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Archive for the ‘Fjordman’ Category

Die Wurzeln der Antidiskriminierung: Liberalismus oder Marxismus?

Posted by paulipoldie on October 13, 2009

http://fjordman.wordpress.com/2007/10/23/die-wurzeln-der-antidiskriminierung-liberalismus-oder-marxismus/

von Fjordman

Original vom 23. Oktober 2007 in Gates of Vienna: The Roots of Non-Discrimination – Liberalism or Marxism?

Übersetzung von Eisvogel

[Begriffserklärung: “Liberalismus” ist die Übersetzung für den Begriff “liberalism”, der im Amerikanischen eine zumindest  teilweise deutlich andere Bedeutung hat als im Deutschen, vor allem wenn man den heutigen “liberalism” dem Wirtschaftsliberalismus gegenüberstellt.  Historisch sind die Unterschiede geringer. ]

Was ist die treibende Kraft hinter der Ideologie der absoluten Gleichheit und der totalen Antidiskriminierung in der westlichen Welt? Ich habe viele verschiedene Erklärungen dafür gehört, manche beschuldigen das Christentum, die Demokratie des allgemeinen Wahlrechts, den Marxismus, die Entkolonialisierung oder – vielleicht die wahrscheinlichste Erklärung – den Nazismus und die Verwüstung, die der 2. Weltkrieg angerichtet hat. Das hat eine Ablehnung von allem und jedem hervorgerufen, was als polarisierend angesehen werden könnte – einschließlich des Nationalstaats – und hat damit die multikulturelle Ideologie ermöglicht, die ironischerweise inzwischen selbst zunehmend totalitär wird.

Der amerikanische Blogger Lawrence Auster ist der Ansicht, dass diese zivilisationsweite Vorstellung, Intoleranz sei das Schlimmste, was es gibt, und müsse eliminiert werden,

“die logische Konsequenz aus dem älteren, moderater scheinenden Liberalismus ist, nicht die aus der radikalen Linksideologie. Aber selbst wenn ich mich irre und der heutige geisteskranke Liberalismus das Kind der radikalen Linken ist, ist das bedeutungslos, weil der aus der Linken geborene Liberalismus inzwischen die Mainstream-Orthodoxie der westlichen Welt ist.”

Auster zufolge hat “Liberalismus” während der vergangenen 300 Jahre vielerlei Bedeutungen gehabt und hat der menschlichen Rasse auch elementare Wohltaten gebracht. Er unterscheidet zwischen drei Hauptstadien des Liberalismus, die sich auch gegenseitig überlappen und nebeneinander existieren können.

Der klassische Liberalismus, bei dem “alle Menschen gleich erschaffen sind”, bedeutete, dass niemand in eine andere Ordnung hineingeboren wird, niemand über oder unter anderen Menschen steht. Liberalismus bedeutete somit die Entfernung traditioneller oder willkürlicher Unterscheidungen, die Menschen auferlegt wurden. Liberalismus bedeutete Einschränkungen der Staatsmacht und eine Herrschaft des Gesetzes anstatt eine von Menschen. Er bedeutete Selbstbestimmung eines Volkes durch seine Verfassung und sein Rechtssystem.

Der Liberalismus der Progressiven Ära, der mit den Begriffen New Deal und Great Society verbunden ist, ging dazu über, zu bedeuten, die wirtschaftlich Mächtigen davon abzuhalten, zu viel Macht zu erlangen, und die Lebensbedingungen der Menschen (in der Great-Society-Phase) zu verbessern und anzuheben. Er war designiert, alle Menschen gleich zu machen. Anstatt der Regierung Einschränkungen aufzuerlegen (weil eine uneingeschränkte Regierung früher als die Hauptbedrohung der Freiheit angesehen wurde) bedeutete Liberalismus jetzt ein unendliches Wachstum der Staatsquote und damit der Regierungsmacht, um die Verteilung konkreter sozialer Wohltaten ausweiten zu können.

Und schließlich haben wir noch den modernen Liberalismus, der nach dem 2. Weltkrieg und insbesondere nach den 1960er Jahren aufkam:

“Liberalismus bedeutete schließlich, dass es nichts außerhalb oder überhalb des menschlichen Ichs gibt, dass jegliche höhere oder kollektive Realität (oder sogar die natürliche Realität wie z.B. die Unterschiede zwischen den Geschlechtern) Unterdrückung darstellt. Er bedeutete schließlich, dass Nationen, Religionen, Familien keine Legitimität haben, weil sie dem individuellen Ich eine kollektive Ordnung auferlegen. Er bedeutete schließlich, dass die einzige legitime Ordnung eine globale Welt ist, die aus radikal freien Einzelpersonen besteht, wie in John Lennons ‘Imagine‘. Er bedeutete schließlich, dass die Wahrheit selbst Unterdrückung darstellt, denn wenn es Wahrheit gibt, dann ist eine Person nicht absolut frei, zu tun, was sie will. Er bedeutete schließlich die Eliminierung der Selbstbestimmung, weil ein Volk, das durch seine Mehrheit agiert, immer noch Macht über Minderheiten und Individuen ausübt. Damit bedeutete er schließlich ungewählte, nicht rechenschaftspflichtige Eliten, die den individuellen Rechten der gesamten Menschheit Geltung verschaffen.”

Nach Austers Sichtweise hat der Liberalismus große Teile der modernen Welt geformt und wird mit allerlei Positivem in Verbindung gebracht, wurde inzwischen aber in ein Extrem getrieben, das für die Zivilisation als solche destruktiv ist. Und weil die Menschen eben immer noch ein positives Bild vom Liberalismus haben, sind sie nicht in der Lage, die Verwüstung zu erkennen, die er anrichtet, oder sich eine Gesellschaftsordnung vorzustellen, die ihn ablegt.

Ich möchte dazu einige Anmerkungen machen. Was Auster als klassischen Liberalismus bezeichnet, beschreibt er beispielhaft an dem Zitat “All men are created equal” (Alle Menschen sind gleich erschaffen) aus der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, die 1776 von Thomas Jefferson geschrieben wurde. Sie besagt: “Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich erschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind, zu denen das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehört.”

Ich mag sehr viel an der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Sie verkörpert das Konzept der Selbstbestimmung und das Recht, eine neue Regierung einzusetzen, wenn die aktulle den eigenen Interessen feindlich gesinnt ist. Allerdings habe ich Vorbehalte gegenüber der Wendung “alle Menschen sind gleich erschaffen”. Darauf folgt zwar das Konzept der “Rechte”, aber sie ist dennoch problematisch. Ich befürworte die Gleichheit vor dem Gesetz, aber diese Wendung kann zu der Forderung nach Gleichheit im Ergebnis in allen Lebensbereichen verzerrt werden. Gleiche Rechte zu haben bedeutet nicht, dass wir mit mit gleichen Potential erschaffen sind. Manche sind talentierter als andere. Diese Unterscheidung ist deshalb von großer Bedeutung, weil derzeit die Vorstellung verbreitet ist, dass alle Menschen nicht nur vor dem Gesetz sondern auch in ihrer Begabung gleich sind.

Möglicherweise liegen die Wurzeln dafür in älteren, kulturellen Vorstellungen von Egalitarismus. Man kann durchaus überzeugend argumentieren, dass dies auch durch die eigentliche Natur des demokratischen Systems mit allgemeinem Wahlrecht bestärkt wird, das beinhaltet, dass die politischen Ansichten aller Menschen gleichermaßen gültig sind. Diese politische Gleichwertigkeit konnte zur kulturellen Demokratisierung führen und damit zu der Vorstellung, dass die gewählten Lebensstile aller Menschen moralisch gleichwertig sind, eine Wahl so gültig wie die andere. In anderen Worten führt diese Sichtweise zu Multikulturalismus und Kulturrelativismus.

Um es von einer anderen Seite anzugehen: Führt die Abschaffung aller gesellschaftlichen und politischen Hierarchien früher oder später auch zur Abschaffung aller kulturellen und sogar natürlichen Hierarchien? Wurde die Saat für den modernen Liberalismus des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts bereits zu Zeiten des klassischen Liberalismus im 18. Jahrhundert gelegt?

Cathy Young schreibt für die Zeitung The Boston Globe und ist schreibende Herausgeberin des Reason magazine, das für libertäre Ideen, individuelle Wahlfreiheit und “freie Geister und freie Märke” eintritt. Young wanderte als Flüchtling aus der Sowjetunion in die USA ein. Welche Politik sie auch immer vertritt, sie kann nicht im entferntesten als Marxistin bezeichnet werden.

Und doch hat sie vor der Islamophobie von Autoren wie Robert Spencer gewarnt.

“Spencer zitiert die Gräuel, die von mittelalterlichen Moslemarmeen in Jerusalem, Konstantinopel und anderen eroberten Städten verübt wurden, als Beweis dafür, dass barbarischer ‘Djihadismus’ im Islam vorherrscht, ohne zur Kenntnis zu nehmen, dass die Taten der christlichen Kreuzfahrer mindestens genauso schlimm waren.”

Spencer selbst führt in seinem Buch The Politically Incorrect Guide to Islam (and the Crusades) aus, dass er in der Tat die Einnahme Jerusalems im Jahr 1099 durch die Kreuzfahrer als “Gräuel”, “Ungeheuerlichkeit” und “abscheuliches Verbrechen” bezeichnet. Der Schluss, den Young bezüglich des Islams daraus zieht, ist

“die größte Hoffnung für eine friedliche Koexistenz liegt darin, dass die islamische Welt die Modernisierung und die individuelle Freiheit annimmt, und nicht dass der Westen diesen Werten den Rücken kehrt.”

Wie genau das vor sich gehen soll, sagt sie nicht. Cathy Young hängt dem Glauben an, dass der westliche Liberalismus in die islamische Welt exportiert werden kann, und das trotz zunehmender Anzeichen für das Gegenteil. Tatsächlich exportieren sie derzeit stattdessen die Scharia in unsere Länder.

Wie der kanadische Journalist Ken MacQueen schreibt, würde Kanadas schon heute zweifelhaftes Gesetz zur Polygamie wie eine Seifenblase platzen, wenn es Polygamisten gelingen sollte, ihre Sicht auf die Ehe gerichtlich anerkennen zu lassen – was durchaus im Rahmen des Möglichen ist.

“Die Ehe wurde bereits rechtlich neu definiert, indem sie auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften umfasst, um die Gleichheitsgrundsätze der Charter of Rights and Freedoms zu erfüllen. Der Oberste Gerichtshof Kanadas hielt im Zusammenhang mit der gleichgeschlechtlichen Ehe fest, dass die Vorstellung einer ‘christlichen’ Ehe keine Relevanz mehr besitzt. ‘Kanada ist eine pluralistische Gesellschaft’ beschied das Gericht.”

“Man hört aus Einzelberichten aus Toronto und Ottawa, dass manche so genannte religiöse Führer islamische [polygame] Ehen schließen,” sagt Alia Hobgen, die geschäftsführende Direktorin des Canadian Council of Muslim Women. Asad Dean, der Vorsitzende des Meadowvale Islamic Centre stimmt zu, dass in Kanada viele islamische Mehrehen geschlossen und einfach nicht registriert werden. Das ist auch nicht anders, als wenn andere unverheiratet zusammenleben, meint er. “Niemand sagt ‘Hey, Ihr müsst heiraten, wenn Ihr zusammenleben wollt.’ Diese Zeiten sind vorbei.”

Polygame Familien, die nach Kanada auswandern, haben weniger Glück. Mehrfach-Ehefrauen und ihre Kinder erhalten keine Aufenthaltsgenehmigung. “Wir sollten das erlauben” meint Hogben. “Wir sollten andere Leute respektieren”. Professor Bala aus Queen warnt davor, dass nach einer Entkriminalisierung der Polygamie polygame Einwanderung die sichere Folge wäre. “Wir können dann jemanden aus beisielsweise Afghanistan nicht diskriminieren, der mit seinen vier Frauen oder wohl eher mit seinen 30 Frauen und ihren 20 bis 100 Kindern hier einwandern will.”

Warum nochmal genau können wir Polygamie oder die islamische Kultur nicht “diskriminieren”? Diese Behauptung, dass ein Gesetz gegen Polygamie Diskrimnierung darstellt, wird niemals erläutert; dass es “unfair” ist, wird einfach als gegeben vorausgesetzt. Der Nachdruck, mit dem die Kirche sogar bei Königshäusern und dem Adel auf der Monogamie bestand, war für die Gestaltung unserer Zivilisation von größter Bedeutung. Die Abschaffung der Institution der monogamen Ehe wird diese Zivilisation destabilisieren.

Ich habe Vorstöße dahingehend erlebt, dass in westlichen Ländern die Polygamie legalisiert werden sollte. Manche der Befürworter sind Freie-Markwirtschaft-Libertäre, die ihre Position damit rechtfertigen, dass der Staat sich nicht in die individuelle Freiheit einmischen sollte. Deshalb spricht Lawrence Auster von “rechten Liberalen” und “linken Liberalen” und behauptet, dass es wenig Unterschiede zwischen den beiden Gruppierungen gibt. In manchen Fällen ist das wahrscheinlich richtig. Was die Einwanderung angeht haben auch viele der so genannten rechten Gruppierungen die Idee der totalen Antidiskrimnierung bezüglich des ethnischen und kulturellen Hintergrunds von Einwanderern übernommen.

Professor Helmuth Nyborg von der Universität Aarhus kam im Rahmen seiner Forschungen zu dem Ergebnis, dass es auf dem Gebiet der Intelligenz Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Das zog massiven Widerstand und Anschuldigungen gegen ihn nach sich, die später widerlegt wurden, oder denen fehlerhaftes wissenschaftliches Vorgehen nachgewiesen wurde.

Nyborg führt aus

“Innerhalb des Fachbereichs Psychologie darf man nicht über Intelligenz sprechen. Man darf Intelligenz nicht messen und man darf Menschen nicht gemäß ihrer Intelligenz einsortieren. Das gesamte Feld der Intelligenz ist eine so genannte ‘No-go-Area’.

Wenn man sich dafür entscheidet, dennoch damit weiterzumachen, ist man ein schlechter Mensch, jemand der Menschen gemäß ihres Wertes einsortieren will. Und wenn man dann auch noch Personengruppen betrachtet wie Geschlechter oder Rassen, dann ist man einfach nur unmoralisch.”

Gemäß Professor Annica Dahlstrom, einer Expertin für Neurowissenschaften, findet man Männer vermehrt an den Extremen der hohen und niedrigen Intelligenz, und obwohl weibliche Genies existieren, sind sie doch viel seltener als ihre männlichen Gegenstücke. Sie hat auch gesagt, dass Kinder während ihrer ersten Lebensjahre bevorzugt in der Obhut ihrer Mütter sein sollten. Das feministische Establishment reagierte wütend und behauptete, sie habe ihre Position als Wissenschaftlerin dazu missbraucht, Genderstereotypen zu verfestigen.

Dahlström sagt:

“Der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen ist, was ihre Biologie und ihr Gehirn angeht, viel größer als wir uns jemals hätten vorstellen können.”

Geschlechtsunterschiede treten bereits bei Feten auf und sind ab dem Alter von drei Jahren klar erkennbar. Die Gehirnzentren, die für Kommunikation und die Interpretation von Gesichtsausdrücken, Körpersprache und Stimmlagen zuständig sind, sind in diesem jungen Alter bei Mädchen besser entwickelt. Wenn man Jungen zwingt, sich wie Mädchen zu benehmen oder umgekehrt, ist das unnatürlich und wird die Kinder unweigerlich verletzen. Eine solche Politik stellt nach ihrer Sicht sogar einen “mentalen Missbrauch” von Kindern dar. Und doch geschieht genau das, manchmal sogar mit der Unterstützung der Regierung.

Der Journalist Kurt Lundgren berichtete auf seinem Blog über ein Magazin, das sich an Vorschullehrer richtet, die sich um Kinder zwischen 0 und 6 Jahren kümmern. Es enthielt Empfehlungen, “Gendergleichstellung” und “sexuelle Gleichstellung” zu fördern. Er schreibt, dass in einem Kindergarten in Stockholm Eltern von Vorschullehrern ermutigt werden, ihren Söhnen Kleidchen anzuziehen und ihnen weibliche Vornamen zu geben. Es gibt zwischenzeitlich mancherorts spezielle “Wochen”, in denen kleine Jungen Kleidchen tragen MÜSSEN. Lundgren hält das für sexuelle Indoktrination, die schlimmer ist als politische Indoktrination:

“Vorschulkinder mit Sexualkundeunterricht zu behelligen, sie zu zwingen, sich eine Meinung über schwulen und queeren Sex (lesbischen, transsexuellen, bisexuellen Sex, Fetischismus, Crossover, Partnertausch) zu bilden, halte ich für Kindesmissbrauch (…) Kleine Kinder – und wir sprechen hier von Drei- bis Sechsjährigen – können sich in der Vorschule nicht selbst vor diesen sexuellen Angriffen schützen. Ihre Eltern sind nicht da, und die Kinder sind vollkommen auf sich alleine gestellt.”

Das wird als sexuelle Befreiung präsentiert, aber es ist in Wirklichkeit nur das Niederreißen der traditionellen jüdisch-christlichen Kultur und der Kernfamilie. Solche Praktiken machen den Staat mächtiger, weil er alle Aspekte des Lebens regulieren und Kinder ohne störenden elterlichen Einfluss indoktrinieren kann.

[Anm.d.Ü: Fjordman hat das in seinem Artikel Scharia-Unterstützer und Transvestiten aller Länder vereinigt Euch! ausführlicher thematisiert]

In Norwegen löste eine Expertin für kindliche Früherziehung eine Debatte aus, indem sie sich für “Sexspielchen” für Kinder im Vorschulalter aussprach.

“Das einzige, was absolut sicher ist, ist, dass Kinder früher oder später Sexspielchen machen und sich gegenseitig untersuchen,” sagte die Vorschulexpertin Pia Friis. Sie denkt, dass Kinder die Möglichkeit haben sollten, “sich zu begutachten und ihre Körper gegenseitig zu untersuchen. Sie können Doktor spielen, oder Vater und Mutter spielen, sie können nackt tanzen und masturbieren. Aber ihre Sexualität muss auch sozialisiert werden, daher ist es ihnen zum Beispiel nicht erlaubt, zu masturbieren, während sie am Tisch sitzen und essen. Man darf ihnen auch nicht erlauben, andere Kinder zu etwas zu drängen, was diese nicht tun wollen.”

Der Familientherapeut Jesper Juul räumte ein, dass “viele sich von kindlicher Sexualität verwirrt und beunruhigt fühlen, aber ich denke, es ist wichtig, sie auf die Tagesordnung zu setzen.”

Die meisten Norweger schicken ihre Kinder in den Kindergarten, bevor sie mit sechs Jahren eingeschult werden, und viele Bürger waren davon geschockt.

“Ich dachte zunächst, es wäre ein Witz,” sagte Karin Ståhl Woldseth, eine Sprecherin der Fortschrittspartei. “Kinder müssen dem nicht noch mehr in Kindergärten ausgesetzt werden. Wir glauben, dass das ihrer Gesundheit schadet.”

Der Kinderpschologe Thore Langfeldt gab anscheinend in einem Interview zu, dass diese Sexspielchen von jenen befürwortet werden, die befürchten, wir könnten von konservativen christlichen Gruppierungen infiziert werden, und die daher Kinder so früh wie möglich immun für christliche Moral machen wollen.

Ich bin nicht der Ansicht, dass Sex an sich sündig ist, und ich halte den Zölibat der katholischen Priester nicht für richtig, weil ich glaube, dass es für die meisten Menschen und insbesondere Männer nicht natürlich ist, diese Instinkte ihr ganzes Leben lang zu unterdrücken. Allerdings bedeutet, zivilisiert zu sein, ja exakt, dass man seine Triebe und natürlichen Impulse kontrollieren muss. Sex ist in diesem Zusammenhang nicht “natürlich”, sondern wird spezifisch zu destruktiven ideologischen Zwecken benutzt.

Diese Sexualisierung der Kindheit ist überall in der westlichen Welt vorherrschend. In einem Bericht, der von der American Psychological Association (APA) veröffentlicht wurde, wird vor der frühen Sexualisierung junger Mädchen vor allem durch Medien und Werbung gewarnt. Sie fanden auch heraus, dass Lehrer und Eltern mit zu den Einflüssen der Übersexualisierung von Kindern gehören. Joseph D’Agostino vom Population Research Institute (PRI) schrieb, dass der Radikalfeminismus Mädchen lehrt, Keuschheit sei eine Form der Unterdrückung:

“Sie lehren, dass es keine natürlichen Grenzen der Sexualität gibt. Warum sollten also auf feministischen Prinzipien basierend kleine Mädchen sich nicht selbst sexualisieren? Und warum sollten erwachsenen Männer und Frauen sie nicht als sexuelle Wesen ansehen, wenn es etwas wie unnatürliche Sexualität nicht gibt?”

Eine Interpretation dieses Trends ist die, dass seine Befürworter jede wie auch immer geartete Form von Zivilisation zerstören wollen. Der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau glaubte, die Zivilisation verderbe Menschen. Es könnte sich um eine Widerspiegelung der Rousseauschen Idee der Befreiung durch die Demontage aller Formen sozialer Einschränkungen, die uns die Gesellschaft auferlegt, handeln. Vielleicht ist es auch das Resultat von Menschen, denen jegliche Religion und jeglicher transzendente Lebenssinn fehlt.

Eric Hoffer hat das in seinem Buch The True Believer erklärt:

“Leidenschaftlicher Hass kann einem leeren Leben Sinn und Bedeutung verleihen. So suchen Menschen, die von der Sinnlosigkeit ihres Lebens heimgesucht werden, einen neuen Inhalt darin, dass sie sich nicht nur einer heiligen Sache verschreiben sondern auch fanatischen Groll hegen. Eine Massenbewegung bietet ihnen unbegrenzte Möglichkeiten für beides.”

“Es gibt vielleicht keinen verlässlicheren Indikator dafür, dass eine Gesellschaft für eine Massenbewegung reif ist, als das Vorherrschen ungestillter Langeweile. In fast allen Beschreibungen über Perioden, die dem Aufkommen von Massenbewegungen vorangingen, gibt es Hinweise auf ausgeprägten Ennui; und in ihren Frühstadien finden Massenbewegungen ihre Sympathisanten viel eher unter den Gelangweilten als unter den Ausgebeuteten und Unterdrückten.”

“Es ist offensichtlich, dass eine Massenbewegung mit Bekehrungsabsicht alle existierenden Gruppenbindungen niederreißen muss, um eine nennenswerte Anhängerschaft zu finden. Der ideale potentielle Konvertit ist ein Individuum, das alleine steht, das kein Kollektiv hat, in das er sich einbringen und in dem er sich verlieren kann, um die Kleinheit, Bedeutungslosigkeit und Schäbigkeit seiner individuellen Existenz zu kaschieren. Wo eine Massenbewegung auf ein sich in Auflösung befindliches Muster von Familie, Stamm, Land usw. trifft, muss sie nur hingehen und die Ernte einfahren. Wo sie das Muster in gutem Zustand vorfindet, muss sie angreifen und zerstören.”

Hoffer bringt kurz und bündig auf den Punkt, was im postchristlichen Westeuropa vor sich geht. Ich argwöhne jedoch, dass die Obsession mit Gleichheit in sozialistischen Ländern wie Schweden vom Marxismus beeinflusst ist, oder zumindest von einer Spezialform des Marxismus.

Der marxistische Theoretiker Gramsci schloss nach dem 1. Weltkrieg, als die russische Revolution sich nicht auf andere Länder ausweitete, dass der Marxismus von der “christlichen Seele” des Westens blockiert würde. Daher wurde die Zerstörung dieser Identität zu einer Sache höchster Wichtigkeit. 1919 wurde der Kulturmarxist Georg Lukacs vorübergehend stellvertretender Volkskommissar für Unterrichtswesen in der kurzlebigen kommunistischen ungarischen Räterepublik. Er machte Pläne, das Land durch die Untergrabung der Sexualethik bei Kindern zu entchristianisieren.

Es ist nicht schwer, heute das Echo dieser Strategie zu vernehmen. Die Sexualisierung von Kindern wird gefördert, um ihren Sinn für Anstand zu zerstören. Die Leute, die das befürworten, bringen allerdings dem Islam mehr Respekt entgegen als dem Christentum. Mohammed heiratete ein sechsjähriges Kind, somit ist vielleicht die Sexualisierung von Kindern eine Art weiche Islamisierung?

Im allgemeinen hassen Linke jüdisch-christliche Werte weit mehr als sie den Islam lieben. Vielleicht glauben sie, dass sie den Islam kontrollieren können, oder vielleicht fühlen sie sich von seiner totalitären Geisteshaltung angezogen. Wie auch immer, es ist eine Tatsache, dass viele von ihnen gegenüber dem Christentum viel aggressiver sind als gegenüber dem Islam.

Vielleicht neige ich ja zu der Geisteshaltung von Verschwörungstheoretikern, aber die Art und Weise, wie Linke das Christentum verdammen und den Islam preisen, ist so konsequent und aggresssiv, dass ich nicht anders kann als mich zu fragen, ob vielleicht manche von ihnen vorsätzlich auf einem Feldzug sind, die Pest des Christentums ein für alle Mal aus unserer Kultur an der Wurzel auszureißen. Sie machen bei jeder sich bietenden Gelegenheit die einheimische Kultur lächerlich und zerstören ihre Werte, und gleichzeitig importieren sie eine rivalisierende Religion und präparieren sie dazu, die traditionelle zu ersetzen. Wenn der Tag kommt, an dem die Menschen den Nihilismus ausreichend satt haben, wird das Christentum als lebensfähige Alternative so diskreditiert sein, dass den Menschen nur noch der Islam bleiben wird.

In Schweden sind die Einheimischen schon seit Generation der Lächerlichmachung der westlichen Kultur – uns insbesondere des Christentums – ausgesetzt. Sie sollen sich selbst vor den Einwanderern erniedrigen und diesen erzählen, wie wertlos ihre Kultur ist, oder alternativ dazu darüber lamentieren, dass sie überhaupt keine Kultur besitzen. Schwedischen Mädchen wird erzählt, sie sollen sich sexuell befeien, und schließlich kommen sie dahin, von islamischen Einwanderern vergewaltigt und als “ungläubige Huren” bezeichnet zu werden. Gleichzeitig werden schwedische Jungen gelehrt, so “genderneutral” wie möglich zu sein.

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass ich einige Indizien dafür sehe, dass unsere Obsession mit Antidiskriminierung ihre Wurzeln im klassischen Liberalismus hat, der nach dem 2. Weltkrieg radikaler wurde. Es sind aber auch marxistische Impulse am Werk. Die Vorstellung, dass Männer und Frauen gleich sind, wäre von den meisten menschlichen Kulturen der Geschichte durchweg als lächerlich betrachtet worden. Sie wurde von linksradikalen Gruppierungen vorangetrieben, wurde aber inzwischen von der Gesamtgesellschaft angenommen. Auf diesem Gebiet haben Konservative Rückzugsgefechte geführt, dass sie permanent verloren haben. Bestenfalls ist es ihnen gelungen, das Voranschreiten der Ideen der Linken zu verlangsamen, ohne jemals fähig gewesen zu sein, sie aufzuhalten.

Es bleibt abzuwarten, ob dieser Trend umgekehrt werden kann.

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Sanitizing the Textbooks for Islam

Posted by paulipoldie on August 31, 2009

http://gatesofvienna.blogspot.com/2008/08/sanitizing-textbooks-for-islam.html#readfurther

Below are excerpts from Fjordman’s latest essay at Dhimmi Watch:

I recently wrote an essay regarding how the Council of Europe, in close cooperation with the European Union, the Organization of the Islamic Conference (OIC), the Arab League and other Islamic organizations, are working to combat “Islamophobia” in Europe by all means necessary. Now the French blog Galliawatch takes a look at the CoE as well. This should be considered required reading for all those numerous people who still stubbornly dismiss Eurabia as a “conspiracy theory.” The CoE and the EU are implementing policies aimed to rewrite school textbooks throughout the European continent in order to provide a positive and non-threatening view of Islam. They are thus indoctrinating our children to accept Islam.

