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DIE FREIHEIT: Rede von Oskar Freysinger in München

Posted by paulipoldie on June 6, 2011

Auf dem Landesverbands-Gründungsparteitag in Bayern hielt der Schweizer Politiker Oskar Freysinger (SVP) ein flammendes Plädoyer für die direkte Demokratie. Hier der Wortlaut, oder aber schön als Video:


Liebe Freunde,

vor zwei Jahren, am 23. November 2009, hatte ich das Schlüsselerlebnis meines Lebens. Ich war weder unter der Dusche noch auf der Toilette, wo einem meist die durchschlagendsten Erkenntnisse offenbart werden. Nein, an diesem denkwürdigen Tag stand ich in Socken inmitten einer Moschee. Was hatte ich ungläubiger Hund dort zu suchen?

Nun, das Westschweizer Fernsehen hatte an diesem Abstimmungssonntag die durchschlagende Idee, die Kommentare zur programmierten Niederlage der Minarett-Initiative in einer Moschee zu filmen.

Stellen Sie sich das konkret vor:

Unter Schalmeienklängen ertönt die Durchsage vom Sieg der progressiven Kräfte über die SVP-Dunkelmänner. „Alla uh akhbar!“ Der Vorgang geht auf und lässt den Blick auf die Fernseh-Reality-Show frei. Vorne ein niedergeschlagener Fremdenhasser und Rassist namens Freysinger und hinter ihm frohlockende muslimische Heerscharen. Vorne ein Hinterwäldler, hinter ihm progressive Langbärte im Einsatz für Religionsfreiheit, Frauen-, Schwulen- und Menschenrechte. Vorne Ausgrenzung, hinten Integration … des demokratischen Rechtsstaates in die Scharia.

So etwas lässt doch jedes politisch korrekte Herz höher schlagen. Das haut, Wüste hin oder her, jeden Kameltreiber von den Höckern seiner Montur. Mir selber blieb die Spucke weg. Aber nicht aus demselben Grund.

Liebe Freunde, wenn einer umgeben von hundertfünfzig Bärtigen und in Socken mitten in einer Moschee steht und gleichzeitig bekanntgegeben wird, dass 58% des Schweizer Stimmvolkes sich gegen den Bau von Minaretten ausgesprochen hat, dann nennt sich das, was besagter Sockenträger miterlebt … ein kollektiver Koitus Interruptus.

Nichts gegen Socken. Moscheen haben eine durchaus heilsame Wirkung auf die Füße, wenn man den richtigen Riecher dafür besitzt. Was die Köpfe angeht ist das nicht so sicher, denn die sind dort meist verbunden.

Wie dem auch sei, kaum war das Resultat bekanntgegeben worden, als der Imam, ein würdiger Vertreter des Friedens und der Liebe, auch schon ein Loblied auf die Demokratie anzustimmen begann. Da er, wie in Arabien üblich, ein völlig unverständliches Schwäbisch sprach, konnte ich den Inhalt seiner zweifellos mir bestimmten Liebesbotschaft nur seiner grimmigen Miene und sich vor Wut überschlagenden Stimme entnehmen.

Angesichts der Wucht dieser Liebebezeugung drängte es mich unverzüglich zum Ausgang. Dort wollte mir ein geistiger Sohn des Propheten die Toleranz mit einem Fausthieb auf die Nase verständlich machen. Er wurde von zwei Religionswächtern davon abgehalten. Nicht aus Nächstenliebe zu meiner Nase, nein, sondern lediglich, weil das Fernsehen dabei stand und filmte. Schade. Für einmal hätte das Schweizer Staatsfernsehen etwas anderes bringen können als das Evangelium nach Karl Marx.

Aber lassen wir das.

Nach dieser einmaligen Teilnahme an der misslungenen Jubelfeier des befreiten Fußvolks dachte ich, die Dinge würden sich beruhigen und wollte frisch und fröhlich zur Tagesordnung übergehen. Denkste!

