel 4 der Menschenrechte hat einen guten Sinn: Wenn die Sklaverei zurückkehrt (nämlich als institutionalisierte Unfreiheit wieder möglich wird), dann sind alle anderen Formen von Unfreiheit nicht mehr zu verhindern.
“Abolition war der Kulturbruch schlechthin”
Die Konsequenz ist klar: Es ist unsinnig, jegliches Verhältnis von Unfreiheit als Sklaverei zu bezeichnen, sosehr uns die Betroffenen auch leid tun mögen; und es ist amnestische Barbarei (Vergessensbarbarei), so zu tun, als habe die Abschaffung der Sklaverei nicht stattgefunden. Weder historisch noch soziologisch trifft es zu, dass die Sklaverei sich in “neuen Formen” fortsetze, will sagen: Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Arbeitsemigration usw. Wer das behauptet, weiß nicht, wovon er redet. Erst wenn man die diversen Formen von Unfreiheit in der Geschichte der letzten 3000 Jahre berücksichtigt, wird überhaupt erkennbar, was für ein ungeheurer Einschnitt im 19. Jahrhundert global erfolgte. Die
Abolition war ein “Kulturbruch”, ich würde sagen: Der Kulturbruch schlechthin. Mit enormem militärischen und politischem Einsatz unterdrückten zwei, drei Kolonialmächte die institutionalisierte Unfreiheit in ihrer extremen Form und brachten sie beinahe gänzlich zum Verschwinden. Nur in Teilen der
islamischen Welt hat sie sich gehalten.
“Wir sprechen mit den Vokabeln der Abolitionisten”
Es ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit, dass vor allem die Briten, aber auch die Franzosen und schließlich auch die Amerikaner und sogar die Deutschen und Holländer im Laufe von 60-90 Jahren die Sklaverei weltweit unterdrückten. Die anderen Formen von Unfreiheit und auch die neuen sind überhaupt nur bekämpfbar, weil die Sklaverei selber – fast überall – verboten ist. Wäre dem nicht so, hätten wir keine Chance, die anderen Formen der Unfreiheit zu bekämpfen. Noch mehr: Wir würden gar nicht erkennen, dass die anderen Formen ein Problem sind. Wenn Sklaverei existiert, dann verschieben sich fundamental und weitreichend alle Begriffe von zwischenmenschlicher Gerechtigkeit. Warum sind wir denn empört über Zwangsprostitution, Schuldknechtschaft, Kinderverkauf? All das sind soziale Praktiken, für die sich immer Rechtfertigungen finden lassen – nämlich aus “kultureller Besonderheit”. Was gibt uns also das Recht, uns empört zu zeigen? Das ist überhaupt nicht natürlich. Das ist kulturell bedingt; daher historisch erworben.
Einzig und allein die moralischen Maßstäbe der Abolitionisten des 19. Jahrhundert geben uns das Recht zur Empörung. Wir sprechen mit ihren Vokabeln, wir denken in ihren Begriffen – auch wenn es uns nicht bewusst ist. Aber das war einmal sehr bewusst. Denn alle Verdinglichung ist – wie Adorno sagt – ein Vergessen.
Welche Formen von Sklaverei existieren noch in der Gegenwart und wo?
Egon Flaig: Der Artikel 4 der Menschenrechte unterscheidet zwischen Sklaverei und “sklaverei-ähnlichen Verhältnissen”. Zu Recht. Unter den vielfältigen Typen von persönlicher Unfreiheit ist die Sklaverei die extremste. Die anderen Formen sind deutlich von ihm zu sondern. Ich zähle die am weitesten verbreiteten Formen auf:
| Schuldknechtschaft – eventuell über mehrere Generationen – existiert in mehreren Regionen Südostasiens, des Vorderen Orients und vor allem in Indien. | |
| Zwangsarbeit, gedeckt durch Pseudoverträge, gibt es einigen arabischen Ländern; sie hat in Brasilien in großem Umfang existiert, scheint indes unter der Regierung Lula am Verschwinden zu sein. | |
| Verschwunden sind die Lagersysteme der Diktaturen des 20. Jahrhunderts. | |
| Zwangsprostitution nimmt wieder zu, auch in Westeuropa. | |
| Zwangsheirat betrifft wahrscheinlich mehrere hunderttausend muslimische Frauen in Deutschland. Frauen, die ohne und wider ihren Willen verheiratet werden, befinden sich lebenslänglich in Unfreiheit. Wer das leugnet steht nicht auf dem Boden des Grundgesetzes und pfeift auf die Menschenrechte. Alle diese Ehen sind nach Artikel 4 der Menschenrechte null und nichtig. Die Bundesrepublik Deutschland macht sich täglich mitschuldig, indem sie diese Form der Unfreiheit auf ihrem Territorium duldet und sogar noch durch Sozialhilfe alimentiert. | |
| Formen von Leibeigenschaft existieren in einigen Ländern Südostasiens, in Indien und im Vorderen Orient. | |
| Die Praxis des Kinderverkaufs, wahrscheinlich seit Jahrtausenden fortdauernd, vor allem in Südostasien, erzeugt unablässig sklavenähnliche Verhältnisse, die sehr schwer zu kontrollieren und noch schwerer zu bekämpfen sind (stellen Sie sich einmal vor, man würde ganze Regionen von Thailand oder Birma, – oder auch von Nordafrika -, unter internationale Kontrolle stellen!). | |
| Eigentliche Sklaverei existiert in Mauretanien, im Jemen und im Sudan. In manchen Städten Europas, insbesondere in London, wird eine besondere Form “verborgener” Sklaverei eingeschleust, überwiegend von reichen vorderasiatischen, in der Regel muslimischen Familien, die ihre – oft südostasiatischen – Dienstboten in extremer Unfreiheit halten. |
Auch in der Bundesrepublik gibt es z.B. für
Hartz IV-Empfänger Tätigkeiten, die sie annehmen müssen, um Leistungen beziehen zu können. Kann man das als einen sklavenähnlicher Zustand bezeichnen?
Egon Flaig: Ich muss mich sehr wundern über diese Frage. In welcher Welt leben wir? Welche Annnahmen oder Vorurteile sind nötig, um eine solche Frage überhaupt stellen zu können? Ich werde antworten auf zwei Ebenen: Zunächst gehe ich ein auf die sozialen Pflichten; dann gehe ich ein auf die Frage der Vergleichbarkeit differenter historischer Situationen.
“Rechte implizieren Pflichten, andernfalls werden sie zu Privilegien”
Zum ersten. Meine Gegenfrage lautet: Warum soll die arbeitende Bevölkerung überhaupt die Hartz-IV-Empfänger mit ihren Beiträgen versorgen? Ist es normal, dass die Arbeitenden für die Nicht-Arbeitenden aufkommen sollen? Und zwar auch dann, wenn diese Nicht-Arbeitenden die Chance haben zu arbeiten, sich aber weigern, die angebotene Arbeit anzunehmen? Aufrechtzuerhalten ist ein solcher Zustand ohnehin nicht – er würde jede Gesellschaft in den Ruin treiben. Zwar halte ich daran fest, dass es ein Recht auf Arbeit geben muss. Aber es gibt kein Recht auf die von mir gewünschte Arbeit. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen wir noch träumen konnten, jeder könne den Beruf ausüben, der ihm behagt. Es hat nie eine Gesellschaft gegeben, die einen solchen paradiesischen Zustand garantierte – und es wird niemals eine solche geben – das liegt im Begriff der Gesellschaft selber.
“Der Vergleich des arbeitsunwilligen Hartz-IV-Empfängers mit dem Sklaven ist legitim und heilsam”
Wenn ein Nicht-Arbeitender sich weigert, eine Arbeit anzunehmen, weil sie ihm “nicht passt”, aber gleichzeitig fordert, dass die Arbeitenden für ihn aufkommen, dann tut er ein Doppeltes: Erstens wird er zum Ausbeuter – er lebt auf Kosten anderer – ähnlich wie ein Sklavenhalter; zweitens gibt er die Verantwortung für seine soziale Existenz ab und bürdet sie der Gesellschaft auf. Gerechtigkeit verlangt, dass jeder für sein Brot und seine Wohnung auch eine Gegenleistung zu erbringen hat; diese besteht in einer Gesellschaft vor allem aus seiner Arbeit – sofern er nicht physisch oder geistig behindert ist. Rechte implizieren Pflichten, andernfalls werden sie zu Privilegien. Wer das nicht akzeptiert, beansprucht für sich das Recht, von anderen versorgt zu werden – im Klartext: dass andere für ihn arbeiten. Ein solcher Anspruch entspringt entweder der Mentalität eines Kleinkindes oder derjenigen eines Kriminellen – oder soll ich hinzufügen: Derjenigen eines Sklavenhalters? Der Sozialstaat ist eine enorme historische Errungenschaft, und wir sind gehalten, ihn zu verteidigen. Darum müssen wir ihn auch vor Missbrauch schützen. Vor allem müssen wir verhindern, dass er sich in eine Versorgungsanstalt verwandelt, welche die Verantwortungslosigkeit fördert – mit fatalen Konsequenzen für die individuellen Fähigkeiten und die sozialen Kompetenzen der Fürsorge-Empfänger. Das Ende wäre eine sozioenergetische Entropie: Ein signifikanter Teil der Staatsbürger würde in alimentierter Unmündigkeit gehalten.
Der Vergleich des arbeitsunwilligen Hartz-IV-Empfängers mit dem Sklaven ist legitim und heilsam. Durch Vergleiche lernen wir unterscheiden, durch Unterscheiden kommen wir zu Erkenntnissen. Damit der Vergleich methodisch korrekt sei, frage ich nun Sie:
| Wurde je Hartz-IV Empfängern – als solchen – der Pass entzogen, die Staatsbürgerschaft aberkannt und wurden sie in den Zustand der völligen Rechtlosigkeit versetzt? | |
| Wo wurde ihr Vermögen eingezogen? | |
| Wo wurden ihre Ehen aufgelöst und sämtliche Verwandschaftsverhältnisse annulliert? | |
| Wo wurden ihnen die Kinder weggenommen und verkauft? | |
| Und angenommen, man inhaftierte sämtliche arbeitsunwilligen Hartz-IV-Empfänger, wären sie dann Sklaven? Sogar Gefängnis-Insassen haben Rechte, auf die sie sich berufen können; sie sind Rechtspersonen, obwohl sie für eine bestimmte Zeit bestimmte Rechte nicht ausüben können. | |
| Können Sie mir die Hartz-IV-Empfänger zeigen, die man in Kolonnen die Straßen entlang treibt, unterm Peitschenknallen von Aufsehern? | |
| Können Sie mir sagen, wo man sie öffentlich auf den Plätzen aufstellt, um sie – vor aller Augen – zu peitschen, ihnen ein Brandmal auf die Stirn zu drücken, ihnen Gliedmaßen abzuschneiden, oder sie zu Tode zu foltern? |
“Kinderarbeit in der Frühzeit der Industrialisierung für die damaligen Eltern nicht unbedingt ein Skandal”
Warum diese hundsgemeinen Fragen? Weil mir daran liegt, dass wir in unseren Köpfen nicht Müll haben, sondern Begriffe. Müll im Kopf reicht vollkommen, um sich zu entrüsten und um mal ordentlich auf die Pauke zu hauen. Müll im Kopf taugt leider nicht, um uns über soziale Verhältnisse rational zu verständigen. Dazu bedarf es klarer Begriffe. Und – leider muss ich das sagen – eines Minimums an historischem Wissen. Wer von Sklaverei nichts weiß, kann sich auch nicht gegen sie engagieren.
Was sind die Unterschiede zwischen Sklaverei und Zwangs- oder Kinderarbeit, Vertragsknechtschaft oder erzwungener Prostitution?
Egon Flaig: Vorsicht! Es geht um Formen von Unfreiheit! Kinderarbeit ist an sich keine Form von Unfreiheit. Mehrere tausend Jahre lang blieben die allermeisten Familienbetriebe – ob bäuerlich oder handwerklich – auf die Mitarbeit der Kinder angewiesen. Diese Kinder waren Mitglieder ihrer Familie; sie waren – insofern sie z. B. nicht die Zeit hatten eine Schule zu besuchen – benachteiligt. Aber sie waren persönlich frei, unterstanden lediglich der väterlichen, mütterlichen oder sonstigen verwandtschaftlichen Autorität. Als Erwachsene waren sie so frei wie andere auch. Problematisch wird es, wenn Kinder außerhalb der Familie arbeiten. Nehmen wir die berüchtigte Kinderarbeit in der Frühzeit der Industrialisierung. Für uns ein Skandal. Für die damaligen Eltern nicht unbedingt: Genauso wie ihre Kinder ihnen in der Schusterei geholfen hatten (solange sie noch selbständige Handwerker waren), so arbeiteten sie nun halt in derselben Fabrik, in der auch Vater und Mutter arbeiteten. Aber selbstverständlich ist das soziale Verhältnis ein völlig anderes. Trotzdem fehlt das Moment der persönlichen Unfreiheit. Die Kinder können den Arbeitgeber wechseln. Der Arbeitgeber ist eben kein Herr: Er verfügt über die Arbeitskraft, aber er verfügt nicht über den arbeitenden Menschen.
“Wer glaubt, die Menschenrechte seien eine westliche Erfindung, kann gegen Sklaverei nichts tun”
Nehmen wir den gar nicht so seltenen marginalen Fall: Nicht einmal der Arbeitszwang für herumstreunende, kriminelle und aufgegriffene Kinder (in den “Arbeitshäusern”) machte aus ihnen Sklaven. Denn sie behielten ihren Status als britische Bürger, den sie mit der Volljährigkeit antraten; sie behielten ihre Verwandtschaftsverhältnisse, ihren Namen, ihr Eigentum. Sie unterstanden keinem “Herrn”, sondern einer Behörde (ob kommunal, kirchlich oder sonst wie karitativ ist nebensächlich), die legalerweise nur in definierten Grenzen über die “Insassen” verfügen konnte. Die Einschränkung ihrer Freiheit war sehr sektoriell und vorübergehend – ein Sonderfall von zeitweiliger Unfreiheit.