They are doing this behind our backs, without consulting us, and they can do so because the EU is constructed as a top-down organization where all crucial decisions are taken behind closed doors and imposed on the general public by an unelected oligarchy, who may or may not be bought and paid for by our enemies. Yes, this is a massive betrayal, but we should remember that it is a betrayal that they can commit because we gave them the tools to do so, or at least didn’t object strongly enough when they took these tools, maybe because we didn’t understand the full significance of them. The only way to stop this and prevent similar betrayals from occurring in the future is to take away these tools from the hostile Eurabian oligarchy, which requires dissolving both the EU and the CoE.

Resolution 1605 of the Council of Europe

Council of Europe member states should continue to be vigilant in their work to prevent and combat the phenomenon of Islamophobia.

– – – – – – – –

One would have thought that a “phenomenon” that was born the day Islam was initiated, and has existed with non-Muslims for some 1400 years, would no longer be deemed a “phenomenon.”

9. In light of the above, the Assembly calls on the member states of the Council of Europe to:

9.1. act strongly against discrimination in all areas;

9.2. condemn and combat Islamophobia;

9.7.6. encouraging the participation of people with an immigrant background in political parties, trade unions and non-governmental organisations;

9.7.7. taking all the necessary measures to eliminate the inequality of opportunity faced by immigrants, including unemployment and inadequate education;

9.7.8. removing unnecessary legal or administrative obstacles to the construction of a sufficient number of appropriate places of worship for the practice of Islam;

9.7.9. ensuring that school textbooks do not portray Islam as a hostile or threatening religion;

Read: ensure that textbooks be dishonest, ignoring the countless injunctions of Islamic hostility found in that religion’s primary texts, and countless historical examples, from day one to now, of how Muslims acted on those hostile teachings.

Go over to Dhimmi Watch for the rest of the essay and the source links.

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Culturally Enriched Homophobia in Oslo

Posted by paulipoldie on August 23, 2009

http://gatesofvienna.blogspot.com/2009/08/culturally-enriched-homophobia-in-oslo.html

by Baron Bodissey

The Fjordman Report

The noted blogger Fjordman is filing this report via Gates of Vienna.

Our Danish correspondent TB brought this Norwegian article to our attention. Fjordman kindly agreed to translate it, and follows it with his comments. From VG Nett: Mugger to Gays: — This is a Muslim district On the evening of Sunday 9th of August 2009, a gay male couple were on their way home from a concert and dinner in the center of Oslo and were walking hand in hand along the road just next to where they live, in the Grønland district of east-central Oslo. “Suddenly a man in his forties walked up to us and asked whether we spoke Norwegian. He then asked, ‘What is this?’ while pointing at our hands,” says Anders (24) to the newspaper Dagbladet. The man, who came from an immigrant background, clearly indicated that he didn’t accept this kind of behavior. “He said, ‘I don’t like this. This is a Muslim area.’“ The couple continued walking calmly along the sidewalk, but the man followed them and kicked one of them hard from behind. Anders’ boyfriend used his mobile phone to call the police, and the attacker quickly fled the scene. According to the Oslo police, the case in now under investigation. “We take this very seriously. The Norwegian gay couple have explained that they were walking and met a man around 40, who shouted that ‘This is a Muslim area, and we don’t tolerate this stuff here,’“ says Oddleif Sveinungsen from the Oslo police. My comments: – – – – – – – – – Technically speaking, the attacker was simply telling the truth: This particular district is for all practical purposes a Muslim area today, just as countless other urban areas across Western Europe have become, from Athens via Marseilles and the suburbs of Paris, Amsterdam, Brussels and Hamburg to Birmingham. Bergen: cultural enrichment Those who have been following the Scandinavian scene know that Malmö in southern Sweden is the worst town or city in this part of Europe when it comes to “diversity.” This is true, but when it comes to capital cities, I suspect that Oslo, Norway, is currently the worst among the Nordic countries, several orders of magnitude worse than Copenhagen, Denmark or Helsinki, Finland, and at least as bad as Stockholm, Sweden. A visiting Romanian friend even claimed that Oslo is now “worse than Paris.” I haven’t been to Paris for years and cannot confirm whether this is true. I suspect that Oslo is still not as bad as some of the larger cities such as Amsterdam or London, but it’s catching up fast, accompanied by wild cheers from the intelligentsia and the heavily left-leaning press. Siv Jensen from the right-wing Progress Party warned against a trend of “stealth-Islamization” recently. She was instantly compared to Nazi Germany by Per-Kristian Foss, an openly gay man from the “conservative” party. Native Norwegians are already a minority in some school districts in Oslo — among them the above-mentioned Grønland area — and will be a minority in their own capital city within a generation or so if the current level of immigration continues, and in the entire country later this century. When I was born, Norway was still almost 100% white and one of the most ethnically homogeneous countries in the world. If I live a very long life and remain here, I may live to be a minority in my own country. This in a country which gained its independence as late as the twentieth century and which has no colonial history. The “colonial guilt” argument which Multiculturalists often use as a verbal weapon against France, Britain etc. is invalid and irrelevant. Mass immigration is also heavily promoted in Finland, Sweden, and Norway. It’s not because of any “past colonial history”, it’s because we are white. Period. If you come to Oslo from abroad, you will usually arrive at the Oslo Central Station, which is very close to some of the worst areas in the city, including Grønland. When leaving the railway station and entering the main street, Karl Johan Street, you will be met by crowds of Somalis, Arabs and Kurds hanging around at street corners. There will be a few natives there, among them some drug addicts trying to get their latest shot of heroin or some blond girls acting as girlfriends/all-purpose sluts for members of various immigrant gangs. In the evenings you may also be fortunate enough to be harassed by aggressive Nigerian prostitutes. One recent addition to the Multicultural garden of diversity has been gangs of Gypsy criminals/organized beggars, who traveled to Western Europe instantly when Romania joined the EU. They have managed the almost impossible feat of outscoring even Muslim and African gangs when it comes to theft and petty crime. This is what you see today if you walk down the main street of central Oslo, along with a large number of pregnant veiled women. It gets slightly better when you approach the Royal Castle, but not too long ago there was a shootout in broad daylight between two rival Pakistani gangs close to the Nobel Peace Center. P.S.: The current chairman of the city government of Oslo, Erling Lae, is an openly gay man from the “conservative” party Høyre who loves mass immigration. The national leader of the conservative party, Erna Solberg, earlier called for the establishment of an official sharia council in Norway which Muslims can use for family matters. This would be “good for integration.”

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Fjordman: Europäer als Opfer des Kolonialismus

Posted by paulipoldie on August 10, 2009

Fjordman: Europäer als Opfer des Kolonialismus

In meinem Buch „Defeating Eurabia“ gibt es auch ein Kapitel mit der Bezeichnung „Fourteen Centuries of War Against European Civilization“ [Vierzehn Jahrhunderte Krieg gegen die europäische Zivilisation], das sich mit der islamischen Kolonisierung und Angriffen auf den europäischen Kontinent seit dem siebten Jahrhundert n. Chr. befasst. Dieser Teil der Geschichte, als die Europäer zu Opfern des Kolonialismus und Sklavenüberfällen wurden, verdient viel mehr Aufmerksamkeit als es derzeit der Fall ist, wo der Fokus fast ausschließlich auf der viel kürzeren Periode der europäischen Kolonialzeit liegt.

(Von Fjordman, Originaltext: Europeans As Victims of Colonialism, Übersetzung: die-gruene-pest.com)

Im Jahr 2008 wurde von Frankreich verlangt, dass es Wiedergutmachung leisten müsse für seine koloniale Vergangenheit in Algerien. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet der französischen Kolonialgeschichte, aber wenn ich mich recht erinnere, waren die Franzosen auch deswegen motiviert, sich in Algerien zu engagieren, weil barbarische Piraten ihre bösartigen Aktivitäten im neunzehnten Jahrhundert immer weiter fortsetzten. Die Zeit der französischen Herrschaft ist der einzige Zeitraum der Zivilisation den Algerien erlebt hat, seit den Römern. Seit dem siebten Jahrhundert haben Muslime Europa immer wieder überfallen, vor allem die südlichen Regionen, manchmal auch nördlich der Alpen. In der Tat, der einzige Zeitraum während der mehr als 1300 Jahre, in dem sie es nicht getan haben, war die Zeit des europäischen Kolonialismus. Darüber hinaus gibt es jetzt mehr Nordafrikaner in Frankreich, als es jemals Franzosen in Nordafrika gegeben hat. Wenn Nicht-Europäer der Kolonisierung widerstehen können und Eindringlinge vertreiben können, warum können die Europäer nicht das gleiche tun?

Auch unter den Ländern Westeuropas, hat nur eine Minderheit eine bedeutende Kolonialgeschichte und einige von ihnen, wie Spanien und Portugal, waren zuvor selbst kolonisiert worden. Spanien, das über ein ausgedehntes Kolonialreich verfügte, war selbst einst ein Opfer des Kolonialismus und zwar deutlich länger, als es ein Kolonisierer war. Wie Ibn Warraq sagt, in seinem Buch “Defending the West“:

Während die französische Präsenz weniger als vier Jahre dauerte, bevor sie schmählich von den Briten und Türken vertrieben wurden, waren die Osmanen seit 1517 insgesamt 280 Jahre lang die Herrscher von Ägypten. Auch wenn wir die späteren britischen und die französischen Protektorate mitzählen, war Ägypten nur siebenundsechzig Jahre lang unter westlicher Kontrolle, Syrien einundzwanzig Jahre lang und der Irak nur fünfzehn Jahre – und natürlich war Saudi-Arabien nie unter westlicher Kontrolle. Wenn man dies mit dem südlichen Spanien vergleicht, das 781 Jahre lang unter muslimischem Joch war, Griechenland 381 Jahre lang und die herrliche, neue, christliche Hauptstadt, das verfinsterte Rom – Byzanz – das immer noch in muslimischen Händen ist. Aber offensichtlich gibt es weder in der spanischen noch in der griechischen Politik eine Art Opferbegriff dafür.

Paul Fregosi nennt in seinem Buch “Jihad in the West: Muslim Conquests from the 7th to the 21st Centuries“ [ Jihad im Westen: Muslimische Eroberungen vom 7. bis zum 21. Jahrhundert] den islamischen Jihad als „das wichtigste Ereignis in der Vergangeheit mit der am wenigsten aufgezeichneten und beachteten Dunkelziffer der Geschichte.“ In der Tat wurde dies weitgehend ignoriert, „obwohl es eine Tatsache des Lebens war in Europa, Asien und Afrika fast 1400 Jahre lang.“ Weiter sagt Fregosi, „westliche Kolonisierung in der Nähe von muslimischen Ländern dauerte 130 Jahre, ungefähr von den Jahren um 1830 bis zu den Jahren um 1960. Muslimische Kolonisierung in der Nähe europäischer Länder dauerte 1300 Jahre, von den Jahren um 600 bis in die Mitte der 1960er Jahre. Aber seltsamerweise sind es die Muslime … die am meisten verbittert sind über den Kolonialismus und die Demütigungen, denen sie unterworfen waren und es sind die Europäer, die dieser Scham und Schuld eine sichere Heimat geben. Es sollte genau anders herum sein. ”

Die Überfälle im Namen des islamischen Jihad begannen im Mittelmeer im siebten Jahrhundert n. Chr. Der Prototyp einer muslimischen Schiffsrazzia ereignete sich im Jahr 846, als eine Flotte von arabischen Dschihadisten an der Mündung des Tiber anlandete, nach Rom marschierte, die Stadt einnahm und von dem Reichtum der St. Peter Basilika alles an Gold und Silber mitnahm was sie enthielt. Der Grund, warum der Vatikan zu einer befestigten “Stadt in der Stadt” in Rom wurde war, wegen der wiederholten Angriffe der Muslime (Sarazenen). Hier ist ein Zitat aus dem Buch „Rome: Art & Architecture“[Rom: Kunst & Architektur], herausgegeben von Marco Bussagli:

Als Leos IV größtes Bauvorhaben wird in der Regel die Befestigung der vatikanischen Bereichs angesehen. Nach den Verwüstungungen der Sarazenen im St. Petersdom, die die christliche Welt zutiefst erschüttert hatte, wurde beschlossen, das Gebiet rund um das Grab des heiligen Petrus zu befestigen. Leo III hatte bereits diese Entscheidung getroffen, aber es war wenig getan worden, wegen des Diebstahls von Materialien, die für die Arbeit benötigt wurden. Leo IV hatte bereits die Reparatur der Aurelianischen Wände, Tore und Türme organisiert und zwar in einer Weise, dass er die Arbeit innerhalb von vier Jahren als vollständig abschließen konnte. Am 27. Juni 852 wurde eine Weihezeremonie der Wände in Anwesenheit des Papstes und der Geistlichkeit abgehalten, die in einer Prozession barfuß und mit auf dem Kopf verschmierter Asche rund um den gesamten Kreis der Befestigungsanlagen zogen und sie mit heiligem Wasser besprenkelten, an jedem Tor wurde göttlicher Schutz gegen den Feind erbeten, der die Bewohner bedrohte. Der abgeschlossene Bereich bekam den Status einer Stadt mit eigenem Recht, der getrennt war von der eigentlichen Urbis Romanus, trotz seiner Nähe dazu.

Diese Angriffe waren die Regel in vielen Regionen Eurasiens, nicht nur in Europa. Der indische Historiker KS Lal stellte fest, dass überall dort, wo Dschihadisten ein Gebiet erobert hatten, “sich ein System der Sklaverei entwikelte, das eigentümlich war im Hinblick auf Klima, Landschaft und Bevölkerung des Ortes.” Als die muslimischen Armeen in Indien einfielen, “wurden seine Bewohner in Scharen zu Sklaven gemacht, um in fremden Ländern verkauft zu werden oder sie mussten in unterschiedlich großen Mengen niedere oder weniger niedere Arbeiten innerhalb des Landes verrichten.”

Während die Araber in den ersten Jahrhunderten der islamischen Epoche dominierten, wurden sie bald von den Türken abgelöst und als Streitmacht sogar übertroffen. Da sie stetig mehr und mehr von Anatolien eroberten, reduzierten die Türken die griechische Bevölkerung und andere Nicht-Muslime indem sie sie zu Sklaven machten: “Sie versklavten Männer, Frauen und Kinder aus allen wichtigen städtischen Zentren und auf dem Land.” Türkische Angriffe auf Europäische Länder, die in der Nähe lagen, dauerten bis weit in die Neuzeit an.

Dr. Andrew G. Bostom, der Autor des hervorragenden Buches „The Legacy of Jihad“ [Das Vermächtnis des Jihad], schrieb darin über das, was er als “Amerikas erster Krieg gegen den Terror” bezeichnete. Thomas Jefferson und John Adams, die damals als amerikanische Botschafter in Frankreich und Großbritannien waren, trafen im Jahr 1786 in London den Botschafter aus Tripolis in Großbritannien, Sidi Haji Abdul Rahman. Diese beiden zukünftigen amerikanischen Präsidenten versuchten einen Friedensvertrag auszuhandeln, der den Vereinigten Staaten die Verwüstungen der Jihad-Piraterie ersparen könnte – Mord und Versklavung, die von den so genannten Barbaren Staaten von Nordafrika ausgingen, dem heutigen modernen Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Bostom stellt fest, dass “im Juni / Juli 1815 die geschickt kommandierte US-Marine ihren barbarischen Dschihadgegnern eine schnelle Serie von vernichtenden Niederlagen zugefügt hatte. Dieser Erfolg entfachte die Fantasie der Alten Welt sich gegen die Barbaren Piraten zu wehren. ”

Robert Davis, Professor für Geschichte an der Ohio State University, hat eine neue methodische Aufzählung entwickelt, aus der hervorgeht, dass vielleicht ein und ein Viertel Millionen weißer europäischer Christen durch die muslimischen Barbaren versklavt wurden, allein zwischen 1530 und 1780 – eine weitaus größere Zahl als zuvor geschätzt worden war:

Versklavung war eine sehr reale Möglichkeit für jedermann, der in den Mittelmeerländern reiste, oder wer an den Ufern in Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, und sogar in einer Entfernung wie England und Island lebte. Vieles von dem, was geschrieben wurde, vermittelt den Eindruck, dass es nicht viele Sklaven gewesen seien und die Auswirkungen der Sklaverei auf Europa werden heruntergespielt,“ sagte Davis. „Die meisten berechnen die Sklaverei nur auf einen Ort bezogen, oder nur für einen kurzen Zeitraum. Aber wenn Sie einen weiteren, intensiveren Blick rikieren, werden die enorme Reichweite der Sklaverei und ihre starken Auswirkungen deutlich.

Jihadpiraterie und Sklavenüberfälle wurden eine Tatsache des täglichen Lebens im Mittelmeer und den Regionen um das Schwarze Meer für mehr als tausend Jahre, wenn nicht länger, mit gelegentlichen Vergeltungsmaßnahmen der Christen. Italien war politisch zersplittert und hatte daher eine schwache territoriale Verteidigung. Noch im siebzehnten Jahrhundert war die Adriaküste eine Zone die “kontinuierlich von den Türken überfallen wurde”, auch eine gut verteidigte Stadt wie Rimini konnte nur wenig Schutz bieten für die lokalen Fischer und die Bauern an den Küsten. Robert C. Davis erklärt in seinem Buch „Christian Slaves, Muslim Masters“: White Slavery in the Mediterranean, the Barbary Coast and Italy, 1500-1800 [Christliche Skaven, muslimische Herren: Weiße Sklaven im Mittelmeer, an der Barbarischen Küste und in Italien von 1500 – 1800] :

Italien gehörte zu den am gründlichsten verwüsteten Gebieten im Mittelmeerraum. Da es an der Frontlinie zwischen den beiden sich bekämpfenden Reichen lag, wurde Italien bekannt als “das Auge der Christenheit” … vor allem in den Bereichen, die in der Nähe von einigen der wichtigsten Zentren der Korsaren lagen (das westliche Sizilien ist nur 200 Kilometer von Tunis entfernt), blühte der Sklavenhandel zu einer rasch wachsenden umfassenden Industrie auf, mit katastrophalen Auswirkungen, die deutlich wurden zu dieser Zeit und Jahrhunderte danach. Diejenigen, die an den Küsten Bauernhöfe hatten, sogar 10 oder 20 Meilen vom Meer entfernt, waren nicht sicher vor den Plünderern – Erntearbeiter, Winzer und Olivenbauern waren alle immer wieder überrascht, wenn sie bei ihrer Arbeit überfallen und entführt wurden. Die Arbeiter in den Salinen waren oft in Gefahr, so wie Holzfäller und alle anderen ungeschützten Armen, die entlang den Küsten reisten oder arbeiteten: Bedürftige wie Antonia Monte Rosa, die sich selbst “die Ärmsten der Armen in der Stadt Barletta [in Puglia], ” nannte und die ebenso überrascht war, wie die 42 anderen, auch ihre beiden Töchter, als sie während des Sammelns nach der Ernte 4 Meilen außerhalb der Stadt waren. Auch Klöster in Küstennähe waren leichte Ziele für die Korsaren.

Fischer waren besonders gefährdet. Während eines Zeitraums im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert, errichteten muslimische Piraten einen nicht durchgehend besetzten Stützpunkt an der Mündung der Bucht von Neapel, von wo sie kleinere Schiffe angriffen. Umgeben von feindlichen Meeren auf allen Seiten, repräsentiert

das siebzehnte Jahrhundert eine dunkle Zeit, aus der die spanische und italienische Gesellschaft nur noch als Schatten ihrer selbst hervorgingen, verglichen mit dem was sie in ihrem früheren, goldenen Zeitalter einmal waren. Für den Einzelnen können wir beobachten, dass die psychischen Spuren dieses Traumas weit über die Zeit hinaus gingen, in der sich die größeren Gesellschaften zu modernen Staaten umgestaltet hatten, lange nachdem “auch diese Idee verloren gegangen war, von diesen Hunden die so viel Leid brachten “. Es setzte sich fort bis knapp unter die Oberfläche der Kulturen der Küstenstaaten des europäischen Mittelmeerraums, bis hin in die ersten Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, als, wie es eine sizilianischen Frau sagte, “die ältesten [noch] immer von einer Zeit erzählen, in der die Türken jeden Tag nach Sizilien kamen. Sie kamen zu Tausenden aus ihren Galeeren und sie können sich vorstellen, was passiert ist! Sie griffen sich die unverheirateten Mädchen und Kinder, packten Dinge und Geld und in einem schnellen Augenblick waren sie [zurück] an Bord der Galeeren, setzten die Segel und verschwanden …. Am nächsten Tag war es wieder dasselbe und traurige Lieder wurden gesungen, weil man nichts anderes hörte, als die Klagen und Rufe der Mütter und die Tränen liefen in Sturzbächen durch alle Häuser.

Korsaren aus Städten in Nordafrika – Tunis, Algier etc. – beraubten Schiffe im Mittelmeer und im Atlantik, genauso wie die Dörfer am Meer, um Männer, Frauen und Kinder gefangen zu nehmen. Die Auswirkungen waren verheerend – Frankreich, England und Spanien verloren jeweils Tausende von Schiffen und über weite Strecken waren die spanischen und die italienischen Küsteneregionen von ihren Bewohnern fast aufgegeben worden.

Auf seinem Höhepunkt, war das Ausmaß der Zerstörung und Entvölkerung bestimmter Gebiete wahrscheinlich deutlich höher, als das was die europäischen Sklavenhändler später im Innern von Afrika anrichteten. Das Leben der europäischen Sklaven war oft nicht besser als das der Opfer des transatlantischen Sklavenhandels, der später in die Fußstapfen des zuvor begründeten islamischen Sklavenhandels in Afrika trat. “Was die täglichen Lebensbedingungen der Mittelmeersklaven anging so hatten sie es sicherlich nicht besser”, sagt Davis. Während die afrikanischen Sklaven zermürbende Arbeiten auf Zucker- und Baumwollplantagen in Nord- und Südamerika ausführen mussten, arbeiteten die europäischen Sklaven oft genauso schwer und genauso tödlich – in Steinbrüchen, bei umfangreichen Bauvorhaben, aber vor allem als Ruder- und Küchensklaven auf Korsarengaleeren.

Junge Engländer riskierten ihr Leben, wurden überrascht durch eine Flotte muslimischer Piraten die in ihrem Dorf auftauchten, oder sie wurden entführt, während sie auf hoher See fischten. Thomas Pellow wurde in Marokko versklavt und dreiundzwanzig Jahre lang von Barbaren Piraten gefangen gehalten, als er im Jahr 1716 Kabinenjunge auf einem kleinen englischen Schiff war. Er wurde gefoltert, bis er den Islam annahm. Wochenlang wurde er geschlagen und ausgehungert, bis er schließlich nachgab weil sein Peiniger ihn folterte indem er ” mein Fleisch durch Feuer von meinem Knochen brannte, was der Tyrann häufig wiederholte, meistens auf eine grausame Art und Weise.”

Während des größten Teils des siebzehnten Jahrhunderts verloren alleine die Engländer mindestens 400 Matrosen in einem Jahr an die Sklavenhändler. Ein amerikanischer Sklave berichtete von über 130 amerikanischen Seeleuten, die durch die Algerier im Mittelmeer und im Atlantik zwischen 1785 und 1793 versklavt wurden (dem die bereits erwähnte militärische Reaktion der Amerikaner folgte). In seinem Buch “White Gold“ [Weißes Gold], beschreibt Giles Milton, wie regelmäßig Jihadrazzien, die sich bis ins nördliche Europa erstreckten sogar so weit nördlich bis hin zum fernen Island, das mitten im Nordatlantik liegt, stattfanden, wo einige Dorfbewohner in gut dokumentierten Angriffen im siebzehnten Jahrhundert als Sklaven nach Nordafrika entführt und verschleppt wurden.

Wie Murray Gordon in seinem Buch “Slavery in the Arab World“ [Sklaverei in der arabischen Welt] schreibt, waren die sexuellen Aspekte der Sklaverei unverhältnismäßig wichtig in der islamischen Welt. “Eunuchen erzielten die höchsten Preise unter den Sklaven, gefolgt von den jungen und hübschen, weißen Frauen.” Normalerweise machten die hohen Kosten die weißen Sklavinnen zu einem Luxusartikel, den sich nur reiche Muslime leisten konnten:

Nach weißen Frauen gab es fast immer eine größere Nachfrage als nach afrikanischen und die Araber waren bereit, viel höhere Preise für tscherkessische und georgische Frauen aus dem Kaukasus und aus tscherkessischen Kolonien in Kleinasien zu bezahlen. Nachdem die Russen Tscherkessien und Georgien beschlagnahmt hatten, am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und als Folge des Vertrags von Adrianopolis im Jahre 1829 in dem sie die erhaltenen Festungen zurückbekamen, die die Straße in die Türkei aus Tscherkessien kontrollierten, kam der Handel mit tscherkessischen Frauen zu einem sprichwörtlichen Erliegen. Dies führte dazu, dass der Preis von tscherkessischen Frauen in die Höhe schoß auf den Sklavenmärkten von Konstantinopel und Kairo. Die Situation war fast vollständig rückgängig gemacht worden in den frühen 1840er Jahren, als die Russen im Tausch gegen eine türkische Zusage zur Einstellung ihrer Angriffe auf die Festungen an der Ostseite des Schwarzen Meeres, heimlich vereinbarten, sich nicht mehr in den Sklavenhandel einzumischen. Dieser uneingeschränkte Handel führte zu einem Überangebot auf den Märkten von Konstantinopel und Kairo, wo die Preise für tscherkessische Frauen in der Reichweite von vielen normalen türkischen und ägyptischen Frauen lagen.

Nach den Weißen, wurden die abessinischen (Äthiopien) Mädchen zur “zweitbesten” Alternative. Je nach Helligkeit der Haut, Attraktivität und Fähigkeiten, lagen die Kosten überall bei einem Zehntel bis zu einem Drittel des Preises einer tscherkessischen oder georgischen Frau. Solange Tscherkessinnen, Slawinnen, Griechinnen und andere weiße Frauen zu erschwinglichen Preisen erhältlich waren, bevorzugten sie die Araber vor den schwarzen. Es ist interessant zu bemerken, dass dieses Muster lange vor der europäischen Kolonialzeit entstand. In diesen Tagen, in denen alles Schlechte in der Welt den Europäern zugesprochen wird, ist es normal zu sagen, dass “Rassismus” ein Erbe der europäischen Kolonialzeit sei. In der Tat gibt es eine nahezu universelle Vorliebe für helle Haut vor allem bei Frauen, im Nahen Osten, in Asien und in Afrika selbst, die es schon lange vor der europäischen Kolonialherrschaft in diesen Ländern gab.

Murray Gordon sagte dazu folgendes:

Während einer besseren Zeit des Mittelalters diente Europa als eine wertvolle Quelle für Sklaven, die in der muslimischen Welt als Soldaten, Konkubinen und Eunuchen angepriesen wurden. Man handelte aber nicht lange mit Afrika auf diesem Gebiet, wenn dann nur, weil das christliche Europa von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Vorstellung zurückwies, dass ihre Menschen versklavt werden könnten, vor allem von der verachteten muslimischen Welt. Im größten Teil von Schwarzafrika dagegen gab es einige Regierungen oder Häuptlinge, die ihre Autorität gegen die Händler stellten, die mit Wohnwagen und Schiffen kamen und auf der Suche waren nach Sklaven. Beklagenswerterweise wurden viele afrikanische Häuptlinge oft zu Vermittlern im Handel, indem sie mit Bewohnern von nahegelegenen Dörfern als Zugabe handelten und sie austauschten gegen eine Auswahl von hergestellten Waren.