Die Sache war noch lange nicht ausgestanden. Im Gegenteil: Ein Sturm der Entrüstung brach über meinen Kopf herein. Dabei ging es überhaupt nicht mehr um Islam und Minarette. Nein, was nun im Visier der beleidigten Leberwürste stand, war die direkte Demokratie! Direkte Demokratie sei undemokratisch, wurde posaunt. Demokratie sei nur dann gewährleistet, wenn das Volk ausschliesslich die Wahl habe, keine Wahl zu haben. Wo führe das hin, bemängelte der Chor der Entrüstung, wenn das Volk durch die eigene freie Meinung irregeführt werde und die Überzeugungsarbeit der ach so teuren PR-Manager der Regierung durch Nichtbefolgung abstrafe.

Demokratie, ja, aber bitte unter Befolgung der politisch korrekten Gebrauchsanleitung. Freie Wahl, ja, aber bitte nicht wahllos. Freiheit, bitte sehr, aber doch nicht im freien Raum. An diesem Tag stellte ich fest, dass gerade jene, die ständig von Demokratie schwätzen, dieselbe im Grunde genommen abgrundtief hassen.

Auf diese Weise entpuppte sich die Minarettinitiative im Nachhinein als Entlarver der Scheindemokraten. Eine neue Debatte entstand, in der die Teilnahme der freien Bürger am politischen Entscheidungsprozess in Frage gestellt wurde. Einem Volk, das keine Minarette wolle, dürfe man fortan nur mehr die richtigen Fragen stellen, verkündeten besorgte Juristen. Richtige Fragen seien solche, auf die es nur eine mögliche Antwort gebe.

Zum Beispiel: Sind Sie für den Bau von Minaretten oder gegen deren Nichtbau? Machen Sie ein Kreuz hinter das für Sie Zutreffende.

So werde zugleich die freie demokratische Entscheidung und die Rechtskonformität der Antwort gewährleistet. Bei falscher Fragestellung, wie zum Beispiel: „Sind Sie für oder gegen den Bau von Minaretten, ja oder nein?“ riskiere man eine verfassungswidrige und dem internationalen Recht widersprechende Antwort, nämlich ein NEIN. Minarette könne man aber keinesfalls nicht wollen können. Sonst sei man der Intoleranz gegenüber selber intolerant, also nicht besser als jene, die man aufgrund ihrer Intoleranz nicht tolerieren wolle.

Ich weiß, es ist etwas komplex. Ein anderes Bild, vielleicht: Stellen Sie sich einen Duellanten vor, der den anderen schießen lässt, ohne selber zu schießen, weil ihm ein intolerantes Weiterleben unerträglicher scheint als ein tolerantes Leichendasein. Eigentlich hat er Recht: Es gibt in der Tat nichts Toleranteres als eine Leiche. Mir jedenfalls hat noch keine widersprochen. Die meisten Leichen wurmt das zwar schon, aber aus einem ganz anderen Grund.

Aber Spaß beiseite. Die frustrierte Polit-Elite beklagte sich jämmerlich über die Intoleranz und Unreife des Schweizer Volks. Auch im Ausland wurde nasenrümpfend über das kuriose Völklein berichtet, das da zu beschließen wagte, was der elementarste Anstand jedem wohl umerzogenen EU-Bürger verbietet.

Störend erwies sich der Umstand, dass in den zahlreichen Umfragen, die daraufhin in der ganzen EU gemacht wurden, die Ablehnung der Minarette noch höher ausfiel als in der Schweiz. Ein Graben öffnete sich auch dort zwischen dem Willen der Mächtigen und dem Wunsch der Machtlosen. Da kriegten es die EU-Eliten mit der Angst zu tun. Ihr Machtmonopol war in Gefahr, sollte das Schweizer Beispiel Schule machen.

Denn schon wurden sich viele EU-Bürger mit Erstaunen bewusst, dass im Herzen Europas ein kleines Ländle existierte, in dem man nicht nur so tat, als ob man demokratisch wäre, sondern es auch wirklich war. Allgemeine Verwunderung machte sich breit. Maßloser Neid der bevormundeten EU-Bürger. Die hätten auch gerne mal mitbestimmt. Angesichts der sich anbahnenden Gefahr reagierten die Polit-Eliten des EU-Imperiums schnell und erbarmungslos. Der Druck auf das hässliche Schweizer Entelein nahm augenblicklich zu und Brüssel drängte zum Beitritt des widerspenstigen Landes zum Klub der gegängelten und ruinierten Staatswesen.

