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Allahs Türme

Posted by paulipoldie on May 23, 2010

In den «Märchen aus 1001 Nacht» stehen sie für den Traum vom Orient. Für Rechtskonservative in der Schweiz sind Minarette ein Symbol für den muslimischen Machtanspruch in diesem Land. Am 29. November entscheidet das Volk über ein Verbot. Gestritten wird über eine Islamisierung, abgestimmt nur über ein paar Türmchen. Was man über Minarette wissen sollte. Von Michael Furger

Wozu dient ein Minarett?

Ein Minarett ist ein erhöhter Teil einer Moschee, von dem herab der Muezzin nach ursprünglicher Idee fünfmal täglich Allah preist und die Muslime zum Gebet aufruft. In den meisten Fällen ist ein Minarett ein Turm. Der Aufruf erfolgt heute aber in vielen Fällen über Lautsprecher, auch deshalb, weil man ihn sonst im Strassenlärm kaum mehr hören würde. Das Minarett dient heute vor allem als Wahrzeichen des Islams und als Hinweis auf eine Moschee.

Was ist die tiefere Bedeutung eines Minaretts?

Der ursprüngliche Sinn des Minaretts wird klar, wenn man die Bedeutung der drei Begriffe betrachtet, die in der arabischen Sprache für das Minarett verwendet werden: mi’dhana bezeichnet den «Ort, von dem aus der Gebetsruf erfolgt»; manara steht für einen «Ort, an dem Feuer/Licht ausgeht», wobei Licht auch spirituell als Erleuchtung verstanden werden kann; und sawma’a bezeichnet einen «viereckigen Raum mit Turm». Vor allem die ersten beiden Begriffe sind verbreitet. Minarette waren früher nicht nur im übertragenen Sinn «Leuchttürme», sondern dienten auch als Signaltürme beziehungsweise Wegmarken für Reisende.

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Ist es auch das Symbol eines Machtanspruchs?

Das Minarett enthalte von den drei Grundbedeutungen her keine aggressive Komponente, sagt Patric Schaerer, Islamwissenschafter an der Universität Zürich. Ein frommer Muslim verbinde damit den Ort, an dem er bete, sein Ziel nach einem moralisch einwandfreien Lebenswandel verfolge und die Kultur seiner Religion lebe.

In Kriegszeiten allerdings wurden Minarette, genauso wie die Kirchtürme der Christen, auch als Machtsymbole betrachtet. Sie dienten dazu, «ein Revier zu markieren», wie Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (Fids) erklärt. Nachdem die Türken 1453 Konstantinopel erobert hatten, liess der Sultan sogleich ein hölzernes Minarett an die Hagia Sophia, die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, anbauen, um die Herrschaft der neuen Religion zu demonstrieren. Wenig später wurde die Hagia Sophia definitiv zur Moschee umgebaut und erhielt vier steinerne Minarette. Umgekehrt bauten die Christen nach der Rückeroberung der Iberischen Halbinsel von den Muslimen im 15. Jahrhundert die Minarette von deren Moscheen zu Kirchtürmen um.

Hat nicht der türkische Ministerpräsident Minarette mit Bajonetten verglichen?

Der heutige Ministerpräsident Recep Erdogan hat Ende der neunziger Jahre als Bürgermeister von Istanbul öffentlich aus einem religiösen Gedicht des türkischen Schriftstellers Ziya Gökalp folgende Zeilen zitiert: «Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.» Dafür wurde Erdogan allerdings im April 1998 von einem türkischen Gericht wegen Volksverhetzung zu zehn Monaten Gefängnis und lebenslangem Politikverbot verurteilt. Die Strafe wurde später gemildert. Erdogan sass vier Monate im Gefängnis.

Braucht eine Moschee ein Minarett?

Im Koran, der heiligen Schrift des Islams, ist von Minaretten nirgends die Rede. Zu den Anfangszeiten des Islams in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts gab es sie nicht, man stellte sich für den Gebetsruf einfach aufs Dach oder rief von der Stadtmauer herab. Erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts werden erste Minarette erwähnt. Grundsätzlich ist also ein Minarett nicht zwingend nötig. Fundamentalistische Kreise, die einen politisch-religiösen Machtanspruch vertreten, lehnen es sogar ab, weil es in der reinen Lehre des Propheten Mohammed nicht vorkommt. Für Fids-Präsident Hisham Maizar ist aber klar: Eine Moschee brauche ein Minarett, damit sie als solche erkennbar sei.

Wie viele Minarette und Moscheen gibt es in der Schweiz?