Damit kommen wir zu den Fällen, die Sie mit Ihrer Frage wahrscheinlich anzielen: Kinder, die nicht im familiären Rahmen arbeiten und die nicht als “Arbeiter” behandelt werden, denen also verwehrt wird, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Die meisten Fälle – wahrscheinlich viele Millionen – finden sich in Indien. Sehr häufig ist eine Form von Schuldknechtschaft (Kinder arbeiten die Schulden ihrer Eltern ab). Diese Form von Unfreiheit ist durch den Artikel 4 verboten, es ist ein “sklavenähnlicher” Zustand. Bezeichnenderweise unternehmen die lokalen Behörden nichts oder wenig – d.h. sie behandeln dieses Verhältnis als eine traditionale soziale Institution. Kaum nähern sich jedoch eine westliche Kamera und zwei Reporter, kommt Panik auf. Das heißt: Die Behörden wissen sehr wohl, dass das Verhältnis illegal ist; und der “Arbeitgeber” wenn man den Herrn über die Schuldknechte mal so nennen will, weiß es auch. Diese Situation indes, wo die Behörden verlogen handeln und der “Herr” regelmäßig die Sache “verbergen” muss, liefert die Chance, um durch permanenten Druck, die “Arbeitgeber”-”Herren” zu zwingen, ja sie zu kriminalisieren, bis dieser Missstand aufhört. Machen wir uns nichts vor: Wer die Menschenrechte ablehnt, kommt an dieser Stelle nicht weiter. Wer glaubt, die Menschenrechte seien eine westliche Erfindung – eine böse zumal, um die sogenannte dritte Welt unter imperialistischer, moralischer Hegemonie zu halten, wer das glaubt, kann gegen Sklaverei nichts tun. Daher die Hilflosigkeit der sogenannten Linken in der Darfur-Frage und im südsudanesischen Bürgerkrieg. Die Hunderttausende, die dort versklavt wurden, dürfen eigentlich nicht befreit werden. Denn Sklaverei kann ja gar kein Verbrechen sein, wenn die Kultur vor Ort sie praktiziert. Sklaverei ist in der Tat nur ein Verbrechen, wenn man den Standpunkt der westlichen Abolitionisten – und daher der Menschenrechte – einnimmt.
Zwangsarbeit? Auch hier: Vorsicht. Sie ist per se keine Sklaverei. Sie kann aber zur Sklaverei führen. Zur Zwangsarbeit verurteilte Sträflinge sind an sich keine Sklaven. Verbeispielen wir das Problem an Hand der Galeerensträflinge (Venedigs oder Genuas oder welcher mittelmeerischen Stadt der frühen Neuzeit auch immer). Wenn der verurteilte Sträfling nach 5 – 10 Jahren nicht mehr Galeere rudern muss, wird man ihm a) seinen Bürgerstatus belassen, b) sein Eigentum belassen, c) seine Familienbande nicht annullieren, d) seine Vormundschaft über seine Kinder gelten lassen, e) sein Testament rechtskräftig anerkennen, f) er muss zwar Galeere rudern, (und erleidet gegebenenfalls Körperstrafen) aber er ist nicht verfügbar, er kann nicht verkauft oder vermietet werden. Ein solcher Sträfling ist offensichtlich eine Rechtsperson.
Intrusive Sklaverei
Doch in China und Russland lief es über Jahrhunderte anders: Der (lebenslänglich) Verurteilte verlor seinen Namen, seine Ehe wurde annulliert, seine Familienbande für nichtig erklärt; das heißt, diese Sträflinge hörten auf, als Rechtspersonen zu existieren. Obwohl sie eigentlich Staatssklaven waren und über sie nicht privat verfügt werden durfte, konnten die Kaiser gar nicht verhindern, dass solche Menschen andauernd vermietet und zu privaten Zwecken benutzt wurden, ja sogar verkauft wurden. Das ist logisch. Ihre extreme Rechtlosigkeit begünstigte diese Verwendung. Orlando Patterson spricht hier von “intrusiver Sklaverei” – zu Recht.
Vielleicht ist der aussagekräftigste Unterschied zwischen den Gulag-Systemen und den KZ-Systemen des 20. Jahrhunderts einerseits und der Staatssklaverei des alten Russland und China anderseits genau hier zu finden: Im Lager behält der Staat die Verfügung über den völlig entrechteten Häftling und verhindert, dass private “Zweckentfremdungen” stattfinden.
“In Europa ist die Zwangsprostituierte keine Sklavin, im Jemen ist die Zwangsprostituierte eine Sklavin”
Vertragsknechtschaft ist eine harte Form von Unfreiheit aber leichter zu bekämpfen als Schuldknechtschaft. Denn die Betroffenen sind nicht auf Grund des Vertrages in Knechtschaft. Mit dem Vertrag wurden sie in eine Gegend gelockt, wo sie fremd, abgeschnitten und ohne Freunde und Familie sind, wo ihnen die Behörden nicht helfen (oder nicht helfen wollen). Der Arbeitgeber hält sich aber nicht an den Vertrag, sondern behandelt nun den Vertragsarbeiter so, als sei dieser sein Häftling. In Brasilien hat es weniger Jahre bedurft – aber eines starken Engagements von Presse und freien Gewerkschaften und eines spektakulären Regierungswechsels -, um die Behörden zu zwingen, vor Ort zu kontrollieren, ob die Verträge eingehalten werden. Und natürlich stellte sich dann schnell heraus, dass die Arbeitgeber entweder illegale Verträge ausgestellt hatten oder die Verträge gar nicht einhielten. Schuldknechtschaft zu beseitigen ist viel schwieriger. Denn der Gläubiger ist – nach Ansicht der lokalen Behörden – im Recht, der Schuldner im Unrecht.
Ist Zwangsprostitution Sklaverei? Das hängt davon ab, ob Sklaverei als soziale Institution existiert oder nicht. Anders gesagt: In Europa ist die Zwangsprostituierte keine Sklavin, obwohl sie eine der schlimmsten Formen von Unfreiheit erleidet. Im Jemen ist die Zwangsprostituierte eine Sklavin, ganz einfach, weil man Sklavinnen zur Prostitution hält. Der Unterschied ist – vom sozialen Verhältnis aus gesehen – riesig.
Können Sie für unsere Leser den historischen Werdegang der Sklaverei kurz skizzieren?
Egon Flaig: Es gibt keinen “historischen Werdegang”. Denn Sklaverei hat es in allen Hochkulturen gegeben, und in einer stattlichen Anzahl sogenannter “primitiver Kulturen”. Sie speist sich aus zwei Quellen: a) aus dem Import von gewaltsam versklavten Menschen, in der Regel Gefangene von Kriegen und Überfällen; Orlando Patterson nennt das “intrusive Sklaverei” (der Sklave ist ein Fremder), b) aus der eigenen Bevölkerung, nämlich durch soziales “Herausfallen” – Kinderverkauf, Kindesaussetzung, Verkauf von verschuldeten Menschen, gerichtliche Verurteilung; Patterson nennt dies “extrusive Sklaverei” (der Versklavte wird in diesem Falle zum “Fremden” gemacht). Extrusive Sklaverei herrschte in Ostasien, v. a. China, Korea, und in Russland; intrusive herrschte vor allem in Afrika, in den präkolumbianischen Hochkulturen, bei Griechen und Römern bis zur Kaiserzeit, in der gesamten islamischen Welt und in der amerikanischen (Brasilien, Karibik, Süden der USA) Sklaverei.
“Eine ‘antiimperialistische’ Ideologie hat bewirkt, dass eine ganze Generation von Nichtwissern herangewachsen ist”
Sie extrapolieren in ihrem Buch die islamische Sklaverei. Relativieren sie damit nicht die christliche Sklaverei, die Sklaverei in den europäischen Kolonien und die amerikanische Sklaverei?
Egon Flaig: Man extrapoliert, um eine Lücke zwischen zwei mathematischen Werten zu schließen. Ich extrapoliere nichts. Sondern ich tue das, was Historiker bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts machten, falls sie sich mit Sklaverei in globalem Maßstab beschäftigten: Sie bezogen das größte sklavistische System selbstverständlich in ihre Überlegungen ein. Unsere französischen und teilweise die amerikanischen Kollegen tun das immer noch. Die Deutschen hatten nur kurzen Kontakt mit Sklaverei in Afrika; das Thema interessiert in Deutschland eigentlich nur wenige. Das heißt, die Deutschen sind in dieser Hinsicht unterinformiert. Wenn sich jemand damit beschäftigt, dann sind es Althistoriker oder aber Historiker, die eigentlich “Geschichte des Kolonialismus” betreiben – wobei unter “Kolonialismus” immer bloß der sogenannte europäische verstanden wird. Unter diesen Bedingungen ist freilich eine Lücke vorhanden, nämlich eine Wissenslücke – und die ist riesig. Eine
“antiimperialistische” Ideologie hat bewirkt, dass eine ganze Generation von Nichtwissern herangewachsen ist, die vor historischen Tatsachen völlig ratlos steht. In diesem Fall hilft Hegels Wort “umso schlimmer für die Tatsachen!” – ignorieren wir sie einfach.
“Mein Handwerk verlangt, dass ich relativiere”
Ob ich die christliche Sklaverei relativiere? Die Frage ist doppelt seltsam. Erstens konnte ich eine “christliche” Sklaverei nicht ausmachen: Keine christliche Kirche hat je ein umfassendes Sklavengesetz erlassen – ganz im Gegensatz zum Sklavenrecht der Muslime, welches auf Fatwas beruht, also auf religiösen Gutachten. Sie meinen wohl “transatlantische” Sklaverei, also Sklaverei – praktiziert von christlichen Mächten? Dann müssten Sie Ihre Frage an diejenigen Historiker richten, die sich mit der transatlantischen Sklaverei beschäftigen! Etwa so: “Relativieren Sie nicht die islamische Sklaverei, wenn Sie sich mit einem System beschäftigen, das – abgesehen von Brasilien – etwa 250 Jahre bestand, während das islamische 1300 Jahre dauerte?”
Zweitens. Wenn Sie fragen: Relativieren Sie? Dann kann die Antwort nur lauten: “Ja selbstverständlich!” Mein Handwerk verlangt, dass ich relativiere. Ohne Relativieren kein wissenschaftliches Arbeiten. Relativieren heißt: ich muss alles in Beziehung setzen. Denn nichts hienieden ist absolut (wir könnten es mal versuchen: Sie nennen mir etwas “Absolutes” – und ich zeige Ihnen, dass auch das Absolute immer in Relation steht, also relativ ist). Wenn ich nicht die unterschiedlichsten Phänomene miteinander in Beziehung setzte, könnte ich keine Verhältnisse zwischen ihnen entdecken. Und wenn ich nicht unentwegt vergliche, könnte ich gar keine Differenzen wahrnehmen. Ich muss also tun, was Orlando Patterson oder Claude Meillassoux, die Meister des politisch-anthropologischen Erforschens der Sklaverei, so brillant vorgemacht haben: Die einzelnen Sklaverei-Typen miteinander vergleichen, die historischen Sklaverei-Systeme so genau als möglich in Komponenten zerlegen, die untereinander vergleichbar sind.
Sie verwenden das Wort “Relativieren” so, als hieße es “Verharmlosen”. Worte haben präzise Bedeutungen. Wenn wir zur Bierflasche “Waschmaschine” sagen, dann zerstören wir die Basis unserer Kommunikation – und wir zerstören die Basis unserer Intelligenz. Denn Intelligenz bemisst sich an der Fähigkeit, Differenzen wahrzunehmen und sie zu verbegrifflichen. Relativieren hat überhaupt nichts zu tun mit “leugnen” oder “verharmlosen”. Das Gegenteil ist richtig. Wenn ich Lagersysteme miteinander vergleiche, dann relativiere ich das Funktionieren. Das scheint eine kühle Operation zu sein, die sich an “objektiven” Gegebenheiten orientiert. Ganz richtig. Aber gerade deswegen begreife ich das subjektiv erfahrene Leiden besser. Warum besser? Weil ich nicht kurzschließe – wie das Mitleid es tut (und Mitleid ist eine ungemein wichtige Gabe des Menschen) -, sondern Erfahrungen von den Situationen her konstruiere. Ich kann sie ja bloß konstruieren. Machen kann ich sie ja nicht. Und ich muss doch dafür dankbar sein, dass ich sie nicht machen muss.
Herr Professor Flaig – Sie schreiben in ihrem Buch, dass die islamische Sklaverei seit dem 19. Jahrhundert beschönigt worden sei. Wie das und wie hat die islamische Sklaverei tatsächlich ausgesehen?
Egon Flaig: Warum wurde die islamische Sklaverei im 19. Jahrhundert beschönigt?
| Erstens, weil im 19. Jahrhundert der nordafrikanischen Piraterie endgültig das Handwerk gelegt wurde. Das verdanken wir den Amerikanern, die zwischen 1795 und 1815 zweimal Krieg gegen die Piraten-Emirate des Maghreb führten, um diese Praxis des Versklavens zu unterbinden. Dank gebührt auch den Engländern, die 1819 Algier bombardierten, und nicht zuletzt den Franzosen, die 1830 endlich Algier eroberten. Nach dem Ende der maghrebinischen Piraterie war Europa zum erstenmal sicher vor den Versklavungsaktionen der Muslime. Und genau als die Gefahr nachließ, begann die Romantisierung – z. B. in den Opern. Das ist typisch für die europäische Kultur: Alle anderen Kulturen werten das Fremde rigoros ab; die Europäer kennen die Abwertung auch, aber sie haben auch eine lange Tradition des Verklärens und Romantisierens. Die europäische Kultur ist selbstkritisch wie keine andere: Sie kritisiert das Eigene und konfrontiert es mit einem Fremden, das zum Ideal stilisiert wird. | |
| Zweitens weil die Abolitionisten in ihrem Kampf gegen die Sklaverei zu jedem Mittel griffen, um die europäische Sklaverei als besonders übel erscheinen zu lassen, folglich als ein Übel, das man sofort beseitigen müsse. Dem Abolitionismus verdankt die Menschheit eine ihrer größten Revolutionen. Aber leider auch eine legendenhafte Verharmlosung der Sklaverei, sofern sie nicht europäisch war. Je erfolgreicher die Kolonialmächte in Afrika dem Versklaven ein Ende setzten – ein Prozess, der von cirka 1850 bis etwa 1920 dauerte -, desto weniger konnten Reisende Erfahrungen mit der islamischen Sklaverei machen. So konnten sich die Mythen halten, die hernach im sogenannten antikolonialen Kampf so wichtig wurden. Die europäische Arbeiterbewegung stand teilweise der Kolonialpolitik ihrer Länder ablehnend gegenüber und benötigte die Mythen; afrikanische Intellektuelle, die in Europa studierten oder verkehrten, übernahmen diese verharmlosenden Bilder der nicht-europäischen Sklaverei. Sie konnten sich dann ein gutes Gewissen einreden – trotz des schreienden Dementis all jener, die sich noch sehr genau erinnerten -, um sich damit zu beruhigen, ihre Sklaverei sei “milder” – ja eigentlich gar keine “richtige” Sklaverei gewesen. Mythen halten sich, weil man sie braucht. Afrikanische Sklavereiforscher wie etwa Ibrahim Thioub wissen davon ein Lied zu singen. |
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Was ist nun richtig? Die islamische Sklaverei unterscheidet sich nicht von anderen Arten der Sklaverei.
| Die Unterschiede zwischen den Verwendungsweisen von Sklaven sind viel größer als die Unterschiede zwischen den sklavistischen Kulturen. Plantagensklaverei in Marokko oder im Irak unterschied sich kaum von derjenigen in Brasilien, der Karibik oder dem Süden der USA. Minensklaverei – es ist die schlimmste und tödlichste Form – unterschied sich nicht signifikant, ob es sich um die Salzminen im südlichen Marokko handelte, die Kupferminen in der Zentralsahara oder um die römischen Silberminen oder um die brasilianischen Goldminen. Haussklaverei – egal ob in Rom, in Brasilien oder in Kairo oder Damaskus – brachte in der Regel hohe Chancen wegen der Nähe zum Herrn. | |
| Die islamischen Sklavengesetze gleichen in vieler Hinsicht den römischen, wahrscheinlich ist ein Großteil direkt aus dem Römischen Recht entnommen; denn die Muslime eroberten von 638-725 den größten Teil des Imperium Romanum. |
Besonderheiten bleiben:
| Die muslimische Sklaverei beruhte auf ständiger Zufuhr von außen. Orlando Patterson nennt sie daher die “intrusive” Sklaverei par excellence. Da der Zustrom über viele Jahrhunderte beträchtlich war, konnte die islamische Gesellschaft es sich leisten, eine hohe Quote von Sklaven ständig freizulassen (natürlich nur solche, die zum Islam übergetreten waren). Mit dieser hohen Freilassungsrate ähnelt die islamische Sklaverei der römischen. | |
| Und umgekehrt: Eben diese hohe Rate an Freilassungen verlangte nach ständiger Zufuhr von versklavten Menschen. Diese Zufuhr hatte fatale Auswirkungen auf die militärisch und politisch unterlegene Umwelt des islamischen sklavistischen Systems. Entweder, man musste große Mengen kaufen, oder man musste regelmäßig Krieg führen, um Sklaven zu erbeuten. Letzteres fügte sich sehr gut mit der Pflicht zum Djihad, also mit der Pflicht, gegen Ungläubige so lange Krieg zu führen, bis diese alle unterworfen sind. Ersteres hieß, andere die Kriege in den “Lieferzonen” führen zu lassen. In Europa besorgten das die Wikinger und zeitweise die Ungarn. |
Mamlukie und die Eunuchie
Was unterscheidet die islamische Sklaverei von den anderen Arten?
