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Karl Martell

Karl Martell (688 – 741 n.Chr.)

Die Schlacht bei Poitiers (732 n.Chr.)

25.10.732 n.Chr.: In der seit sieben Tagen andauernden Schlacht bei Tours und Poitiers besiegte Karl Martell das Heer der arabischen Invasoren.

Karl Martells 30.000 Mann großes Heer wurde durch rechtsrheinische Stämme unterstützt.
Die schwer bewaffneten Franken (Fußvolk und geharnischte Kavallerei) konnten in einer Abwehrschlacht die leicht bewaffneten arabischen Reiter vernichtend schlagen.
Abderrahman – der Führer der islamischen Heere – fiel und die überlebenden islamischen Kämpfer zogen sich unbehelligt bis hinter die Pyrenäen zurück.

Damit war das Vordringen der Araber in Westeuropa endgültig abgewehrt.

Kurzbiographie

KARL MARTELL, fränkischer Hausmeier aus dem Haus der Karolinger,

* wahrscheinlich 688 als Sohn des austrasischen Hausmeiers Pippin des Mittleren und der Chalpeida,

+ 22.10.741 in Quierzy.

Karl Martell ging aus einer Nebenehe Pippins hervor und wurde durch Pippin von der Nachfolge als Hausmeier ausgeschlossen.

Nach dem Tod Pippins im Jahre 714 setzte seine Witwe Plektrud, deren eigene Söhne schon gestorben waren, Karl Martell gefangen. Karl Martell konnte entkommen und wurde zum Herzog der Franken in Austrien gewählt. Nach Siegen über die aufständischen Neustrier wurde Karl Martell 717 Hausmeier über Austrien. Neustrien wurde erst 724 endgültig unterworfen; dadurch sicherte Karl Martell die Einheit des Frankenreiches unter den Merowingern und wurde der eigentliche Herrscher des Reiches. Karl Martell regierte aber noch lange mit merowingischen Schattenkönigen.

722 bat Papst Gregor II. (s.d.) Karl Martell um Unterstützung für die Mission des Bonifatius (s.d.) am Niederrhein, worauf Karl Martell 723 einen Schutzbrief für Bonifatius ausstellte. Zugleich unterstützte Karl Martell Pirmin bei seiner Mission in Alemannien und Willibrord in Friesland.

In zahlreichen Feldzügen gegen Sachsen, Friesen, Aquitanier, Bayern und Alemannier festigte Karl Martell die fränkische Reichsgewalt.

Gegen die Angriffe von Arabern und Avaren stellte er ein Panzerreiterheer auf. Zu dessen Unterhaltung belehnte er seine Vasallen mit Kirchengütern, die von der Kirche zwangsweise eingezogen wurden.

Beim Angriff der Araber auf Aquitanien führte Karl Martells Hilfe 732 zum Sieg in der Schlacht bei Poitiers und zur Lehensabhängigkeit Aquitaniens von den Franken.

Zwischen 733 und 739 wurden Burgund, die Provence und Septimanien unterworfen.

Von 737 an, als der Merowinger Theuderich IV. starb, regierte Karl Martell ohne König.

739 ersuchte Papst Gregor III. Karl Martell um Hilfe gegen die Langobarden. Karl Martell leistete keine Folge, zumal er im Kampf gegen die Araber mit den Langobarden verbündet war.

Vor seinem Tod teilte er 741 das Frankenreich unter seine Söhne Pippin und Karlmann auf.

Karl erhielt seinen Beinamen »Martell«, Hammer, im 9. Jahrhundert aufgrund seiner militärischen Erfolge. Mit dem Sieg bei Poitiers verhinderte er eine Eroberung des Frankenreiches durch den Islam.

Durch die straffe Zusammenfassung des Reiches im Inneren begründete er die fränkische Großmacht und gab die Voraussetzung für das karolingische Königtum ab 751. Seine Kirchenpolitik erfuhr in der Geschichtsschreibung harte Kritik, da sie überwiegend von machtpolitischen Interessen geleitet war und eine Reform der fränkischen Kirche im römischen Sinn verhinderte.

Quelle: Bautz – Band III (1992) Spalten 1157-1160 Autor: Frank Reiniger

 
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