Die meisten Schweizer reagierten verständnislos auf dieses Machtgehabe. Es leuchtete ihnen vorerst nicht ein, wieso die winzige Schweiz eine Gefahr für die riesige EU sein sollte. Warum die Angst der EU-Eliten? fragten sie sich. Warum die ungehobelten Versuche, das kleine Ländchen mit Druck in die EU zu zwingen und das „staatsrechtliche Unding“, wie ein äußerst respektvoller Germane es bezeichnete, auszulöschen ?

Die Antwort liegt auf der Hand: Weil die Schweiz gar kein Land ist. Dem ist wirklich so. Die Schweiz ist kein Land. Die Schweiz ist eine Idee. Nichts anderes. Eine einmalige, zeitlose, mythische Idee. Ein Land kann bekämpft und besiegt werden. Eine Idee nicht! Eine Idee entwickelt sich im Unsichtbaren und entgeht jeder Kontrolle, jeder Macht. Und wenn sie einmal Wirklichkeit geworden ist, ist es zu spät, um sie aufzuhalten.

Drum gibt es die Eidgenossen immer noch, nach mehr als siebenhundertjähriger Geschichte. Die Eidgenossenschaft ist zwar räumlich gesehen klein. Gross ist jedoch die Freiheit in diesem kleinen Raum. Was nützt einem eine Riesenfläche, wenn man darin gefangen ist. Dann ist diese Riesenfläche kein Freiraum mehr, sondern einfach nur ein Riesengefängnis. Freiheit hängt nicht von der Größe eines Raumes ab, sondern von dessen Qualität.

Die Schweiz ist also eine Idee. Eine Idee von Unabhängigkeit, Selbstverantwortung und direkter Demokratie. Und da wir Schweizer besonders praktische Menschen sind, haben wir um diese Idee eine Grenze gezogen. Eine Grenze ist nicht nur darum wichtig, weil sie schützt, was sie umfasst, sondern weil sie erlaubt, eine Identität zu definieren.

Und diese Identität erlaubt uns, über die Grenze hinweg, mit dem anders Gearteten, Fremden, sich von uns Unterscheidenden in Kontakt zu treten, uns an seiner eigenen spezifischen Identität menschlich und geistig zu bereichern. Denn die Grenze ist Absperrung und Übergang zugleich. Der menschliche Körper ist auch durch eine Haut geschützt, die Zerstörerisches fern hält, aber trotzdem durchlässig ist und atmet. Gäbe es keine Grenzen, dann wären wir alle ähnlich, wenn nicht gar identisch, und könnten uns gegenseitig überhaupt nicht mehr bereichern. Dann gäbe es auch keine Toleranz mehr, denn dem eigenen Spiegelbild gegenüber Toleranz zu markieren ist beileibe kein Kunststück.

Narziss war seiner Spiegelung im Teiche gegenüber sogar so tolerant, dass er darin versank. Und genau das ist das Kreuz mit dem Multi-Kulturalismus: Er fördert keineswegs die Vielfalt. Er zerstört sie. Er vermengt alles, bis es kompatibel und austauschbar ist. Multikulti zerstört die Seele der Menschen, Dinge, Bräuche und Völker. Multikulti schafft ein heilloses, undefinierbares Durcheinander, ein Chaos, das im Grunde genommen völlig leer ist. In dieser Leere ist alles gleich, alles egal, alles genauso wahr wie sein Gegenteil, alles absurd. Und im Absurden herrscht bekanntlich das Nichts.