Egon Flaig: Hinsichtlich der ökonomischen und sozialen Verwendung von Sklaven findet sich kein Unterschied. Das hat Clarence-Smith aufgezeigt. Es gibt nicht den Typus “islamische Sklaverei”, genauso wenig wie es die “afrikanische” oder “römische” Sklaverei als besonderen Typ gibt. Die Typen der Sklaverei sind demnach nicht von den Kulturen bestimmt, in denen Sklaverei gepflegt wird. Nichtsdestotrotz gibt es zwei Verwendungsweisen, die nur in der islamischen Kultur auftreten, nämlich die
Mamlukie und die Eunuchie.
| Mamlukie: Seit dem 9. Jahrhundert gehen islamische Herrscher dazu über, ihre Kernarmeen aus Sklaven zu rekrutieren. Dafür haben sie zwei Gründe: Erstens sind Soldaten, die schon als Kinder selektiert, trainiert und indoktriniert werden, die besten Soldaten überhaupt. Die Mamluken waren über viele Jahrhunderte die besten Truppen der ganzen Welt, wenn man die Mongolen ausnimmt. Zweitens sind diese entwurzelten, familienlosen, radikal vereinsamten jungen Menschen ihrem Herrn total ergeben. Die islamischen Herrscher brauchten aber gerade ein solches militärisches Instrument, um sich unabhängig zu machen von den arabischen Stämmen, von den städtischen Eliten und von den religiösen Autoritäten. Daher entstand in der islamischen Welt ein weltgeschichtliches Unikat: Ein Staat, der überhaupt nichts mit den Untertanen zu tun hat, ohne die geringste Partizipation. Ein Staat, in dem die Macht von Sklaven ausgeübt wird, die im Dienste eines Herrn stehen, der selber immer der Sohn einer Sklavin ist. Diese Despotie ist ein Anti-Staat, wenn man europäische oder ostasiatische Maßstäbe anlegt. Und die Mamlukie erforderte einen beträchtlichen menschlichen Nachschub. Mamluken waren weiße Sklaven, überwiegend Slawen und Türken; schwarzafrikanische Militärsklaven verwandten insbesondere die Sultane Marokkos und das Moghulreich in Indien. | |
| Eunuchie: Die islamischen Herrscher ließen ihre Verwaltung von Menschen betreiben, die kastriert waren und daher keine Aussicht auf eigene Nachkommen oder eine eigene Familie hatten. Treuere Verwaltungsbeamte sind nicht vorstellbar. Auch der chinesische Kaiser verfügte in der Hauptstadt über mehrere tausend Eunuchen, die als Beamte fungierten. Freilich waren in China die Eunuchen Freiwillige, in der islamischen Welt waren es Sklaven. Nicht nur die Herrscher der islamischen Welt brauchten stets große Stäbe an Eunuchen, auch reiche Kaufleute, Verwaltungsbeamte usw. benutzten dieses bequeme Mittel, sich absolut loyale Vertraute zu beschaffen, denen man die schwierigsten politischen oder kommerziellen Geschäfte anvertraute.Sieht man von der Eunuchie und der Mamlukie ab – also von der politischen Funktion -, dann ist die islamische Sklaverei von anderen Sklavereien nicht oder kaum zu unterscheiden. |
“Nomaden sind überall ideale Versklaver”
Welchen Einfluss hatte die islamische Sklaverei auf die Entwicklung des afrikanischen Kontinents?
Egon Flaig: Afrika wurde innerhalb von 300 Jahren zur größten Lieferzone des Globus. Als die Muslime im 7. Jahrhundert Nordafrika eroberten, begnügten sie sich nicht mit den großen reichen Provinzen des Imperium Romanum (Ägypten, Cyrenaica, Tunesien, Algerien, Nord-Marokko), sondern sie drangen über die Wüste bis zum Tschad-See vor. Bis zum 10. Jahrhundert waren alle Wüstenstämme islamisiert; und damit wurden die Wüstenwege sicher. Und nun begannen die riesigen Karawanen in schöner Regelmäßigkeit ihre Reisen: Manufakturwaren und Salz und Pferde durch die Sahara in den Süden, dafür gingen Gold und Sklaven in den Maghreb, nach Libyen und Ägypten. Am südlichen Rand der Sahara entstanden Emirate und Sultanate, vom Senegal bis Äthiopien, die auf 6000 km Länge unentwegt Kriege führten, um ihre hoffnungslos unterlegenen Nachbarn zu versklaven.
“Sklavistische “Lieferstaaten”"
Zwar sind Nomaden überall ideale Versklaver. Aus der eurasischen Graslandsteppe – von der Mandschurei bis nach Ungarn – brachen in schöner Regelmäßigkeit die vernichtenden Invasionen weit überlegener Reiterheere über den Gürtel von Hochkulturen ein. Die ackerbauenden Hochkulturen – Korea, China, Indien, Persien, das Imperium Romanum, 1241 auch die mitteleuropäischen Monarchien – litten unter diesen Invasionen, die jedes Mal große Menschenverluste bedeuteten. Doch nun liefen die Nomaden des Sahel den Tartaren, Türken, Turkmenen, Kasachen und Mongolen den Rang ab. Denn sie hatten im Süden nur wenige hochorganisierte Hochkulturen, sondern überwiegend wehrlose Völker, die den Reiterangriffen ausgeliefert waren. Ein unablässiger Strom von Sklaven ging durch die Sahara. Mit weit höheren Verlusten als auf den transatlantischen Sklavenschiffen. Die Todesrate bei der Wüstenüberquerung lag etwa doppelt so hoch (30 Prozent).
Schlimm für den afrikanischen Kontinent war, dass sklavistische “Lieferstaaten” entstanden – das Königreich Mali, die Sultanate Bornu und Kanem, ebenso Dharfur und viele andere. Diese benötigten zusätzliche Sklaven innerhalb der eigenen Gesellschaft – nicht nur für die Arbeit auf Plantagen und in den Minen, sondern auch weil die Sultane sich gegenüber den nomadischen Stämmen verselbständigten, und eine Kriegsmaschinerie von Militärsklaven unterhielten (aber hier waren es schwarze – die Vorform der modernen Kindersoldaten). Solche Staatsgebilde können gar nicht freiwillig mit dem Versklaven aufhören. Sie beginnen irgendwann sogar sich gegenseitig zu vernichten um die Jagdgebiete auszuweiten. Diese Selbstzerstörung in der Lieferzone begann schon im 16. Jahrhundert – also völlig unbeeinflusst von den Europäern, die als Käufer an den Küsten erst später auftauchten.
Die enormen kulturellen Zerstörungen über Jahrhunderte veränderte den subsaharischen Teil des Kontinents vollständig. Es entstanden nicht-moslemische Kriegerstaaten (Dahomey, Ashante), die in Küstennähe dasselbe taten wie die Sultanate und Emirate im Sahel. Die Versklavungskriege wurden vielleicht noch weiter angeheizt, als die Portugiesen ab etwa 1470 ebenfalls Sklaven kauften. Mit Sicherheit wurden sie angeheizt, als seit 1630/1650 Engländer, Franzosen und Holländer an der Küste Westafrikas ebenfalls Sklaven kauften, in immer größerem Ausmaß. Aber die Europäer hätten keine Sklaven kaufen können, wenn südlich der Sahara nicht ständige Versklavungskriege stattgefunden hätten.
Atomisierung, Bindingslosigkeit, Verlust des Selbstbilds
Sie schreiben, dass der Zustand der Sklaverei für den Sklaven selbst massive Auswirkungen auch auf sein Selbstbild hat. Können Sie uns mehr darüber erzählen?
Egon Flaig: Claude Meillassoux hat es auf die Formel gebracht:
| Entsozialisierung: die versklavten Menschen werden herausgerissen aus ihren sozialen Schutzräumen, ihrer Heimat, ihrer Religion, ihrer Kultur, ihrer Sprache; die langen Deportationen – über Ozeane, Gebirge oder Wüsten – rauben ihnen jede Hoffnung auf Heimkehr, machen sie gefügig für ein Leben in der Fremde. | |
| Entsexualisierung: Frauen verlieren ihre Mutterfunktion, werden reduziert auf ihre Funktion, Arbeitskraft zu sein, lebenslang; Männer verlieren analog ihre Vaterfunktion. | |
| Entzivilisierung: Sie können sich die neue Kultur nur noch mühsam aneignen, haben dazu kaum Zeit und nur unzureichende Gelegenheit; sprechen sie die Sprache ihrer Herrn schlecht, dann missverstehen sie die Befehle, drohen Strafen und Erniedrigungen, die bezwecken, sie allmählich den Tieren anzuähneln. |
Die Grunderfahrung von Sklaven ist meist diese:
| Atomisierung: d.h. jeder Sklave hat ein Einzelschicksal; daher sind Sklaven fast nie eine soziale Klasse gewesen (wo sie es wurden, da entstanden brandgefährliche Situationen für das System); sie können kaum Freundschaften aufbauen, betrachten sich überwiegend als Konkurrenten (was verständlich ist: Bei derart knappen Ressourcen droht überall Konkurrenz). | |
| Familienlosigkeit: Pseudo-Ehen werden vom Herrn nach Bedarf aufgelöst, die Kinder nach Belieben verkauft; diese währende Situation bringt den psychischen Haushalt völlig durcheinander. | |
| Verlust des Selbstvertrauens: Immer droht die körperliche Gewalt; die sexuelle Verfügbarkeit (auch von männlichen Sklaven) bricht die eigene Würde. Und wenn die Selbstachtung unter eine bestimmte Schwelle sinkt, nimmt sich der Sklave als minderwertiges Wesen war. |
Menschen, die nur gehemmt initiativ sind, werden stets von ihrer Umwelt als minderwertig, mindestens aber als “gestört” wahrgenommen. Dieses Bild von Sklaven existiert in allen sklavistischen Gesellschaften – ohne Ausnahme. Es ist die Basis des Rassismus. Denn Rassismus hat nichts zu tun mit “Fremdheit”, sondern mit “Minderwertigkeit”. Und zwar ohne alle Hautfarbendifferenz. Fatal ist, dass die Betroffenen selber dieses Bild übernehmen.
“Indem der Sklave seine Lage akzeptiert, verändert sich sein gesamtes Wertesystem”
Mit welchen Mitteln fördert man die resignative Haltung der Sklaven oder motiviert ihn zu seiner Tätigkeit?
Egon Flaig:
| Bringt man einen Sklaven so weit, dass er die Hoffnung aufgibt, sich selbsttätig befreien zu können, dann fügt er sich in seine Lage; er hofft dann höchstens noch auf einen Umschwung des Schicksals. Indem er seine Lage akzeptiert, verändert sich sein gesamtes Wertesystem. Es hängt nun von vielen Faktoren ab, wie er sich orientiert und ob er innerhalb seiner Lage Vergünstigungen erreichen will. | |
| Zerstört man die Selbstachtung eines Sklaven – hier spielen Gewalt und sexuelle Gewalt eine wichtige Rolle – , dann tendiert die resignative Haltung dazu, alle Lebensbereiche zu ergreifen. Solche Menschen werden initiativlos. Das heißt aber, für Tätigkeiten mit relativer Eigenverantwortung sind sie nicht mehr zu gebrauchen. | |
| Fügsame Sklaven – nicht vollkommen resignierte – können entgegen dem, was wir bei Hume und Marx lesen, zu hohen Leistungen imstande sein. Entscheidend ist, sie zu motivieren. Motivieren kann man aber nur Menschen, die ein Ziel vor Augen haben, eventuell es mit einer glühenden Hingabe verfolgen. Das kann die Beförderung in höhere Funktionen sein. Doch in vielen sklavistischen Systemen war die Aussicht darauf, vom Herrn freigelassen zu werden, der allerstärkste Anreiz. Je sehnsüchtiger Sklaven dem Tag der Freilassung entgegenlebten, desto treuer und engagierter erfüllten sie die Aufgaben. Und: Sie versuchten so gut sie konnten, die Werte der Herrenkultur zu übernehmen. Sie orientierten sich an derselben, weil sie sich vorbereiteten auf den Zustand “danach”, in Freiheit. Daher entstanden “Sklavenkulturen” bei hohen Freilassungsraten nur mühsam. | |
| Seltsamerweise kann ein ähnliches Verhalten sogar dort auftreten, wo fast gar keine Hoffnung auf Freilassung besteht – wie etwa im amerikanischen Süden. Hier, wo Sklaven einen höheren materiellen Lebensstandard hatten als die Arbeiter vieler europäischer Großstädte, spielten die zusätzlichen Vergünstigungen eine Rolle. Z.B. ein eigenes Häuschen, ein größeres Gärtchen, und vor allem: Eine Pseudo-Familie! D. h. die Aussicht, mit einer Frau, von der man hoffte nicht getrennt zu werden, Kinder zu haben und sie aufziehen zu dürfen im Wissen, dass man von ihnen zumindest so lange nicht getrennt wird, wie die Plantage nicht verkauft wird. |
Sklavenkultur und Herrenkultur
Auch diese Sklaven (Punkt 4) arbeiten stark motiviert. Trotzdem besteht zu Punkt 3 ein gravierender Unterschied: Die völlige Aussichtslosigkeit jemals frei zu werden, verändert die Menschen von Grund auf, denn sie orientieren sich überhaupt nicht an der Herrenkultur. Sie entwickeln eine “Sklavenkultur” und werden von den Herrn darin sogar noch bestärkt. Denn die “Sklavenkultur” macht den Sklaven noch fremder als er ohnehin schon ist. Werden solche Menschen schlagartig kollektiv in Freiheit gesetzt, haben sie die allergrößten Probleme, sich an die neue Situation anzupassen. Das sollten wir in Erinnerung behalten, wenn wir die Geschichte der karibischen Länder nach 1831 und 1848 ansehen oder die Situation der Schwarzen im Süden der USA nach der Emanzipation.