Es gibt einige Beispiele, bei denen Europäer andere Europäer als Sklaven verkauften. Dies passierte durch die Wikinger oder Slawen, insbesondere aber durch bestimmte Italiener, hier vor allem die Venezianer. Einige Reeder aus Venedig, die russische und georgische Sklaven am Schwarzen Meer geladen hatten, verkauften diese an die Türken oder in venezianische Zucker-Plantagen auf Kreta und Zypern. Diese Arten von Aktivitäten, die scharf verurteilt wurden, sowohl von der römisch-katholischen als auch von der byzantinischen Kirche, sollten aus Gründen der historischen Genauigkeit dennoch erwähnt werden, aber das war eindeutig von untergeordneter Bedeutung im Vergleich zu den umfangreichen islamischen Überfällen in Europa viele Jahrhunderte lang.

Die Sklaverei hatte in den muslimischen Gesellschaften nie eine derart mächtige Opposition, wie in christlichen. Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, wurden Fragen zur Sklaverei zuletzt angesprochen, aber nur wegen des westlichen Einflusses und unter militärischem Druck. Murray Gordon schreibt:

Dass sich die Sklaverei so lange fortsetzte in der muslimischen Welt – sie war nur in Saudi-Arabien abgeschafft worden im Jahr 1962 und etwas später,1981, in Mauretanien – war der Tatsache zu verdanken, dass sie im islamischen Recht tief verankert war. Durch die Legitimierung der Sklaverei und als Erweiterung davon, der schäbige Handel mit Sklaven (für die es keine rechtlichen Sanktionen gab), erhöhte der Islam diese Praktiken zu einem unangreifbaren moralischen Plan. Als Ergebnis davon gab es in keinem Teil der muslimischen Welt jemals eine ideologische Herausforderung die gegen die Sklaverei gerichtet war. Die politische Struktur und das soziale System in der muslimischen Gesellschaft hätten einen dunklen Schatten auf eine solche Herausforderung geworfen. Der Sultan des Osmanischen Reiches und die Potentaten, die in anderen muslimischen Ländern regierten, verdankten ihren Thron sowohl ihren religiösen als auch ihren weltlichen Führern und waren daher zur Wahrung des Glaubens verpflichtet. Ein Teil dieser Verpflichtung war es, das normale Funktionieren der Sklavensystems zu gewährleisten, das einen integralen Bestandteil der islamischen Gesellschaft ausmachte, wie es im Koran ausgeschmückt wird.

Im Gegensatz zum Westen, gab es nie eine muslimische Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, weil diese nach der Scharia, dem islamischen religiösen Gesetz erlaubt ist und dies ist so geblieben, bis zum heutigen Tag. Als die offene Praxis der Sklaverei endlich abgeschafft wurde in den meisten Teilen der islamischen Welt, war dies nur durch externen westlichen Druck geschehen, der ausging von dem amerikanischen Krieg gegen die Barbaren Piraten bis hin zur Seemacht des Britischen Empires. Sklaverei wurde als selbstverständlich hingenommen in der gesamten islamischen Geschichte und dauerte länger als der westliche Sklavenhandel. Robert Spencer erläutert in seinem Buch: “A Religion of Peace?: Why Christianity Is and Islam Isn’t“ [Eine Religion des Friedens?: Warum das Christentum eine ist und der Islam nicht]:

Auch gab es keine muslimische Bewegung zur Abschaffung [der Sklaverei] keinen Clarkson, Wilberforce, oder Garrison. Als der Sklavenhandel beendet war, wurde das nicht durch muslimische Anstrengungen erreicht, sondern durch britische Streitkräfte. Trotzdem gibt es Anzeichen dafür, dass es in einigen muslimischen Ländern die Sklaverei weiterhin unter der Oberfläche gibt – vor allem in Saudi-Arabien, das die Sklaverei erst im Jahr 1962 abgeschafft hat; Jemen und Oman beendeten beide die legale Sklaverei im Jahr 1970 und Niger hat die Sklaverei erst 2004 abgeschafft. Im Niger wird das Verbot weitgehend ignoriert und etwa eine Million Menschen leben immer noch in Unfreiheit. Sklaven werden gezüchtet, oft vergewaltigt und in der Regel behandelt wie Tiere. Es gibt sogar Fälle von Sklavrei in den Vereinigten Staaten, in die Muslime verwickelt sind. Ein Saudi namens Homaidan al-Turki wurde im September 2006 zu siebenundzwanzig Jahren Haft verurteilt, weil er eine Frau als Slavin in seinem Haus in Colorado gehalten hatte. Al-Turki behauptete seinerseits, er sei ein Opfer anti-muslimischer Vorurteile geworden.

Sklaverei wurde von Völkern aller Rassen in der griechisch-römischen Welt praktiziert, bei den Deutschen, den Sachsen, den Kelten und bei einigen schwarzen afrikanischen Völkern. Der bekannteste Sklavenaufstand in der römischen Epoche wurde angeführt von Spartacus, einem versklavten Gladiator vom Volke der Thrakier, die die Region des heutigen Bulgarien und den Balkan nahe dem Schwarzen Meer in früheren Zeiten dominierten. Seine Rebellion wurde niedergeschlagen im Jahr 71 v. Chr. und Tausende von Sklaven wurden entlang der Straße nach Rom gekreuzigt, als Warnung für andere. Dem Rückzug der Sklaverei in Europa folgte die Ausbreitung des Christentums.

Wenn wir noch weiter zurückgehen, ins Alte Königreich des alten Ägyptens, war die Sklaverei ein wichtiger Bestandteil des afrikanischen Handels mit anderen Kontinenten. Allerdings, nach Robert O. Collins und James M. Burns in dem Buch „A History of Sub-Saharan-Africa“ wird gesagt dass: “Der Beginn des islamischen Zeitalters fiel zusammen mit einer starken Zunahme des afrikanischen Sklavenhandels.”: Der Ausbau des Sklavenhandels durch die Sahara stand im Zusammenhang mit dem Sahelreich von Ghana und war eine Reaktion auf die Nachfrage der Märkte des muslimischen Nordafrikas:

Die moralische Rechtfertigung für die Versklavung der Afrikaner südlich der Sahara durch Muslime wurde durch die Tatsache akzeptiert, dass sie die “Ungläubigen “(kafirin) waren, die ihre traditionellen Religionen mit vielen Göttern praktizierten und nicht den einen Gott des Islam hatten. Die Notwendigkeit zur Sklaverei, unabhängig davon, ob sie mit Gewalt genommen oder durch kommerziellen Handel beschafft wurden, belebte den alten, aber schläfrig gewordenenTrans-Sahara-Handel wieder, der zu einem wichtigen Beschaffer für Sklaven für Nord-Afrika und das islamische Spanien wurde. Die frühesten muslimischen Aufzeichnungen über Sklaven, die die Sahara durchquerten von Fezzan aus im Süden Libyens bis nach Tripolis an der Mittelmeerküste, wurden im siebten Jahrhundert verzeichnet, aber vom neunten bis zum neunzehnten Jahrhundert gibt es eine Vielzahl von Aufzeichnungen von Plünderungen der militärischen Staaten der Sahel-Zone, die den nordafrikanischen Muslimen als bilad al-Sudan, (”Land der Schwarzen”) bekannt waren, von heidnischen Afrikanern, die an muslimische Händler verkauft wurden und durch die Wüste marschierten als profitabelste Ware ihres umfangreichen kommerziellen Netzes. Ab dem zehnten Jahrhundert gab es einen stetigen Strom von Sklaven aus den Reichen des westlichen Sudan und dem Tschad-Becken, das sich durch die Sahara erstreckt. Viele starben auf dem Weg, aber die Überlebenden erzielten einen hohen Gewinn auf den lebendigen Märkten von Sijilmasa, Tripolis und Kairo.

Die Ausbreitung des Islam mit arabischen Kontakten brachte die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben in die Sub-Sahara des westlichen Afrikas, aber ansonsten belebten die Muslime den Sklavenhandel von Ost-Afrika bis zum Indischen Ozean, dem Nahen Osten und dem Persischen Golf, und einige afrikanische Sklaven wurden bis nach Mittel-Asien und Indien verschifft.

Als die Europäer begannen sich mit Gewalt Zutritt zur südlichen Sahara zu verschaffen, war nur der Teil von Afrika nördlich der Sahara und die Küste des Roten Meeres der alten Mittelmeer Welt bekannt, aber nicht das südliche Gebiet der Sahara in Afrika. Die Portugiesen unternahmen geplante Entdeckungsreisen an Westafrika entlang im fünfzehnten Jahrhundert, die Jahrzehnte der Verbesserungen bei Navigation und Schiffsbau erforderten, bevor sie um das Kap der guten Hoffnung segeln konnten um den Indischen Ozean zu erreichen.

Während die ausgedehnte portugiesische Teilnahme am transatlantischen Sklavenhandel weithin bekannt ist, weiß jedoch nicht jeder, dass Cristóvão da Gama (1516-1542), Sohn des großen portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama (ca. 1460-1524), Anfang der 1540er Jahre in Äthiopien kämpfte zur Unterstutzung der dortigen Christen, und dort auch starb. Die Äthiopier waren die einzige afrikanische Nation, die des Lesens und Schreibens kundig war und die nicht unter islamischer Herrschaft stand; sie waren durch die ägyptischen Kopten bereits im vierten und fünften Jahrhunderten n.Chr. christianisiert worden, aber waren nach den islamischen Eroberungen vom direkten Kontakt mit der christlichen Mittelmeerwelt praktisch abgeschnitten worden. Portugiesische Söldner kamen um das äthiopische Königreich davor zu bewahren durch Moslems, die von den somalischen Ebenen kamen, überwältigt zu werden. Robert O. Collins und James M. Burns erklären in dem Buch „ A History of Sub-Saharan Africa“ [Eine Geschichte der afrikanischen Subsahara]:

Die Monarchie hatte die letzte moslemische Zitadelle in Portugal im Jahr 1249 erobert und im Jahr 1385 war ein stabiles politisches System unter einer neuen Dynastie, dem Haus von Avis entstanden, das an der Westküste Europas isoliert war, mit einem starken und misstrauischen Spanien als seinem östlichen Nachbarn. Das Gold Afrikas würde die Mittel zur Verfügung stellen, das Königreich zu verteidigen und portugiesische Entdeckungsreisen um Afrika herum in den Indischen Ozean und nach Asien zu finanzieren, um so am Reichtum durch den Handel mit Gewürzen teil zu haben. Außerdem lebten hinter der Wüste Sahara die nichtmoslemischen Völker des westlichen Afrikas, die vielleicht zum Christentum bekehrt und zum Kreuzzug gegen die Moslems angeworben werden konnten… Und dann gab es die fesselnde Legende von Prester John, der den Wunsch der mittelalterlichen europäischen Monarchen entzündete, diesem belagerten christlichen König beizustehen, der irgendwo im Osten von moslemischen Feinden umgeben war. Im fünfzehnten Jahrhundert war die Legende von Prester John verknüpft worden mit Abessinien (Äthiopien) im nordöstlichen Afrika; man sagte, dass die Christen ihren Glauben gegen den Jihad (heiliger Krieg) des Islam verteidigen mussten. Kein portugiesischer König, Edelmann oder Bauer konnte seine christliche Verantwortung verleugnen, um Prester John und seinen Leuten zur Hilfe zu kommen.

Außerdem, was in den folgenden Jahrhunderten zu einer weltweiten, europäischen Vergrößerung führen sollte, die Erforschung der Meere in Portugal im fünfzehnten Jahrhundert, begann mit der Initiative von Prinz Heinrich dem Sefahrer (1394-1460). Die Erforschung der afrikanischen Küsten durch die Portugiesen geschah eher beiläufig , im Jahr 1415 nahmen sie den afrikanischen Nordhafen von Ceuta ein, der als Basis für die Piraten der moslemischen Barbaren für ihre Angriffe auf die Küsten Portugals verwendet worden war, bei denen die Ortsansässigen als Sklaven gefangen genommen wurden und mehrere Gebiete wegen wiederholter Angriffe entvölkert waren.

Einer der wichtigsten Gründe für diese frühe, europäische, überseeische Vergrößerung war der Wunsch, dem moslemischen Würgegriff zu entkommen, den der europäische Kontinent für so lange genossen hatte. Dies behandelt Norman Davies in seinem umfangreichen Buch „Europe: A History“ [Europa: Eine Geschichte], ausführlich:

Der Einfluss des Islams auf die christliche Welt kann nicht übertrieben werden. Die Eroberungen des Islams verwandelten Europa in die zentrale Basis des Christentums. Zur gleichen Zeit wurden durch das große moslemische Territorium die Christen von praktisch allen direkten Kontakten mit anderen Religionen und Zivilisationen abgeschnitten. Die Barriere des militanten Islams zwang die [europäische] Halbinsel sich auf sich selbst zu konzentrieren, indem man viele der früheren Wege des kommerziellen, intellektuellen und politischen Handels abbarch und umgestaltete. In diesem Feld eines religiösen Konflikts blieben dem Christentum zwei Aufgaben – mit dem Islam zu kämpfen und die restlichen Heiden zu bekehren. Man zwang das Byzantinische Reich zur ständigen vordringlichen Verteidigung seiner Ostgrenzen und dies führte folglich zu einer Vernachlässigung seiner Reichsmission im Westen. Dies schuf die Bedingungen, in der sich andere, entferntere, christliche Staaten selbst wehren mussten und zunehmend Maßnahmen zu einer lokalen Autonomie und Wirtschaftsunabhängigkeit ergriffen. Mit anderen Worten gab es einen Hauptstimulus zum Feudalismus. Vor allem, indem man das Mittelmeer beherrschte, zerstörte man die Überlegenheit, die die Mittelmeerländer bisher über den Rest der Halbinsel ausgeübt hatten.

Kein europäisches Volk litt mehr unter der islamischen Kolonialpolitik als diejenigen auf dem Balkan. Sir Jadunath Sarkar, der herausragende Historiker von Mughal Indien, schrieb folgendes über den Begriff ‚dhimmitude’, dem demütigenden Rassentrennungssystem, das Nichtmoslems nach islamischem Gesetz auferlegt wird: “Die Konversion der kompletten Bevölkerung zum Islam und das Erlöschen jeder Form von Meinungsvielfalt ist das Ideal des moslemischen Staates. Wenn ein Ungläubiger es ertragen muss, in der Gemeinschaft zu bestehen, dann ist dies ein notwendiges Übel und nur für eine Übergangszeit . …Daher kann ein Nichtmoslem nicht Bürger des Staates sein; er ist ein Mitglied einer untergeordneten Klasse; sein Status ist eine modifizierte Form der Sklaverei. Er lebt unter einem Vertrag (dhimma) mit dem Staat. … Kurz gesagt, nachdem sein Land durch die Moslems erobert wurde, ist seine weitere Existenz im Staat abhängig von seiner Person und seinem Eigentum, das der Sache des Islams unterworfen wird.”

Diese “modifizierte Form der Sklaverei” wird heute oft als Gipfel “der Toleranz” bezeichnet. Wenn die Halbsklaven gegen dieses System rebellieren und Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fordern, wird der Jihad eingesetzt. Das geschah mit den christlichen Untertanen des Osmanischen Reichs, die durch Gemetzel unterdrückt wurden, welche im Rassenmord türkischer und kurdischer Moslems gegen Armenier im 20. Jahrhundert gipfelten.

Der Balkan, mit seinen engen Verbindungen zu Byzanz, war in mittelalterlichen Zeiten ein einigermaßen kutiviertes Gebiet, bis die osmanischen Türken dort viel verwüsteten. Einer der entsetzlichsten Aspekte davon war die Praxis des ‚devshirme’ [Knabenauslese], das Sammeln von christlichen Jungen, die gewaltsam zum Islam konvertiert wurden und dazu erzogen wurden, ihr eigenes Volk zu hassen. Andrew G. Bostom zitiert die Arbeit des Gelehrten Vasiliki Papoulia, der den dauernden verzweifelten Kampf der christlichen Bevölkerungen gegen diese gewalttätig auferlegte osmanische Auslese hervorhebt:

Es ist offensichtlich, dass sich die Bevölkerung stark dagegen auflehnte…dieses Ausmaß [und die Auslese] konnten nur gewaltsam ausgeführt werden. Diejenigen, die sich weigerten, ihre Söhne – die gesündesten, ansehnlichsten und intelligentesten zu übergeben – wurden an Ort und Stelle getötet, indem man sie hängte. Dennoch haben wir Beispiele für einen bewaffneten Widerstand. Im Jahr 1565 fand eine Revolte in Epirus und Albanien statt. Die Einwohner töteten die Offiziere, die die Rekruten anwarben und die Revolte wurde erst niedergeschlagen, nachdem der Sultan fünfhundert Janitscharen zur Unterstutzung des lokalen Sanjak-Beis entsandte. Dank der historischen Archive von Yerroia über den Aufstand in Naousa im Jahr 1705 sind wir bestens informiert darüber, wo die Einwohner den Silahdar Ahmed Celebi und seine Helfer töteten und dann als Rebellen zu den Bergen flohen. Einige von ihnen wurden später gefangen genommen und getötet.

Die christlichen Untertanen versuchten jahrhundertelang diese grausame Praxis zu bekämpfen:

Da es keine Möglichkeit gab, [der Auslese] zu entkommen, ersann die Bevölkerung mehrere Listen. Einige verließen ihre Dörfer und flohen zu bestimmten Städten, die befreit waren von der Knabenauslese oder sie wanderten in venezianisch gehaltene Territorien ab. Das Ergebnis war eine Entvölkerung der Landschaft. Andere ließen ihre Kinder in einem frühen Alter heiraten…Nicephorus Angelus…stellt fest, dass zuweilen die Kinder auf ihre eigene Initiative hin davonliefen, aber als sie hörten, dass die Behörden ihre Eltern gefangen genommen hatten und sie zu Tode folterten, kehrten sie zurück und gaben auf. La Giulletiere zitiert den Fall eines jungen Atheners, der aus seinem Versteck zurückkehrte, um das Leben seines Vaters zu retten und dann beschloss selbst zu sterben weil er nicht seinem Glauben abschwören wollte. Gemäß den Beweisen in türkischen Quellen schafften es einige Eltern sogar, ihre Kinder zu entführen, nachdem sie rekrutiert worden waren. Die erfolgreichste Art der Einberufung zu entgehen, war durch Bestechung. Dass das Letztere sehr weit verbreitet war, kann man an den großen Geldbeträgen sehen, die der Sultan von den korrupten Beamten beschlagnahmt hat.

Lee Harris beschreibt in seinem Buch, „The Suicide of Reason“ [Der Selbstmord des Verstands] diese Praxis des ‚devshirme’, den Prozess sich die besten, klügsten und passendsten “Alpha-Jungen zu pflücken,” um die nichtmoslemische, unterworfene Bevölkerung zu schwächen:

Der Leibwächter der Janitscharen ‘hatte die Aufgabe, den Souverän vor inneren und äußeren Feinden zu schützen,’ schreibt der Gelehrte Vasiliki Papoulia. ‘Um diese Aufgabe zu erfüllen, wurde er einer sehr strengen und speziellen Ausbildung unterworfen, die Janitscharenausbildung war berühmt in der osmanischen Gesellschaft. Diese Ausbildung machte die geistige Transformation von christlichen Kindern in feurige Kämpfer möglich, für den Ruhm des Sultans und für ihren kürzlich erworbenen islamischen Glauben.’ Weil die christlichen Jungen in zielstrebige Fanatiker verwandelt werden mussten, war es nicht genug, dass sie einfach ihre Position erbten. Sie mussten einer Gehirnwäsche unterzogen werden, wie wir heute sagen würden, und das konnte am effektivsten mit Jungen getan werden, die von allen familiären Beziehungen völlig abgeschnitten worden waren. Indem man die Jungen aus ihren Elternhäusern nahm und sie in eine andere Welt transportierte, stellte ‚devçirme’ sicher, dass es keinen Loyalitätskonflikt zwischen Familie und Pflicht für das Reich geben würde. Die ganze Loyalität würde auf die Gruppe selbst und auf den Sultan konzentriert.

Diese Praxis verringerte die Kraft der christlichen Bevölkerung. Noch einmal Harris:

Die Auswahl dieser Alpha-Jungen hatte zwei Effekte, zum einen gut für das Osmanische Reich, zum anderen schlecht für die unterworfene Bevölkerung. Indem man die kritischen Posten im Osmanischen Reich mit Jungen besetzte, die auf der Grundlage ihrer inneren Leistung und nicht ihrer Familienverbindung hin ausgewählt worden waren, schuf das Reich automatisch eine Leistungsgesellschaft – wenn ein Junge zäh, mutig, intelligent und fanatisch loyal war, war er in der Lage sich seinen Weg in der osmanischen Hierarchie selbst zu erarbeiten; tatsächlich, wie wir gesehen haben, wird er zu einem Mitglied der herrschenden Elite, obwol er nach dem formellen Titel der Sklave des Sultans zu sein hatte. Das Osmanische Reich stärkte sich zweifach und zwar durch die Auslese dieser Alpha-Jungen und damit durch die Schwächung seiner unterworfenen Bevölkerung, der man das Beste und Schönste nahm. Dank der Einrichtung von ‚devçirme’ wurden die ‘passenderen’ christlichen Jungen, die höchstwahrscheinlich einmal Agenten des Aufruhrs gegen das Reich sein würden, zu fanatischen Moslemkriegern, die verwendet wurden, um die Schwierigkeiten zu unterdrücken, die die ‘weniger passenden’ christlichen, zurückgelassenen Jungen im Stande waren zu verursachen.

Das am längsten andauernde Vermächtnis der jahrhundertelangen osmanischen Türkenherrschaft auf dem Balkan, ist die Anwesenheit großer, einheimischer, moslemischer Gemeinschaften. Srdja Trifkovic erklärt in Kosovo in dem Buch „ The Score 1999-2009“ [Die Anzahl 1999-2009], das dem Jahrestag der NATO-Bombardierung Serbiens gewidmet ist, die auf eine ethnische Säuberung des christlichen Serbien durch die vorherrschenden moslemischen Albaner hinauslief:

Die Balkanhalbinsel ist eines der ethnisch und religiös verschiedenartigsten Gebiete der Welt, besonders wenn man an sein relativ kleines Gebiet (etwas mehr als 200.000 Quadratmeilen) und die Bevölkerung (ungefähr 55 Millionen) denkt. Von dieser Zahl haben östliche, orthodoxe Christen – hauptsächlich Griechen, Bulgaren, Serben und slawische Makedonier – die schmale Mehrheit von ungefähr 53 Prozent; sunnitische Moslems (11 Millionen Türken in der europäischen Türkei und eine ähnliche Zahl von Albanern, slawische Moslems und ethnische Türken woanders) ergeben zusammen 40 Prozent; und römische Katholiken (hauptsächlich Kroaten) liegen um 5 Prozent. Diese Gemeinschaften leben nicht in einer multikulturellen Harmonie. Ihr gegenseitiger Mangel an Vertrauen, der sich gelegentlich in Gewalt verwandelt, ist ein anhaltendes Ergebnis türkischer Herrschaft. Vier hervorstechende Eigenschaften des osmanischen Staates wurden institutionalisiert: religiös gerechtfertigte Diskriminierung von Nichtmoslems; persönliche Unsicherheit; unsichere Koexistenz von Ethnien und Glaubensgrundsätzen ohne sich zu vermischen; und die Abwesenheit einer vereinigenden Staatsideologie oder überkonfessionellen Quelle der Loyalität. Es war eine Hobbes’sche Welt, und es entstand eine angemessene Denkweise; das Nullsummen Spiel nähert sich der Politik, in der der Gewinn der einen Seite als der Verlust der Anderen wahrgenommen wird. Diese Denkweise hat sich, fast ein Jahrhundert nach dem Zerfall des Reiches nicht geändert.

Trifkovic warnt, dass “die christlichen Gemeinschaften überall auf dem Balkan in einem steilen, langfristigen demografischen Niedergang begriffen sind. Die Fruchtbarkeitsrate ist unter dem Erhaltungsniveau in jedem Land mit christlicher Mehrheit in diesem Gebiet. Die Moslems haben im Vergleich dazu die höchsten Geburtenraten in Europa, zusammen mit den Albanern, die an der Spitze der Tabelle stehen. Auf dem gegenwärtigen level ist es wahrscheinlich, dass die Moslems innerhalb einer Generation die einfache Mehrheit auf dem Balkan erreichen werden.”

Die Kriege auf dem Balkan sind ein direktes Ergebnis des Vermächtnisses der türkischen moslemischen Kolonialpolitik. Also warum fordert niemand, dass die Türken Schadenersatz für ihre ehemaligen Untertanen bezahlen sollten, angefangen bei den Armeniern, die einen Jihad Genozid vor weniger als einem Jahrhundert ertragen mussten, und weiter mit den Serben, den Bulgaren, den Griechen, den Kroaten und anderen, die alle Hunderte von Jahren des Missbrauchs und der Ausnutzung am eigenen Leib ertragen mussten?

Es gibt einen beharrlichen Mythos, dass die wissenschaftliche und industrielle Revolution nur deshalb geschah, weil die Europäer andere Kontinente “ausplünderten”. Das kann leicht widerlegt werden, da es nur wenige Korrelationen gibt zwischen Ländern, die umfassende Kolonialreiche hatten und solchen mit hoch entwickelten Wissenschaften und Industrien. Portugal hatte mehrere Kolonien und war ein aktiver Teilnehmer am transatlantischen Sklavenhandel, trotzdem ist es immer noch eines der ärmsten Länder in Westeuropa, das in einem scharfen Kontrast steht zu Schweden, der Schweiz oder Finnland, die keine Kolonialgeschichten haben.

Die Spanier brachten viel Silber und Gold aus ihren Kolonien in Lateinamerika zurück, das manchmal unter sehr harten Bedingungen gefördert worden war. Und doch entwickelten die Spanier nie eine Hauptrolle in der europäischen Wissenschaft und Technologie. Die Italiener waren in der europäischen Wissenschaft viel herausragender als die Spanier, ungeachtet der Tatsache dass sie keine Kolonialgeschichte hatten, wenn auch aus keinem anderen Grund als dass “Italien” als ein Staat vor der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts gar nicht bestand. Dasselbe kann auch über Deutschland gesagt werden. Die Deutschen überholten die Französen und manchmal sogar die Briten im frühen zwanzigsten Jahrhundert in Wissenschaft und Technologie, ungeachtet der Tatsache dass die zwei Letzteren globale Kolonialreiche hatten, wohingegen die Deutschen nur einige, ziemlich bedeutungslose Kolonien hielten.

Wenn wir die poströmische Periode als Ganzes betrachten, entsteht ein Bild, in dem Europa die meiste Zeit unter der Belagerung durch feindliche Ausländer stand, aber wider Erwarten erfolgreich war. Bereits vor 1300 n. Chr. hatten die Europäer ein sich schnell ausbreitendes Netz von Universitäten geschaffen, einer Einrichtung, die keine echte Entsprechung irgendwo anders hatte, und es waren Dinge wie mechanische Uhren und Brillen erfunden worden. Es ist leicht, die Bedeutung dieser Dinge zu unterschätzen, aber die Fähigkeit genaue Maße von natürlichen Phänomenen zu machen, war lebenswichtig für die wissenschaftlichen und industriellen Revolutionen. Die Fertigung der Brille führte indirekt zur Entwicklung von Mikroskopen und Fernrohren und so zur modernen Medizin und Astronomie. Das Netz von Universitäten erleichterte die Ausbreitung von Informationen und Meinungen und wurde so zum Brutkasten für viele spätere, wissenschaftliche Fortschritte. Alle diese Erfindungen wurden Jahrhunderte vor dem Beginn der europäischen Kolonialpolitik gemacht, tatsächlich eher zu einer Zeit, als Europa selbst ein Opfer der Kolonialpolitik war und schon seit einer sehr langen Zeit gewesen war. Teile Spaniens waren noch immer unter islamischer Herrschaft, ein aggressiver Jihad wurde von den Türken in den restlichen Byzantinischen Ländern geführt und die Küsten von Frankreich über Italien bis nach Russland hatten Jahrhunderte von islamischen Überfällen ertragen.