Als erste Schweizer Moschee mit Minarett wurde 1963 die Mahmud-Moschee in Zürich eingeweiht. Damals reagierte die Bevölkerung wohlwollend auf das Bauwerk. Es zeigte in den Augen vieler die Weltoffenheit Zürichs. Mittlerweile sind 3 weitere Moscheen mit Minarett dazugekommen: in Genf, Winterthur und Wangen bei Olten. Daneben sind Projekte in Langenthal (BE) und Wil (SG) hängig. Eine Moschee ist für den Islam etwa gleichrangig wie eine Kathedrale für die Christen. Daneben gibt es in der Schweiz rund 150 weitere Gebetsstätten, die von ihrem Rang her vergleichbar sind mit den christlichen Kirchen. Sie sind von aussen meistens nicht erkennbar. Praktizierende Muslime haben auch zu Hause einen Gebetsraum. In Genf, Basel, Bern, Lugano, St. Gallen, Zürich und Luzern gibt es muslimische Friedhöfe.

Was geschieht in einer Moschee?

Die Moschee bietet die Möglichkeit, sich dort zu den fünf obligatorischen Gebeten pro Tag und zum Freitagsgottesdienst zu treffen. Geleitet werden diese Gebete und Gottesdienste von einem Imam. Frauen und Männer sind dabei getrennt. Im Fastenmonat Ramadan finden in der Moschee weitere Zeremonien statt. Genutzt wird sie überdies für private Feste. Daneben bieten Moscheen in der Schweiz Koranunterricht sowie Arabisch-Kurse auch für Nichtmuslime an. Die Moschee ist aber auch ein Ort der Zusammenkunft, der Diskussion und des Politisierens.

Ist auch in der Schweiz der Aufruf zum Gebet zu hören?

Nein, die Schweizer Minarette dienen nur als Markierung. Öffentlich zum Gebet aufgerufen wird nirgends. Dies werde auch künftig so sein, verspricht Fids-Präsident Hisham Maizar. Es gibt andere Wege: In einigen westlichen Ländern werden die Gebets-Aufrufe etwa per SMS versendet.

Stimmt es, dass Kirchtürme in muslimischen Ländern verboten sind?

Das «muslimische Land» an sich gibt es nicht. Der Islam ist in all seinen Ausprägungen äusserst vielfältig. In vielen islamischen Ländern leben christliche Minderheiten, zum Teil von beträchtlicher Grösse. In Syrien etwa sind es rund 7 Prozent, in Ägypten 10 Prozent, in Libanon sogar rund 40 Prozent. In diesen und vielen andern Ländern dürfen Christen ihren Glauben frei ausüben und auch Kirchen mit Türmen errichten. In streng islamischen Ländern wie Saudiarabien und Iran hingegen wird die christliche Minderheit daran gehindert, ihren Glauben zu leben. Kirchen sind dort verboten.

Die historische Verwandtschaft zwischen Minaretten und Kirchtürmen liegt auf der Hand. Der Islam ist rund 600 Jahre jünger als das Christentum und ist in die christliche Kultur hineingewachsen. Byzantinische Kirchen mit grossen Türmen waren zur Zeit der Entstehung des Islams verbreitet. Dass sich der Islam daran orientiert hat, ist sehr wahrscheinlich.

Wie viele Muslime gibt es in der Schweiz?

Nach einer Schätzung der Fids leben heute 380 000 bis 400 000 Muslime im Land. Das sind rund 5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit bilden die Muslime nach den Katholiken (42 Prozent) und den Protestanten (33 Prozent) die drittgrösste Religionsgemeinschaft in der Schweiz. Ihre Mitglieder stammen aus zahlreichen Ländern, sind also weder ethnisch noch kulturell oder sprachlich eine Einheit (siehe Grafik). Organisiert sind sie je nach Herkunft in etwa 130 Organisationen. Nur 8 bis 14 Prozent gelten als praktizierende Muslime und halten sich streng an die Vorgaben des Korans.

Gibt es Vorschriften, wie hoch ein Minarett sein muss oder darf?

In der Schweiz unterliegt der Bau von Minaretten dem kantonalen und kommunalen Baurecht. Konkrete Vorgaben über Ausgestaltung und Maximalhöhe gibt es aber nirgends, genauso wenig wie für Kirchtürme. Ein wichtiges Kriterium ist in der Regel die Wahrung des Ortsbildes. Die Minarett-Initiative, die am 29. November zur Abstimmung kommt, will den Bau grundsätzlich verbieten. Auch vonseiten des Islams gibt es keine Vorgaben über die Gestaltung eines Minaretts. Es haben sich dennoch Grundtypen herausgebildet. In Zentralasien und im Osmanischen Reich finden sich vor allem solche mit rundem Grundriss, in Nordafrika stehen quadratische oder polygonale Minarette. Die höchsten Minarette – wie jenes in der Hasan-II.-Moschee in Casablanca – sind über 200 Meter hoch.

http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/allahs_tuerme_1.3884276.html

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