“Sklavenaufstände führten nicht zur Abschaffung der Sklaverei”
Wenn der große Jean Bodin 1570 also fordert, die Sklaverei überall und bedingungslos abzuschaffen, gleichzeitig aber verlangt, man solle die Sklaven erst freilassen, sobald sie ein Handwerk gelernt haben, dann war er weitsichtiger als viele Abolitionisten des 19. Jahrhunderts. Denn er hatte erfasst, dass die Schwierigkeiten für diese Menschen genau in dem Augenblick auftauchen, in dem sie den Wechsel in die Freiheit schaffen sollen.
Was sind die Bedingungen für Sklavenaufstände?
Egon Flaig: Zunächst müssen wir einen Irrtum ausräumen: Sklavenaufstände führten nicht zur Abschaffung der Sklaverei. Bei fast allen Sklavenaufständen errichteten die Aufständischen – wenn sie über ein zureichendes Gebiet zu herrschen begannen – ihrerseits wieder ein sklavistisches System. Die Abschaffung der Sklaverei erfolgte durch die politische und militärische Macht der westeuropäischen Staaten.
Nun zu den Aufständen selbst: Sie sind die extreme Form des Widerstandes, insofern sie mit gewaltsamem Kampf die Freiheit anzielen. Wer ist dazu überhaupt imstande? Menschen, die in Sklaverei aufwachsen, machen normalerweise keine Aufstände. Sklaven, die ihre Situation nicht mehr ertragen, versuchen – wenn sie nicht resigniert zu sterben trachten – meist zu fliehen. Sklavenaufstände sind seltene Phänomene in der Geschichte. Überall, wo Aufstände stattfanden, wurden diese geführt von “Kernen”, die fast immer aus frisch versklavten Sklaven bestanden. Deren Selbstbewusstsein musste noch stark genug sein, um mit Mut und Opferbereitschaft ein kollektives Wagnis einzugehen. Häufig waren diese Kerne Angehörige einer einzigen Ethnie oder aber von Ethnien, die sich sprachlich und kulturell nahe standen. Die kulturelle Nähe war wichtig, damit sich überhaupt Vertrauen bilden konnte. Ohne ein starkes Vertrauen zueinander war ein derartiges Wagnis sinnlos. Die Organisationskerne entstammten nie aus den untersten und elendsten Schichten der Sklaven, sondern aus jenen, die mehr Bewegungsspielraum und oft auch eine höhere Bildung innehatten.
Sklavenaufstände haben dort die besten Chancen, wo die Herren politisch gespalten sind, oder wo Teile der Herren sogar mit den politischen Zielen der Sklaven sympathisieren – das ist beim zweitgrößten Sklavenaufstand der Weltgeschichte passiert, auf Haiti 1790.
“Sklaverei stirbt niemals von selbst ab”
Dieser Sklavenaufstand war der erste erfolgreiche überhaupt. Dieser Erfolg lag nicht zuletzt daran, dass die Aufständischen darauf verzichteten, ihre Feinde zu versklaven; stattdessen ließen sie prinzipiell keine Sklaverei mehr zu – sie verwirklichten die Ideale der Französischen Revolution. Der größte und längste Sklavenaufstand der Weltgeschichte, 869-883 im Irak, wurde organisiert von mehreren Kernen – religiösen Herätikern, sozial Unzufriedenen und ostafrikanischen Sklaven. Er konnte sich sehr lange halten, weil er sich schnell staatlich organsierte. Er brach zusammen – nach islamischen Quellen betrug die Anzahl der Toten zwischen 500.000 und 2 Millionen – wahrscheinlich aus zwei Gründen: Einerseits verfügte das Kalifat in Bagdad über die größte Militärmaschine der Erde, anderseits dachten die Aufständischen gar nicht daran, alle Sklaven zu befreien, sondern sie errichteten ihrerseits wiederum ein sklavistisches System.
“Wenn die Sklaverei immer großflächiger geduldet wird, dann ist es unter Bedingungen der Globalisierung nicht möglich, sie von den westlichen Ländern fernzuhalten”
Wird die Sklaverei ihrer Einschätzung nach in absehbarer Zeit absterben oder werden wir eine Renaissance der Sklaverei erleben?
Egon Flaig: Sklaverei stirbt niemals von selbst ab. Die Sklaverei muss man töten. Dort wo Sklaverei existiert, im Jemen, Mauretanien und im Sudan, wird die Sklaverei nicht “absterben”. Wir haben vergessen, dass die Briten in Afrika intervenieren mussten – seit 1807 -, um den ständigen Versklavungskriegen ein Ende zu bereiten. Die Blockade der westafrikanischen Küste von 1807-1867 kostete Großbritannien stattliche Summen.
Diesen Gefallen, einfach abzusterben, hat die Sklaverei uns nirgendwo getan. Auch in Ostasien nicht. Dass China schon im 18. Jh. sklavenfrei war, ebenso wie Japan, hängt daran, dass die Kaiser immer wieder das System der Strafsklaverei reformierten, bis die Sträflinge rechtlich und praktisch keine Sklaven mehr waren. Aber das sind massive staatliche Eingriffe; die kann man nicht “absterben” nennen.
Verhindern lässt sich die Sklaverei nur, wenn funktionierende Staaten sich an die internationalen Konventionen halten oder zu halten bestrebt sind. Das ist ersichtlicherweise immer weniger der Fall. Was im Sudan passiert und was die somalische Piraterie uns vorführt, ist die Auferstehung der vorkolonialen Muster. Diese werden nun virulent. Wir werden die Rückkehr von Versklavungskriegen dort kaum verhindern können, wo die Staaten zusammenbrechen, also in großen Teilen Afrikas, in Teilen der muslimischen Welt. Im Gegenteil, wir erleben die Renaissance der Warlords und der Militärsklaven in Gestalt der Kindersoldaten.
Täuschen wir uns nicht: Wenn die Sklaverei immer großflächiger geduldet wird, dann ist es unter Bedingungen der Globalisierung nicht möglich, sie von den westlichen Ländern fernzuhalten. Kommt sie, wird es vergeblich sein, die anderen Formen der Unfreiheit bekämpfen zu wollen. Anders gesagt: Wenn Sklaverei in Europa wieder möglich wird, dann ist der Kampf gegen die Zwangsprostitution so unnütz wie das Ziehen an einem Hampelmann.
Letztlich gibt es nur 3 Möglichkeiten:
| Entweder: Die Abschaffung der Sklaverei wird eine permanente polizeiliche Aufgabe der UN – mit dauernden Interventionen, vielleicht mit der Errichtung von Protektoraten (genau so hatte der Kolonialismus in Afrika begonnen). | |
| Oder: Die Sklaverei dehnt sich aus und nistet sich in den westlichen Gesellschaften ein – zunächst in multikulturalistisch begünstigten Parallelgesellschaften, um danach pervasiv zu werden. In Europa werden dann sklavenhaltende Gesellschaften entstehen, was es auf dem Kontinent nördlich der Alpen etwa 1100 Jahre nicht mehr gegeben hat. | |
| Oder: Die sklavenfreien Gebiete der Welt – der Westen und Ostasien – schirmen sich drastisch ab gegen Migrationen, die im Gepäck die Sklaverei gratis mitschleppen. |
Es könnte sein, dass die Lösung 3 langfristig die geringsten humanen und politischen Kosten mit sich bringt.
Aber die Sklaverei ist nicht bloß eine Gefahr von “außen”. Bei weitergehender Verelendung in Europa könnte sie auch von “innen” – also extrusiv entstehen. Wie das? Weil wir die Freiheit haben, unsere Freiheit zu zerstören. Deutlicher: Die Vertragsfreiheit jedes einzelnen Bürgers und jeder Bürgerin kann zu perversen Resultaten führen. Erinnern wir uns? Kannibalismus in Deutschland, vertraglich vereinbart zwischen zwei freien Menschen?
Wenn wir zusehen, wie jemand sich vertragsmäßig mit freiem Willen von einem Vertragspartner aufessen lässt, dann werden wir eines Tages zusehen, wie irgendjemand von uns sich in die Sklaverei verkauft. Er hat in voller Freiheit seine Freiheit verkauft. Das ist die Paradoxie des Ultraliberalismus. Rousseau hat gegen diese Paradoxie schwer angearbeitet. Sobald der erste das tut, und wir ebenso ratlos dreinblicken wie vor dem Kannibalen von Rothenburg – ohne die feste Entschlossenheit zu handeln -, werden wir uns die Augen reiben, angesichts der sozialen Prozesse, die damit ausgelöst werden. “Verelendung” ist also ein politisches Problem. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Sie ist primär nicht ein ökonomisches Phänomen, sondern ein kulturelles. Das betrifft weit weniger den (fehlenden) Euro in der Tasche, als vielmehr die Werte im Kopf.
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Posted by paulipoldie on December 26, 2009
Bei den diesjährigen Römerberggesprächen in Frankfurt hielt am Samstag auch Professor Egon Flaig eine Rede, eine deutliche, im Gegensatz zu manch anderen Teilnehmern wie dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Ayyub Axel Köhler, (der hinwiederum laut FAZ als gemäßigter Muslim ebenfalls Drohbriefe erhält). Bei Flaig aber kann gar nicht alles genug unterstrichen werden. Die “Frankfurter Rundschau” druckte einen Auszug:
Menschenrechte sind universal. Sie lassen sich durch nichts einschränken. Deswegen kann es keine spezielle islamische Interpretation geben. Denn diese Religion ordnet alles der Scharia, der Rechtslehre des Islam, unter und setzt somit die Universalität der Menschenrechte außer Kraft.
Mich interessiert jetzt nicht die außerordentlich spirituelle Theologie des Islam, sein radikaler Monotheismus mit der reinsten Transzendenz: ohne Trinität, ohne Opfertod, ohne Heilige. Das bewundere ich; und es fasziniert mich. Aber genau darum geht es nicht. Sondern es geht um die Juridifizierung der sozialen und politischen Ordnung, um die Scharia.
Dass die Scharia selber historischen Modifikationen unterliegt, ist selbstverständlich. Aber die vier islamischen Rechtsschulen selber bezeichnen diese Ordnung als Scharia, als göttliche Ordnung, von Menschen ausgelegt. Dass die Auslegungen sich verändern, ist eine banale Einsicht. Entscheidend ist die Konstanz der Tradition um wichtige Kernpunkte, eine Tradition die aufrechterhalten wird durch das, was Jan Assmann die Textpflege im kulturellen Gedächtnis nennt. Es geht mir auch nicht um die Scharia insgesamt, sondern um zwei Dinge: 1. den Auftrag, Krieg gegen die Ungläubigen zu führen, bis die ganze Welt unter islamischer Herrschaft steht, dieser Krieg heißt Dschihad, 2. um die Dhimmitude, das ist der französische Begriff für den Status der Nicht-Muslime unter muslimischer Herrschaft.
Seit Beginn der klassischen Zeit (9. bis 11. Jahrhundert) teilen die muslimischen Juristen die Welt in zwei Teile, nämlich das “Haus des Islam” und das “Haus des Krieges”. (…) Diese Zweiteilung hängt nicht davon ab, wo Muslime in großer Anzahl sind oder gar die Mehrheit darstellen, sondern davon, wo der Islam herrscht – in Gestalt der Scharia – oder wo er nicht herrscht. Diese Dichotomie ist also keine religiöse, sondern eine politische. Zwischen diesen beiden Teilen der Welt herrscht naturgemäß so lange Krieg, bis das Haus des Krieges nicht mehr existiert und der Islam über die Welt herrscht (Sure 8, 39 u. 9, 41). Daher besteht nach klassischer Lehre für die muslimische Weltgemeinschaft die Pflicht, gegen die Ungläubigen Krieg zu führen bis diese sich bekehren oder sich unterwerfen. Dieser Krieg heißt Dschihad.
Die Gemeinschaft der Muslime (Umma) ist folglich eine politische Gemeinschaft; das heißt, in ihrem Inneren kann es keinen Krieg geben – ausgenommen dem gegen Rebellen und gegen Häresien. Einzig der Krieg zur Unterwerfung der Ungläubigen ist legitim gewesen und obendrein Pflicht. (…) Ist es eine individuelle Pflicht oder eine kollektive? Wenn es eine kollektive Pflicht ist, dann muss die muslimische Gemeinschaft in regelmäßigen Abständen Angriffskriege gegen die Ungläubigen führen. Wenn es eine individuelle Pflicht ist, dann müssen die Gläubigen auf eigene Faust Krieg gegen die Ungläubigen führen, falls die Emire zu lange Frieden mit dem Feind halten. Fatalerweise besteht darüber innerhalb der orthodoxen Tradition seit dem 9. Jahrhundert keine Einigkeit. Viele Rechtsgelehrte definieren den Dschihad als individuelle Pflicht jedes tauglichen Muslim. Konsequenz dieser Lehre: wenn jeder einzelne Muslim alleine oder gruppenweise auf eigene Faust kriegerisch agieren muss, dann sind Attentate und Terroranschläge das Richtige. Al Qaida ist keine Verirrung, sondern entspricht dieser Traditionslinie. (…) Wer das abstreitet, kennt seine eigene Geschichte nicht. (…)
Der Kriegszustand dauert an, bis das Haus des Krieges vernichtet und die Welt erobert ist. Folglich sind Angriffskriege selbstverständlich und theologisch gerechtfertigt gewesen. (…) Friedensverträge, welche islamische Herrscher mit nicht-islamischen abschlossen, gelten nur als Waffenstillstände; deshalb wurden sie in der Regel für höchstens zehn Jahre abgeschlossen; zwei Rechtsschulen erlaubten nur drei bis vier Jahre Frieden. Die kurzen Fristen ermöglichten es den militärisch überlegenen Muslimen die Gegenseite unentwegt zu erpressen; auf diese Weise sind im Laufe der Jahrhunderte riesige Mengen an Geldern und Menschen an die muslimische Seite geflossen. Als sich die Kräfteverhältnisse verschoben, mussten muslimische Herrscher die Praxis ändern. So schloss 1535 Suleiman der Prächtige mit dem französischen König einen Frieden, der so lange gelten sollte, wie der Sultan lebte – ein Bruch mit der Tradition. (…)
Immer wieder wird bestritten, dass der Dschihad heute noch aktuell sei. Doch Peters kam in seiner großen Studie zum Ergebnis, dass auch im 19. und 20. Jahrhundert sehr viele Rechtsgelehrte der klassischen Doktrin anhängen. Er schreibt in seinem Buch “Islam and Colonialism”: “Modernistische Autoren unterstreichen den defensiven Aspekt des Dschihad und betonen, Dschihad außerhalb des islamischen Territoriums sei nur gestattet, wenn die friedliche Verbreitung des Islam behindert wird oder wenn Muslime, die unter Ungläubigen leben, unterdrückt werden. Demgegenüber weichen fundamentalistische Autoren kaum von der klassischen Doktrin ab und betonen den expanionistischen Aspekt.”