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Fjordman: Großbritannien, Vom Parlamentarismus zum Polizeistaat

Posted by paulipoldie on June 26, 2009

Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass einige Briten von Europa als “irgendwo anders” sprechen, dem sie nicht angehören. Meiner Meinung nach ist Großbritannien sehr wohl ein Teil der europäischen Zivilisation, ob sie es zugeben wollen oder nicht, aber ich bin bereit, ihnen einen besonderen Platz in der europäischen Tradition zu geben. Es gibt einen Grund, warum Englisch zur ersten globalen lingua franca wurde. Während ich mich in diesen Tagen in meinen Essays in erster Linie mit der Geschichte der Wissenschaft beschäftige, lassen Sie mich heute einen kurzen Blick auf einige der politischen Ideen und Konzepte werfen, bei denen die Briten in die Neuzeit federführend waren. Die berühmte englische Gesetzesurkunde bekannt als die Magna Charta, die im Jahr 1215 veröffentlicht und in Lateinisch geschrieben wurde, begrenzte die königliche Macht in England und hatte große, langfristige politische Konsequenzen, wenn sie mit späteren Ereignissen verknüpft wurde. König Johann (1166-1216) hatte die Magna Charta widerwillig unterschrieben und die immensen Ausgaben für die ausländischen Berater seines Sohnes und Nachfolgers, Heinrich III (1207-1272) störten die Adligen, die einmal mehr als eine Klasse unter der Leitung des Edelmanns Simon de Montfort (1208-1265), Earl of Leicester, handelten. Im Jahre 1258 übernahmen sie die Regierung und wählten einen Rat der Adligen, das nun ‚Parlament’ oder ‚Parlement’ hieß, ein französisches Wort, dass “Diskussion (und) Sitzung” bedeutet. Dieses “Parlament” übernahm die Kontrolle über das Staatsvermögen und zwang Heinrich seine ausländischen Berater loszuwerden. Heinrich starb im Jahr 1272 und sein Sohn Edward I (1239-1307) bestieg den Thron. Er versammelte das erste, echte Parlament. Simon de Montforts Rat bestand nur aus Adligen und war in der Lage, Statuten, schriftliche Gesetze, zu erlassen und politische Entscheidungen zu treffen, aber die Lords waren eher weniger in der Lage, dem König Geld zu beschaffen. Mehrere Könige hatten die erforderlichen Vorkehrungen zu einer Besteuerung getroffen, aber wie David McDowall in seinem Buch „An Illustrated History of Britain“ schreibt: “Edward I war der erste, der eine ‚repräsentative Institution’ gründete, die das Geld beschaffen konnte, das er benötigte. Diese Einrichtung wurde zum ‚House of Commons’.. Im Gegensatz zum ‚House of Lords’ bestand es aus einer Mischung, die man “Gentry [Adel, bzw niederer Adel]” nannte (Ritter und andere wohlhabende Freie aus den Shires [Grafschaften]) sowie Händler aus den Städten.. Dies waren die beiden große Gruppen von Menschen, die Englands Reichtum produzierten und kontrollierten. Im Jahr 1275 befahl Edward I jeder Grafschaft und jeder Stadt (oder Gemeinde), zwei Vertreter in sein Parlament zu entsenden. Diese “Bürgerlichen” wären gerne weggeblieben, wenn sie gekonnt hätten, um zu vermeiden, dass sie Edward Geld geben mussten. Doch nur wenige gingen das Risiko ein Edwards Zorn herauszufordern. Sie wurden unfreiwillig zu Vertretern ihrer Gemeinde ernannt. Dies war, viel eher als die Magna Charta, der Anfang einer Idee, dass es “keine Besteuerung ohne Vertretung” geben sollte, ein Slogan, der später von den amerikanischen Kolonisten des achtzehnten Jahrhunderts für sich beansprucht wurde. In anderen Teilen von Europa, gab es ähnliche “Parlamente”, aber mit einer Trennung zwischen den Adligen und den bürgerlichen Vertretern. England war in dieser Hinsicht von besonderer Bedeutung, weil das House of Commons aus einer Mischung von Adligen aus der feudalen herrschenden Klasse und Händler und Freien bestand, die nicht zu dieser Klasse gehörten. Die Zusammenarbeit dieser Gruppen, durch das House of Commons, wurde wichtig für die spätere politische und soziale Entwicklung Großbritanniens. ” Händler und Landadel waren darum bemüht, Einfluss auf die Politik des Königs zu nehmen, genauso wie sie ihre eigenen Interessen schützen wollten. Als Frankreich den wichtigen Wollhandel mit Flandern bedrohte, unterstützten sie Edward III (1312-1377) in seinem Krieg. Während der Herrschaft Edwards III wurde das Parlament in zwei Teile aufgeteilt: die Lords und die sog. Commons, die die Mittelschicht repräsentierten. Die wirklich Armen hatten keine eigene Stimme im Parlament bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Viele europäische Länder hatten im Mittelalter ähnliche Arten von Parlamenten, aber in den meisten Fällen verschwanden diese Einrichtungen als der Feudalismus ausstarb. Aber in England half der Tod des Feudalismus das House of Commons im Parlament zu stärken. Wie in dem Bürgerkrieg von 1642, war die Glorreiche Revolution, wie die politischen Ergebnisse der Ereignisse von 1688 genannt wurden, völlig ungeplant. Es war mehr ein Staatsstreich durch die herrschenden Eliten als eine Revolution als solche, aber die Tatsache, dass das Parlament Wilhelm zum König machte, also nicht durch Erbfolge, sondern durch ihre Wahl, das war in der Tat revolutionär. Das Parlament wurde deutlich stärker als der König und würde es auch in Zukunft bleiben. Seine Macht über die Monarchen wurde in der “Bill of Rights” im Jahr 1689 festgeschreiben. Der König war von nun an nicht mehr in der Lage Steuern zu erheben oder eine Armee ohne die Zustimmung des Parlaments zu unterhalten, oder gegen jeden MP [= member of parliament, dt: Abgeordenter] für das, was er im Parlament sagte, vorzugehen. Im siebzehnten Jahrhundert stieg England als Großmacht auf, deren Einfluss sich zunehmend weit über Europa hinaus erstreckte. Es war auch eine der am geistig kreativsten Regionen der Welt. Nachdem Isaac Newton seine „Principia“ im Jahr 1687 veröffentlicht hatte, wahrscheinlich der einzige und einflussreichste Text in der Geschichte der Wissenschaft, veröffentlichte der englische Philosoph John Locke (1632-1704), ein Freund von Newton im Jahre 1690 sein „An Essay Concerning Human Understanding“ [Ein Versuch über den menschlichen Verstand], in dem er eine Lehre vorstellte, auch bekannt als ‚tabula rasa’, in der Menschen auf die Welt kommen leer wie ein unbeschriebenes Blatt (tabula rasa), das erst durch Erfahrung gleichsam gefüllt wird. Das war perfekt für eine Welt, in der der Verstand regierte, und alles möglich war. Selbst die menschliche Natur könnte verbessert werden, indem man den Verstand anwendete und die Geschichte könnte den Weg eines ewigen Fortschritts gehen. Locke veröffentlichte seinen „ Second Treatise of Government“ [Zwei Abhandlungen über die Regierung], dass die Regierung der Diener der Menschen sei und nicht umgekehrt, und dass die Menschen natürliche Rechte besitzen würden, eine Erweiterung des Konzeptes von Thomas Hobbes’ über den sozialen Vertrag. In den frühen Jahren des 18. Jahrhunderts hatte in England die Kombination aus wirtschaftlichem Wohlstand, sozialer Stabilität und bürgerlichen Freiheiten keinerlei Entsprechung auf dem gesamten europäischen Kontinent, zumindest nicht unter den größeren Staaten; in kleineren Staaten wie der Schweiz war das etwas anderes. Der französische Philosoph Voltaire (1694-1778) lebte in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts mehrere Jahre lang in England und beherrschte die englische Sprache gut. Er bevorzugte die britische konstitutionelle Monarchie gegenüber der französischen absolutistischen Monarchie. Voltaire rühmte Englands Tugenden in seinen „Letters on the English“ [Philosophische Briefe] ab 1734, als er wieder nach Paris zurückkam. Dies führte zu einer großen Begeisterung unter den französischen Intellektuellen für die Ideen von Newton und Locke und die Stücke von Shakespeare, aber ihre eigene Philosophie ging in eine andere Richtung. Dass eine wichtige europäische Stadt wie Paris die Heimat einer großen geistigen Bewegung war, ist nicht so außergewöhnlich Es ist allerdings sehr verwunderlich, dass die viel kleinere Stadt Edinburgh in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts eine solche war. Was als die schottische Aufklärung bekannt wurde, deren Auswirkungen weit über die Grenzen von Schottland oder England hinaus gingen, produzierte auch eine Reihe von prominenten Intellektuellen und Wissenschaftlern, darunter den wegweisenden modernen Geologen James Hutton (1726-1797), den Philosophen David Hume (1711-1776 ), den brillanten, aber bekanntermaßen exzentrischen Ökonom Adam Smith (1723-1790) und den Historiker Adam Ferguson (1723-1816). Adam Smith von der Universität Glasgow veröffentlichte im Jahr 1776 – zu Beginn der industriellen Revolution, obwohl er das zu dieser Zeit noch nicht wusste – sein Werk „ Wealth of Nations“ [Wohlstand der Nationen], das weithin als das erste moderne Werk der Wirtschaft angesehen wurde. Smith betonte die Leistungsgesellschaft und führte das Prinzip der Wettbewerbsvorteile sowie die Metapher der unsichtbaren Hand ein. Vor allem aber favorisierte er die Idee, dass der Handel kein Nullsummenspiel, sondern eine Win-Win-Situation ist; er forderte die traditionelle Annahme heraus, dass Wohlstand ein Kuchen mit einer festen Größe sei, um deren Anteile jeder zu kämpfen hat, indem er aufzeigt, dass die Größe des Kuchens von alleine wachsen könne durch den Handel. Schottland hatte zu diesem Zeitpunkt ein gutes Ausbildungssytem und einen sehr hohen Bildungsstand, so wie die aufstrebenden skandinavischen Nationen. Der amerikanische Universalgebildete Benjamin Franklin besuchte Edinburgh im Jahr 1759 und erinnerte sich seines Aufenthalts als “das intensivste Glück”, das er je erlebt hatte. Im Jahr 1776 schrieb Voltaire mit einem Hauch von Bosheit, dass ” es heute Schottland ist aus dem wir Geschmacksegeln für alle Künste, von der epischen Dichtung bis hin zur Gartenarbeit bekommen.” In England und den Niederlanden, wo die politische Macht bereits in den Händen der kaufmännischen Mittelschicht lag, wurde die geistige Aktivität auf die Analyse der praktischen Bedeutung dieser Veränderung gerichtet. Nach dem Wissenschaftler Bruce G. Trigger stimulierte im Gegensatz dazu,”, die politische Schwäche der französischen Mittelklasse im Angesicht der Bourbonischen Autokratie die französischen Intellektuellen, die Idee des Fortschritts zu nutzen, um einen Wechsel als Grundlage zur Anfechtung der Legitimität eines absoluten Monarchen zu vergegenständlichen, der behauptete, durch göttlichen Willen zu regieren und der geschützt wurde durch feudale, wirtschaftliche Privilegien, die von einem politisch moribunden Adel genossen wurde. Mit der Verkündigung eines Wechsels, der beides, wünschenswert und unvermeidlich sei, stellten die Philosophen der Aufklärung die Legitimität der bestehenden politischen und religiösen Ordnung in Frage. Was anfangs als ein intellektueller Ausdruck der Unzufriedenheit begann, entwickelte sich die französische Aufklärung allmählich zu einer Bewegung mit revolutionärem Potenzial …. Das schottische Interesse an der Aufklärungsphilosophie spiegelte die engen kulturellen Bindungen zwischen Schottland und Frankreich wider, und wurde auch gefördert durch die beispiellose Macht und den Wohlstand, den die schottische städtische Mittelschicht erworben hatte, als eine Folge der schottischen Vereinigung mit England im Jahre 1707. Der Süden Schottlands erlebte eine schnelle Entwicklung, aber die Hochlandgebiete im Norden blieben nach wie vor politisch, wirtschaftlich und kulturell unterentwickelt. Dieser Gegensatz weckte das Interesse der schottischen Intellektuellen durch Fragen im Zusammenhang mit der Entstehung, Entwicklung und Modernisierung der Institutionen. ” Die schottischen Intellektuellen trugen sehr wichtige Beiträge zur Wissenschaft und zum Verständnis der modernen Welt bei, aber es war die revolutionäre Version, die Philosophie der Aufklärung in Frankreich, die unter der Mittelklasse, die mehr politische Macht für sich in Europa und in Nordamerika suchten, populär wurde. Während ich dies schreibe, kommen wir nun zu dem traurigen Teil der Geschichte. Großbritannien wurde einst zu Recht wegen seines politischen Systems bewundert und als ein Leuchtturm der Freiheit gefeiert, das heutige Großbritannien ist eines der politisch repressivsten Länder der westlichen Welt, was eine Menge aussagt darüber wie schlimm in diesen Tagen politisch korrekte Zensur in der gesamten westlichen Welt ist. Großbritannien ist heute ein multikultureller Polizeistaat, in dem die Scharia, das islamische Recht, im wahrsten Sinne des Wortes wie Landesrecht behandelt wird. Ich vermute, es gibt eine seltsame Art von Symmetrie darin: Großbritannien war einst eines der ersten Länder des Westens, das die politische Freiheit einführte und ist heute unter den ersten, die die politische Freiheit wieder abschaffen werden. Original: Fjordman: Britain, From Parliament to Police State http://www.brusselsjournal.com/node/3973 Übersetzung: Liz/die-gruene-pest.com

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Fjordman über den Islam und die Wissenschaften

Posted by paulipoldie on June 22, 2009

Islam und die WissenschaftenDie Rede von US-Präsident Barack Hussein Obama an der Universität Kairo in Ägypten am 4. Juni 2009, enthält so viele Halbwahrheiten, Verzerrungen oder platte Lügen, dass es fast unmöglich ist, sich mit ihnen allen angemessen in einem Essay zu befassen. Ich werde mich hier insbesondere auf die Wissenschaft konzentrieren.

(Von Fjordman, Originaltext auf jihadwatch.org)

Nehmen wir dieses Zitat [Übersetzung: usembassy.de]:

Als Geschichtsstudent weiß ich auch um die Schuld der Zivilisation gegenüber dem Islam. Es war der Islam – an Orten wie der Al-Azhar Universität – der das Licht der Bildung über so viele Jahrhunderte getragen und den Weg für die europäische Renaissance und Aufklärung bereitet hat. Es waren Innovationen in muslimischen Gesellschaften, durch die die Ordnung der Algebra entstanden, unser magnetischer Kompass und die Instrumente der Navigation, unsere Fähigkeit, Federhalter herzustellen und unsere Beherrschung des Drucks sowie unser Wissen um die Verbreitung von Krankheiten und wie sie geheilt werden können. Die islamische Kultur hat uns majestätische Bögen und hohe Gewölbe beschert, zeitlose Poesie und geschätzte Musik, elegante Kalligraphie und Orte der friedlichen Kontemplation. Im Verlaufe der Geschichte hat der Islam durch Worte und Taten die Möglichkeiten der religiösen Toleranz und ethnischen Gleichberechtigung demonstriert.

Gibt es auch nur eine einzige wahre Aussage in diesem ganzen Absatz? Vielleicht hatten die Muslimen eine solide Form der Kalligraphie entwickelt und einige ihrer Wissenschaftler steuerten ein paar Beiträge zur Algebra bei, aber abgesehen davon ist es beinahe blanker Unsinn. Der magnetische Kompass wurde von den Chinesen erfunden und möglicherweise davon unabhängig von den Europäern. Der Buchdruck wurde auch von den Chinesen erfunden und wurde tausend Jahre lang oder länger hartnäckig und beharrlich von den Muslimen abgelehnt, weil er auf islamischen, religiösen Widerstand stieß. Sie mochten die chinesische Erfindung von Schießpulver um einiges mehr.

Es konnte niemals eine direkte Verbindung nachgewiesen werden zwischen Gutenbergs Druckerpresse und der Kunst des Buchdrucks in Ostasien, aber es ist denkbar, dass die Grundidee des Drucks nach Europa importiert worden war. Im Gegensatz dazu wissen wir mit hundertprozentiger Sicherheit, dass die Muslime den ostasiatischen Druck kannten, ihn aber aggressiv ablehnten. Der Wissenschaftler Thomas Allsen hat in seinem Buch „Culture and Conquest in Mongol Eurasia“ [Kulturen und Eroberungen im mongolischen Eurasien] beschrieben, wie die Behörden im Iran unter mongolischer Herrschaft im Jahre 1294 versucht hatten, gedruckte Banknoten in chinesischem Stil einzuführen, dies aber nicht schafften, wegen eines weitverbreiteten Widerstands:

Gewiß zeigte die muslimische Welt eine aktive und nachhaltige Abwehr gegen die Technologie der beweglichen Drucktypen, die im fünfzehnten Jahrhundert und später aus Europa kam. Diese Opposition, die aus sozialen, religiösen und politischen Erwägungen heraus bestand, dauerte noch im achtzehnten Jahrhundert an. Erst dann wurden Druckpressen europäischen Ursprungs im Osmanischen Reich eingeführt und erst im nächsten Jahrhundert verbreitete sich der Buchdruck in der arabischen Welt und im Iran. Diese langfristige Zurückhaltung, das Desinteresse an europäischer Typografie und das Scheitern der einheimischen, ägyptischen Drucktraditionen, sprechen sicherlich für eine Art von grundlegender, struktureller oder ideologischer Antipathie gegen diese besondere Technik.

Es ist wahrscheinlich, dass der Nahe Osten durch den Handel mit dem Buchdruck bereits Jahrhunderte vor diesem Ereignis vertraut war, aber wegen des religiösen islamischen Widerstands übernahmen sie diese große Erfindung erst tausend Jahre oder später, nachdem es in China erfunden wurde. Minderheiten wie Juden oder griechische und armenische Christen waren die ersten, die die Druckmaschinen im Osmanischen Reich benutzten. Das erste gedruckte Buch in persischer Sprache war wahrscheinlich ein jüdisch-persisches Pentateuch.

Was die Musik angeht, die griechische Theorie zu dem Thema entwickelte Pythagoras vor 500 v. Chr. Die Kirche wurde zur dominierenden Institution im poströmischen Europa und hat die griechische Philosophie und Musiktheorie an sich gezogen. Einige Elemente des christlichen Brauchtums können sich aus der jüdischen Tradition herleiten, vor allem das Singen der Heiligen Schrift und das Unterlegen der Psalmen, Lobpreisungen aus dem Buch der Psalmen. Die Christen integrierten die Musik in ihre Liturgie. In der westlichen Kirche, wurden der gregorianische Choral und die Entwicklung der polyphonen Musik als schmückendes Beiwerk gewürdigt, ein Konzept, das von zentraler Bedeutung für die mittelalterliche Kunst und Architektur war. Nach „A History of Western Music“ [Eine Geschichte der abendländischen Musik] siebte Auflage, von Donald J. Grout, Peter J. Burkholder und Claude V. Palisca, “erhöhte die polyphone Vorstellung die Größe und damit den Gesang der Liturgie an sich.” Dies führte zu einer musikalischen Tradition, die zu Bach, Mozart und Beethoven hinführte. Nichts Ähnliches geschah in der islamischen Welt, obwohl die Muslime zunächst den gleichen Zugang zu demselben Material hatten. Ich habe dies in meinem Essay „Why Muslims Like Hitler, but Not Mozart“ [Warum Muslime Hitler mögen, aber nicht Mozart. Dt. Übersetzung] beschrieben.

Der Historiker Bernard Lewis schreibt in „The Middle East: A Brief History of the Last 2,000 Years„ [Der Nahe Osten: Eine kurze Geschichte der letzten 2000 Jahre]:

Da die muslimische Anbetung mit der beschränkten Ausnahme einiger Derwisch Elemente keine Verwendung von Musik kennt, hatten die Musiker in den islamischen Ländern nicht diesen immensen Vorteil christlicher Musiker genossen, den diese durch die Schirmherrschaft der Kirche und der hohen Würdenträger genossen. Die Schirmherrschaft des Hofes und der großen Häuser war zwar zweifellos nützlich, war aber auch oft lückenhaft und episodenhaft und unterlag gefährlich oft den Launen der Mächtigen. Muslimische Musiker entwickelten keinen Standard in der Notation und ihre Kompositionen sind daher nur durch das bekannte, fehlbare und variable Medium der Erinnerung überliefert. Es gibt keinen gut erhaltenen Korpus klassischer, islamischer Musik vergleichbar mit der europäischen, musikalischen Tradition. Alles was überliefert ist, ist eine recht umfassende theoretische Literatur über Musik, einige Beschreibungen und Darstellungen von Musikern und musikalischen Anlässen von Schriftstellern und Künstlern, eine Reihe von alten Instrumenten in verschiedenen Stadien der Konservierung und natürlich die lebendige Erinnerung an längst vergangene Aufführungen.”

Es gibt nun einige, die Herrn Lewis als Gelehrten kritisieren und glauben, dass er nicht als Autorität zitiert werden dürfe. Man sollte immer eine gesunde Skepsis gegenüber allen Wissenschaftlern bewahren, aber ich weiß aus anderen Quellen, dass die oben genannten Zitate weitgehend richtig sind.

Viele Formen der Musik sind im Islam verboten. „The Reliance of the Traveller“ von Ahmad Ibn Lulu Ibn Al-Naqib und Noah Ha Mim Keller wurde offiziell von al-Azhar in Ägypten, dem höchsten Organ des religiösen Lehrens der Sunniten, anerkannt. Hier werden eine Reihe von Hadithen zitiert, sowie autorisierende Sprüche von Mohammed und seinen Gefährten, die den Kern islamischer Texte neben dem Koran bilden darunter eine, die sagt: “Es wird Völker in meiner Gemeinschaft geben, die Unzucht, Seide, Wein und Musikinstrumente als rechtmäßig ansehen werden … ” Ein anderes Zitat sagt, dass ” am Tage der Auferstehung, Allah geschmolzenes Blei in die Ohren derjenigen gießen wird, die den Sängerinnen zuhören.” Die wissenschaftliche Schlussfolgerung daraus ist, dass “all dies der ausdrückliche und zwingende Beleg dafür ist, dass Musikinstrumente aller Art unzulässig sind.” Eine weitere rechtliche Regelung besagt, dass “es rechtswidrig ist, solche musikalischen Instrumente – wie etwa solche für die Trinker bekannt sind, wie Mandolinen, Lauten, Zimbeln, und Flöten – zu benutzen oder ihnen zuzuhören. Es ist zulässig, wenn auf Hochzeiten das Tamburin gespielt wird, auch auf Beschneidungsfesten und zu anderen Festen, auch wenn es Glocken an den Seiten hat. Die Kuba zu schlagen, eine Trommel mit einer langen schmalen Mitte, ist rechtswidrig.”

Manchmal stimme ich mit Herrn Lewis nicht überein in seiner zu positiven Einschätzung der islamischen Kultur, meiner Erfahrung nach irrt er in diesem Punkt gelegentlich, aber das soll nicht zu negativ sein. Wenn man Lewis glaubt, dann traten “die ersten speziell anti-semitischen Aussagen im Nahen Osten unter den christlichen Minderheiten auf und können in der Regel zurückverfolgt werden zu den europäischen Originalen.” Diese Auffassung steht im Einklang mit den anti-europäischen, multikulturellen Verzerrungen der modernen Medien-und Hochschulen, aber sie ist ganz und gar falsch, wie Dr. Andrew G. Bostom eindeutig in seinem sehr gut recherchierten Buch „The Legacy of Islamic Antisemitism“ gezeigt hat.

Ich würde nicht sagen, dass es in der mittelalterlichen, islamischen Welt absolut keine wissenschaftlichen Errungenschaften gab, sondern nur, dass sie heute aus politischen Gründen stark übertrieben werden. Lassen Sie uns die Wissenschaftler in drei Kategorien einteilen: Kategorie 1 umfasst diejenigen mit kleineren wissenschaftlichen Beiträgen, Kategorie 2 sind auf der mittleren Ebene angesiedelt. Kategorie 3 besteht aus Wissenschaftlern, die wichtige, grundlegende Beiträge zu einem wichtigen Zweig der Wissenschaft beigetragen haben, oder eine völlig neue wissenschaftliche Disziplin erfunden haben. Beispiele für die letzte Kategorie wären z.B. Isaac Newton, Albert Einstein, Nicolaus Copernicus, Aristoteles, René Descartes oder Galileo Galilei. Es hat noch nicht einen einzigen Wissenschaftler dieses Formats in der islamischen Welt, selbst zu ihren besten Zeiten, gegeben. Es ist nicht so schwierig einige mittelalterliche, muslimische Gelehrte zu finden, die kleinere Beiträge zur Mathematik oder Alchemie geleistet haben, und ich kann wahrscheinlich wohl ein halbes Dutzend bis zu einem Dutzend Personen benennen, die man möglicherweise unter Kategorie 2 einstufen kann.

Der wichtigste Beitrag aller muslimischen Gelehrten kommt, aus meiner Sicht, von Alhazen (Ibn al-Haytham) auf dem Gebiet der Optik. Der Mathematiker Muhammad al-Khwarizmi hat die Algebra nicht “erfunden”; bei den alten Ägyptern, Mesopotamiern, Indern, Chinesen und anderen gab es schon frühe Formen der Algebra, der wichtigste vormoderne Gelehrte war wohl Diophantus von Alexandria im dritten Jahrhundert nach Christus, und die moderne Algebra wurde in Europa erfunden. Dennoch, genauso wie man eine Geschichte der Optik nicht schreiben kann ohne Alhazen zu erwähnen, können wir auch keine Geschichte der Algebra sinnvoll schreiben, ohne al-Khwarizmi zu erwähnen. In der Geschichtsschreibung könnte auch Ibn Khaldun erwähnt werden, obwohl er durch seine Verachtung für alle nicht-muslimischen Kulturen das Wachstum der Geschichte, Archäologie und Vergleichenden Sprachwissenschaft in der islamischen Welt behindert hat. Muslimische Gelehrte studierten niemals ernsthaft andere Kulturen mit Neugier und beschrieben sie auf eine gerechte Art und Weise, die Schriften von al-Biruni über Indien sind eine der sehr wenigen großen Ausnahmen von dieser Regel.

Geber (Jaber Ibn Hayyan) hat zu seiner Zeit gute Arbeit in der Alchemie geleistet und war die erste Person, die einige Säuren erfand, aber er bleibt weit hinter Antoine Lavoisier zurück und diejenigen, die die moderne Chemie im späten achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhundert in Europa entwickelten. Der Perser Omar Khayyam war ein kreativer Mathematiker wie sein Landsmann Avicenna (Ibn Sina) und auch Rhazes (Al-Razi) waren zu ihrer Zeit fähige Ärzte, aber Khayyam war im besten Fall ein hochgradig unorthodoxer Moslem und al-Razi glaubte nicht ein einziges Wort von der islamischen Religion. Welche wissenschaftlichen Beiträge auch immer sie gemacht haben, so entstanden diese eher trotz als wegen des Islam. Hinzu kommt, dass ich der Ansicht bin, dass al-Razi zwar ein kompetenter Arzt war, die größte Revolution der Weltgeschichte der Medizin war aber die Theorie der krankheitenauslösenden Keime, federführend waren in Europa der Franzose Louis Pasteur und der deutsche Robert Koch im späten neunzehnten Jahrhundert. Sie wurden bei ihrer Arbeit unterstützt durch das Mikroskop, das eine rein europäische Erfindung war.