Die Vielfalt der Formen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Inhalte verloren gegangen sind. Ein schöner Einband um eine leere Schachtel füllt diese nicht mit Pralinen. Barocker Firlefanz mit vergoldeten Schnörkeln macht noch keinen Glauben aus. Die Idee aber, die durch das Schweizer Staatssystem verkörpert wird, ist alles andere als leer. Dahinter steht eine lange Geschichte. Die Träume unserer Vorväter  leben unter unseren Augenlidern weiter. Ein göttlicher Geist schwebt hinter der materiellen Realität unseres Staatswesens. Darum macht die Schweiz der großen EU Angst. Hier wird das Erhabene noch hoch gehalten.

Die EU hingegen hat den Geist Schillers und Beethovens, wie er in ihrer Hymne, der Ode an die Freude zum Ausdruck kommt, verraten, indem sie jeden Bezug zum Geistigen, Göttlichen, aus der Präambel ihrer Verfassung gestrichen hat. Die Mächtigen der Erde fürchten das Geistige, denn das Geistige lässt sich nicht kontrollieren, bewirtschaften oder verkaufen. Es entgeht jeder Machtballung, entwickelt ungeahnte Kräfte, strömt über Umwege durch das kollektive Unbewusste.

Das Geistige ist ein leuchtender Strom, der den Schatten unseres Daseins überhaupt ihren Umriss gibt. Das Geistige ist nicht von dieser Erde und baut keine Mauern in der Wirklichkeit auf. Die Macht schon.

Darum haben sich die Schweizer schon immer vor der Macht gehütet und Machtballungen zu verhindern gewusst. Darum haben sie die Macht so spärlich wie möglich an höhere Instanzen delegiert. Darum haben sie immer frei über ihr eigenes Schicksal entscheiden wollen. Um dies zu verwirklichen, haben sie ein ausgeklügeltes System entwickelt, in dem keine Kraft die Überhand gewinnen kann und sich letztendlich immer alles einpendelt. Keine Erschütterung vermag dieses System aus den Angeln zu heben, jeder Druck verstärkt geradezu die im Gleichgewicht stehenden Energien.

Die Menschen kommen und gehen. Das System bleibt. Keiner kann es beherrschen.

Die Schweizer Bundesräte kommen und gehen, ob gut oder schlecht, meistens sind es graue Mäuse, doch das Perpetuum mobile der Schweizer Demokratie dreht sich wie die Mühlen Gottes ungehindert und ewig weiter. Es ist sogar so stark, dieses System, dass ihm der unfähigste Bundesrat keinen dauerhaften Schaden zufügen kann. Ich wage selbst zu behaupten, dass es in der Schweiz keinem auffallen würde, wenn die Regierung ein Jahr lang eine Weltumsegelung unternehmen würde. Denn das System ist selbsttragend.

Es steht völlig im Dienste der Menschen, holt seine Substanz aus ihrem Alltag und gibt einen Mehrwert an sie zurück, ohne dass es einen starken Arm bräuchte, der es ankurbelt. Denn das Problem mit dem starken Arm ist, dass er eines guten Tages erlahmt. Das Schweizer Staatssystem erlahmt nie, denn es hat unzählige Arme zur Verfügung: die Arme all jener, die ihre Ärmel hochkrempeln und es jeden Tag, über Generationen hinweg, mittragen.

„Der Staat bin ich“, verkündete Ludwig der XIV. In der Schweiz ist jeder Bürger Ludwig der XIV. Jeder ist der Staat.

Doch wie funktioniert dieses System konkret? Wir Schweizer kennen nicht nur die übliche, allen parlamentarischen Demokratien eigene horizontale Gewaltentrennung in Legislative, Judikative und Exekutive, wir haben ebenfalls eine starke vertikale Gewaltentrennung zwischen dem Bund, den Kantonen und den Gemeinden. Das nennt sich Föderalismus und funktioniert auf der Basis des Subsidiaritätsprinzips. Das heißt, dass in der Schweiz die Entscheidungen auf jener Stufe getroffen werden, die dafür am geeignetsten ist. Ein wundervoller Gedanke, der jede zentralistische Bürokratie im Brüsseler Stil verunmöglicht. Damit nicht genug.