Der Haken dabei ist: die Modernisten vertreten in der Konsequenz genau dieselbe Lehre wie die Fundamentalisten. Denn der Dschihad ist ja berechtigt, wenn Muslime unterdrückt werden. Und ob Muslime unterdrückt werden, wer entscheidet das? Das entscheiden nicht die Gerichte in den säkularen Verfassungen, das entscheiden nicht die Menschenrechte. Das entscheiden die Normen der Scharia. (…)
Die dritte Islamische Gipfelkonferenz von 1981 bekräftigte in ihrer 5. Resolution die Gültigkeit der Dschihad-Doktrin für die Gegenwart: “Die islamischen Länder haben in ihrer Resolution klargestellt, dass das Wort Dschihad in seinem islamischen Sinn gebraucht wird, der keine Interpretation oder Missverständnis zulässt, und dass die praktischen Maßnahmen zu seiner Erfüllung zu ergreifen sind in Übereinstimmung damit und in ständiger Konsulation zwischen den islamischen Ländern.” Das sagten nicht ein paar Spinner. Das sagten offizielle Vertreter von Staaten. Das war 20 Jahre vor dem 11. September 2001. Wenn das Leugnen aufhört, beginnt die Selbstbesinnung. Wir dürfen gespannt sein, wie diese Vergangenheitsbewältigung aussieht.
Der Dschihad führt zur Konversion, zur Tötung, zur Versklavung oder zur Dhimmitude. Was ist das? In der Scharia sind die Muslime die Herren, die Anhänger anderer Buchreligionen (Christen, Juden, Parsen) die Unterworfenen (Dhimmi); dabei handelte es sich in der klassischen Zeit des Islam nicht um religiöse Minderheiten, sondern gewaltige Mehrheiten, vor allem in Syrien, Anatolien, Nordafrika (Christen):
Die Unterworfenen durften keine Waffen tragen, sie waren wehrunfähig, somit keine vollwertigen Männer; ihre Schuhe und ihre Kleider mussten speziell geschnitten sein, um sie kenntlich und lächerlich zu machen; Christen und Juden mussten besondere Farbmerkmale tragen (aus dieser Diskriminierung entstand der Judenstern). Ihre Häuser mussten niedriger sein, ihre Türschwellen abgesenkt. Sie durften nicht auf Pferden reiten, sondern nur auf Eseln, damit sie ständig an ihre Erniedrigung erinnert wurden. Sie zahlten einen besonderen Tribut, den sie persönlich entrichten mussten, wobei sie einen Schlag an den Kopf erhielten. Sie mussten vor Muslimen den Kopf senken und auf der linken Seite gehen. Sie mussten sich von Muslimen schlagen lassen ohne sich wehren zu dürfen; schlug ein Dhimmi zurück, dann wurde ihm die Hand abgehackt oder er wurde hingerichtet. Die Zeugenaussage eines Dhimmi galt nicht gegen Muslime. Muslime brauchten für Vergehen an einem Dhimmi nur halbe Strafe zu tragen; und wegen eines Dhimmi konnten sie nie hingerichtet werden; umgekehrt waren grausamste Hinrichtungsarten überwiegend den Dhimmi vorbehalten.
Die Dhimmitude ist kein Nebenprodukt der islamischen Eroberungen, sondern ein offen verkündigtes Ziel des Dschihad selber. Die Dhimmitude versetzte die Nicht-Muslime in eine radikale Alterität: Die Menschen in diesem Zustand als “Bürger zweiter Klasse” zu bezeichnen ist Schönrednerei. (…) Islamische Toleranz hieß: Duldung der Unterworfenen als Gedemütigte und Erniedrigte.
Sprechen wir von der Diskriminierung der Juden? 400 Jahre nach dem Islam schritt die Westkirche auf dem IV. Laterankonzil 1215 zu Maßnahmen, die uns barbarisch anmuten. Aber sie waren weitgehend eine Kopie der muslimischen Diskriminierungen. Mit einem Unterschied: wenn man die rechtlichen Bestimmungen vergleicht, dann ging die Entrechtung und Erniedrigung der Juden im Spätmittelalter nicht so weit wie in der Dhimmitude. (…)
Kenner der Materie wissen das schon seit langem. Und die Leugner kommen immer mehr unter Druck und müssen ganze Forschungen diffamieren. Das passiert immer, wenn Durchbrüche in der Forschung sich anbahnen und wenn Paradigmenwechsel sich vollziehen. Das neue Paradigma könnte lauten: die rechtlich fixierte Unterdrückung Andersgläubiger – ausgenommen die Häresien – war unter dem Halbmond deutliche schwerer als unter dem Kreuz. (…)
Als Unterdrückungszustand hielt sich die Dhimmitude mehr als tausend Jahre lang, bis der Druck der europäischen Mächte auf das osmanische Reich und schließlich die direkte Besetzung osmanischer Gebiete zu einer allmählichen Abmilderung der Dhimmitude führte. Die islamischen Gesellschaften haben die Dhimmitude nicht freiwillig abgeschafft, ebenso wenig wie die Sklaverei. Sie sind dazu gezwungen worden vom europäischen Imperialismus. (…)
Die Scharia beinhaltet die Dhimmitude. Egal wie abgemildert die Scharia hier und dort ist: sie ist auf radikalste Weise anti-demokratisch und anti-menschenrechtlich. Die Dhimmitude lebt wieder auf. Islamische Länder haben als letzte die Sklaverei abgeschafft; und einige von ihnen führen sie seit 15 Jahren wieder ein, so im Sudan. Die Scharia lässt das zu; sie ist eine parafaschistische Ordnung. (…) Der Scharia-Islam ist einer der schlimmeren Feinde von Menschenrechten und Demokratie.
Viele Muslime leugnen die Dhimmitude. Aber es nützt genauso wenig etwas, wie den Genozid an den Armeniern zu leugnen oder den Genozid an den Juden. Die Leugnung selber muss jeden aufmerken lassen, dem die Menschenrechte heilig sind. Denn wer leugnet, ist unfähig zu erkennen, wer er kulturell ist und wie er geschichtlich dazu wurde. Unter der Maske des Antiimperialismus beschuldigen Muslime und islamophile Intellektuelle den Westen.
Der Unterschied ist freilich, dass der Westen von Anfang an, seit dem 16. Jahrhundert seine eigene Selbstkritik leistete und darum zu den Menschenrechten gelangte. Und eben diese kritische Aufarbeitung der eigenen Geschichte wird durch Leugnungen über die islamische Geschichte systematisch behindert. Wer die historische Wahrheit einfordert, wird als Kulturkrieger bezeichnet. Genau umgekehrt verhält es sich, Kulturkrieg führt, wer leugnet und wer Leugnungen mit Tabus und Sprechverboten zu sichern versucht. Wir erleben im Moment genau das. Wenn eine Seite diesen Krieg eröffnet, dann kann die andere Seite diesem Krieg nur ausweichen, indem sie einfach kapituliert. Wollen die europäischen Intellektuellen diese Kapitulation?
Im August 1990 verabschiedeten die Außenminister der “Organisation der islamischen Konferenz” in Kairo einen Entwurf einer “Erklärung der Menschenrecht im Islam”. Die Erklärung (…) steht unter dem Vorbehalt, dass sie mit der Scharia übereinstimmen müssen. Der Artikel 24 lautet: “Alle Rechten und Freiheiten, die in dieser Erklärung genannt werden, unterstehen der islamischen Scharia.” Und im Artikel 25 liest man: “Die islamische Scharia ist die einzige zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung.”. Wenn die Scharia den Menschenrechten übergeordnet ist, dann gibt es eben keine Menschenrechte, dann gilt eben die Scharia. Stellen Sie sich vor, Franco, Hitler oder Stalin hätten die Menschenrechte ausgerufen; und Stalin hätte hinzugefügt: Alle diese Rechte unterstehen der kommunistischen Idee; und Hitler hätte hinzugefügt: Sie unterstehen der nationalsozialistischen Ordnung. Solche Menschenrecht sind keinen Pfifferling wert, weil die Verfasser sie im Prinzip leugnen. Anders gesagt: sie leugnen genau den Anspruch auf universale Menschenrechte, die von keiner Ordnung außer Kraft gesetzt werden dürfen.
In einer Diskussion berief sich in den 90er Jahren ein iranischer Ayatollah auf die Kairoer Erklärung, um die Ungleichheit zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu rechtfertigen: er argumentierte, die Menschen sind in ihrer Würde nur potentiell gleich, aktuell jedoch nach Graden der Tugend und der Rechtgläubigkeit verschieden. Da liegt der Hase im Pfeffer. Es gibt also keine Menschenrechte. Und es wird sie auch niemals als islamische Menschenrechte geben. Weil es absurd ist, nach islamischen Menschenrechten zu suchen. Menschenrechte sind weder christlich, noch europäisch, noch islamisch. Sie sind entweder universal oder sie sind nicht.
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Posted by paulipoldie on December 7, 2009
by Baron Bodissey
Those who speak out prominently against Islamization sooner or later face the wrath of the dhimmi establishment. Anyone who sticks his head up over the parapet risks having it shot off.
And so it is for Elisabeth. She dared to speak the truth about Islam. Now, like Geert Wilders and hundreds of other Europeans, she has run afoul of her country’s hate speech laws, and faces prosecution for what she said.
Elisabeth Sabaditsch-Wolff was interviewed today by S.M. Steinitz for profil (Austria’s equivalent to Time or Der Spiegel). Many thanks to Jihad Watch for publicizing Elisabeth’s case:
“I Am Against Dialogue”
A criminal complaint is being filed against Elisabeth Sabaditsch-Wolff for “hate speech” under Austrian law, essentially the same thing that Susanne Winter was convicted of early this year.
Elisabeth gave a presentation about Islam at an FPÖ-organized seminar, and said some of the usual things that anti-jihad advocates say when they talk about Islam. A left-wing magazine, which had planted someone in the audience, caused charges to be brought against her at the same time as they publicized it in their magazine.
Elisabeth held the controversial Islam Seminar at the FPÖ-political academy. Charges of defamation of a religious group have been filed against the daughter of a diplomat. This is her only interview in which she explains her views.
Mrs. Sabaditsch-Wolff, are you afraid of Muslims?
No, I am afraid of political Islam, which is massively gaining influence in Europe. That is what I am against.
What is your goal?
I want to preserve Europe and its democratic and secular values.
What bothers you about the Islamic way of life?
Islamic doctrine discriminates against women and non-Muslims. Islamic law, or shariah, cannot be reconciled with democratic principles and universal human rights.
Do you see the need for that?
There are powerful groups who are working towards the Islamization of Europe. That is a fact. What can we gain from closing our eyes and ignoring this? Even Libyan leader Muammar Ghadafi says: “There are signs that Allah will grant victory to Islam in Europe without swords, without guns, without conquest. We don’t need terrorists, we don’t need homicide bombers. The 50+ million Muslims [in Europe] will turn it into a Muslim continent within a few decades.” A head of state confirms what our politicians deny. What else has to happen until we finally get it?
There are people who see the growth of Islam in Europe as an opportunity for a completely re-engineered pluralistic society.
The vision of a pluralistic society does not withstand a reality check. Show me one example where this has been a success. Wherever Muslims have been given the opportunity for self-organization they have established parallel societies. See Berlin-Kreuzberg, see Lyon. See also Great Britain, where parts of shariah have been implemented.
Do you really think that Austrian culture is endangered?
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I see signs of an erosion of our way of life. In large cities massive changes are evident in the streets. There are discussions about a ban on teaching the Turkish sieges of Vienna; St. Nicholas is banned from visiting children in [public] kindergartens.
And you want to change that.
Yes, very much. But why is that so bad? In Bhutan, the king is applauded because he allows only a certain number of foreigners into the country. He prescribes a certain dress code and mandatory cultural events. Bhutan is a small country that wants to retain its cultural identity in a globalized world. Austria is also a small country with similar challenges. Why is the one country commended and the other berated?
According to NEWS, you defamed Islam. That is why NEWS has filed charges citing defamation of religion. Your reply?
One can report anyone to the authorities. I am not guilty of defamation. And even if some consider my words harsh, I definitely did not make them in a public forum since the seminars were held before a group of people who registered beforehand.
You are accused of making the following statements, among others: “Muslims rape children because of their religion”, or “Mohammed enjoyed contact with children.” Why the polemics?
This is a clever strategy. You and all the others who are now crying wolf are locked in a choice of words. As a result you are able to maneuver yourselves away from the main point. It is a fact that Mohammed married a six-year-old at the age of 56. To this day men in Islamic countries view this as legitimizing marriage to a minor, thereby causing rape and life-long trauma. This is the problem we need to address, and not how circumscribe this bitter reality.
Are you afraid that these customs will become part of Europe?
There are groups who have this goal. In every Islamic system you find that human rights of young girls are in grave danger. Look at Saudi Arabia. Look at the former socialist South Yemen. When Khomeini came to power he lowered the minimum age for girls to get married to nine years.
You are being accused of Islamophobia. Does this bother you?
A phobia is an irrational fear. My worries are not irrational, but justified. One of these days our politicians will have to recognize this fact. People like me are not right-wing xenophobes.
But what are you?
We are people defending the principles of freedom and equality in a secular society. I criticize political Islam and its political manifestations. No democratic country can take this right away from anyone.
Why do critics of Islam nearly always use polemics?
And what [if not polemics] did the article in NEWS use? There are comments about my body, there is ridicule about how I eat. Sexist attacks below the belt against women making unpopular statements are a manifestation of a male-dominated system. There are many critics of Islam. However, it’s always women like Brigitte Bardot or Oriana Fallaci who are attacked below the belt.
Leading politicians have sharply criticized your seminars. Are they all members of a male-dominated system?
These politicians do not know the contents of my seminars. All they know are out-of-context quotes from an article in a glossy magazine. I also find the reaction of these politicians strange. They get away with much worse.
For instance?
SPÖ secretary general Laura Rudas, who calls for a public ban of the headscarf. I would not do something like that.
On the other hand, you are being compared to Susanne Winter (FPÖ). She was convicted of defamation because she accused the prophet Mohammed of pedophilia.
I do not want to be compared to Susanne Winter. There are no similarities between us. She is an active politician, she acts in a public forum. I do not.
You hold your seminars for the FPÖ-Political Academy.
But I am not politically active. I am also not a member of FPÖ. What I do is offer seminars on the topic of Islam and I can be booked. The FPÖ academy did just that. I do not want to comment on Susanne Winter’s statements. But in my opinion she does not know much about Islam.
In what way are you qualified to hold these seminars?
I have an M.A. in Diplomatic and Strategic Studies. I spent part of my childhood in Islamic countries, worked and lived there. I have personally experienced life in Islamic societies and I see evidence of a trend towards the Islamization of Europe.
How do you view yourself?
I am a mother and a feminist. I want my daughter and my niece to grow up in freedom and dignity. I want the same for all Austrian citizens, and that includes Austrian Muslims.
In your seminar you do not distinguish between Muslims and Islamists.
Oh yes, I do. I do that because I know how much Muslims worldwide are suffering under the Islamic yoke. I say that in all my seminars, only NEWS did not bother to quote that. Why do think so many Muslims try to escape from Islamic countries like Iran and Afghanistan? Because life there is unbearable.