Es ist wahr, dass einige Texte durch arabische Übersetzungen wieder nach Europa zurückkamen, zumindest am Anfang, bevor sie ergänzt wurden durch direkte Übersetzungen aus byzantinisch-griechischen Originalen und dass diese in bestimmten Worten Spuren hinterlassen haben. Zum Beispiel haben einige Sterne in den modernen europäischen Sprachen arabische Namen oder arabisierte Versionen von älteren griechischen Namen. Es ist jedoch wichtig daran zu erinnern, dass die Astronomie in der islamischen Welt, von einigen Ausnahmen abgesehen, beeinflusst wurde durch Indien, welche auf der Grundlage eines ptolemäisch-griechischen theoretischen Rahmens basierte, so wie es in Europa war. Nach der Übersetzungswelle ist es wichtig festzustellen, wie schnell die Europäer alles übertrafen was wissenschaftliche Leistungen betraf, die im Nahen Osten gemacht wurden.

Die besten moslemischen Gelehrten könnten gute, beobachtende Astronomen gewesen sein, allen voran Ulugh Beg. Ein paar von ihnen machten einige Anpassungen an die ptolemäische, astronomische Theorie, darunter Nasir al-Din al-Tusi und Ibn al-Shatir, aber keiner von ihnen hatte je einen großen konzeptionellen Durchbruch vergleichbar mit Copernicus, der im Jahre 1543 die Sonne und nicht die Erde in den Mittelpunkt unseres Sonnensystems setzte. Danach wurde mit den Arbeiten von Tycho Brahe und Johannes Kepler die ptolemäische Astronomie durch die Realität in Europa überholt, noch bevor Galileo und andere das Teleskop in der Astronomie 1609 einführten. Im Gegensatz dazu beharrten die Muslime auf dem kopernikanischen Heliozentrismus, in einigen Fällen bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein. Der Wissenschaftler Toby E. Huff erklärt in seinem Buch „The Rise of Early Modern Science: Islam, China and the West“, zweite Auflage [Der Aufstieg der frühen modernen Wissenschaften: Islam, China und der Westen]:

Auf dem indischen Subkontinent stand Sayyid Ahmad Khan (1817-98) an der Spitze der geistigen Reform in Indien, indem er Indien ermutigte westliche Bildungsstandards zu übernehmen. Im Laufe seiner früheren Karriere in den 1840er Jahren, hatte er die ptolemäische Sicht gegen den Kopernizismus verteidigt, weil er glaubte, dass dies obligatorisch sei für die gläubigen Muslime. Als er die Angelegenheit näher untersuchte, stellte er fest, dass es notwendig sei, die heliozentrische Sicht zu übernehmen und so seine Metaphysik besser mit den traditionellen Interpretationen des Korans in Einklang zu bringen. Schon bald nachdem er seine Meinung änderte und die heliozentrische Position annahm, setzte eine gewaltige Oppositionsbewegung ein, vor allem von Jamil al-Din al-Afghani’s († 1897), der ihn in den frühen 1880er Jahre angriff. Zu diesem Zeitpunkt erkannte Ahmad Khan das Aufeinanderprallen der Weltbilder der modernen Wissenschaft und des traditionellen islamischen Denkens. Seine Bemühungen um die Formulierung einer neuen Synthese fiel in harte Zeiten.

Unter den wichtigsten Regionen der Welt, waren die beiden mit dem ähnlichsten mittelalterlichen Ausgangspunkt der Nahe Osten und Europa. Die griechische Geometrie war in Ost-Asien in früheren Zeiten unbekannt. Dies war ein großer Nachteil für die chinesischen, japanischen und koreanischen Wissenschaftler in der Optik und der Astronomie. Die einzigen Regionen in der Welt, in denen klares Glas hergestellt wurde, waren der Nahen Osten und Europa. Klares Glas wurde von den Europäern geschaffen, um Brillen herzustellen, die das Sehvermögen korrigierten und später zum Bau von Mikroskopen und Teleskopen. Das war die Geburtsstunde der modernen Medizin und Astronomie. Die Mayas im präkolumbianischen Mesoamerika wussten nicht, wie man Glas herstellen konnte und hätten keine Glaslinsen für Mikroskope und Teleskope herstellen können. Moslems im Nahen Osten hätten dies tun können, aber sie haben es nicht. Ebenso verhielt es sich mit mechanischen Uhren: die mittelalterlichen Europäer erfanden mechanische Uhren und die Moslems nicht, obwohl beide einen ähnlichen Ausgangspunkt hatten.

Moslems hatten Zugang zur griechischen optischen Theorie, das ist der Grund, warum Alhazen das erreichen konnte was er erreichte. Es ist verwirrend, dass sein Buch der Optik, möglicherweise die größte wissenschaftliche Arbeit in arabischer Sprache, weitgehend ignoriert wurde im arabischen Raum, aber in Europa mit Interesse studiert wurde. Es wurde zwar in Kairo, Ägypten geschrieben, aber es wurde nicht an der Al-Azhar, in deren Umgebung Alhazen viele Jahre lebte, gelehrt. Ibn al-Nafis aus Kairo beschrieb den Lungenkreislauf des Blutes im dreizehnten Jahrhundert, aber seine Entdeckung wurde nicht weiterverfolgt, obwohl er in einer der wichtigsten Städte der islamischen Welt lebte und arbeitete.

Auch wenn al-Azhar ein Zentrum der Bildung in der islamischen Welt war, war es ein Zentrum des religiösen Lernens und des Scharia-Rechts, nicht des säkularen Lernens und der Wissenschaft. Im Gegensatz dazu wurden die griechische Naturphilosophie und das weltliche Lernen an mittelalterlichen, europäischen Universitäten gelehrt, zusätzlich zu religiösen Themen, das ist der Grund, warum die Optik von Wissenschaftlern an europäischen Universitäten gelehrt wurde. Der hervorragende Wissenschaftshistoriker Edward Grant erläutert dies in seinem Buch „Science and Religion“ [Wissenschaft und Religion].

Während Menschen mit Universitätsbildung einen winzigen Bruchteil der gesamten europäischen Bevölkerung darstellten, sollte deren kumulativer Einfluss nicht unterschätzt werden. Eine bemerkenswerte Anzahl führender Wissenschaftler des frühen modernen Europas, von Kopernikus bis zu Galileo und Newton, hatte in diesen Institutionen gelernt. Obwohl die wissenschaftliche Revolution bereits im siebzehnten Jahrhundert mit der systematischen Nutzung der experimentellen Methode und einem kritischen Blick auf das Wissen der Alten begann, zum Beispiel von Einzelpersonen wie Galileo, wurde die erste institutionelle Grundlage für diese Entwicklung von den Naturphilosophen der mittelalterlichen Universitäten gelegt.

Mir sind einige, wenn auch nicht alle Institutionen außerhalb Europas bekannt, die ich “Hochschulen” nennen würde im westlichen Sinne, vor der modernen Zeit. Unter den besten Kandidaten ist das große Kloster Nalanda in Indien, das eine buddhistische Einrichtung war. Es wurde nicht von Muslimen erbaut; es wurde von ihnen zerstört, wie so viele kulturelle Schätze in Indien und Zentralasien. Al-Azhar entstand im zehnten Jahrhundert n. Chr. und wird oft als eine der ältesten “Universitäten” in der Welt gepriesen. Doch im frühen zwanzigsten Jahrhundert, beklagte sich der blinde ägyptische Autor Taha Hussein über das völlige Fehlen des kritischen Denkens, die er an der Einrichtung vermisste :

Die vier Jahre, die ich dort [an der al-Azhar] verbrachte, schienen mir wie vierzig zu sein, so völlig ausgedehnt waren sie …. Es war das Leben der unverminderten Wiederholung, niemals mit einer neuen Sache, von der Zeit des Beginns des Studiums, bis es vorüber war. Nach dem Gebet am frühen Morgen kam das Studium von Tawhid, die Lehre von der Einheit [Allahs], dann die Fiqh, oder die Rechtsprechung nach dem Sonnenaufgang; dann das Studium der arabischen Grammatik während des Vormittags, dem eine stumpfsinnige Mahlzeit folgte; dann noch mehr Grammatik im Anschluss an das Abendgebet. Danach folgte ein bisschen widerwillig Freizeit und dann wieder ein anderes Bruchstück ein ermüdender Happen, bis dann am Abend das Gebet durchgeführt wurde, ich besuchte dann die Logikklasse, die der ein oder andere Scheich durchführte. Der Verlauf dieser Studien bestand aus dem Anhören sich ständig wiederholender Wörter und traditioneller Sprache, was weder einen Akkord in meinem Herzen anklingen ließ, noch durch Geschmack meinem Appetit anregte. Es gab keine Nahrung für die Intelligenz eines Einzelnen, keine neuen Erkenntnisse wurden den alten hinzugefügt.

Taha Hussein war ein Intellektueller der Sorte, der absolut keinen Raum für freie Forschungen in dieser führenden islamischen Koranschule fand. Er schrieb sich an der weltlichen Universität Kairo ein, die gegründet wurde nach dem europäischen Vorblid im Jahr 1908, und setzte seine Studien an der Sorbonne in Paris fort. Obwohl er im Ausland durch seine Autobiographie Al-Ayyam (Die Tage) wohl bekannt war, rief er eine Kontroverse in Ägypten hervor, weil er es wagte darauf hin zu deuten, dass man einige Passagen des Korans nicht wörtlich lesen sollte und er behauptete, dass einige vor-islamische Poesie gefälscht wurde um die Glaubwürdigkeit der traditionellen islamischen Geschichte zu unterstreichen. Dafür wurde er der Ketzerei beschuldigt. Hätte er in der aggressiveren islamischen Atmosphäre ein paar Generationen später gelebt, wäre er wahrscheinlich dafür getötet worden. Der ägyptische Schriftsteller Naguib Mahfouz wurde im Jahr 1994 von wütenden Muslimen in den Hals gestochen und wäre fast getötet worden.

Die griechischen Texte, die ins Arabische übersetzt wurden, waren in der Regel aus Handschriften von griechisch-byzantinischen Christen abgeschrieben worden. Wie Timothy Gregory in seinem Werk „A History of Byzantium“ [Eine Geschichte von Byzanz] schreibt:

Es wird oft darauf hingewiesen, dass die Araber, diese Schriften und Ideen der alten griechischen Philosophen, Mathematiker und Wissenschaftler verwendeten, und sie spielten eine wichtige Rolle bei der Übertragung dieses Wissens auf die mittelalterliche West (im zwölften Jahrhundert). Was nicht immer erkannt wird ist die Tatsache, dass für die Araber diese Werke “byzantinisch” waren und sie liehen sich diese Bücher aus byzantinischen Bibliotheken aus, wo die Manuskripte erhalten und kopiert wurden, und übersetzten sie ins Arabische als eine wichtige Grundlage für ihre eigene Wissenschaft und Kultur.

Muslime lehnten den größten Teil des römischen Erbes ab, sowie viele Aspekte des griechischen Erbes, vom Wein, den Skulpturen und bildender Kunst bis hin zum Theater; der einzige Aspekt der griechisch-römischen Zivilisation, der mehr mit dem Islam kompatibel war als mit der christlichen Kultur, war die Sklaverei. Ich habe dies erklärt in meinem Essay „Why Christians Accepted Greek Natural Philosophy, But Muslims Did Not“ [dt. Übersetzung].

In der Medizin gibt es das Phänomen der “Abstoßungsreaktion” die dann eintritt, wenn ein Organ in einen anderen Körper verpflanzt wird und das Immunsystem des Körpers das Organ als einen Fremdkörper abstößt. Das ist eine nützliche Analogie, die man im Hinterkopf haben sollte, wenn man abschätzen will, wie Moslems und Christen die griechische Naturphilosophie während des Mittelalters behandelten. Auch die Moslems nahmen das griechische Erbe an, aber nur Teile davon und schließlich wurde sogar diese beschränkte Annahme von konservativen Theologen wie al-Ghazali zurückgewiesen. Das Immunsystem der islamischen Kultur dachte, dass die griechischen philosophischen Ideen, ein Fremdkörper in seinem Körper seien und bekämpfte sie und wies sie schließlich zurück. Im Gegensatz dazu sah die christliche Kultur das griechische philosophische Erbe nicht als etwas Fremdes an. Christen akzeptierten zwar nicht alle Teile des griechischen Erbes als für sie passend, aber die meisten von ihnen glaubten nicht, dass die griechische Logik, die Art des Denkens und philosophisches Vokabular per se etwas Fremdes und Feindliches waren. Wir können sagen, dass das Christentum ein jüdisches Kind war, das mit dem Wasser des griechischen philosophischen Vokabulars getauft wurde und das in einer grieschich-römischen Umgebung aufwuchs. Diese neue Synthese wurde durch den hl. Paulus, einem griechisch sprechenden Juden und Anhänger der Lehren von Jesus von Nazareth, der auch ein römischer Bürger war, personifiziert.

Der französischer Schriftsteller Rémi Brague ist der Ansicht, dass es insbesondere Muslimen in der Regel an dem europäischen Instinkt für Selbstkritik und Anerkennung “der Anderen” fehlt. Sie, oder besser gesagt die nicht-Muslime unter ihrer Herrschaft, haben die wissenschaftlichen Werke aus dem Griechischen und aus ein paar anderen Sprachen ins Arabische übersetzt, aber sie haben sich in der Regel nicht die Mühe gemacht die Originale zu erhalten. Dadurch wurden “Renaissancen”, das bedeutet indem man zurück zu den Quellen geht um sie neu zu interpretieren, unmöglich in der islamischen Welt. Darüber hinaus war es dadurch unmöglich, etwas Ähnliches wie die Sprachwissenschaften des modernen Europas entstehen zu lassen.

Europäische Wissenschaftler übersetzten nicht nur Texte aus dem Griechischen und später aus dem Persischen und Sanskrit; sie gingen weiter, um zu erforschen und zu erklären, wie diese Sprachen in erster Linie entstanden sind, dies ging weit über das hinaus, was alle muslimischen Gelehrten jemals erwogen hatten. Das Griechische hat eine gemeinsame Geschichte mit dem Persischen und Sanskrit: Sie alle sind indo-europäische Sprachen, genauso wie die germanischen Sprachen oder wie das Englische. Die indo-europäische Familie ist die größte und einflussreichste Sprachfamilie in der Geschichte der Menschheit, und alles geht auf eine einzige, hypothetische Proto-Indo-Europäische Sprache zurück, die vor Tausenden von Jahren einmal existiert haben muss.

Zwischen 1600-1200 v. Chr. konnte man von Pferden gezogene Kutschen in ganz Eurasien vorfinden, von den Grenzregionen der Shang-Dynastie Chinas über Ägypten und Anatolien nach Nordeuropa. Dies entspricht dem Zeitalter des alten Veda und der Entstehung des vedischen Sanskrits in Indien. Völker, die die indo-europäischen Sprachen sprachen, spielten eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Radfahrzeugen. Die Proto-Indo-Europäische Sprache, die von führenden europäischen und westlichen Linguisten während der letzten zwei Jahrhunderte rekonstruiert wurde enthält Wörter für einen technologischen Wortschatz, den es wahrscheinlich vor 4000 v. Chr. nicht gab, noch nicht einmal vor 3500 v. Chr. PIE muss daher aller Wahrscheinlichkeit nach eine lebendige Sprache gewesen sein, und zwar im vierten Jahrtausend v. Chr.

Es ist wahrscheinlich, dass eine sehr frühe Form von PIE bereits vor 4000 v. Chr. existierte und einer sehr späte Form kurz nach 3000 v. Chr.. Vor 3000 v. Chr. expandierte PIE rasch geographisch, wahrscheinlich mit Hilfe von frühen Formen der Radfahrzeuge, und brach nach und nach auseinander, in das was sich bald als andere indo-europäische Zweige herausstellen sollte. Die Wissenschaftler JP Mallory und DQ Adams erzählen die Legende in dem Buch „The Oxford Introduction to Proto-Indo-European and the Proto-Indo-European World“ [Eine Oxforder Einführung in das Proto-Indo-Europäische und die Proto-Indo-Europäische Welt]:

Individuelle indo-europäische Gruppen werden ca. 2000 v. Chr. nachgewiesen. Man könnte damit einen fiktiven Tag ca. 4500-2500 v. Chr. für das Proto-Indo-Europäische annehmen. Der Linguist wird feststellen, dass der angenommene Termin, der für die mutmaßliche Existenz des Proto-Indo-Europäischen mit dieser Methode erreicht wird, deckungsgleich ist mit derjenigen, die von Linguisten als ” informierte Schätzung ” bezeichnet wird. Diese beiden Terminierungstechniken, sprachlich und archäologisch, sind letztlich gegenseitig unabhängig und kongruent. Wenn jemand Diskussionen über die Daten verfolgt, bei denen die verschiedenen indo-europäischen Gruppen zum ersten Mal auftraten, finden wir eine interessante und etwas beunruhigende Erscheinung. Wir finden für um ca. 2000 v. Chr. Spuren von Anatolisch, und die Linguisten sind somit bereit, die Entstehung des Proto-Anatolischen auf ca. 2500 v. Chr. zu datieren oder wesentlich früher. Wir haben bereits differenziert zwischen dem Indoarischen im Mitanni Vertrag von ca. 1500 v. Chr., also muss das undifferenzierte Proto-Indoiranische früher datieren und oft werden Daten in der Größenordnung von 2500-2000 v. Chr. vorgeschlagen. Das mykenische Griechisch, die Sprache der Linear-B Tafeln, ist bekannt seit ca. 1300 v. Chr., wenn nicht etwas früher und ist ziemlich anders als seine Zeitgenossen der Bronzezeit (Indoiranische oder Anatolisch) und von einer rekonstruierten PIE zu etwas prädisponierterem nimmt der Sprachwissenschaftler ein Datum um ca. 2000 v. Chr. oder früher für das Proto-Griechische an sich an.

Vor dem Islam, war das Griechische immer noch eine wichtige Sprache im gesamten östlichen Mittelmeerraum und darüber hinaus, auch in Anatolien oder Kleinasien, das heute durch die türkischsprechenden Muslime besetzt wird und “Türkei” genannt wird. Muslime haben 1400 Jahre lang die Griechisch sprechenden Gemeinden in der gesamten Region ausgerottet, ein Prozess, der sich bis in das einundzwanzigste Jahrhundert auf der Insel Zypern fortsetzte, dennoch wollen sie nun eine Gutschrift haben für die “Erhaltung des griechischen kulturellen Erbes.” Als die ottomanischenTürken Stück für Stück das griechische Kernland eroberten, sowie den Balkan und den Nahen Osten, zeigten sie kein ernsthaftes Interesse daran die Geschichte und Kultur ihrer neuen Untertanen zu studieren.

Wie Bruce G. Trigger in seinem Buch „A History of Archaeological Thought“ [Eine Geschichte der archäologischen Denkweise] zweite Auflage, schreibt:

Seriöse archäologische Arbeit begann in Griechenland erst nachdem dieses Land die Unabhängigkeit von der Türkei im frühen neunzehnten Jahrhundert erhalten hatte.

Ibn Warraq, erklärt in seinem gut recherchierten Buch „Defending the West“ [Die Verteidigung des Westens], warum die Archäologie von den Europäern in der Zeit der Post-Aufklärung erfunden wurde. Obwohl die Muslime die Kontrolle über die Wiege der ältesten Zivilisationen der Erde hatten, verhielten sie sich gleichgültig oder aktiv feindlich gegenüber ihren Überresten. Austen Henry Layard, der in Mesopotamien (Irak) in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts arbeitete, erzählt diese Geschichte von Claudius Rich, einem Pionier im Bereich Archäologie und britischen Residenten in Bagdad:

Rich erfuhr von den Einwohnern von Mosul, dass einige Zeit vor seinem Besuch, eine Skulptur in einem Hügel ausgegraben wurde, die verschiedene Formen von Menschen und Tieren darstellte als Teil einer großen Grabbeilage. Dieses seltsame Objekt war die Ursache einer allgemeinen Verwunderung, und die gesamte Bevölkerung strömte zu den Mauern, um einen Blick darauf zu werfen. Die Ulema [Religionsgelehrten] hatten schon lange vorher verkündet, dass diese Figuren Helden der Ungläubigen seien, und die Mohammedaner, als gehorsame Jünger zerstörten diese so vollständig, dass Herr Rich nicht in der Lage war, auch nur ein winziges Stück aufzutreiben.

Nach der kurzen Expedition von Napoleon nach Ägypten um 1800, begann sich im neunzehnten Jahrhundert ein neuer Trend für das alte Ägypten in Europa durchzusetzen. Dies hat die heimischen Muslime völlig überrascht, da sie nicht verstehen konnten, warum sich jemand für solch wertlose Steine von Ungläubigen interessieren könnte. Das reich illustrierte Buch ägyptischer Schätze aus dem Ägyptischen Museum in Kairo sagt dazu:

Zunächst waren sich die Ägypter nicht über die Motive im Klaren, warum die Westler Interesse an so etwas hatten, was für sie einfach Steine waren, die aus dem Boden ragten. Ein Gerücht ging um, dass diese Steine verdeckte, ungeahnte Schätze seien. Die Bewohner der Dörfer in der Nähe der archäologischen Stätten begannen, Statuen, Gräber und Tempel anzugreifen, in der vagen Hoffnung, Juwelen und wertvolle Objekte entnehmen zu können. Bald jedoch erkannten die Ägypter, dass die Ausländer an den Steinen selbst interessiert waren und nicht an den Dingen, von denen behauptet wurde, dass sie da seien. Obwohl sie selbst nicht die Anziehungskraft eines geschnitzten Steinklumpens sahen, wurden sie Meister in der Suche und Entdeckung von Antiquitäten. Wenn sie nicht genug echte Reliquien da hatten zögerten sie nicht, Fälschungen herzustellen, und sie waren so gut, dass sie sogar die Ägyptologen der damaligen Zeit täuschen konnten.

Die französische Expedition nach Ägypten in den Jahren 1798-1801 brachte viele Wissenschaftler dazu, die antiken Denkmäler zu katalogisieren und damit die moderne Ägyptologie zu gründen. Der dreisprachige Stein von Rosetta, der im Jahr 1799 entdeckt wurde, wurde von dem großen französischen Sprachwissenschaftler Jean-François Champollion dazu benutzt, die ägyptischen Hieroglyphen im Jahr 1822 zu entschlüsseln. Er benutzte die koptische Sprache, um dies zu erreichen.. Arabische und türkische Moslems hatten Ägypten mehr als tausend Jahre kontrolliert, es aber scheinbar weder geschafft die Hieroglyphen zu entschlüsseln noch für die meisten herumliegenden Teile viel Interesse gezeigt. Die Europäer hatten dies in einer einzigen Generation getan, nachdem sie Ägypten wieder unter ihre Kontrolle gebracht hatten und sie taten dies mit Hilfe der liturgischen Sprache der Kopten, der ägyptischen Christen, die eine direkte Verbindung zum alten Ägypten darstellen und dass die arabischen Eroberer nicht geschafft hatten, vollständig auszulöschen.

Der französische Wissenschaftler Auguste Mariette war während eines Aufenthalts in Ägypten zu der Überzeugung gekommen, dass das Land wirksamere Rechtsvorschriften bräuchte zur Erhaltung der Denkmäler. Er war verantwortlich für die Verfassung der ägyptischen Altertümerverwaltung und die Gründung des ersten ägyptischen Museum in Kairo.. Er wurde im Garten vor dem Museum begraben und seine Gebeine ruhen nach wie vor innerhalb eines steinernen Sarkophags, der an die Sarkophage des alten Ägyptens erinnerte.

Es ist kein Zufall, dass die islamische Welt oft nur langsam die kulturellen Erfindungen von der Außenwelt annahm. Muslime verhalten sich in der Regel bestenfalls gleichgültig gegenüber nicht-muslimischen Kulturen, in der Vergangenheit und in der Gegenwart, im schlimmsten Fall sind sie aktiv feindselig. Ein Angriff auf die Statuen in einem Museum in Kairo im Jahr 2006 durch eine verschleierte Frau, die immer wieder schrie “Ungläubige, Ungläubige!”, schockierte die Welt. Sie wurde inspiriert von dem ägyptischen Großmufti Ali Gomaa, der ein Sprichwort von Mohammed zitierte, dass Bildhauer unter denjenigen sein werden, die am Tag des jüngsten Gerichts die härtesten Strafen erhalten werden. Nach Aussage des äußerst einflussreichen, ägyptischen Gelehrten Yusuf al-Qaradawi auf seiner Website Islam Online, “verbietet der Islam die Statuen und dreidimensionale Abbildungen von Lebewesen”, mit Ausnahme von Puppen für Kinder. “Daher sind die Statuen der alten Ägypter verboten.”

Die großen Buddhastatuen von Bamiyan in Afghanistan wurden durch das Taliban-Regime im Jahr 2001 mit Hilfe von pakistanischen und saudischen Ingenieuren abgerissen, da verfügt wurde, dass alle Bilder zerstört werden müsse, da sie “eine Beleidigung für den Islam” seien. Es ist verlockend, zu dem Schluss zu kommen, dass der einzige Grund, warum die berühmten Pyramiden Ägyptens bis heute überlebt haben der ist, weil sie so groß waren, dass es sich für die Muslime als zu kompliziert, kostspielig und zeitaufwändig erwies, um sie zu vernichten. Andernfalls wären sie sicherlich auch geendet wie die zahlreichen Hindu-Tempel in Indien und buddhistischen Statuen in Zentralasien, oder wie die christlichen und jüdischen Stätten der Anbetung von Indonesien bis zum Kosovo. Die kleinste der drei Pyramiden von Gizeh, außerhalb der modernen Stadt Kairo hat in der Tat unter sichtbaren Schäden zu leiden, nach dem Versuch eines mittelalterlichen, muslimischen Herrschers, der dieses ungläubige Denkmal abbauen wollte.

Der US-Präsident Obama behauptet, dass “im Laufe der Geschichte, der Islam, durch Worte und Taten die Möglichkeiten der religiösen Toleranz und der Gleichberechtigung der Rassen gezeigt hat.” In Wirklichkeit ist es eher schwierig Beispiele dafür aus irgendeiner Region der Welt mit bedeutender islamischer Präsenz zu finden. Die islamischen Lehren sagen ausdrücklich, dass die Moslems nicht annehmen sollten, dass nicht-Moslems ihnen gleichberechtigt seien; sie sollen Krieg gegen sie führen, bis sie konvertieren oder sich unterwerfen. Ich empfehle Herrn Obama die großartige Arbeit der Wissenschaftlerin Bat Ye’or zu diesem Thema zu lesen. Herr Jadunath Sarkar, der herausragende Historiker über die indischen Mogule, schrieb über die Dhimmitude, die ein demütigendes Rassentrennungssystem ist, das nicht-Moslems unter islamischer Herrschaft auferlegt ist:

Die Konversion der kompletten Bevölkerung zum Islam und das Erlöschen jeder Form von Meinungsvielfalt ist das Ideal des moslemischen Staates. Wenn ein Ungläubiger es ertragen muss, in der Gemeinschaft zu bestehen, dann ist dies ein notwendiges Übel und nur für eine Übergangszeit . …Daher kann ein Nichtmoslem nicht Bürger des Staates sein; er ist ein Mitglied einer untergeordneten Klasse; sein Status ist eine modifizierte Form der Sklaverei. Er lebt unter einem Vertrag (dhimma) mit dem Staat. … Kurz gesagt, nachdem sein Land durch die Moslems erobert wurde, ist seine weitere Existenz im Staat abhängig von seiner Person und seinem Eigentum, das der Sache des Islams unterworfen wird.

Diese “modifizierte Form der Sklaverei” wird heute oft als Gipfel “der Toleranz” bezeichnet. Wenn die Halbsklaven gegen dieses System rebellieren und Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fordern, wird der Jihad eingesetzt. Das geschah mit den christlichen Untertanen des Osmanischen Reichs, die durch Gemetzel unterdrückt wurden, welche im Rassenmord türkischer und kurdischer Moslems gegen Armenier im 20. Jahrhundert gipfelten.

Sogar für jene Gebiete, die nicht unter islamischer Herrschaft standen, störten diese endemischen Jihadüberfälle die normale Kommunikationen zwischen vielen Gebieten Europas und dem Byzantinischen Reich, wo die klassischen Texte immer noch aufbewahrt wurden. Wie der Historiker Ibn Khaldun stolz über das Frühe Mittelalter öffentlich verkündigte: “Die Christen konnten kein Brett mehr auf dem Meer schwimmen lassen.” Dr. Mahatir, der scheidende Premierminister Malaysias wünschte während eines OIC (Organisation der Islamischen Konferenz) Gipfels im Jahr 2003 eine Rückkehr zu den ruhmreichen Tagen, als “die Europäer zu Füßen der moslemischen Gelehrten knien mussten, um auf ihr eigenes scholastisches Erbe zugreifen zu können.”