Die Schweizer haben es auch so eingerichtet, dass alle maßgebenden politischen Kräfte gleichzeitig in der Regierung vertreten sind und sich gegenseitig kontrollieren. Das ergibt zwar ein bewegtes Zusammenleben, aber dem Volk kann’s nur Recht sein, ist doch die Macht dadurch weitgehend neutralisiert.

Um aber ganz sicher zu sein, die Kontrolle über die Politik nicht zu verlieren, wurde dem Staatsgebilde als Sockel die direkte Demokratie unterlegt, die es dem Volk viermal pro Jahr erlaubt, zu allen massgebenden Geschäften die Oppositionsrolle auszuüben. Ja, liebe Zuhörer, in der Schweiz ist das Volk die politische Opposition zu den Regierungsparteien. Und da es darüber hinaus auch noch der Souverän ist, hat es immer das letzte Wort.

Dieses einmalige Modell, obwohl es sehr alt ist und sich in jahrhundertealter Entwicklung herausgebildet hat, ist heute genauso revolutionär wie zu seinen Gründungszeiten. Es ist der Ausdruck einer täglichen, demokratischen, menschlichen und kontrollierten Revolution. Es ist der Ausdruck der Selbstverantwortung, der Ausdruck der einzig glaubwürdigen Revolution, jener die ständig in den Köpfen und Herzen der Menschen stattfindet.

Diese Revolution ist ein interner Prozess, eine langsame Entwicklung, ein inneres Wachstum des Menschen. Die üblichen Revolutionen der Menschheitsgeschichte waren ebenso brutal wie kurzlebig. Eine tiefgreifende Verwandlung des Bewusstseins aber erfordert eine lange, geduldige Entwicklung. Dafür schafft sie auch etwas ungeheuer Starkes, Dauerhaftes und Würdiges, das den Stürmen der Geschichte standzuhalten vermag.

So ist denn die Schweiz das einzige Land der Welt geworden, das den Namen Volksdemokratie wirklich verdient, weil die Bürger dort wirklich frei über die Verwaltung ihres Staatswesens mitentscheiden können.

Dies ist den Befürwortern der Globalisierung ein Dorn im Auge, da das Schweizer Erfolgsmodell ihrem Drang nach Machtkonzentration und Zentralisierung Hohn spricht. Am liebsten möchten diese Kreise das Modell der direkten Demokratie ausrotten, denn sie fürchten, dass der gefährliche Gedanke der Selbstverwaltung und der Staatssouveränität auf andere Länder übergreifen und das Modell der monumentalen Staatskonglomerate gefährden könnte. Diese Leute betrachten den Bürger als unmündiges Herdenschaf, das von „weisen“ Eliten geführt werden muss.

Der Schweizer Bauernstaat hingegen ist aus der Überzeugung heraus gewachsen, dass das, was einer selber entscheidet bei weitem mehr wiegt als alles, was über seinen Kopf hinweg entschieden wird. 1291 wurden am Morgarten die „weisen Habsburger Eliten“ zum ersten Mal flach gelegt und von da an musste die Schweiz immer wieder gegen die Machtgelüste seiner Nachbarn ankämpfen, bis 1648 im westfälischen Frieden ihre Souveränität vollumfänglich anerkannt wurde.

Sie sehen, das ging nicht von einem Tag auf den anderen vor sich. Später kam dann noch die immerwährende bewaffnete Neutralität hinzu, der es hauptsächlich zu verdanken ist, wenn die Schweiz unbeschadet zwei Weltkriege überstand. Die Kräfte, die dieses einzigartige Modell, diese demokratische Alternative zerstören wollen, haben in den letzten Jahren erkennen müssen, dass der Weg der Selbstauflösung durch einen EU-Beitritt nicht mehr realisierbar ist.

Würde morgen über einen solchen Beitritt abgestimmt, dann würden (nach neusten Umfragen) an die 80% der Schweizer Bürger dagegen stimmen. Das Hauptproblem der Euro-Turbos ist halt eben, dass eine solche Entscheidung in der Schweiz ohne Volksabstimmung nicht möglich ist. Und das Volk denkt nun mal nicht wie der grösste Teil seiner „weisen“ Eliten.