So you want to liberate Muslims from Islam?
Muslims have to liberate themselves; from this static and tenacious Islam that is hellbent on following norms from the seventh century. The result is that wherever there are Islamic societies there is no progress, but steps backwards, especially in the realm of human rights and democracy.
But isn’t the referendum on the minaret ban in Switzerland also a step backwards?
The result of the referendum is the best proof that politicians should finally take the Islamization of Europe seriously.
What do you think about the reaction from the Islamic world regarding the referendum?
The Islamic world leads in discrimination against religious minorities. Christians are persecuted and discriminated against in all Islamic countries. You have to remember that the Christian culture is not one that immigrated or is foreign; it is indigenous. There is a complete ban on building churches in Turkey. And now Erdogan speaks of discrimination against Muslims in Switzerland? Where are Muslims being discriminated against in Switzerland? The European elite allows the Islamic countries to walk all over themselves, all the while bowing down to them.
Are you in favor of a ban on minarets in Austria?
I will not answer that. Instead, I will quote the now so agitated Turkish prime minister who once said, “The mosques are our barracks, the domes our helmets, the minarets our bayonets and the faithful our soldiers.”
Do you feel misunderstood?
Above all, I believe that my rights are being curtailed. Currently I do not notice that I have freedom of speech or opinion.
Haven’t you yourself strained this right?
No, I don’t believe I did. Above all, I did not speak publicly. What is all the commotion about?
But now it has become public.
I only say out loud what others are thinking. But these concerns are not taken seriously.
Are you against a dialogue with the Islamic world?
I am against a dialogue with political Islam. I am, however, in favor of a broad discussion about human rights and personal freedoms.
You criticize Islam as discriminating. What do mean by that?
Just one example: In Islam non-Muslims are called kuffar, non-believers. These infidels are all defamed and not considered equal. This is offensive. Where are the protests?
What are your negative experiences in Islamic countries?
People in these countries are continuously restricted. This leads to aggressions and reporting people to the authorities and other absurd situations. For example, a (Coptic) member of the Austrian embassy in Kuwait was verbally abused at the post office because he was mailing Christmas letters. It was Ramadan and he must not eat or drink publicly. He said, surprised, “But I am not eating!” “Oh yes, you are. You are licking off the adhesive part of the stamp.” This is daily routine in an Islamic society.
Can you really use a single occurrence as an example?
I can tell you hundreds of similar single occurrences. This story is not a single case, but a social program.
Will you continue with your seminars?
Yes. There are requests coming in from all over Austria. I will continue to defend my right to freedom of speech. I will not be gagged.
http://gatesofvienna.blogspot.com/2009/12/fighting-hate-speech-charge-in-austria.html#readfurther
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Posted by paulipoldie on December 2, 2009
Fremde Federn: Roger Köppel
Die Muezzine der Mainstream-Medien waren sich in ihrem Entsetzen einig:
Der Volksentscheid der Schweizer, Minarette per Verfassung zu verbieten, sei völkerrechtswidrig, unmoralisch und eines weltoffenen Landes unwürdig.
Die Süddeutsche Zeitung sprach von einem “Kollateralschaden der direkten Demokratie”.
So könne es eben kommen, argumentierte herrenreiterlich der Korrespondent, “wenn das Volk nicht nur über Turnhallen oder Transrapidbahnen abstimmt, sondern über alles”. Im “Spiegel” wie in der “Welt” wurde in seltener Einmütigkeit von einem Sieg der Angst gesprochen. Diffuses Unbehagen, vage Befürchtungen hätten zu einem “schockierend deutlichen Erfolg” von 57,5 Prozent Ja-Stimmen geführt. Die Schweizer, so wurden wir belehrt, hätten wider besseres Wissen für eine Annahme der umstrittenen Initiative gestimmt, da das Minarettverbot keine Probleme löse. Die bedauernswerten Schweizer, muss der Leser folgern, waren offenbar zu dumm, um die Implikationen ihres politischen Willens zu verstehen.
Ein Gespenst geht um: die Demokratie. Demokratie heißt Volksherrschaft, und es gehört zu den Berufsrisiken dieser Regierungsform, dass das Volk manchmal anders denkt und fühlt als seine Regierung und seine medialen Interpreten. Der Minarettentscheid vom letzten Wochenende kam auch für die Schweizer überraschend. Niemand hatte erwartet, dass die Initiative an den Urnen siegen würde. Die Umfrageinstitute lieferten über Wochen hinweg detaillierte Fehlprognosen.
Das politische Establishment, eifrig unterstützt von allen großen Zeitungshäusern, orchestrierte eine gewaltige Einschüchterungskampagne. Die Schweiz, hieß es, würde sich ins Abseits manövrieren mit dem Kampf gegen die Minarette. Plakate wurden verboten. Man malte das Schreckgespenst arabischer Boykotte an die Wand. Doch die Drohungen verfingen nicht:
Bis weit in linke und liberale Milieus hinein muss die islamkritische Initiative Anklang gefunden haben. Noch selten war der Abstand zwischen den Eliten und den gewöhnlichen Bürgern in der Schweiz so groß.
Die besorgten Kollegen liegen daher falsch: Das Abstimmungsresultat vom Wochenende war nicht Ausdruck von Angst, sondern von Mut. Eine Mehrheit der Schweizer hat sich gegen alle Bevormundungen die Freiheit herausgenommen, eine andere Meinung zu vertreten als die von den Politikern und Intellektuellen gewünschte. Ein krauses Demokratieverständnis liegt der Auffassung zugrunde, dass eine Abstimmung nur in einer Richtung zu verlaufen habe. Demokratie ist die Staatsform der Alternativen: Nur in Nordkorea oder Kuba dürfen die Leute, sofern sie überhaupt gefragt werden, einen Stimmzettel ausfüllen, auf dem sich keine Auswahl bietet.
Ebenso abwegig sind jetzt aber auch die Bedenken, die von europäischen Funktionären oder deutschen Journalisten ventiliert werden: Gerade die EU hat sich unter der Ambition ihrer Staatswerdung zu einem Instrument der Demokratieverhinderung entwickelt. Viele Brüsseler Institutionen sind auf der Grundlage eines soliden Misstrauens gegen die eigenen Bevölkerungen von oben nach unten errichtet worden. In der Schweiz ist es genau umgekehrt: Hier hat sich die Demokratie als Staatsform des institutionalisierten Misstrauens von unten nach oben verfestigt. Initiative und Referendum, elementare Volksrechte, sind das Damoklesschwert der Bürger gegen die politische Klasse. Was in deutschen Zeitungen als “Kollateralschaden” oder Ausfluss “diffuser Ängste” schlechtgeredet wird, sind die wesenhaften “checks and balances” eines der ältesten Rechtsstaaten der Welt.
Was immer an unterschiedlichen Motiven hineinspielte, der entscheidende Grund für das Abstimmungsresultat darf nicht übersehen werden: In der Schweiz herrscht große Skepsis gegenüber dem Islam und vor allem gegenüber dem Integrationswillen der schnell wachsenden muslimischen Minderheit, die innerhalb weniger Jahre auf rund 400 000 Personen anschwoll.
Die Schweiz ist stolz auf ihre säkulare Tradition. Noch bis 1973 gab es ein Jesuitenverbot, da man hinter dem Orden katholischen Fanatismus und Illoyalität zum Vaterland vermutete.
Es ist nachvollziehbar und vernünftig, dass die Schweizer hellhörig bis kritisch werden, wenn sie sich mit einer Religion konfrontiert sehen, die im Unterschied zum Christentum ihren weltlichen Herrschaftsanspruch noch immer geltend macht. Das Minarett wurde als Ausdruck des politischen Islam bekämpft und als Markierung, mit der sich die Muslime von der säkularen Schweizer Leitkultur Richtung Parallelgesellschaft abgrenzen wollen. Ungeachtet dessen:
Die Ausübung ihrer Religion bleibt den Muslimen weiterhin unbenommen. Von einer Einschränkung der Glaubensfreiheit kann keine Rede sein.
Während sich die deutschen Meinungsführer ihren heiligen Zorn über den Schweizer Volksentscheid von der Seele schrieben, meldeten sich ihre Leser mit ganz anderen Voten zu Wort. In der “Bild”-Zeitung ergab eine Publikumsumfrage eine Zustimmung von 83 Prozent zum Schweizer Minarettverbot. Beim “Spiegel”, der den Volksentscheid als “bedauerlich” abqualifizierte, waren zwischenzeitlich rund 78 Prozent der Online-Leser gegen Minarette.
Bereits laufen Versuche, den demokratisch ermittelten Volkswillen durch europäische Gerichtshöfe rückwirkend wieder umzubiegen. Dass solche Tendenzen in deutschen Medien unter dem Eindruck der Minarettabstimmung herbeigewünscht statt gegeißelt werden, stimmt nachdenklich.
Der Islam ist eine problematische Religion, weil er die Trennung zwischen Kirche und Staat bis heute nicht zustande brachte. Indem sich eine Mehrheit der Schweizer gegen Minarette aussprach, legte sie ein beeindruckendes Votum ab für europäische Grundwerte.
Der Autor ist Verleger und Chefredakteur der in Zürich erscheinenden “Weltwoche”.
Text: F.A.Z., 01.12.2009, Nr. 279 / Seite 10
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Posted by paulipoldie on November 21, 2009
by Robert Spencer
The bill is full of tolerance, however: it allows non-Muslims to worship in private homes.
This is one of those stories where it becomes bitterly ironic — those who report on this will be called “Islamophobic,” but no one will particularly mind that the Maldives is systematically stamping out the freedom of religion in the name of Islam.
Islamic Tolerance Alert: “Islamic President requests ruling on non-Muslim worship,” by Ahmed Naish for Minivan News, November 21:
President Mohamed Nasheed said yesterday he would seek advice from religious scholars on Islam’s position on allowing non-Muslims to worship in an Islamic community.In his radio weekly address, the president said the constitution was “very clear” that laws contrary to Islam could not be made or enacted.
“It has become very important for me to find out what Islamic sharia says about not allowing foreigners who want to worship other religions in the Maldives,” he said.
“When this bill comes from the People’s Majlis for the president to ratify, the question before me will be what is the ruling in Islamic sharia on people of other religions living in an Islamic community to worship?”
The president said he needed an answer to the question before ratifying the bill. “When I know, it will be easier for me to make a decision on ratify the bill before it becomes law,” he said.
Banned
Last week, a bill proposed by independent MP Ibrahim Muttalib Fares-Maathoda on outlawing places of worship for non-Muslims was sent to committee for further review with unanimous consent of all MPs who participated in the vote.
At the sitting, Muttalib said he learned that inquiries had been made with the government on establishing places of worship for expatriates and there was no law to forbid it.
“The other thing we have to think about today is that the government is considering establishing wedding tourism in the country and this will indirectly set up churches in the country,” he said.
Horror of horrors!
While the bill states that foreigners or expatriates will be allowed to worship in the privacy of their homes, involving Maldivians or encouraging them to participate will be an offence.The bill specifies a jail term of three to five years or a fine of between Rf36,000 (US$2,800) and Rf60,000 (US$4,669) for those in violation of the law.
Several MPs called for longer jail terms and higher fines, while others said foreigners in violation of the law should be deported.
But, some MPs argued the law was unnecessary as the constitution states that Islam shall be the basis of all laws and non-Muslims cannot be citizens.
Most MPs said laws were needed to seal off all avenues to freedom of religion being established in the Maldives.
Rights for Muslims
Mohamed Shaheem Ali Saeed, state minister for Islamic affairs, told Minivan News today the president’s office had not officially asked for the ministry’s advice.
“But the matter has been sent to the Fiqh academy and they will issue a decree on it,” he said. Shaheem said he believed laws should be made to protect Islam and strengthen Maldivians’ faith.
“Right now, Muslims aren’t getting their rights,” he said. “For example, there’s no way for students to pray at schools, you can’t get some jobs if you wear the burqa and there are some jobs where you can’t grow beards.”
He added the ministry had drafted regulations under the Religious Unity Act of 1994 together with the police and sent it to the president’s office.
The regulations will be published in the government gazette next week, he continued, and would provide a legal framework to protect Islam.
Speaking to Minivan News today, Abdullah bin Mohamed Ibrahim, president of religious NGO Salaf Jamiyya, said he believed the bill was necessary to safeguard Islam.
“What the president said doesn’t match what was in the bill,” he said. “The bill is about making it illegal to build places of worship for non-Muslims. It doesn’t make it illegal for foreigners to pray in their rooms or houses.”
Abdullah said the association had information that Christian missionaries were trying to infiltrate the country and proselytize in the Maldives.
“I believe the bill is essential because the constitution does not forbid building places of worship,” he said.
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Posted by paulipoldie on November 21, 2009
Am Mittwoch, dem 18.11.2009, fand in der Politischen Akademie der ÖVP eine Podiumsdiskussion zum Thema “Christenverfolgung im Vorderen Orient” statt. Die Veranstaltung war rege besucht: Viele Österreicher sowie ägyptisch-stämmige Kopten, die sich ganz besonders über den Besuch von Pater Athanasios, dem Vorsitzenden der Koptischen Gemeinde in Griechenland, freuten und via Internet die Veranstaltung samt Simultanübersetzung in die ganze Welt trugen.
Der Vorsitzende des Akademikerbundes, Dr. Franz Fiedler, stellte zu Beginn der Veranstaltung die Frage, weshalb „wir über Christenverfolgung im Vorderen Orient sprechen, wo die Christen weltweit verfolgt werden.“ Der Vordere Orient ist die Urheimat der Christen. Und seit der brutalen Eroberung dieser Gegend durch den Islam hat die Christenverfolgung einen Namen: Islam. Nur diese Religion unterdrückt und verfolgt alle Andersgläubigen.
Fiedler (Foto l.) meinte zum Abschluß seiner Einleitung: „In Islamischen Ländern findet die Segregation des Christen statt, während in Europa die Integration versucht wird.“ Nachdenklich stimmte, dass trotz vorheriger Drohungen per e-mail kein einziger Muslim bei dieser Veranstaltung auftauchte. Vielleicht war klar, dass sie hier nicht punkten würden.
Hier der Veranstaltungsbericht der politischen Akademie der ÖVP:
Franz Fiedler, Präsident des Akademikerbundes, bedauerte, dass im Vorderen Orient, der Wiege des Christentums, heute ein aggressiver und politischer Islam die christliche Minderheit radikal diskriminiere und quantitativ schon beinahe zur Gänze vertrieben hätte. Fiedler forderte die in Österreich lebenden Muslime auf, sich mit den verfolgten Christen in ihren Heimatländern zu solidarisieren. Christen hätten ein Recht, so gastfreundlich im Orient behandelt zu werden wie die Muslime in Österreich, wo sie eine anerkannte staatliche Religionsgemeinschaft sind.