Jihadpiraterie, Sklaverei und Angriffe auf europäische Länder waren eine unveränderliche Bedrohung aus dem siebenten Jahrhundert bis hin zu den Barbaren Staaten Nordafrikas im neunzehnten Jahrhundert. Einige würden behaupten, dass es heute wiederauflebt. Ich habe das in meinen Online Essays „Europeans as Victims of Colonialism“ und „Fourteen Centuries of War against European Civilization“ [Europäer als Opfer der Kolonialpolitik] und [Vierzehn Jahrhunderte des Krieges gegen die europäische Zivilisation] erklärt, die in meinem Buch „Defeating Eurabia“ enthalten sind.

Paul Fregosi nennt in seinem Buch “Jihad in the West: Muslim Conquests from the 7th to the 21st Centuries“ [Jihad im Westen: Muslimische Eroberungen vom 7. bis zum 21. Jahrhundert] den islamischen Jihad als „das wichtigste Ereignis in der Vergangenheit mit der am wenigsten aufgezeichneten und beachteten Dunkelziffer der Geschichte.“ In der Tat wurde dies weitgehend ignoriert, „obwohl es eine Tatsache des Lebens war in Europa, Asien und Afrika fast 1400 Jahre lang.“ Weiter sagt Fregosi:

Westliche Kolonisierung in der Nähe von muslimischen Ländern dauerte 130 Jahre, ungefähr von den Jahren um 1830 bis zu den Jahren um 1960. Muslimische Kolonisierung in der Nähe europäischer Länder dauerte 1300 Jahre, von den Jahren um 600 bis in die Mitte der 1960er Jahre. Aber seltsamerweise sind es die Muslime … die am meisten verbittert sind über den Kolonialismus und die Demütigungen, denen sie unterworfen waren und es sind die Europäer, die dieser Scham und Schuld eine sichere Heimat geben. Es sollte genau anders herum sein.

Wenn wir die poströmische Periode als Ganzes betrachten, entsteht ein Bild, in dem Europa die meiste Zeit unter der Belagerung durch feindliche Ausländer stand, aber wider Erwarten erfolgreich war. Bereits vor 1300 n. Chr. hatten die Europäer ein sich schnell ausbreitendes Netz von Universitäten geschaffen, einer Einrichtung, die keine echte Entsprechung irgendwo anders hatte, und es waren Dinge wie mechanische Uhren und Brillen erfunden worden. Es ist leicht, die Bedeutung dieser Dinge zu unterschätzen, aber die Fähigkeit genaue Maße von natürlichen Phänomenen zu machen, war lebenswichtig für die wissenschaftlichen und industriellen Revolutionen. Die Fertigung der Brille führte indirekt zur Entwicklung von Mikroskopen und Fernrohren und so zur modernen Medizin und Astronomie. Das Netz von Universitäten erleichterte die Ausbreitung von Informationen und Meinungen und wurde so zum Brutkasten für viele spätere, wissenschaftliche Fortschritte. Alle diese Erfindungen wurden Jahrhunderte vor dem Beginn der europäischen Kolonialpolitik gemacht, tatsächlich eher zu einer Zeit, als Europa selbst ein Opfer der Kolonialpolitik war und schon seit einer sehr langen Zeit gewesen war. Teile Spaniens waren noch immer unter islamischer Herrschaft, ein aggressiver Jihad wurde von den Türken in den restlichen Byzantinischen Ländern geführt und die Küsten von Frankreich über Italien bis nach Russland hatten Jahrhunderte von islamischen Überfällen ertragen.

Es ist wahr, dass der transatlantische Sklavenhandel ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Westens darstellt, aber einer der Gründe warum es möglich war diesen zu etablieren war, dass man bei dieser Art des Handels, dem großen Sklavenhandel, der fest in islamischer Hand war, quasi einen Fuß in die Tür setzen konnte. Gehen wir zurück zur Zeit des alten Ägyptens, dann war Sklaverei ein wichtiger Bestandteil des afrikanischen Handels mit anderen Kontinenten. Und doch sagen Robert O. Collins und James M. Burns in ihrem Buch „A History of Sub-Saharan Africa“ [Einer Geschichte des Subsaharischen Afrikas] “fiel der Beginn des islamischen Zeitalters zusammen mit einer starken Zunahme des afrikanischen Sklavenhandels.” Die Vergrößerung des Sklavenhandels durch die Sahara war eine Antwort auf die Nachfrage auf den Märkten des moslemischen, nördlichen Afrikas:

Die moralische Rechtfertigung für die Versklavung der Afrikaner südlich der Sahara durch Muslime wurde durch die Tatsache akzeptiert, dass sie die “Ungläubigen “(kafirin) waren, die ihre traditionellen Religionen mit vielen Göttern praktizierten und nicht den einen Gott des Islam hatten. Die Notwendigkeit zur Sklaverei, unabhängig davon, ob sie mit Gewalt genommen oder durch kommerziellen Handel beschafft wurden, belebte den alten, aber schläfrig gewordenenTrans-Sahara-Handel wieder, der zu einem wichtigen Beschaffer für Sklaven für Nord-Afrika und das islamische Spanien wurde. Die frühesten muslimischen Aufzeichnungen über Sklaven, die die Sahara durchquerten von Fezzan aus im Süden Libyens bis nach Tripolis an der Mittelmeerküste, wurden im siebten Jahrhundert verzeichnet, aber vom neunten bis zum neunzehnten Jahrhundert gibt es eine Vielzahl von Aufzeichnungen von Plünderungen der militärischen Staaten der Sahel-Zone, die den nordafrikanischen Muslimen als bilad al-Sudan, (”Land der Schwarzen”) bekannt waren, von heidnischen Afrikanern, die an muslimische Händler verkauft wurden und durch die Wüste marschierten als profitabelste Ware ihres umfangreichen kommerziellen Netzes. Ab dem zehnten Jahrhundert gab es einen stetigen Strom von Sklaven aus den Reichen des westlichen Sudan und dem Tschad-Becken, das sich durch die Sahara erstreckt. Viele starben auf dem Weg, aber die Überlebenden erzielten einen hohen Gewinn auf den lebendigen Märkten von Sijilmasa, Tripolis und Kairo.

Im Gegensatz zum Westen, gab es nie eine muslimische Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, weil diese nach der Scharia, dem islamischen religiösen Gesetz erlaubt ist und dies ist so geblieben, bis zum heutigen Tag. Als die offene Praxis der Sklaverei endlich abgeschafft wurde in den meisten Teilen der islamischen Welt, war dies nur durch externen westlichen Druck geschehen, der ausging von dem amerikanischen Krieg gegen die Barbaren Piraten bis hin zur Seemacht des Britischen Empires. Sklaverei wurde als selbstverständlich hingenommen in der gesamten islamischen Geschichte und dauerte länger als der westliche Sklavenhandel. Robert Spencer erläutert in seinem Buch: “A Religion of Peace? Why Christianity Is and Islam Isn’t“ [Eine Religion des Friedens? Warum das Christentum eine ist und der Islam nicht]:

Auch gab es keine muslimische Bewegung zur Abschaffung [der Sklaverei] keinen Clarkson, Wilberforce, oder Garrison. Als der Sklavenhandel beendet war, wurde das nicht durch muslimische Anstrengungen erreicht, sondern durch britische Streitkräfte. Trotzdem gibt es Anzeichen dafür, dass es in einigen muslimischen Ländern die Sklaverei weiterhin unter der Oberfläche gibt – vor allem in Saudi-Arabien, das die Sklaverei erst im Jahr 1962 abgeschafft hat; Jemen und Oman beendeten beide die legale Sklaverei im Jahr 1970 und Niger hat die Sklaverei erst 2004 abgeschafft. Im Niger wird das Verbot weitgehend ignoriert und etwa eine Million Menschen leben immer noch in Unfreiheit. Sklaven werden gezüchtet, oft vergewaltigt und in der Regel behandelt wie Tiere. Es gibt sogar Fälle von Sklaverei in den Vereinigten Staaten, in die Muslime verwickelt sind. Ein Saudi namens Homaidan al-Turki wurde im September 2006 zu siebenundzwanzig Jahren Haft verurteilt, weil er eine Frau als Slavin in seinem Haus in Colorado gehalten hatte. Al-Turki behauptete seinerseits, er sei ein Opfer anti-muslimischer Vorurteile geworden.

Es sind mehrere Namen im Gebrauch für den Iran, den Irak, Jordanien und Syrien. Einer ist der “Nahe Osten”, ein anderer ist “das Westliche Asien” der Ägypten, ein Land mit starken historischen Wurzeln aus diesem Gebiet ausschließt. Ich bevorzuge den Begriff der “Nahe Osten”, weil es eine Gedächtnishilfe ist, dass dieses Gebiet in der Mitte von Eurasien liegt. Es war das einzige Gebiet, das regelmäßige Kontakte mit allen wichtigen Zivilisationen in der Alten Welt, vom mittelmeerischen Europa über Indien bis nach Ostasien hatte. Die Chinesen waren der griechischen Mathematik und der Naturphilosophie weniger ausgesetzt, wohingegen die Moslems mit den griechischen Ideen und der Geometrie gut vertraut waren. Europa litt unter den gravierendsten Nachteilen, da es nur wenig direkten Kontakt mit dem Süden, Südosten und Ostasien hatte, das größtenteils von den Moslems abgeschnitten war. Die günstige, geografische Position des Nahen Ostens wird an dem frühen Zugang zu chinesischem Papier und dem indischen Ziffern-System deutlich, um nur zwei wichtige Erfindungen zu nennen. Die Europäer überboten schließlich die Moslems in einer außerordentlichen Art und Weise in der Wissenschaft, obwohl sie eine bedeutend schwächere Ausgangsposition hatten.

Zusätzlich dazu könnte die Hadsch, eine Pilgerfahrt nach Mekka und eine der fünf Säulen des Islams, eine gute Gelegenheit gewesen sein, um wissenschaftliche und technologische Informationen zu und von allen Gebieten der Alten Welt auszutauschen. Das geschah wirklich gelegentlich; einige Erfindungen wurden auf diese Weise dem subsaharischen westlichen Afrika zugetragen. In erster Linie jedoch diente es dazu, Informationen darüber zu verbreiten, wie man Jihad gegen Ungläubige führte oder Sharia Gesetze einführte.

Die Moslems genossen eine günstige geografische Position, beherrschten eine bedeutende Anzahl von Nichtmoslems und hatten Zugang zum angehäuften Wissen von vielen der ältesten Zivilisationen in der Welt. Die Herausforderung hier ist nicht zu erklären, warum es einen kurzen Ausbruch von Kreativität in den frühesten Jahrhunderten der islamischen Herrschaft gab; die Herausforderung ist zu erklären, warum das nicht andauerte. Das vielgerühmte “Goldene Zeitalter” des Islams war in Wirklichkeit das Zwielicht der überwundenen vorislamischen Kulturen, ein Echo aus vergangenen Zeiten in einem Gebiet, das mehrheitlich noch eine zeitlang nichtmoslemisch war.

Der Größere Nahe Osten war der Sitz der ältesten bekannten Zivilisationen auf dem Planeten und die Quelle der meisten wichtigen Erfindungen in der menschlichen Geschichte, einschließlich des Schreibens und des Alphabets. Es ist sicher kein Zufall, dass die erste Zivilisation des indischen Subkontinents im Indus Tal im Nordwesten in der Nähe des sumerischen Mesopotamiens entstand, genauso wie es kein Zufall ist, dass des Lesens und Schreibens kundige, europäische Zivilisationen in Ländern Wurzeln schlugen, die geografisch Ägypten und dem fruchtbaren Halbmond nah waren: Die minoische Zivilisation Kretas, später dann Griechenland und der Balkan und dann Rom. Stellen Sie dies den modernen Zeiten gegenüber, in denen der Balkan Europas Schwachstelle Nummer eins ist. Genauso wie der Sitz der ersten indischen Zivilisation in Pakistan und Kaschmir.

Ich habe kürzlich den Bestseller „Guns, Germs and Steel“ [Gewehre, Keime und Stahl] des amerikanischen Evolutionsbiologen Jared Diamond noch einmal gelesen. Was mich beeindruckt hat, wie Diamond, der einen Zusammenhang zwischen Geographie und Krankheiten betont, daran scheitert, den Aufstieg des Westens zu erklären und insbesondere warum Englisch und nicht Arabisch, Chinesisch, Sanskrit oder Maya die Verkehrssprache in der Welt wurde. Sein wichtigster Fehler ist sein Versagen zu erklären, wie der Nahe Osten darin scheiterte ein globales Zentrum der Zivilisation zu sein, und stattdessen heute unzweifelhaft das globale Zentrum der Antizivilisation ist. Das wurde nicht durch die Pocken verursacht, oder weil es schwieriger ist Zebras zu domestizieren als Wasserbüffel; es wurde durch den Islam verursacht, der die Hauptursache für die Rückständigkeit dieses Gebiets bleibt.

(Übersetzung von Liz / die-gruene-pest.com, 22.06.2009)

http://www.pi-news.net/2009/06/fjordman-ueber-den-islam-und-die-wissenschaften/#more-68065

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Britain: From Parliament to Police State by Fjordman

Posted by paulipoldie on June 15, 2009

Monday, June 15, 2009

I am aware of the fact that some British people speak of Europe as “somewhere else,” to which they do not belong. In my opinion, Britain is very much a part of European civilization whether they want to admit so or not, but I am willing to grant them a special place within the European tradition. There is a reason why English became the first global lingua franca. While I focus mainly on the history of science in my essays these days, let us have a brief look at some of the political ideas and concepts championed by the British in the modern era. The famous English legal charter known as the Magna Carta, issued in the year 1215 and written in Latin, limited kingly power in England and had major long-term political consequences when combined with later events. King John (1166-1216) had signed the Magna Carta unwillingly, and the heavy spending and foreign advisers of his son and successor Henry III (1207-1272) upset the nobles, who once again acted as a class under the leadership of the nobleman Simon de Montfort (1208-1265), Earl of Leicester. In 1258 they took over the government and elected a council of nobles which was called parliament or parlement, a French word meaning a “discussion meeting.” This “parliament” took control of the treasury and forced Henry to get rid of his foreign advisers. Henry died in 1272 and his son Edward I (1239-1307) took the throne. He brought together the first real parliament. Simon de Montfort’s council included only nobles and had been able to make statues, written laws, and make political decisions, but the lords were less able to provide the king with money. Several kings had made arrangements for taxation before but, as David McDowall writes in An Illustrated History of Britain: “Edward I was the first to create a ‘representative institution’ which could provide the money he needed. This institution became the House of Commons. Unlike the House of Lords it contained a mixture of ‘gentry’ (knights and other wealthy freemen from the shires) and merchants from the towns. These were the two broad classes of people who produced and controlled England’s wealth. In 1275 Edward I commanded each shire and each town (or borough) to send two representatives to his parliament. These ‘commoners’ would have stayed away if they could, to avoid giving Edward money. But few dared risk Edward’s anger. They became unwilling representatives of their local community. This, rather than Magna Carta, was the beginning of the idea that there should be ‘no taxation without representation’, later claimed by the American colonists of the eighteenth century. In other parts of Europe, similar ‘parliaments’ kept all the gentry separate from the commoners. England was special because the House of Commons contained a mixture of gentry belonging to the feudal ruling class and merchants and freemen who did not. The co-operation of these groups, through the House of Commons, became important to Britain’s later political and social development.” Merchants and country gentlemen were anxious to influence the king’s policies, as they wanted to protect their interests. When France threatened the important wool trade with Flanders they supported Edward III (1312-1377) in his war. During Edward III’s reign Parliament became organized in two parts: the Lords and the Commons, which represented the middle class; the really poor had no voice of their own in Parliament until the middle of the nineteenth century. Many European countries had similar kinds of parliaments in medieval times, but in most cases these institutions disappeared when feudalism died out. In England, however, the death of feudalism helped strengthen the House of Commons in Parliament. Like the Civil War of 1642, the Glorious Revolution, as the political results of the events of 1688 were called, was completely unplanned. It was more a coup d’etat by the ruling elites than a revolution as such, but the fact that Parliament made William king, not by inheritance but by their choice, was indeed revolutionary. Parliament was clearly more powerful than the king and would remain so in the future. Its power over the monarch was written into the Bill of Rights in 1689. The king was from now on unable to raise taxes or keep an army without the agreement of Parliament, or to act against any MP for what he said in Parliament. England was by the seventeenth century emerging as a great power whose influence increasingly stretched far beyond Europe. It was also one of the most intellectually creative regions in the world. After Isaac Newton had published his Principia in 1687, probably the single most influential text in the history of science, the English philosopher John Locke (1632-1704), a friend of Newton, in 1690 published his An Essay Concerning Human Understanding, proclaiming the doctrine eventually known as the tabula rasa, where humans come into the world as blank slates. This was perfect for a world in which reason ruled and everything was possible. Human nature itself could be improved by applying reason, and history could take the direction of eternal progress. Locke published his Second Treatise of Government, stating that government is the servant of men, not the other way around, and that men possess natural rights, expanding on Thomas Hobbes’ concept of the social contract. In the early 1700s, England’s combination of economic prosperity, social stability and civil liberties had no equivalent anywhere in Continental Europe, at least not among the larger states; smaller states such as Switzerland is a different matter. The French philosopher Voltaire (1694-1778) lived in England for several years in the 1720s and knew the English language well. He preferred British constitutional monarchy to French absolute monarchy. Voltaire praised England’s virtues in Letters on the English from 1734 when he returned to Paris. This caused great excitement among French intellectuals for the ideas of Newton and Locke and the plays of Shakespeare, but their own philosophies went in a different direction. That an important European city such as Paris was the home of a major intellectual movement is not too strange. It is more surprising that the smaller city of Edinburgh was so as well during the second half of the eighteenth century. What came to be known as the Scottish Enlightenment, whose effects were felt far beyond Scotland or Britain, produced a series of prominent intellectuals and scholars, including the pioneering modern geologist James Hutton (1726-1797), the philosopher David Hume (1711-1776), the brilliant, but famously eccentric economist Adam Smith (1723-1790) and the historian Adam Ferguson (1723-1816). Adam Smith from the University of Glasgow in 1776 – at the dawn of the Industrial Revolution, although he did not realize this at the time – published his Wealth of Nations, widely considered the first modern work of economics. Smith stressed meritocracy and introduced the principle of competitive advantage and the metaphor of the Invisible Hand. Above all he championed the idea that trade is not a zero-sum game but a win-win situation; he challenged the ancient assumption that wealth is a pie of fixed size over which everybody has to fight to get their share by showing that the size of the pie itself can grow through trade. Scotland at this time had a good education system and very high literacy rates, as did the emerging Scandinavian nations. The American polymath Benjamin Franklin, who visited Edinburgh in 1759, remembered his stay as “the densest happiness” he had ever experienced. By 1762 Voltaire was writing, with a touch of malice, that “today it is from Scotland that we get rules of taste in all the arts, from epic poetry to gardening.” In England and the Netherlands, where political power was already in the hands of the merchant middle class, intellectual activity was directed toward analyzing the practical significance of this change. In contrast, according to scholar Bruce G. Trigger, “The continuing political weakness of the French middle class in the face of Bourbon autocracy stimulated French intellectuals to use the idea of progress to reify change as a basis for challenging the legitimacy of an absolute monarch, who claimed to rule by divine will and protected the feudal economic privileges enjoyed by a politically moribund nobility. By proclaiming change to be both desirable and inevitable, Enlightenment philosophers called into question the legitimacy of the existing political and religious order. Beginning as an intellectual expression of discontent, the French Enlightenment gradually developed into a movement with revolutionary potential….The Scottish interest in Enlightenment philosophy reflected the close cultural ties between Scotland and France but also was stimulated by the unprecedented power and prosperity acquired to the Scottish urban middle class as a result of Scotland’s union with England in 1707. Southern Scotland was experiencing rapid development but the highland areas to the north remained politically, economically, and culturally underdeveloped. This contrast aroused the interest of Scottish intellectuals in questions relating to the origin, development, and modernization of institutions.” Scottish intellectuals made very important contributions to science and to our understanding of the modern world, but it was the more revolutionary version of Enlightenment philosophy which developed in France that would become popular among the middle classes seeking more political power for themselves in Europe and in North America. The sad part when writing this is that while Britain was once admired for its political system and was rightfully hailed as a beacon of liberty, today Britain is one of the most politically repressive countries in the Western world, which is saying a lot given how bad Politically Correct censorship is in the entire Western world these days. Britain today is a Multicultural police state where sharia, Islamic law, is quite literally treated as the law of the land. I suppose there is a strange sort of symmetry in this: Britain was one of the first countries in the West to embrace political liberty and is now among the first to leave political liberty behind.

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Fjordman: Europäer als Opfer des Kolonialismus

Posted by paulipoldie on June 14, 2009

Fjordman: Europäer als Opfer des Kolonialismus

In meinem Buch „Defeating Eurabia“ gibt es auch ein Kapitel mit der Bezeichnung „Fourteen Centuries of War Against European Civilization“ [Vierzehn Jahrhunderte Krieg gegen die europäische Zivilisation], das sich mit der islamischen Kolonisierung und Angriffen auf den europäischen Kontinent seit dem siebten Jahrhundert n. Chr. befasst. Dieser Teil der Geschichte, als die Europäer zu Opfern des Kolonialismus und Sklavenüberfällen wurden, verdient viel mehr Aufmerksamkeit als es derzeit der Fall ist, wo der Fokus fast ausschließlich auf der viel kürzeren Periode der europäischen Kolonialzeit liegt.

(Von Fjordman, Originaltext: Europeans As Victims of Colonialism, Übersetzung: die-gruene-pest.com)

Im Jahr 2008 wurde von Frankreich verlangt, dass es Wiedergutmachung leisten müsse für seine koloniale Vergangenheit in Algerien. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet der französischen Kolonialgeschichte, aber wenn ich mich recht erinnere, waren die Franzosen auch deswegen motiviert, sich in Algerien zu engagieren, weil barbarische Piraten ihre bösartigen Aktivitäten im neunzehnten Jahrhundert immer weiter fortsetzten. Die Zeit der französischen Herrschaft ist der einzige Zeitraum der Zivilisation den Algerien erlebt hat, seit den Römern. Seit dem siebten Jahrhundert haben Muslime Europa immer wieder überfallen, vor allem die südlichen Regionen, manchmal auch nördlich der Alpen. In der Tat, der einzige Zeitraum während der mehr als 1300 Jahre, in dem sie es nicht getan haben, war die Zeit des europäischen Kolonialismus. Darüber hinaus gibt es jetzt mehr Nordafrikaner in Frankreich, als es jemals Franzosen in Nordafrika gegeben hat. Wenn Nicht-Europäer der Kolonisierung widerstehen können und Eindringlinge vertreiben können, warum können die Europäer nicht das gleiche tun?

Auch unter den Ländern Westeuropas, hat nur eine Minderheit eine bedeutende Kolonialgeschichte und einige von ihnen, wie Spanien und Portugal, waren zuvor selbst kolonisiert worden. Spanien, das über ein ausgedehntes Kolonialreich verfügte, war selbst einst ein Opfer des Kolonialismus und zwar deutlich länger, als es ein Kolonisierer war. Wie Ibn Warraq sagt, in seinem Buch “Defending the West“:

Während die französische Präsenz weniger als vier Jahre dauerte, bevor sie schmählich von den Briten und Türken vertrieben wurden, waren die Osmanen seit 1517 insgesamt 280 Jahre lang die Herrscher von Ägypten. Auch wenn wir die späteren britischen und die französischen Protektorate mitzählen, war Ägypten nur siebenundsechzig Jahre lang unter westlicher Kontrolle, Syrien einundzwanzig Jahre lang und der Irak nur fünfzehn Jahre – und natürlich war Saudi-Arabien nie unter westlicher Kontrolle. Wenn man dies mit dem südlichen Spanien vergleicht, das 781 Jahre lang unter muslimischem Joch war, Griechenland 381 Jahre lang und die herrliche, neue, christliche Hauptstadt, das verfinsterte Rom – Byzanz – das immer noch in muslimischen Händen ist. Aber offensichtlich gibt es weder in der spanischen noch in der griechischen Politik eine Art Opferbegriff dafür.

Paul Fregosi nennt in seinem Buch “Jihad in the West: Muslim Conquests from the 7th to the 21st Centuries“ [ Jihad im Westen: Muslimische Eroberungen vom 7. bis zum 21. Jahrhundert] den islamischen Jihad als „das wichtigste Ereignis in der Vergangeheit mit der am wenigsten aufgezeichneten und beachteten Dunkelziffer der Geschichte.“ In der Tat wurde dies weitgehend ignoriert, „obwohl es eine Tatsache des Lebens war in Europa, Asien und Afrika fast 1400 Jahre lang.“ Weiter sagt Fregosi, „westliche Kolonisierung in der Nähe von muslimischen Ländern dauerte 130 Jahre, ungefähr von den Jahren um 1830 bis zu den Jahren um 1960. Muslimische Kolonisierung in der Nähe europäischer Länder dauerte 1300 Jahre, von den Jahren um 600 bis in die Mitte der 1960er Jahre. Aber seltsamerweise sind es die Muslime … die am meisten verbittert sind über den Kolonialismus und die Demütigungen, denen sie unterworfen waren und es sind die Europäer, die dieser Scham und Schuld eine sichere Heimat geben. Es sollte genau anders herum sein. ”

Die Überfälle im Namen des islamischen Jihad begannen im Mittelmeer im siebten Jahrhundert n. Chr. Der Prototyp einer muslimischen Schiffsrazzia ereignete sich im Jahr 846, als eine Flotte von arabischen Dschihadisten an der Mündung des Tiber anlandete, nach Rom marschierte, die Stadt einnahm und von dem Reichtum der St. Peter Basilika alles an Gold und Silber mitnahm was sie enthielt. Der Grund, warum der Vatikan zu einer befestigten “Stadt in der Stadt” in Rom wurde war, wegen der wiederholten Angriffe der Muslime (Sarazenen). Hier ist ein Zitat aus dem Buch „Rome: Art & Architecture“[Rom: Kunst & Architektur], herausgegeben von Marco Bussagli:

Als Leos IV größtes Bauvorhaben wird in der Regel die Befestigung der vatikanischen Bereichs angesehen. Nach den Verwüstungungen der Sarazenen im St. Petersdom, die die christliche Welt zutiefst erschüttert hatte, wurde beschlossen, das Gebiet rund um das Grab des heiligen Petrus zu befestigen. Leo III hatte bereits diese Entscheidung getroffen, aber es war wenig getan worden, wegen des Diebstahls von Materialien, die für die Arbeit benötigt wurden. Leo IV hatte bereits die Reparatur der Aurelianischen Wände, Tore und Türme organisiert und zwar in einer Weise, dass er die Arbeit innerhalb von vier Jahren als vollständig abschließen konnte. Am 27. Juni 852 wurde eine Weihezeremonie der Wände in Anwesenheit des Papstes und der Geistlichkeit abgehalten, die in einer Prozession barfuß und mit auf dem Kopf verschmierter Asche rund um den gesamten Kreis der Befestigungsanlagen zogen und sie mit heiligem Wasser besprenkelten, an jedem Tor wurde göttlicher Schutz gegen den Feind erbeten, der die Bewohner bedrohte. Der abgeschlossene Bereich bekam den Status einer Stadt mit eigenem Recht, der getrennt war von der eigentlichen Urbis Romanus, trotz seiner Nähe dazu.