Nun frage ich Sie: In welchem Land Europas hat das Volk über den EU-Beitritt abstimmen können? In Deutschland jedenfalls nicht. Und in den meisten anderen Ländern auch nicht. Und da wundert man sich, dass das EU-Modell von der breiten Basis nicht mitgetragen wird!

Aber zurück zu den Feinden der direkten Demokratie: Da diese einsehen müssen, dass ein sofortiger Beitritt in weite Ferne gerückt ist, greifen sie zu anderen Mitteln: Schritt für Schritt werden über internationale Verträge, internationale Gerichtshöfe und zahlreiche Konventionen vollendete Tatsachen geschaffen. Der Beitritt findet in Scheiben statt.

Eines Tages wird es dann heißen, die Schweiz sei de jure ja schon Mitglied der EU, also sei es logisch, dass sie es auch de facto werde. Die größte Gefahr sehe ich in den gegenwärtig zur Diskussion stehenden „bilateralen Verträgen III“, in denen der automatische Nachvollzug des EU-Rechts vorgesehen ist. Das wäre in der Tat ein tödlicher Schlag für die Souveränität der Schweiz.

Dass gewisse Schweizer Parlamentarier und die Mehrheit der Regierung dieses Spiel mitspielen wollen, ist beschämend. Doch auch hier werden sie am unbezwingbaren Bollwerk der direkten Demokratie scheitern, denn das Schweizer Volk wird sich nie damit abfinden, seine Schlächter selber zu wählen.

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, was haben die EU-Bürokraten den Völkern Europas nicht alles versprochen: Die Personenfreizügigkeit werde Wohlstand bringen, Arbeitsplätze sichern und die Sozialversicherungen festigen. Und was ist geschehen? Warum wandern jedes Jahr 200 000 junge Deutsche aus dem früheren Einwanderungsland Deutschland aus? Und wie steht es mit den Arbeitslosenzahlen? Wie mit der Staatsverschuldung? Was heute über den Köpfen der Leute angestrebt wird, ist der allmähliche Bankrott der EU-Staaten, die man in die Schuldenfalle gelockt hat.

Mit Island, Griechenland und Irland fing es an. Weiter ging es mit Portugal und bald wird Spanien mit seinen jetzigen 22% Arbeitslosen an der Reihe sein. Schritt für Schritt wird der internationale Währungsfonds seine Rolle als finanzieller Weltpolizist ausbauen und den ruinierten Staaten seinen Willen aufzwingen. So wurde nach der Kolonisierung mit der dritten Welt verfahren.

Nun sind erstmals europäische Staaten dran. Und falls sich die Völker dagegen auflehnen wollen, wie in Griechenland oder Spanien, dann bleiben ihnen nur Massendemonstrationen übrig, denn es fehlen die institutionellen Mittel, um sich zu wehren, vor allem fehlt die direkte Demokratie. Ein anderes Versprechen der EU war grenzenlose Sicherheit dank der Verträge von Schengen und Dublin?

Und wo stehen wir nun? Die Einwanderungspolitik ist zur Farce verkommen, Dänemark möchte am liebsten die Grenzen dicht machen und Frankreich und Italien schieben sich den schwarzen Peter zu. Die Kriminalität steigt, weil die Verbrecherbanden in einem riesigen Territorium grenzenlos tätig werden können und sich ungehindert ihrer Mobilität erfreuen.

Daneben entstehen unsichtbare Grenzen, Parallelgesellschaften, Mikrokonflikte überall, und der Staat wird allmählich, als Reaktion auf die selbstverschuldete Unsicherheit, zum Überwachungs- und Polizeistaat. Nun, das hatten wir schon mal. Und es ist uns nicht wohl bekommen. Sicher ist, dass unsere Freiheit bei einer solchen Entwicklung im Grab unserer Hoffnungen verwesen wird.

Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, das Modell des souveränen und demokratischen Rechtsstaates, der durch eine klare und glaubwürdige Grenze geschützt wird, ist und bleibt ein Modell für die Zukunft. Weil das Konzept des Vaterlandes ein Konstrukt menschlichen Ausmaßes darstellt und sich der Bürger damit identifizieren kann. Die großflächigen Imperien der Geschichte gaben nie Gewähr für Menschenwürde und friedliches Zusammenleben. Ein Imperium muss immer wachsen, seinen Machthunger durch Eroberungen stillen.

Nicht so der Nationalstaat demokratischer Prägung. Nun kann  man einwenden, Frankreich, Deutschland und England hätten in der Vergangenheit zahlreiche Kriege geführt. Das stimmt, aber England hieß damals „britisches Imperium“, das napoleonische Frankreich war ein Kaiserreich wie auch das wilhelminische  Deutschland und vom großdeutschen Reich des 2. Weltkriegs wollen wir gar nicht erst reden.

Fakt ist, Kriege zwischen zwei demokratischen Nationalstaaten hat es nie gegeben. Immer waren Monarchie, Autoritarismus, Diktatur, Totalitarismus oder Theokratie der Auslöser für Kriege. Zentralistisch regierte, bürokratische Modelle waren immer mit Gewalt verbunden und sind mit der Zeit vor lauter Arroganz untergegangen. Der Nationalstaat hingegen hat eine kulturelle Basis, ist im Volk verwurzelt und kann die Entscheidungszentren in der Nähe seiner Bürger belassen, weil ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis heranwächst, wenn man sich nur die Zeit dazu lässt.

Wir müssen uns heute schon die Frage stellen, was nach der EU kommen wird. Was soll aus unserem Kontinent werden, wenn dieses Marode System zusammen krachen wird. Ich plädiere für ein Europa der freien Nationen, ein Europa der Vaterländer! Ich plädiere für ein föderalistisches System Schweizer Prägung! Ich plädiere für die Selbstbestimmung der Völker durch die direkte Demokratie.

Seit 2009 reise ich kreuz und quer durch Europa und überbringe den Leuten eine Idee. Eine einmalige Idee, die in einem kleinen Alpenland zur Wirklichkeit wurde. Überall hören die Leute mit offenen Ohren und Mündern zu und beneiden das Schweizer Volk um seine Rechte und Pflichten. Der Traum von der großen EU hat sich als Luftschloss erwiesen, ist zerplatzt wie eine Blase.

Doch es ist ein neuer Traum entstanden, es ist ein bescheidener Traum nur, alles andere als eine grandiose Chimäre von Glanz und Gloria. Es ist der Traum einfacher, mit dem Land ihrer Väter verbundener Menschen. In diesem Traum verlagert sich die Eroberung vom Materiellen ins Geistige. Es gilt nicht mehr Macht anzuhäufen und in den Händen weniger zu belassen, um andere Länder und Kontinente wirtschaftlich oder militärisch zu stürmen.

Nein, es gilt, die Macht aufzuteilen auf alle Mitbürger, es gilt wieder Herr im eigenen Hause zu sein, es gilt nicht mehr den Krieg nach Außen, sondern den Frieden nach innen zu gewinnen. Es gilt, Würde und Respekt wieder herzustellen, und Menschlichkeit. Es gilt Schluss zu machen mit Heuchelei, Selbstverleugnung und Selbstkasteiung.

Wir haben ein Recht, das zu sein, was wir sind, und auch das Recht, darauf stolz zu sein. Wer diese Idee mitträgt, woher er auch komme, ist uns willkommen. Wer nicht, der entferne weinend sich aus unserem Rund. Der Einsatz ist nicht so sehr ein geographisches, klar abgegrenztes Gebiet, sondern eine Seelenlandschaft. Rette das Land Deiner Väter und Du rettest Deine Seele. Verankere Dich in der Geschichte Deines Volkes und Du rettest die Zukunft Deiner Kinder. Sei stolz auf Deine Wurzeln, dann wächst Dein Lebensbaum in den Himmel hinein. Dies wünsche ich Ihnen und mir, dies wünsche ich Deutschland, der Schweiz und Europa.

Es lebe die Freiheit!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

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