Emanuel Aydin, Chorepiskopos der syrisch-orthodoxen Kirche in Österreich, verwies auf die Tatsache, dass Christen in arabischen Ländern als Staatsbürger zweiter Klasse behandelt werden und dass dies ein massiver Verstoß gegen die Menschenrechte sei. Die syrisch-aramäische christliche Gemeinde bilde die Stätte des historischen Urchristentums: “Jesus hat aramäisch gesprochen.” Jeder vertriebene Christ aus dieser Gegend sei einer zuviel, so der engagierte Chorepiskopos, der stolz darauf ist, dass sich die syrische Gemeinde in Österreich vorbildlich integriert habe. Aydin forderte mehr Solidarität der europäischen Christen mit ihren arabischen Glaubensbrüdern ein.
Kulturellen Genozid stoppen
Dramatische Worte fand Pater Athanasios, Vorsitzender der Koptischen Gemeinde in Griechenland. “Christen dürfen sich nie daran gewöhnen, dass Kirchen brennen und Kinder im Orient zwangsislamisiert werden.” Muslime und Araber, denen das Konzept der Trinität und die jüdisch-christliche Diversität fremd sei, müssten endlich den kulturellen Genozid an den Christen stoppen. In Ägypten zerstöre der radikale Islam die Essenz der christlichen Gemeinschaft. Zur Zeit kämpfe die christliche Minderheit in Ägypten schlicht um ihr Überleben. Das sei keine Dramatisierung, sondern eine Tatsachenbeschreibung.
Politik und Religion trennen
Christine Schirrmacher, Islamwissenschafterin, betonte, dass nicht der Islam als Religion das Problem sei, sondern es erst durch die Verbindung von Politik und Religion Schwierigkeiten gebe. Der Islam als Gesetzesreligion müsse endlich eine rechtstaatliche Tradition entwickeln und sich reformieren. Liberale Muslime, die es gebe, die derzeit aber massiv unterdrückt werden, sollten von Europa besonders gefördert und unterstützt werden. Schirrmacher fand auch kritische Worte für die europäischen Bürger. Zu lange sei das Thema Christenverfolgung von den Europäern ausgeblendet und ignoriert worden. Auch hier in Europa gebe es Drohungen gegen Konvertiten und Moslems, die aus dem Islam austreten wollen. Das sei inakzeptabel, da in Europa Religionsfreiheit herrsche und diese unverhandelbar sei. Ein europäischer Islam müsse akzeptieren, dass man auch aus dem Islam austreten kann.
Der Altphilologe Efrem Yildiz betonte, dass Christen seit Beginn ihres Bekenntnisses der Verfolgung ausgesetzt seien. Verfolgung sei immer ein Zeichen des Hasses. Er forderte eine historisch kritische Lesart für den Koran und neue hermeneutische Auslegungen für dieses heilige Buch. Auch das Judentum und das Christentum hätten von historisch kritischen Texteditionen profitiert. Wesentlich für ein Ende der Christenverfolgung sei, dass die Muslime Christen verstehen. Heute sei der interkonfessionelle Dialog im wesentlichen nur ein Monolog. Für einen ewigen Frieden brauche es aber Respekt von beiden Seiten
Dr. Andreas Unterberger, Moderator der Podiumsdiskussion, schreibt auf seinem Blog:
Ich habe selten eine so dichte Veranstaltung erlebt: Gedränge, Emotionen, Betroffenheit. Thema: die heutigen Christenverfolgungen, die gewaltige Dimensionen angenommen haben, die nach seriösen Studien die größten der Geschichte sind. Und die bei uns in einem Ausmaß verdrängt werden, das wahrscheinlich nur noch psychiatrisch komplett analysiert werden könnte.
Nur ganz wenige der trockenen Fakten: Von China bis Lateinamerika sind 230 Millionen Christen aus politischen, kulturellen oder religiösen Gründen verfolgt. Im Vorjahr sind in einem indischen Bundesstaat mindestens 500 von ihnen bei religiösen Unruhen umgebracht worden. In Nordkorea sind sie offiziell für vogelfrei – also jederzeit durch jeden tötbar – erklärt worden.
Am schlimmsten aber geht es in den islamischen Ländern zu: Aus dem Irak ist nach zahllosen gezielt gegen sie gerichteten Terroraktionen die Hälfte der rund 800.000 Christen geflüchtet; lediglich im kurdischen Norden können sie halbwegs sicher leben. In Ägypten genügen ein paar Medienberichte über Schweinegrippe und schon gibt es Pogrome gegen die Schweinefleisch essenden Kopten. Athanasios Henein, Oberhaupt der koptischen Exil-Gemeinde in Griechenland, spricht von einem „kulturellen Völkermord“.
Noch erschütternder sind die Berichte über Einzelschicksale. Etwa über einen in Mossul entführten Pater, für den die Gemeinde hohes Lösegeld gezahlt hat – und der dann trotzdem enthauptet und verstümmelt retourniert worden ist. Oder über die im Ägypten soeben zum Tod verurteilten Männer einer christlichen Familie. Oder über die Entführungen christlicher Mädchen, die islamisch zwangsverheiratet werden.
Am erschütterndsten ist aber das, was in Europa stattfindet: Die totale Verdrängung dieser Christenverfolgungen. Kaum wird das Thema angeschnitten, bekommen es Politiker und auch einige Kirchenmänner mit der Angst zu tun: Aber bitte ja nichts sagen, was die Islamische Glaubensgemeinschaft provozieren könnte. Außerdem glauben wir ja alle an Abraham.
Ruhig zu bleiben fällt freilich schwer. Der zentrale Vorwurf an den Islam lautet nämlich: In keinem islamischen Land ist es möglich, seinen Glauben frei zu wählen – mit Ausnahme eben der islamischen Religion. In neun Ländern wird der Abfall vom Islam sogar mit dem Tod bestraft. Fragt man aber – auch angeblich liberale – Vertreter der hiesigen islamischen Glaubensgemeinschaft nach der Religionsfreiheit, fragt man, ob nicht im 21. Jahrhundert jeder das Recht haben müsse, auch einen anderen Glauben als die islamische Religion zu wählen, dann bekommt man viele Worte, aber keine Antwort. Keiner sagt: Ja dieses Recht gibt es; und wenn Regierungen es beschneiden, dann verurteilen wir das. Und die ehrlichen sagen: Nein, der Koran verbietet Glaubensabfall.
Womit eigentlich schon fast alles gesagt ist über das ganze Gerede von islamisch-christlichem Dialog. Der Islam ist eine Religion der direkten Machteroberung, der totalen Verquickung von Staat und Religion, der Kampfbereitschaft, die keinen Millimeter Platz für Toleranz oder Freiheit gibt. Was mit Hunderten ungeschminkten Zitaten belegbar ist, was im Grund kein Moslem leugnet.
Heißt das, dass das Christentum mit seinen weichen Werten wie der Nächstenliebe dagegen langfristig untergehen muss? Nicht unbedingt. Das Christentum ist in der Geschichte schon aus total aussichtslosen Positionen (wegen äußerer Attacken oder innerer Verkommenheit) neugestärkt wiedererstanden. Wahrscheinlich ist das laizistisch-antireligöse Element noch viel mehr bedroht. Das aber trotzdem den eigenen Untergang mit Frontalattacken gegen das relativ harmlose Kreuz in der Schule oder für die potentiell gesellschaftszerstörende Homo-Ehe vehement vorbereitet.
Kommt man vollgepackt mit diesen Eindrücken heim, kann man – natürlich – im ORF noch kurz bei der passenden Debatte vorbeischauen. Thema Kreuz in der Schule; Besetzung wie üblich: Vier militant Linke agitieren aggressiv gegen zwei Kreuzverteidiger (und eine eher neutrale Muslimin).
Gleichzeitig bin ich noch nie im Leben im ORF auf eine Sendung gestoßen, in der einmal deutlich die massive Verletzung fast aller globalen Grundrechte durch den politischen Islam herausgearbeitet worden wäre (den die evangelische Islamwissenschafterin Christine Schirrmacher zu Recht als die viel größere und nachhaltigere Bedrohung im Vergleich zum terroristischen Islam herausgearbeitet hat).
Das Defizit klafft aber bei fast allen westlichen Medien: Überall findet die Unterdrückung der Tibetaner oder einiger Indianerstämme am Amazonas ein weit größeres Echo als die Unterdrückung der Christen im Nahen Osten. Obwohl uns dieser geographisch näher ist, obwohl uns die dortigen Christen vielleicht doch auch kulturell näher stehen.Ja, und auch das sei gesagt: obwohl in Hundert Jahren, wenn uns die Demographie ein mehrheitlich islamisches Österreich und Deutschland beschert hat, auch unseren Nachfahren ein ähnliches Schicksal droht. Man mache sich nur bewusst, dass vor Mohammed die Christen in vielen Regionen des Nahen Ostens die eindeutige Mehrheitsbevölkerung waren. Was nichts daran geändert hat, dass sie heute vielerorts total ausgerottet worden sind.
Was auch nichts daran ändert, dass von vielen oberflächlich gebildeten Europäern zu dem Themenkomplex nur die Antwort kommt: ”Ja, aber die Kreuzzüge!” Sie ignorieren mit diesem Argument, dass man nicht 900 Jahre alte Taten mit der Gegenwart aufrechnen kann. Und sie ignorieren, dass damals die Christenheit eine Rückeroberung eines urchristlichen Gebiets versucht hat. Wenn auch die Methoden grausam waren, hat mir noch nie jemand erklären können, was eigentlich der Unterschied ist zwischen dem letztlich missglückten Versuch, Jerusalem zurückzuerobern, und dem geglückten Versuch, 1944 Paris von den Nazis zurückzuerobern.
Schon heute verlangt nach einer neuen Studie die Mehrheit der hiesigen Moslems ein Einfließen der Scharia in das österreichische Recht. Wie lange werden eigentlich noch die feigen Weichspüler in Kirche wie Politik und die kulturell entwurzelten Laizisten die wirklichen Realitäten verdrängen? Wie lange werden wir noch islamische Religionslehrer dafür bezahlen, dass sie dem politischen Islam den Weg bereiten?
Ein erster Anfang ist es immerhin, dass Akademikerbund und Politische Akademie es gewagt haben, die Christenverfolgungen zu artikulieren. Und damit auch den hier lebenden orientalischen Christen einen Andockplatz gegeben haben.
Nachträgliche Ergänzung: Und im übrigen empfiehlt sich ein Blick auf einen von einem User zugesandten Video-Link.
pro-medienmagazin: Schirrmacher: Christenverfolgung wird ignoriert(Gastbeitrag von ESW, Wien)
http://www.pi-news.net/2009/11/christenverfolgung-hat-einen-namen-islam/#more-100318
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Posted by paulipoldie on November 17, 2009
Am 3. Oktober 2009 versammelte sich eine unbeugsame Gruppe freiheitsliebender Demokraten am Berliner Breitscheidplatz, um an der historischen Kundgebung „Für Menschenrechte – Gegen Unterdrückung“ teilzunehmen. Die BÜRGERBEWEGUNG PAX EUROPA (BPE) hatte eingeladen und trotz mannigfaltiger Einschüchterungsversuche reaktionärer Kräfte war es möglich, eine störungsfreie Veranstaltung durchzuführen. Es hätten sicher weitaus mehr als die geschätzten 200 – 300 Teilnehmer sein können. Aber die Erfahrung hat eben gezeigt, dass es sehr viel Mut erfordert, heutzutage noch öffentlich für Freiheit und Menschenrechte einzustehen. Die Vorzeichen standen bekanntlich auf Sturm.
Unser aller Dank gebührt daher all den Mutigen, die trotz widriger Voraussetzungen gekommen sind und hier ein Zeichen gegen die fortschreitende Islamisierung der Gesellschaft gesetzt haben. Unser Dank gilt allen unseren Freunden und Mitgliedern, welche die weite Reise nach Berlin nicht gescheut haben, all den engagierten Unterstützergruppen von PI, aus der IGFM und den Aktivisten, die von „stop-the-bomb“ teilgenommen haben, ebenso wie all die Teilnehmer aus den Reihen der Blogger und Foristen. Unser Dank gilt auch unserem Gastredner und neuem Ehrenmitglied Robert Spencer, der extra aus den USA angereist ist und sowohl dort als auch am darauffolgenden Tag auf der Mitgliederversammlung der BPE zwei eindrucksvolle Reden gehalten hat. Unser Dank gilt ferner den fleißigen Helfern, den Übersetzerinnen und den weiteren Kundgebungsrednern Willi Schwend, Renè Stadtkewitz, Michael Höhne-Pattberg und Achim Swietlik, die dazu beigetragen haben, hier eine nachhaltige Initialzündung für den Counter-Jihad zu entfachen. Unser ganz besonderer Dank gebührt den Berliner Polizeikräften, die besonnen und professionell unsere Kundgebung begleitet haben und alle Störungen seitens der islamophilen reaktionären Kräfte verhindert haben.
Diese Kundgebung hat eines bewiesen: Es ist entgegen aller Unkenrufe noch möglich, in Deutschland für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einzustehen, sogar Flaggen des einzigen demokratisch regierten Staates in Nahost, nämlich Israel, zu zeigen. Es ist noch machbar, auf die Gefahren der totalitären Herrschaftsideologie des Islams und der damit einhergehenden Integrationsverweigerung bestimmter demokratiefeindlicher Bevölkerungsteile aufmerksam zu machen und gegen die Unterdrückung von Islamkritik durch die Medien als auch der integrationverweigernden Einflussnahme selbsternannter Vertreter der aus dem Ausland gesteuerten Moslemverbände zu protestieren.
Dass ein steuergeldfinanziertes sogenanntes Bündnis gegen PAX EUROPA es nicht schaffte, trotz einer Zahl von mehr als dreißig Mitveranstalter-Organisationen und über fünfzig gelisteten Unterstützern, die ein Spektrum von den üblichen Verdächtigen aus der links-grünen Ecke hin zu den faschistoiden Grauen Wölfen, den antisemitischen Hamas- Aktivisten bis zu den verfassungsfeindlichen Milli Görüs und den obskuren Evola-Jüngern der „Eisernen Krone“ abdeckte, ihre vermeintlichen Anhänger zu mobilisieren, macht Hoffnung. Auch die vermeintlich eigenen Leute lassen sich nicht länger für dumm verkaufen. Lediglich einige Hartz4-finanzierte Berufsdemonstranten aus dem indymedia-Umfeld und wenige „Antifanten“ ergänzten die paar Dutzend Gegendemonstranten, die sich weitgehend aus den Reihen der extremistischen Milli Görüs und aus Hamas-Sympathisanten rekrutierten und Palästinenser-Flaggen schwenkten.
Bedauerlich nur, dass der evangelische Generalsuperintendent Ralf Meister und sein untergebener Diener Carsten Bolz sich in die Reihen der Stalinverehrer, Islamfaschisten, Mauermörder, Hamas-Fans und Totalitarismusbefürworter einreihten. Die Reihen fest geschlossen! Manch freiheitsliebender evangelischer Christ wünschte sich dann doch lieber stattdessen einen Martin Niemöller zurück.
Von weit weniger Bedeutung war, dass der amtierende deutsche Taqiyya-Meister, Aiman Mazyek vom Muslimbruderschaftsableger ZMD, der Islamkritiker schon mal gerne im Göbbels-Jargon als „Geschwüre“, die man womöglich ausbrennen müsse, bezeichnet, dort seine alte Leier von „Kritik am Islam = Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ runterbetete.