Diese Angriffe waren die Regel in vielen Regionen Eurasiens, nicht nur in Europa. Der indische Historiker KS Lal stellte fest, dass überall dort, wo Dschihadisten ein Gebiet erobert hatten, “sich ein System der Sklaverei entwikelte, das eigentümlich war im Hinblick auf Klima, Landschaft und Bevölkerung des Ortes.” Als die muslimischen Armeen in Indien einfielen, “wurden seine Bewohner in Scharen zu Sklaven gemacht, um in fremden Ländern verkauft zu werden oder sie mussten in unterschiedlich großen Mengen niedere oder weniger niedere Arbeiten innerhalb des Landes verrichten.”

Während die Araber in den ersten Jahrhunderten der islamischen Epoche dominierten, wurden sie bald von den Türken abgelöst und als Streitmacht sogar übertroffen. Da sie stetig mehr und mehr von Anatolien eroberten, reduzierten die Türken die griechische Bevölkerung und andere Nicht-Muslime indem sie sie zu Sklaven machten: “Sie versklavten Männer, Frauen und Kinder aus allen wichtigen städtischen Zentren und auf dem Land.” Türkische Angriffe auf Europäische Länder, die in der Nähe lagen, dauerten bis weit in die Neuzeit an.

Dr. Andrew G. Bostom, der Autor des hervorragenden Buches „The Legacy of Jihad“ [Das Vermächtnis des Jihad], schrieb darin über das, was er als “Amerikas erster Krieg gegen den Terror” bezeichnete. Thomas Jefferson und John Adams, die damals als amerikanische Botschafter in Frankreich und Großbritannien waren, trafen im Jahr 1786 in London den Botschafter aus Tripolis in Großbritannien, Sidi Haji Abdul Rahman. Diese beiden zukünftigen amerikanischen Präsidenten versuchten einen Friedensvertrag auszuhandeln, der den Vereinigten Staaten die Verwüstungen der Jihad-Piraterie ersparen könnte – Mord und Versklavung, die von den so genannten Barbaren Staaten von Nordafrika ausgingen, dem heutigen modernen Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Bostom stellt fest, dass “im Juni / Juli 1815 die geschickt kommandierte US-Marine ihren barbarischen Dschihadgegnern eine schnelle Serie von vernichtenden Niederlagen zugefügt hatte. Dieser Erfolg entfachte die Fantasie der Alten Welt sich gegen die Barbaren Piraten zu wehren. ”

Robert Davis, Professor für Geschichte an der Ohio State University, hat eine neue methodische Aufzählung entwickelt, aus der hervorgeht, dass vielleicht ein und ein Viertel Millionen weißer europäischer Christen durch die muslimischen Barbaren versklavt wurden, allein zwischen 1530 und 1780 – eine weitaus größere Zahl als zuvor geschätzt worden war:

Versklavung war eine sehr reale Möglichkeit für jedermann, der in den Mittelmeerländern reiste, oder wer an den Ufern in Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, und sogar in einer Entfernung wie England und Island lebte. Vieles von dem, was geschrieben wurde, vermittelt den Eindruck, dass es nicht viele Sklaven gewesen seien und die Auswirkungen der Sklaverei auf Europa werden heruntergespielt,“ sagte Davis. „Die meisten berechnen die Sklaverei nur auf einen Ort bezogen, oder nur für einen kurzen Zeitraum. Aber wenn Sie einen weiteren, intensiveren Blick rikieren, werden die enorme Reichweite der Sklaverei und ihre starken Auswirkungen deutlich.

Jihadpiraterie und Sklavenüberfälle wurden eine Tatsache des täglichen Lebens im Mittelmeer und den Regionen um das Schwarze Meer für mehr als tausend Jahre, wenn nicht länger, mit gelegentlichen Vergeltungsmaßnahmen der Christen. Italien war politisch zersplittert und hatte daher eine schwache territoriale Verteidigung. Noch im siebzehnten Jahrhundert war die Adriaküste eine Zone die “kontinuierlich von den Türken überfallen wurde”, auch eine gut verteidigte Stadt wie Rimini konnte nur wenig Schutz bieten für die lokalen Fischer und die Bauern an den Küsten. Robert C. Davis erklärt in seinem Buch „Christian Slaves, Muslim Masters“: White Slavery in the Mediterranean, the Barbary Coast and Italy, 1500-1800 [Christliche Skaven, muslimische Herren: Weiße Sklaven im Mittelmeer, an der Barbarischen Küste und in Italien von 1500 – 1800] :

Italien gehörte zu den am gründlichsten verwüsteten Gebieten im Mittelmeerraum. Da es an der Frontlinie zwischen den beiden sich bekämpfenden Reichen lag, wurde Italien bekannt als “das Auge der Christenheit” … vor allem in den Bereichen, die in der Nähe von einigen der wichtigsten Zentren der Korsaren lagen (das westliche Sizilien ist nur 200 Kilometer von Tunis entfernt), blühte der Sklavenhandel zu einer rasch wachsenden umfassenden Industrie auf, mit katastrophalen Auswirkungen, die deutlich wurden zu dieser Zeit und Jahrhunderte danach. Diejenigen, die an den Küsten Bauernhöfe hatten, sogar 10 oder 20 Meilen vom Meer entfernt, waren nicht sicher vor den Plünderern – Erntearbeiter, Winzer und Olivenbauern waren alle immer wieder überrascht, wenn sie bei ihrer Arbeit überfallen und entführt wurden. Die Arbeiter in den Salinen waren oft in Gefahr, so wie Holzfäller und alle anderen ungeschützten Armen, die entlang den Küsten reisten oder arbeiteten: Bedürftige wie Antonia Monte Rosa, die sich selbst “die Ärmsten der Armen in der Stadt Barletta [in Puglia], ” nannte und die ebenso überrascht war, wie die 42 anderen, auch ihre beiden Töchter, als sie während des Sammelns nach der Ernte 4 Meilen außerhalb der Stadt waren. Auch Klöster in Küstennähe waren leichte Ziele für die Korsaren.

Fischer waren besonders gefährdet. Während eines Zeitraums im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert, errichteten muslimische Piraten einen nicht durchgehend besetzten Stützpunkt an der Mündung der Bucht von Neapel, von wo sie kleinere Schiffe angriffen. Umgeben von feindlichen Meeren auf allen Seiten, repräsentiert

das siebzehnte Jahrhundert eine dunkle Zeit, aus der die spanische und italienische Gesellschaft nur noch als Schatten ihrer selbst hervorgingen, verglichen mit dem was sie in ihrem früheren, goldenen Zeitalter einmal waren. Für den Einzelnen können wir beobachten, dass die psychischen Spuren dieses Traumas weit über die Zeit hinaus gingen, in der sich die größeren Gesellschaften zu modernen Staaten umgestaltet hatten, lange nachdem “auch diese Idee verloren gegangen war, von diesen Hunden die so viel Leid brachten “. Es setzte sich fort bis knapp unter die Oberfläche der Kulturen der Küstenstaaten des europäischen Mittelmeerraums, bis hin in die ersten Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, als, wie es eine sizilianischen Frau sagte, “die ältesten [noch] immer von einer Zeit erzählen, in der die Türken jeden Tag nach Sizilien kamen. Sie kamen zu Tausenden aus ihren Galeeren und sie können sich vorstellen, was passiert ist! Sie griffen sich die unverheirateten Mädchen und Kinder, packten Dinge und Geld und in einem schnellen Augenblick waren sie [zurück] an Bord der Galeeren, setzten die Segel und verschwanden …. Am nächsten Tag war es wieder dasselbe und traurige Lieder wurden gesungen, weil man nichts anderes hörte, als die Klagen und Rufe der Mütter und die Tränen liefen in Sturzbächen durch alle Häuser.

Korsaren aus Städten in Nordafrika – Tunis, Algier etc. – beraubten Schiffe im Mittelmeer und im Atlantik, genauso wie die Dörfer am Meer, um Männer, Frauen und Kinder gefangen zu nehmen. Die Auswirkungen waren verheerend – Frankreich, England und Spanien verloren jeweils Tausende von Schiffen und über weite Strecken waren die spanischen und die italienischen Küsteneregionen von ihren Bewohnern fast aufgegeben worden.

Auf seinem Höhepunkt, war das Ausmaß der Zerstörung und Entvölkerung bestimmter Gebiete wahrscheinlich deutlich höher, als das was die europäischen Sklavenhändler später im Innern von Afrika anrichteten. Das Leben der europäischen Sklaven war oft nicht besser als das der Opfer des transatlantischen Sklavenhandels, der später in die Fußstapfen des zuvor begründeten islamischen Sklavenhandels in Afrika trat. “Was die täglichen Lebensbedingungen der Mittelmeersklaven anging so hatten sie es sicherlich nicht besser”, sagt Davis. Während die afrikanischen Sklaven zermürbende Arbeiten auf Zucker- und Baumwollplantagen in Nord- und Südamerika ausführen mussten, arbeiteten die europäischen Sklaven oft genauso schwer und genauso tödlich – in Steinbrüchen, bei umfangreichen Bauvorhaben, aber vor allem als Ruder- und Küchensklaven auf Korsarengaleeren.

Junge Engländer riskierten ihr Leben, wurden überrascht durch eine Flotte muslimischer Piraten die in ihrem Dorf auftauchten, oder sie wurden entführt, während sie auf hoher See fischten. Thomas Pellow wurde in Marokko versklavt und dreiundzwanzig Jahre lang von Barbaren Piraten gefangen gehalten, als er im Jahr 1716 Kabinenjunge auf einem kleinen englischen Schiff war. Er wurde gefoltert, bis er den Islam annahm. Wochenlang wurde er geschlagen und ausgehungert, bis er schließlich nachgab weil sein Peiniger ihn folterte indem er ” mein Fleisch durch Feuer von meinem Knochen brannte, was der Tyrann häufig wiederholte, meistens auf eine grausame Art und Weise.”

Während des größten Teils des siebzehnten Jahrhunderts verloren alleine die Engländer mindestens 400 Matrosen in einem Jahr an die Sklavenhändler. Ein amerikanischer Sklave berichtete von über 130 amerikanischen Seeleuten, die durch die Algerier im Mittelmeer und im Atlantik zwischen 1785 und 1793 versklavt wurden (dem die bereits erwähnte militärische Reaktion der Amerikaner folgte). In seinem Buch “White Gold“ [Weißes Gold], beschreibt Giles Milton, wie regelmäßig Jihadrazzien, die sich bis ins nördliche Europa erstreckten sogar so weit nördlich bis hin zum fernen Island, das mitten im Nordatlantik liegt, stattfanden, wo einige Dorfbewohner in gut dokumentierten Angriffen im siebzehnten Jahrhundert als Sklaven nach Nordafrika entführt und verschleppt wurden.

Wie Murray Gordon in seinem Buch “Slavery in the Arab World“ [Sklaverei in der arabischen Welt] schreibt, waren die sexuellen Aspekte der Sklaverei unverhältnismäßig wichtig in der islamischen Welt. “Eunuchen erzielten die höchsten Preise unter den Sklaven, gefolgt von den jungen und hübschen, weißen Frauen.” Normalerweise machten die hohen Kosten die weißen Sklavinnen zu einem Luxusartikel, den sich nur reiche Muslime leisten konnten:

Nach weißen Frauen gab es fast immer eine größere Nachfrage als nach afrikanischen und die Araber waren bereit, viel höhere Preise für tscherkessische und georgische Frauen aus dem Kaukasus und aus tscherkessischen Kolonien in Kleinasien zu bezahlen. Nachdem die Russen Tscherkessien und Georgien beschlagnahmt hatten, am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und als Folge des Vertrags von Adrianopolis im Jahre 1829 in dem sie die erhaltenen Festungen zurückbekamen, die die Straße in die Türkei aus Tscherkessien kontrollierten, kam der Handel mit tscherkessischen Frauen zu einem sprichwörtlichen Erliegen. Dies führte dazu, dass der Preis von tscherkessischen Frauen in die Höhe schoß auf den Sklavenmärkten von Konstantinopel und Kairo. Die Situation war fast vollständig rückgängig gemacht worden in den frühen 1840er Jahren, als die Russen im Tausch gegen eine türkische Zusage zur Einstellung ihrer Angriffe auf die Festungen an der Ostseite des Schwarzen Meeres, heimlich vereinbarten, sich nicht mehr in den Sklavenhandel einzumischen. Dieser uneingeschränkte Handel führte zu einem Überangebot auf den Märkten von Konstantinopel und Kairo, wo die Preise für tscherkessische Frauen in der Reichweite von vielen normalen türkischen und ägyptischen Frauen lagen.

Nach den Weißen, wurden die abessinischen (Äthiopien) Mädchen zur “zweitbesten” Alternative. Je nach Helligkeit der Haut, Attraktivität und Fähigkeiten, lagen die Kosten überall bei einem Zehntel bis zu einem Drittel des Preises einer tscherkessischen oder georgischen Frau. Solange Tscherkessinnen, Slawinnen, Griechinnen und andere weiße Frauen zu erschwinglichen Preisen erhältlich waren, bevorzugten sie die Araber vor den schwarzen. Es ist interessant zu bemerken, dass dieses Muster lange vor der europäischen Kolonialzeit entstand. In diesen Tagen, in denen alles Schlechte in der Welt den Europäern zugesprochen wird, ist es normal zu sagen, dass “Rassismus” ein Erbe der europäischen Kolonialzeit sei. In der Tat gibt es eine nahezu universelle Vorliebe für helle Haut vor allem bei Frauen, im Nahen Osten, in Asien und in Afrika selbst, die es schon lange vor der europäischen Kolonialherrschaft in diesen Ländern gab.

Murray Gordon sagte dazu folgendes:

Während einer besseren Zeit des Mittelalters diente Europa als eine wertvolle Quelle für Sklaven, die in der muslimischen Welt als Soldaten, Konkubinen und Eunuchen angepriesen wurden. Man handelte aber nicht lange mit Afrika auf diesem Gebiet, wenn dann nur, weil das christliche Europa von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Vorstellung zurückwies, dass ihre Menschen versklavt werden könnten, vor allem von der verachteten muslimischen Welt. Im größten Teil von Schwarzafrika dagegen gab es einige Regierungen oder Häuptlinge, die ihre Autorität gegen die Händler stellten, die mit Wohnwagen und Schiffen kamen und auf der Suche waren nach Sklaven. Beklagenswerterweise wurden viele afrikanische Häuptlinge oft zu Vermittlern im Handel, indem sie mit Bewohnern von nahegelegenen Dörfern als Zugabe handelten und sie austauschten gegen eine Auswahl von hergestellten Waren.

Es gibt einige Beispiele, bei denen Europäer andere Europäer als Sklaven verkauften. Dies passierte durch die Wikinger oder Slawen, insbesondere aber durch bestimmte Italiener, hier vor allem die Venezianer. Einige Reeder aus Venedig, die russische und georgische Sklaven am Schwarzen Meer geladen hatten, verkauften diese an die Türken oder in venezianische Zucker-Plantagen auf Kreta und Zypern. Diese Arten von Aktivitäten, die scharf verurteilt wurden, sowohl von der römisch-katholischen als auch von der byzantinischen Kirche, sollten aus Gründen der historischen Genauigkeit dennoch erwähnt werden, aber das war eindeutig von untergeordneter Bedeutung im Vergleich zu den umfangreichen islamischen Überfällen in Europa viele Jahrhunderte lang.

Die Sklaverei hatte in den muslimischen Gesellschaften nie eine derart mächtige Opposition, wie in christlichen. Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, wurden Fragen zur Sklaverei zuletzt angesprochen, aber nur wegen des westlichen Einflusses und unter militärischem Druck. Murray Gordon schreibt:

Dass sich die Sklaverei so lange fortsetzte in der muslimischen Welt – sie war nur in Saudi-Arabien abgeschafft worden im Jahr 1962 und etwas später,1981, in Mauretanien – war der Tatsache zu verdanken, dass sie im islamischen Recht tief verankert war. Durch die Legitimierung der Sklaverei und als Erweiterung davon, der schäbige Handel mit Sklaven (für die es keine rechtlichen Sanktionen gab), erhöhte der Islam diese Praktiken zu einem unangreifbaren moralischen Plan. Als Ergebnis davon gab es in keinem Teil der muslimischen Welt jemals eine ideologische Herausforderung die gegen die Sklaverei gerichtet war. Die politische Struktur und das soziale System in der muslimischen Gesellschaft hätten einen dunklen Schatten auf eine solche Herausforderung geworfen. Der Sultan des Osmanischen Reiches und die Potentaten, die in anderen muslimischen Ländern regierten, verdankten ihren Thron sowohl ihren religiösen als auch ihren weltlichen Führern und waren daher zur Wahrung des Glaubens verpflichtet. Ein Teil dieser Verpflichtung war es, das normale Funktionieren der Sklavensystems zu gewährleisten, das einen integralen Bestandteil der islamischen Gesellschaft ausmachte, wie es im Koran ausgeschmückt wird.

Im Gegensatz zum Westen, gab es nie eine muslimische Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, weil diese nach der Scharia, dem islamischen religiösen Gesetz erlaubt ist und dies ist so geblieben, bis zum heutigen Tag. Als die offene Praxis der Sklaverei endlich abgeschafft wurde in den meisten Teilen der islamischen Welt, war dies nur durch externen westlichen Druck geschehen, der ausging von dem amerikanischen Krieg gegen die Barbaren Piraten bis hin zur Seemacht des Britischen Empires. Sklaverei wurde als selbstverständlich hingenommen in der gesamten islamischen Geschichte und dauerte länger als der westliche Sklavenhandel. Robert Spencer erläutert in seinem Buch: “A Religion of Peace?: Why Christianity Is and Islam Isn’t“ [Eine Religion des Friedens?: Warum das Christentum eine ist und der Islam nicht]:

Auch gab es keine muslimische Bewegung zur Abschaffung [der Sklaverei] keinen Clarkson, Wilberforce, oder Garrison. Als der Sklavenhandel beendet war, wurde das nicht durch muslimische Anstrengungen erreicht, sondern durch britische Streitkräfte. Trotzdem gibt es Anzeichen dafür, dass es in einigen muslimischen Ländern die Sklaverei weiterhin unter der Oberfläche gibt – vor allem in Saudi-Arabien, das die Sklaverei erst im Jahr 1962 abgeschafft hat; Jemen und Oman beendeten beide die legale Sklaverei im Jahr 1970 und Niger hat die Sklaverei erst 2004 abgeschafft. Im Niger wird das Verbot weitgehend ignoriert und etwa eine Million Menschen leben immer noch in Unfreiheit. Sklaven werden gezüchtet, oft vergewaltigt und in der Regel behandelt wie Tiere. Es gibt sogar Fälle von Sklavrei in den Vereinigten Staaten, in die Muslime verwickelt sind. Ein Saudi namens Homaidan al-Turki wurde im September 2006 zu siebenundzwanzig Jahren Haft verurteilt, weil er eine Frau als Slavin in seinem Haus in Colorado gehalten hatte. Al-Turki behauptete seinerseits, er sei ein Opfer anti-muslimischer Vorurteile geworden.

Sklaverei wurde von Völkern aller Rassen in der griechisch-römischen Welt praktiziert, bei den Deutschen, den Sachsen, den Kelten und bei einigen schwarzen afrikanischen Völkern. Der bekannteste Sklavenaufstand in der römischen Epoche wurde angeführt von Spartacus, einem versklavten Gladiator vom Volke der Thrakier, die die Region des heutigen Bulgarien und den Balkan nahe dem Schwarzen Meer in früheren Zeiten dominierten. Seine Rebellion wurde niedergeschlagen im Jahr 71 v. Chr. und Tausende von Sklaven wurden entlang der Straße nach Rom gekreuzigt, als Warnung für andere. Dem Rückzug der Sklaverei in Europa folgte die Ausbreitung des Christentums.

Wenn wir noch weiter zurückgehen, ins Alte Königreich des alten Ägyptens, war die Sklaverei ein wichtiger Bestandteil des afrikanischen Handels mit anderen Kontinenten. Allerdings, nach Robert O. Collins und James M. Burns in dem Buch „A History of Sub-Saharan-Africa“ wird gesagt dass: “Der Beginn des islamischen Zeitalters fiel zusammen mit einer starken Zunahme des afrikanischen Sklavenhandels.”: Der Ausbau des Sklavenhandels durch die Sahara stand im Zusammenhang mit dem Sahelreich von Ghana und war eine Reaktion auf die Nachfrage der Märkte des muslimischen Nordafrikas:

Die moralische Rechtfertigung für die Versklavung der Afrikaner südlich der Sahara durch Muslime wurde durch die Tatsache akzeptiert, dass sie die “Ungläubigen “(kafirin) waren, die ihre traditionellen Religionen mit vielen Göttern praktizierten und nicht den einen Gott des Islam hatten. Die Notwendigkeit zur Sklaverei, unabhängig davon, ob sie mit Gewalt genommen oder durch kommerziellen Handel beschafft wurden, belebte den alten, aber schläfrig gewordenenTrans-Sahara-Handel wieder, der zu einem wichtigen Beschaffer für Sklaven für Nord-Afrika und das islamische Spanien wurde. Die frühesten muslimischen Aufzeichnungen über Sklaven, die die Sahara durchquerten von Fezzan aus im Süden Libyens bis nach Tripolis an der Mittelmeerküste, wurden im siebten Jahrhundert verzeichnet, aber vom neunten bis zum neunzehnten Jahrhundert gibt es eine Vielzahl von Aufzeichnungen von Plünderungen der militärischen Staaten der Sahel-Zone, die den nordafrikanischen Muslimen als bilad al-Sudan, (”Land der Schwarzen”) bekannt waren, von heidnischen Afrikanern, die an muslimische Händler verkauft wurden und durch die Wüste marschierten als profitabelste Ware ihres umfangreichen kommerziellen Netzes. Ab dem zehnten Jahrhundert gab es einen stetigen Strom von Sklaven aus den Reichen des westlichen Sudan und dem Tschad-Becken, das sich durch die Sahara erstreckt. Viele starben auf dem Weg, aber die Überlebenden erzielten einen hohen Gewinn auf den lebendigen Märkten von Sijilmasa, Tripolis und Kairo.

Die Ausbreitung des Islam mit arabischen Kontakten brachte die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben in die Sub-Sahara des westlichen Afrikas, aber ansonsten belebten die Muslime den Sklavenhandel von Ost-Afrika bis zum Indischen Ozean, dem Nahen Osten und dem Persischen Golf, und einige afrikanische Sklaven wurden bis nach Mittel-Asien und Indien verschifft.

Als die Europäer begannen sich mit Gewalt Zutritt zur südlichen Sahara zu verschaffen, war nur der Teil von Afrika nördlich der Sahara und die Küste des Roten Meeres der alten Mittelmeer Welt bekannt, aber nicht das südliche Gebiet der Sahara in Afrika. Die Portugiesen unternahmen geplante Entdeckungsreisen an Westafrika entlang im fünfzehnten Jahrhundert, die Jahrzehnte der Verbesserungen bei Navigation und Schiffsbau erforderten, bevor sie um das Kap der guten Hoffnung segeln konnten um den Indischen Ozean zu erreichen.

Während die ausgedehnte portugiesische Teilnahme am transatlantischen Sklavenhandel weithin bekannt ist, weiß jedoch nicht jeder, dass Cristóvão da Gama (1516-1542), Sohn des großen portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama (ca. 1460-1524), Anfang der 1540er Jahre in Äthiopien kämpfte zur Unterstutzung der dortigen Christen, und dort auch starb. Die Äthiopier waren die einzige afrikanische Nation, die des Lesens und Schreibens kundig war und die nicht unter islamischer Herrschaft stand; sie waren durch die ägyptischen Kopten bereits im vierten und fünften Jahrhunderten n.Chr. christianisiert worden, aber waren nach den islamischen Eroberungen vom direkten Kontakt mit der christlichen Mittelmeerwelt praktisch abgeschnitten worden. Portugiesische Söldner kamen um das äthiopische Königreich davor zu bewahren durch Moslems, die von den somalischen Ebenen kamen, überwältigt zu werden. Robert O. Collins und James M. Burns erklären in dem Buch „ A History of Sub-Saharan Africa“ [Eine Geschichte der afrikanischen Subsahara]:

Die Monarchie hatte die letzte moslemische Zitadelle in Portugal im Jahr 1249 erobert und im Jahr 1385 war ein stabiles politisches System unter einer neuen Dynastie, dem Haus von Avis entstanden, das an der Westküste Europas isoliert war, mit einem starken und misstrauischen Spanien als seinem östlichen Nachbarn. Das Gold Afrikas würde die Mittel zur Verfügung stellen, das Königreich zu verteidigen und portugiesische Entdeckungsreisen um Afrika herum in den Indischen Ozean und nach Asien zu finanzieren, um so am Reichtum durch den Handel mit Gewürzen teil zu haben. Außerdem lebten hinter der Wüste Sahara die nichtmoslemischen Völker des westlichen Afrikas, die vielleicht zum Christentum bekehrt und zum Kreuzzug gegen die Moslems angeworben werden konnten… Und dann gab es die fesselnde Legende von Prester John, der den Wunsch der mittelalterlichen europäischen Monarchen entzündete, diesem belagerten christlichen König beizustehen, der irgendwo im Osten von moslemischen Feinden umgeben war. Im fünfzehnten Jahrhundert war die Legende von Prester John verknüpft worden mit Abessinien (Äthiopien) im nordöstlichen Afrika; man sagte, dass die Christen ihren Glauben gegen den Jihad (heiliger Krieg) des Islam verteidigen mussten. Kein portugiesischer König, Edelmann oder Bauer konnte seine christliche Verantwortung verleugnen, um Prester John und seinen Leuten zur Hilfe zu kommen.

Außerdem, was in den folgenden Jahrhunderten zu einer weltweiten, europäischen Vergrößerung führen sollte, die Erforschung der Meere in Portugal im fünfzehnten Jahrhundert, begann mit der Initiative von Prinz Heinrich dem Sefahrer (1394-1460). Die Erforschung der afrikanischen Küsten durch die Portugiesen geschah eher beiläufig , im Jahr 1415 nahmen sie den afrikanischen Nordhafen von Ceuta ein, der als Basis für die Piraten der moslemischen Barbaren für ihre Angriffe auf die Küsten Portugals verwendet worden war, bei denen die Ortsansässigen als Sklaven gefangen genommen wurden und mehrere Gebiete wegen wiederholter Angriffe entvölkert waren.

Einer der wichtigsten Gründe für diese frühe, europäische, überseeische Vergrößerung war der Wunsch, dem moslemischen Würgegriff zu entkommen, den der europäische Kontinent für so lange genossen hatte. Dies behandelt Norman Davies in seinem umfangreichen Buch „Europe: A History“ [Europa: Eine Geschichte], ausführlich:

Der Einfluss des Islams auf die christliche Welt kann nicht übertrieben werden. Die Eroberungen des Islams verwandelten Europa in die zentrale Basis des Christentums. Zur gleichen Zeit wurden durch das große moslemische Territorium die Christen von praktisch allen direkten Kontakten mit anderen Religionen und Zivilisationen abgeschnitten. Die Barriere des militanten Islams zwang die [europäische] Halbinsel sich auf sich selbst zu konzentrieren, indem man viele der früheren Wege des kommerziellen, intellektuellen und politischen Handels abbarch und umgestaltete. In diesem Feld eines religiösen Konflikts blieben dem Christentum zwei Aufgaben – mit dem Islam zu kämpfen und die restlichen Heiden zu bekehren. Man zwang das Byzantinische Reich zur ständigen vordringlichen Verteidigung seiner Ostgrenzen und dies führte folglich zu einer Vernachlässigung seiner Reichsmission im Westen. Dies schuf die Bedingungen, in der sich andere, entferntere, christliche Staaten selbst wehren mussten und zunehmend Maßnahmen zu einer lokalen Autonomie und Wirtschaftsunabhängigkeit ergriffen. Mit anderen Worten gab es einen Hauptstimulus zum Feudalismus. Vor allem, indem man das Mittelmeer beherrschte, zerstörte man die Überlegenheit, die die Mittelmeerländer bisher über den Rest der Halbinsel ausgeübt hatten.