Interessanter für die aus den Reihen der BPE- Kundgebung anwesenden christlichen Teilnehmer war wohl, dass in der Berliner Gedächtniskirche ein Imam auf arabisch Bannflüche gegen die „Einflüsterungen Shaitans“ (die wohlweislich nicht übersetzt wurden), gemeint waren wohl die Christen, absetzen durfte. Aber das dürfte der Herr „Super-Dhimmi-Intendent“ in seiner ganzen Aufregung gar nicht mitgekriegt haben.
Dass tags darauf, Mazyeks Freunde in der türkischen Presse von der BPE-Kundgebung als einer Demonstration von Juden in Nazikleidung mit Hakenkreuzen und NPD-Fahnen berichteten, ist nur eine amüsante Episode am Rande.
Was bleibt?
Der Counter-Jihad hat Fahrt aufgenommen. Kritik an der totalitären Herrschaftsideologie des Islams aus der Mitte der Gesellschaft in die Mitte der Gesellschaft wird kontinuierlich zunehmen, die Lobby-Arbeit der BPE innerhalb der bestehenden demokratischen Parteien (sehr viele BPE-Mitglieder sind gleichzeitig Mitglieder in den im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien), Institutionen und der Medien wird an Kraft gewinnen. Schon jetzt ist die BPE als offizieller Verband im Bereich Menschenrechte beim Deutschen Bundestag registriert und nimmt regelmäßig an OSZE- Konferenzen zum Thema Religionsfreiheit, Frauen- und Menschenrechte teil. Die Vernetzung mit Menschenrechtsorganistionen im In- und Ausland schreitet voran.
Dass selbst die ursprüngliche Anmelderin der reaktionären Gegendemo, eine kurdische Abgeordnete der Linkspartei, ihre Teilnahme absagte, zeigt, dass es zunehmend im linken Lager bröckelt. Die erprobten „Nazis-Raus“- Rufe der Gegendemonstranten wurden von den Teilnehmern der BPE spontan erwidert, was erstere sichtbar irritierte. Wahrscheinlich ein Novum.
Der Counter-Jihad steht erst am Anfang. Wir haben hier ca. 25 Jahre Rückstand. Es ist hilfreich die Agenda der Muslimbruderschaft, die heute praktisch die Handlungsgrundlage aller in Europa und Amerika vertretenen islamischen Organisationen darstellt, näher zu beleuchten und zu analysieren. Wären islamische Parteigründungen hilfreich, so hätten es die Moslems längst gemacht. Statt dessen ziehen sie es vor, das bestehende gesellschaftliche System, ja, den öffentlichen Raum, durch massive Lobby-Arbeit zu unterwandern, zu beeinflussen, zu erobern. Die vereinzelten, wenig erfolgreichen Milli Görüs- dominierten Wählervereinigungen auf kommunaler Ebene werden daher von den DITIB- und ZMD- Funktionären in der Regel auch eher kritisch beäugt. Anstatt sich als politischer Wettbewerber zu positionieren, suchen diese lieber ihren Platz mitten in den Parteien und den Medien, mitten in der Gesellschaft. Die Kirchen und die dialogisierenden „Berufsdhimmies“ helfen ihnen ja dabei mit Rat und Tat.
Da die besseren Argumente eindeutig aber auf unserer Seite sind, setzen sie, da sie ja über die bessere finanzielle Ausstattung verfügen, auf die mohammedanische Aktions-Dreifaltigkeit: Bestechung-Drohung-Erpressung, um ihren wirtschaftlichen, juristischen, politischen und gesellschaftlichen Jihad voranzutreiben. Die gelegentlichen Terroranschläge sind zwar auch Teil des Jihads, aber nur insofern, als sie das Volk einerseits einschüchtern und andererseits die „gute Moslems-böse Islamisten-Doktrin“ um so mehr hoffähig macht. Willfährige Wissenschaftler, Politiker und Journalisten nebst den EU-Handlangern der Islamisierung (ECRI), die massiv darauf hinwirken Islamkritiker in Natodraht einzuzäunen, tun ihr übriges. Massive Unterstützung erfahren sie derzeit sogar vom vermeintlichen Kryptomoslem Barrak Hussein Obama, der, in Europa noch immer als neuer Messias gefeiert, entgegen aller amerikanischen Gepflogenheiten dieser Tage, wie Robert Spencer berichtet, erstmals der jährlich widerkehrenden Resolution Ägyptens beim Genfer UN-Menschenrechtsrat zugestimmt hat, die Religionskritik (gemeint ist Islamkritik) als strafbaren Rassimus brandmarkt, was einen eindeutigen Verstoß des Präsidenten der USA gegen den ersten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung darstellt.
Daraus können wir dennoch viel lernen. Wir haben keinen Goldesel, keine Öl-Scheichs und ausländische Regierungen, die uns unterstützen. Wir setzen Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, unsere kulturellen Errungenschaften und unser persönliches Engagement dagegen. Das sollte genügen. Allerdings gilt es, den Rückstand möglichst rasch aufzuholen. Das sollte gelingen. Zum Wohle aller unserer Bürger, unserer Kinder und Enkel, auch der moslemischen Emigranten, die unter der Bevormundung und Bedrohung durch ihre meist ungeliebten politreligiösen, jihadistischen Trickdiebe und Schutzgelderpresser leiden.
All denen, die am 3. Oktober 2009 auf dem Berliner Breitscheidplatz waren, wird dieser Tag sicher lange in guter Erinnerung bleiben: Wir waren dabei, als es begann! Ein herzliches Dankeschön an alle die da waren und an alle die uns unterstützten!
Conny Axel Meier (BPE)
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Bilder und Videos aller Redebeiträge
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Posted by paulipoldie on November 16, 2009
http://gatesofvienna.blogspot.com/2009/11/no-hijab-thats-violence-against-women.html#readfurther
by Baron Bodissey
One of the debating techniques commonly employed by the Left is to take a worthwhile principle and exaggerate it or invert it to create absurd distortions of moral arguments and force its opponents into a swamp of rhetorical excess, false analogies, and categorical errors.
Three examples should suffice as illustrations:
| 1. | Holocaust equivalence
If you are a leftist, virtually anything you disagree with is just like the Holocaust. Control the borders? Holocaust Redux! Deny homosexuals the right to marry? It’s the Gay Holocaust! One of the most notorious examples of the genre was the famous assertion back in the 1990s that reforming the welfare system was the moral equivalent of genocide against African Americans. Any cuts in social spending are routinely depicted as a modern Auschwitz for poor people. |
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| 2. | The McCarthyism bogeyman
Whenever a liberal politician is confronted with his dubious past policies and votes, the “specter of McCarthyism” is spotted hovering over the political battlefield. If a conservative points out a leftist commentator’s foolish and discredited paper trail, Joe McCarthy is said to be alive and well, conducting a modern version of the witch hunt for Communists. Hollywood types are particularly famous for their McCarthy sightings. They consider themselves constantly on the verge of being blacklisted by the right-wing establishment, forgetting that they themselves are now the establishment. The Tinseltown Bolsheviks have been in the ascendant for so long that they fail to notice that they are the ones screaming “you’ll never work in this town again!” whenever a Hollywood conservative is foolish enough to out himself |
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| 3. | Crying “Censorship!”
If an artist who smears dung on crucifixes is denied NEA funding, it is termed “censorship”. If a liberal talking head is interrupted on a TV news program, that’s “censorship”. Deleting a leftist’s obscene blog comment is considered “censorship”. Anytime a conservative viewpoint is expressed without giving equal or greater time to liberal arguments, then “censorship” has occurred. Not allowing leftist ideas to dominate public discourse “has a chilling effect on free speech.” |
So much for the Left. What about Islam?
For the last eighty years or so radical Muslims have studied, absorbed, and adapted the ideas and techniques of the Socialist Left. As I have pointed out previously, the turgid prose of radical Islamic theorists is all but indistinguishable from that of orthodox Marxists, once certain key words and phrases have been substituted.
So it’s no surprise that Islamists have borrowed the rhetorical techniques of the Left. They are particularly adept at taking a well-known Western political principle, twisting it out of all recognition, and then reversing it to use against the infidel.
Once again, three examples:
| 1. | Freedom of speech
As CNN noted last week, radical Muslims utilize their First Amendment rights to proclaim their hatred of non-Muslims, to applaud the killing of infidels, to celebrate the coming destruction of Israel, and to support all manner of violent action against anyone who opposes the expansion of Dar al-Islam. They repeatedly approach the line between free speech and incitement, but carefully avoid crossing it. The “flying imams”, in their legal action against the airline and airport authorities, were at pains to point out that everything they did was protected by the Constitution. British Muslims who carry placards exhorting their fellows to “kill those who insult the Prophet” loudly insist, without any apparent sense of irony, that they have a right to free speech when they do so. But any speech that criticizes Islam is entirely another matter, and so we come to: |
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| 2. | Freedom of religion
A Muslim’s freedom of religion trumps the right to free expression of anyone who expresses a negative opinion of Islam. Such “insults” show disrespect, express “racism”, and are forms of “hate speech”. The OIC has carefully constructed a well-funded initiative to criminalize criticism of Islam under the banner of human rights, using the principle of freedom of religion to insist on the rights of Muslims everywhere not to be offended. Freedom of religion also requires that non-Muslims institute halal menus, install footbaths, allow the separation of the sexes, and supply all the other accoutrements that Muslims demand for the unhindered practice of their faith. For Muslims, freedom of religion doesn’t mean being left alone to practice their faith as they see fit. It means an active accommodation by non-Muslims to whatever conditions Islam insists are necessary. |
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| 3. | The rights of women
Islam draws from the lexicon of Western feminists to codify the restrictions it places on women, according to both scripture and Muslim tradition. The wearing of the headscarf then becomes a “right”, which just happens to be something that Muslim women want to do. The fact that women who dare to go unveiled are routinely beaten or killed — and that an awareness of this prospect helps women focus their minds on claiming their “right” — is ignored. The strictures of sharia as they apply to women — whether they concern the veil, marriage, divorce, child custody, or ownership of property — are recast as the “rights” of women. Pliant Muslim spokeswomen routinely assert their right to be treated as inferiors by custom and under the law. |
The last of these items is demonstrated by the gradual evolution of a woman’s “right” to wear the hijab. The boiling of this particular frog begins with innocuous assertions of freedom of choice.
Then, after the infidel’s resistance has been worn down over a period of time, accusations of violent intentions on the part of non-Muslims are thrown into the mix. The Investigative Project reports on a confrontation between Congressman Keith Ellison and Zuhdi Jasser:
- – - - – - – - -
Responding to Jasser’s call for reform, [Rep. Keith] Ellison launched into a tirade. “I think you give people license for bigotry,” Ellison told [Zuhdi] Jasser. “I think people who want to engage in nothing less than Muslim-hating really love you a lot because you give them freedom to do that. You say, ‘yeah, go get after them.’“
[…]
Muslims must “stand against” extremist members of their faith, Ellison said. But he seemed more threatened by Jasser. “Now is somebody going to snatch my 13-year-old daughter’s hijab off, call her a horrible name, spit on her because of something that you said, Dr. Jasser, I worry about that,” he added.
Opposition to the veil is thus conflated with intended violence. And it’s true that real anti-hijab altercations have occurred. Back in 2004 CAIR complained to the authorities about an incident in Florida:
The Florida office of the Council on American-Islamic Relations (CAIR-FL) today called on law enforcement authorities to investigate an assault on a Muslim woman at a shopping mall in that state as a hate crime.
The victim, the owner of a jewelry kiosk at Westshore Mall in Tampa who wears an Islamic head scarf, says she was verbally and physically assaulted on Tuesday by three people who told her to “get out of (America)” and said her religion is “hateful and violent.” The assailants allegedly blamed the woman for the recent Madrid train bombings.
During the assault, one of the attackers allegedly grabbed the victim’s throat and attempted to remove her head scarf. The perpetrators fled when the victim ran to find mall security officers. Police are currently investigating the incident as a case of simple battery.
Islamists now frame the wearing of the hijab as a human rights issue, or even a feminist cause, so that the denial of the right to veil is made equivalent to traditional Leftist issues of gender inequality.
Yvonne Ridley, a convert to Islam, accused human rights organizations of ignoring the “harassment of women who wear the hijab”:
On an almost daily basis there are horrific stories pouring out of Tunisia about how the state police are ripping off the hijabs of women living there.
Some of these women, who are merely fulfilling their religious obligation to wear a hijab, have been assaulted, sexually abused and even locked up in prison by the authorities.
[…]
…I would ask them to read the harrowing report below before bellyaching to more journalists about their rights to parade around like Diana-look-a-likes.
It was written by an imam from Tunisia who had it smuggled out and given to me because he wants the world to know exactly what is happening to the women in his country.
Here is a snippet: “The police will randomly make their way into markets and rip the hijabs from women’s heads as well as take away any fabrics being sold to make hijabs…”
[…]
My appeal goes out to feminists of all faiths and no faith but please don’t think Muslim women are weak because the reality is that Islamic feminism can be just as radical as western feminism.
Elisabeth Sabaditsch-Wolff reported here on Tuesday about her Counterjihad efforts at the OSCE Human Dimension Roundtable in Vienna. The topic of the meeting was “gender equality, with a special focus on combating violence against women”, and Elisabeth and her colleagues used the opportunity to raise the issue of violence against women under Islam.
Representatives from various Muslim NGOs were unhappy with this “hate speech”, and protested the interventions put forward by Pax Europa and Wiener Akademikerbund.
One of the protesting NGOs was COJEP (Conseil de la Jeunesse Pluriculturelle, Council of Multicultural Youth), an organization that has its roots in Millî Görüs, a militant Turkish Islamic movement that is popular among European Turks. COJEP responded with an intervention of its own, which was very revealing:
The second point: I am being victimized because I wear a headscarf. [The] Headscarf ban in some participant [sic] States is a form of Islamophobia and is felt as violence against Muslim women by most of them. Forbidding women to exercise their basic rights or barring entrance to public places unless they take off their headscarves is clearly a form of violence. […]
Discrimination against women wearing headscarf decreases their ability to become a part of society, hinders their personal development, prevents them from advancing their cultural knowledge, restricts them from obtaining financial independence, and puts a major obstacle in the way of their empowerment and advancement. [emphasis added]
The frog has now been completely boiled. Not only is the wearing of the hijab a woman’s right, but the denial of that right is a form of violence against women.
This is a shrewd move on the part of radical Islam. At one stroke they have co-opted the trendy rhetoric of domestic violence against women, whilst taking off the table any possible discussion of the real meaning the hijab.
Because the hijab means two things:
In the Muslim world, it signifies the inferior status of women under sharia, and the proprietary interest that men have in their women.
However, in a Western context the hijab has an additional meaning. Like the mosque and the call to prayer, it serves as a territorial marker. Veiled women walking with their men are the human equivalent of minarets. They are claiming the surrounding territory for the Ummah.
And Islam has now adroitly turned the hijab into a feminist issue, thereby ruling any counter-arguments off the turf. Western feminists are bizarrely eager to remain silent about — or even embrace — the inferior status of women under Islam, as symbolized by the veil.
Welcome to the brave new world of Feminislam.
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