Kein europäisches Volk litt mehr unter der islamischen Kolonialpolitik als diejenigen auf dem Balkan. Sir Jadunath Sarkar, der herausragende Historiker von Mughal Indien, schrieb folgendes über den Begriff ‚dhimmitude’, dem demütigenden Rassentrennungssystem, das Nichtmoslems nach islamischem Gesetz auferlegt wird: “Die Konversion der kompletten Bevölkerung zum Islam und das Erlöschen jeder Form von Meinungsvielfalt ist das Ideal des moslemischen Staates. Wenn ein Ungläubiger es ertragen muss, in der Gemeinschaft zu bestehen, dann ist dies ein notwendiges Übel und nur für eine Übergangszeit . …Daher kann ein Nichtmoslem nicht Bürger des Staates sein; er ist ein Mitglied einer untergeordneten Klasse; sein Status ist eine modifizierte Form der Sklaverei. Er lebt unter einem Vertrag (dhimma) mit dem Staat. … Kurz gesagt, nachdem sein Land durch die Moslems erobert wurde, ist seine weitere Existenz im Staat abhängig von seiner Person und seinem Eigentum, das der Sache des Islams unterworfen wird.”

Diese “modifizierte Form der Sklaverei” wird heute oft als Gipfel “der Toleranz” bezeichnet. Wenn die Halbsklaven gegen dieses System rebellieren und Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fordern, wird der Jihad eingesetzt. Das geschah mit den christlichen Untertanen des Osmanischen Reichs, die durch Gemetzel unterdrückt wurden, welche im Rassenmord türkischer und kurdischer Moslems gegen Armenier im 20. Jahrhundert gipfelten.

Der Balkan, mit seinen engen Verbindungen zu Byzanz, war in mittelalterlichen Zeiten ein einigermaßen kutiviertes Gebiet, bis die osmanischen Türken dort viel verwüsteten. Einer der entsetzlichsten Aspekte davon war die Praxis des ‚devshirme’ [Knabenauslese], das Sammeln von christlichen Jungen, die gewaltsam zum Islam konvertiert wurden und dazu erzogen wurden, ihr eigenes Volk zu hassen. Andrew G. Bostom zitiert die Arbeit des Gelehrten Vasiliki Papoulia, der den dauernden verzweifelten Kampf der christlichen Bevölkerungen gegen diese gewalttätig auferlegte osmanische Auslese hervorhebt:

Es ist offensichtlich, dass sich die Bevölkerung stark dagegen auflehnte…dieses Ausmaß [und die Auslese] konnten nur gewaltsam ausgeführt werden. Diejenigen, die sich weigerten, ihre Söhne – die gesündesten, ansehnlichsten und intelligentesten zu übergeben – wurden an Ort und Stelle getötet, indem man sie hängte. Dennoch haben wir Beispiele für einen bewaffneten Widerstand. Im Jahr 1565 fand eine Revolte in Epirus und Albanien statt. Die Einwohner töteten die Offiziere, die die Rekruten anwarben und die Revolte wurde erst niedergeschlagen, nachdem der Sultan fünfhundert Janitscharen zur Unterstutzung des lokalen Sanjak-Beis entsandte. Dank der historischen Archive von Yerroia über den Aufstand in Naousa im Jahr 1705 sind wir bestens informiert darüber, wo die Einwohner den Silahdar Ahmed Celebi und seine Helfer töteten und dann als Rebellen zu den Bergen flohen. Einige von ihnen wurden später gefangen genommen und getötet.

Die christlichen Untertanen versuchten jahrhundertelang diese grausame Praxis zu bekämpfen:

Da es keine Möglichkeit gab, [der Auslese] zu entkommen, ersann die Bevölkerung mehrere Listen. Einige verließen ihre Dörfer und flohen zu bestimmten Städten, die befreit waren von der Knabenauslese oder sie wanderten in venezianisch gehaltene Territorien ab. Das Ergebnis war eine Entvölkerung der Landschaft. Andere ließen ihre Kinder in einem frühen Alter heiraten…Nicephorus Angelus…stellt fest, dass zuweilen die Kinder auf ihre eigene Initiative hin davonliefen, aber als sie hörten, dass die Behörden ihre Eltern gefangen genommen hatten und sie zu Tode folterten, kehrten sie zurück und gaben auf. La Giulletiere zitiert den Fall eines jungen Atheners, der aus seinem Versteck zurückkehrte, um das Leben seines Vaters zu retten und dann beschloss selbst zu sterben weil er nicht seinem Glauben abschwören wollte. Gemäß den Beweisen in türkischen Quellen schafften es einige Eltern sogar, ihre Kinder zu entführen, nachdem sie rekrutiert worden waren. Die erfolgreichste Art der Einberufung zu entgehen, war durch Bestechung. Dass das Letztere sehr weit verbreitet war, kann man an den großen Geldbeträgen sehen, die der Sultan von den korrupten Beamten beschlagnahmt hat.

Lee Harris beschreibt in seinem Buch, „The Suicide of Reason“ [Der Selbstmord des Verstands] diese Praxis des ‚devshirme’, den Prozess sich die besten, klügsten und passendsten “Alpha-Jungen zu pflücken,” um die nichtmoslemische, unterworfene Bevölkerung zu schwächen:

Der Leibwächter der Janitscharen ‘hatte die Aufgabe, den Souverän vor inneren und äußeren Feinden zu schützen,’ schreibt der Gelehrte Vasiliki Papoulia. ‘Um diese Aufgabe zu erfüllen, wurde er einer sehr strengen und speziellen Ausbildung unterworfen, die Janitscharenausbildung war berühmt in der osmanischen Gesellschaft. Diese Ausbildung machte die geistige Transformation von christlichen Kindern in feurige Kämpfer möglich, für den Ruhm des Sultans und für ihren kürzlich erworbenen islamischen Glauben.’ Weil die christlichen Jungen in zielstrebige Fanatiker verwandelt werden mussten, war es nicht genug, dass sie einfach ihre Position erbten. Sie mussten einer Gehirnwäsche unterzogen werden, wie wir heute sagen würden, und das konnte am effektivsten mit Jungen getan werden, die von allen familiären Beziehungen völlig abgeschnitten worden waren. Indem man die Jungen aus ihren Elternhäusern nahm und sie in eine andere Welt transportierte, stellte ‚devçirme’ sicher, dass es keinen Loyalitätskonflikt zwischen Familie und Pflicht für das Reich geben würde. Die ganze Loyalität würde auf die Gruppe selbst und auf den Sultan konzentriert.

Diese Praxis verringerte die Kraft der christlichen Bevölkerung. Noch einmal Harris:

Die Auswahl dieser Alpha-Jungen hatte zwei Effekte, zum einen gut für das Osmanische Reich, zum anderen schlecht für die unterworfene Bevölkerung. Indem man die kritischen Posten im Osmanischen Reich mit Jungen besetzte, die auf der Grundlage ihrer inneren Leistung und nicht ihrer Familienverbindung hin ausgewählt worden waren, schuf das Reich automatisch eine Leistungsgesellschaft – wenn ein Junge zäh, mutig, intelligent und fanatisch loyal war, war er in der Lage sich seinen Weg in der osmanischen Hierarchie selbst zu erarbeiten; tatsächlich, wie wir gesehen haben, wird er zu einem Mitglied der herrschenden Elite, obwol er nach dem formellen Titel der Sklave des Sultans zu sein hatte. Das Osmanische Reich stärkte sich zweifach und zwar durch die Auslese dieser Alpha-Jungen und damit durch die Schwächung seiner unterworfenen Bevölkerung, der man das Beste und Schönste nahm. Dank der Einrichtung von ‚devçirme’ wurden die ‘passenderen’ christlichen Jungen, die höchstwahrscheinlich einmal Agenten des Aufruhrs gegen das Reich sein würden, zu fanatischen Moslemkriegern, die verwendet wurden, um die Schwierigkeiten zu unterdrücken, die die ‘weniger passenden’ christlichen, zurückgelassenen Jungen im Stande waren zu verursachen.

Das am längsten andauernde Vermächtnis der jahrhundertelangen osmanischen Türkenherrschaft auf dem Balkan, ist die Anwesenheit großer, einheimischer, moslemischer Gemeinschaften. Srdja Trifkovic erklärt in Kosovo in dem Buch „ The Score 1999-2009“ [Die Anzahl 1999-2009], das dem Jahrestag der NATO-Bombardierung Serbiens gewidmet ist, die auf eine ethnische Säuberung des christlichen Serbien durch die vorherrschenden moslemischen Albaner hinauslief:

Die Balkanhalbinsel ist eines der ethnisch und religiös verschiedenartigsten Gebiete der Welt, besonders wenn man an sein relativ kleines Gebiet (etwas mehr als 200.000 Quadratmeilen) und die Bevölkerung (ungefähr 55 Millionen) denkt. Von dieser Zahl haben östliche, orthodoxe Christen – hauptsächlich Griechen, Bulgaren, Serben und slawische Makedonier – die schmale Mehrheit von ungefähr 53 Prozent; sunnitische Moslems (11 Millionen Türken in der europäischen Türkei und eine ähnliche Zahl von Albanern, slawische Moslems und ethnische Türken woanders) ergeben zusammen 40 Prozent; und römische Katholiken (hauptsächlich Kroaten) liegen um 5 Prozent. Diese Gemeinschaften leben nicht in einer multikulturellen Harmonie. Ihr gegenseitiger Mangel an Vertrauen, der sich gelegentlich in Gewalt verwandelt, ist ein anhaltendes Ergebnis türkischer Herrschaft. Vier hervorstechende Eigenschaften des osmanischen Staates wurden institutionalisiert: religiös gerechtfertigte Diskriminierung von Nichtmoslems; persönliche Unsicherheit; unsichere Koexistenz von Ethnien und Glaubensgrundsätzen ohne sich zu vermischen; und die Abwesenheit einer vereinigenden Staatsideologie oder überkonfessionellen Quelle der Loyalität. Es war eine Hobbes’sche Welt, und es entstand eine angemessene Denkweise; das Nullsummen Spiel nähert sich der Politik, in der der Gewinn der einen Seite als der Verlust der Anderen wahrgenommen wird. Diese Denkweise hat sich, fast ein Jahrhundert nach dem Zerfall des Reiches nicht geändert.

Trifkovic warnt, dass “die christlichen Gemeinschaften überall auf dem Balkan in einem steilen, langfristigen demografischen Niedergang begriffen sind. Die Fruchtbarkeitsrate ist unter dem Erhaltungsniveau in jedem Land mit christlicher Mehrheit in diesem Gebiet. Die Moslems haben im Vergleich dazu die höchsten Geburtenraten in Europa, zusammen mit den Albanern, die an der Spitze der Tabelle stehen. Auf dem gegenwärtigen level ist es wahrscheinlich, dass die Moslems innerhalb einer Generation die einfache Mehrheit auf dem Balkan erreichen werden.”

Die Kriege auf dem Balkan sind ein direktes Ergebnis des Vermächtnisses der türkischen moslemischen Kolonialpolitik. Also warum fordert niemand, dass die Türken Schadenersatz für ihre ehemaligen Untertanen bezahlen sollten, angefangen bei den Armeniern, die einen Jihad Genozid vor weniger als einem Jahrhundert ertragen mussten, und weiter mit den Serben, den Bulgaren, den Griechen, den Kroaten und anderen, die alle Hunderte von Jahren des Missbrauchs und der Ausnutzung am eigenen Leib ertragen mussten?

Es gibt einen beharrlichen Mythos, dass die wissenschaftliche und industrielle Revolution nur deshalb geschah, weil die Europäer andere Kontinente “ausplünderten”. Das kann leicht widerlegt werden, da es nur wenige Korrelationen gibt zwischen Ländern, die umfassende Kolonialreiche hatten und solchen mit hoch entwickelten Wissenschaften und Industrien. Portugal hatte mehrere Kolonien und war ein aktiver Teilnehmer am transatlantischen Sklavenhandel, trotzdem ist es immer noch eines der ärmsten Länder in Westeuropa, das in einem scharfen Kontrast steht zu Schweden, der Schweiz oder Finnland, die keine Kolonialgeschichten haben.

Die Spanier brachten viel Silber und Gold aus ihren Kolonien in Lateinamerika zurück, das manchmal unter sehr harten Bedingungen gefördert worden war. Und doch entwickelten die Spanier nie eine Hauptrolle in der europäischen Wissenschaft und Technologie. Die Italiener waren in der europäischen Wissenschaft viel herausragender als die Spanier, ungeachtet der Tatsache dass sie keine Kolonialgeschichte hatten, wenn auch aus keinem anderen Grund als dass “Italien” als ein Staat vor der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts gar nicht bestand. Dasselbe kann auch über Deutschland gesagt werden. Die Deutschen überholten die Französen und manchmal sogar die Briten im frühen zwanzigsten Jahrhundert in Wissenschaft und Technologie, ungeachtet der Tatsache dass die zwei Letzteren globale Kolonialreiche hatten, wohingegen die Deutschen nur einige, ziemlich bedeutungslose Kolonien hielten.

Wenn wir die poströmische Periode als Ganzes betrachten, entsteht ein Bild, in dem Europa die meiste Zeit unter der Belagerung durch feindliche Ausländer stand, aber wider Erwarten erfolgreich war. Bereits vor 1300 n. Chr. hatten die Europäer ein sich schnell ausbreitendes Netz von Universitäten geschaffen, einer Einrichtung, die keine echte Entsprechung irgendwo anders hatte, und es waren Dinge wie mechanische Uhren und Brillen erfunden worden. Es ist leicht, die Bedeutung dieser Dinge zu unterschätzen, aber die Fähigkeit genaue Maße von natürlichen Phänomenen zu machen, war lebenswichtig für die wissenschaftlichen und industriellen Revolutionen. Die Fertigung der Brille führte indirekt zur Entwicklung von Mikroskopen und Fernrohren und so zur modernen Medizin und Astronomie. Das Netz von Universitäten erleichterte die Ausbreitung von Informationen und Meinungen und wurde so zum Brutkasten für viele spätere, wissenschaftliche Fortschritte. Alle diese Erfindungen wurden Jahrhunderte vor dem Beginn der europäischen Kolonialpolitik gemacht, tatsächlich eher zu einer Zeit, als Europa selbst ein Opfer der Kolonialpolitik war und schon seit einer sehr langen Zeit gewesen war. Teile Spaniens waren noch immer unter islamischer Herrschaft, ein aggressiver Jihad wurde von den Türken in den restlichen Byzantinischen Ländern geführt und die Küsten von Frankreich über Italien bis nach Russland hatten Jahrhunderte von islamischen Überfällen ertragen.

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Christen übernahmen die griechische Philosophie

Posted by paulipoldie on June 5, 2009

Philosoph Sokrates… die Muslime aber nicht. Meine Hauptthese in diesem Aufsatz ist die, dass das Christentum eine Art griechisch-römische Religion war, wie es der Islam niemals war oder sein könnte. Der Islam wurde außerhalb der griechisch-römischen Welt gegründet. Das Christentum wurde innerhalb dieser Welt gegründet und gewöhnte sich allmählich an die griechisch-römische Kultur. Das hatte einen langfristigen Einfluss darauf, wie die Anhänger dieser zwei Religionen das griechisch-römische Vermächtnis behandelten. Bevor ich das erkläre, lassen Sie mich zuerst etwas über die römische Zivilisation sagen und warum es für das Christentum möglich war, das römische Reich zu übernehmen.

Die Ergebnisse der römischen Architektur waren eindrucksvoll aber rein funktional. Berühmt wurden sie durch ihre Brücken, Aquädukte und vor allem wegen ihrer ausgezeichneten Straßen, von denen einige mehr als eintausend Jahre im Gebrauch waren oder blieben. In ihrer technischen Sachkenntnis übertrafen die römischen Architekten beiweitem diejenigen des klassischen Griechenlands: Sie führten den Bogen ein, die Kuppel, und das Gewölbe des Nahen Ostens, sie benutzten eine großen Vielfalt an Material und errichteten Strukturen von außergewöhnlicher Größe und Kompliziertheit. Und doch hatten römische Kunst und Architektur oft einen serienmäßig hergestellten Charakter und ihnen mangelte es häufig an echter Schönheit, wie man sie in früheren griechischen Arbeiten finden konnten. Wie Henry Bamford Parkes in seinem aufschlussreichen Buch „ Gods and Men – The Origins of Western Culture“ sagte:

“Roms ästhetischer Impuls war für eine weite Verbreitung nicht stark genug und je weiter man sich von den traditionellen Zentren der Zivilisation weg bewegte, desto rauer und gröber wurden die Künste und das Handwerk. Zu den Westprovinzen brachte Rom nur einen minderwertigen, offiziellen Stil mit, eine Art Vulgärversion, welche häufig von einem starken Abfall von den Standards gekennzeichnet war, die von der barbarischen Gesellschaft bereits vor der römischen Eroberung erreicht worden waren. Wenn man von den Zeugnissen der Kunstgeschichte ausgeht, bedeutete die römische Herrschaft die Zerstörung des Lebensfeingefühls und die Auferlegung einer vulgären und brutalen Gleichförmigkeit. Die keltischen Stämme Großbritanniens hatten zum Beispiel eine blühende Tradition der abstrakten Kunst entwickelt. Aber ‘mit der römischen Eroberung’ (so erklärt eine neue Geschichte des römischen Großbritanniens), ‘kommt eine schnelle und unglückselige Änderung über den gesamten Geist der britischen Handwerksarbeit. Im [Kunst]geschmack beginnen die Standards der klassischen Kunst und die kommerzialisierte provinzielle Vielfalt dieser Abschwächung in einer abgeschwächten Reinform zu dominieren, also über den Geist von denjenigen, die die Mode einst einführten. In der Fertigung nehmen Massenprodukte den Platz des individuellen Designs und der Ausführung ein. Bis zum Ende des zweiten Jahrhunderts…. Auf jeder römisch-britischen Seite ensteht der Eindruck, der jedem Archäologen Alpträume bereitet… und zwar diese Hässlichkeit, die wie der Londoner Nebel die Dinge durchdringt.’”

Es gab einen beträchtlichen Vertrauensverlust in die traditionellen, an der Natur orientierten Religionen im städtischen römischen Reich, bereits vor dem Aufstieg des Christentums. Dieses religiöse Vakuum wurde im dritten Jahrhundert n.Chr. verstärkt, als eine politische, militärische und eine Wirtschaftskrise mit hoher Inflation große Unruhen verursachte und das Reich fast auseinander brach. Die politische Krise und das geistige Vakuum beschleunigten das Wachstum von alternativen Religionen und Philosophien, wie zum Beispiel dem Neo-Platonismus, Gnostizismus aber vor allem dem Christentum. Es ist kein Zufall, dass die schlimmste Christenverfolgung am Ende des vierten Jahrhunderts stattfand, kurz vor der offiziellen Annahme des Christentums durch den römischen Kaiser Konstantin dem Großen.

Wie Bamford Parkes richtig sagte,

“Eine Zivilisation sollte nicht allein deshalb verurteilt werden, weil sie daran gescheitert ist eine wichtige Kunst zu erzeugen, aber ein Mangel an künstlerischer Kreativität wird wahrscheinlich einen allgemeineren Misserfolg von Lebenskraft anzeigen. Es ist die Funktion der Kunst, menschliche Wahrnehmungen und Feingefühle zu schärfen, ein Bewusstsein der Werte und Bedeutungen mitzuteilen, die der menschlichen Erfahrung innewohnen, dadurch das Verstehen der Menschen untereinander zu bereichern und seine Aufnahmebereitschaft für die schönen Dinge zu erhöhen. Die Tatsache, dass eine Gesellschaft unfähig ist sich selbst auszudrücken, bedeutet, dass es sowohl an der Wahrnehmung der Wirklichkeit mangelt als auch an der Fähigkeit zur Anerkennung. Eine Gesellschaft ohne gute Kunst wird wahrscheinlich einer durchdringenden Langeweile, Sinnlosigkeit und Beklemmung erliegen und wird sich zur Anregung gewaltsame und moralisch schockierende Formen der Unterhaltung suchen. Nur ein Volk, das ohne jegliche ästhetische Empfindsamkeit, konnte solch eine Leidenschaft darin entwickeln Gladiatorenkämpfe zu beobachten. Der stärkste Eindruck den die Kunst des frühen Reiches vermittelte war der, dass sie das Produkt einer riesigen Langeweile war. Das ist die einfachste Erklärung für den Niedergang der römischen Zivilisation und mag wohl auch die Wahrscheinlichste sein.”

Die großartige Stadt Rom wurde im achten Jahrhundert v. Chr., gemäß der Legende im Jahr 753 v. Chr., von den Zwillingsbrüdern Romulus und Remus gegründet. Im Herzen Roms steht das riesige, als Kolosseum bekannte Amphitheater. Vollendet im Jahr 80 n.Chr. konnte es 50.000 Zuschauer aufnehmen. Es ist immer noch optisch eindrucksvoll und ähnelt modernen Sportarenen des einundzwanzigsten Jahrhunderts, außer dass die historischen Zuschauer keine Fußballspiele ansahen, sondern schreckliche Zweikämpfe zwischen Gladiatoren oder Wettkämpfe zwischen Menschen und Tieren. Das Wort ‚Gladiator’ für die Berufskämpfer des alten Roms kommt aus dem Lateinischen “der Schwertkämpfer” (gladius bedeutet “Schwert”). Während die Ursprünge dieser Tradition nicht völlig klar sind, könnten die Wurzeln auf Begräbnisrituale der Etrusker zurückgehen, dieses Volk bewohnte Teile der italienischen Halbinsel vor den Römern und beeinflusste die römische Kultur. Gladiatorenkämpfe wurden in vielen Städten im Reich gezeigt und außerdem auch in Rom. Mit dem Auftieg des Christentums zur offiziellen römischen Religion kamen sie aus der Mode, aber der Niedergang war allmählich.

Auch die römische Politik war oft brutal. Caesar starb während einer Sitzung des Senats, indem er von Senatoren getötet wurde. Pompeius und Cicero starben gewaltsame Tode durch die Hände ihrer politischen Rivalen. Nach dem Ende der Republik wurden die Grausamkeiten der Kaiser Nero und Caligula Legende. Es gibt unleugbar eine dunkle Seite in einer Kultur, wenn Familien irgendwohin gehen, um zuzusehen, wie Menschen zum Vergnügen getötet werden. In diesem Fall, insbesondere wegen der weit verbreiteten römischen Sklaverei, war das Christentum bestimmt eine dauerhafte Kraft, obwohl es Menschen gab, die es dafür verantwortlich machten, zum Untergang des Reiches beigetragen zu haben. Der englische Historiker Edward Gibbon (1737-1794) besuchte oft gesellschaftliche Kreise von Leuten wie Voltaire und glaubte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht an eine organisierte Religion. Seine kritischen Bemerkungen über das Christentum in seinem kolossalen Werk „The History of the Decline and Fall of the Roman Empire“, das in sechs Bänden zwischen 1776 und 1788 veröffentlicht wurde, erschütterte viele seiner Zeitgenossen.

Gemäß Charles Murray,

“war die römische Republik auch ein Sklavenstaat und zwar in solch einem Ausmaß, das Gibbon schätzte, dass die Zahl der Sklaven derjenigen der freien Einwohner der römischen Welt zahlenmäßig überlegen gewesen war. Ein Vorschlag war, dass Sklaven ein kennzeichnendes Kleidungsstück tragen sollten, aber Gibbon vermerkte trocken, dass dies zurückgewiesen wurde, weil ‘man zu Recht begriff, dass es gefährlich sein könnte wenn man den Sklaven ihre wahre Anzahl mitteilen würde.’ Römische Sklaverei war auch nicht human. Römische Herren konnten über das Leben ihrer Sklaven nach Wunsch verfügen und zögerten nicht, diese Macht zu benutzen. Wir wissen zum Beispiel, dass die Anzahl der Sklaven im Palast einer edlen römischen Familie ungefähr vierhundert Seelen zählte. Den Grund, dass wir diese Zahl so genau wissen ist, dass die römischen Archive einen Fall registrierten, in dem der Herr eines solchen Palastes ermordet wurde und die Haushaltssklaven ebenfalls ermordet wurden, weil sie es nicht schafften, seinen Mord zu verhindern – alle vierhundert.”

Es entstanden immer stärkere Bande zwischen dem römischen Staat und der christlichen Religion während des vierten Jahrhunderts bis schließlich in den Jahren 391 und 392 Theodosius, der letzte Kaiser des vereinigten römischen Reiches vor seiner Teilung, alle heidnischen Kulte verbat, sowohl öffentlich als auch privat. Das Gesetz konnte wahrscheinlich nicht streng durchgesetzt werden und es gab auch nicht so etwas wie eine einzelne “Verordnung von Theodosius”, der die heidnischen Tempel schloss, aber man kann zweifellos annehmen, dass der Anstieg des Christentums zur Abschaffung alternativer Religionen führte. Als Nichtchrist würde ich das Christentum gerne beglückwünschen zu den zahlreichen positive Beiträgen zu meiner Zivilisation, die dazu beigetragen haben die Sklaverei abzuschaffen und zu Europas künstlerischer und wissenschaftlicher Kultur. Wenn ich einen negativen Aspekt christlicher Lehren nennen müsste, würde es die Einführung einer Art lehrbuchmäßiger Intoleranz sein, die vorher dem römischen und europäischen Leben fremd war.

Dennoch, obwohl griechisch-römische Religionen unterdrückt wurden, waren die Christen bereit, viele griechische philosophische Konzepte und Ideen zu verwenden. Henry Bamford Parkes sagte dazu folgendes:

“…obwohl sich das Christentum einiges vom heidnischen Erbe geborgt hatte, nahm es nur das, was es in seine eigenen grundlegenden Doktrinen integrieren und sinnvoll ergänzen konnte und machte davon Gebrauch…….. Viel wichtiger war in der frühen Evolution des Christentums der Einfluss des klassischen, intellektuellen Erbes. Weil die in der hellenischen und römischen Weise des Denkens erzogenen Menschen umerzogen wurden, begannen sie die neuen Doktrinen in der Art und Weise umzuinterpretieren, an die sie gewöhnt waren. So wurde die christliche Theologie in der Sprache der griechischen Philosophie dargestellt, unter römischen Gesetzen. Vieles von der klassischen Tradition war der Bewahrung würdig und konnte mit der neuen Religion harmonisiert werden. Besonders bedeutend war die Assimilation des ganzen griechischen Konzepts der Naturgesetze besonders in seiner Stoischen Form durch das Christentum. Andererseits wurde das Christentum auch mit dem Platonischen Erbe verbunden, trotz der gravierenden Unähnlichkeiten zwischen dem was Jesus und Plato lehrten; davon und aus anderen Quellen erwarb es allmählich die Neigung zur Askese, der Leugnung der Welt und des Fleisches, was nicht Teil des ursprünglichen Evangeliums war und das dazu neigte, vieles von seiner ursprünglichen Bedeutung zu verdunkeln.”

Im vierten Jahrhundert konnte man die Entwicklung und Institutionalisierung des christlichen Mönchstums beobachten. Der Wunsch nach einem asketischen Leben ist in vielen religiösen Traditionen üblich; das christliche Mönchstum hatte wohl seine Wurzeln in der jüdischen Askese. Es gibt Beweise von christlichen Asketen aus einem frühen Zeitalter, Personen, die sich bemühten, dem Beispiel von Johannes dem Täufer oder Jesus Christus selbst zu folgen, die Zeiten der Einsamkeit und Wildheit in der Wüste verbracht hatte. Vor dem dritten Jahrhundert gab es eine bedeutende Anzahl solcher Asketen besonders in den Wüsten Ägyptens, wo sie die Wüstenväter genannt wurden. Der Gelehrte Timothy Gregory behandelt das Thema ausführlich:

“Der bekannteste der frühen Asketen ist Sankt Antonius (oder St Antonius, ca. 251-356), ein Ägypter, der in einer wohlhabenden Familie geboren wurde und all seinen Reichtum weggab, um dem klösterlichen Leben zu folgen. Die Lebensbeschreibung des St Antonius (geschrieben ca. 356-357) von Athanasios stellt charakteristische Details über sein asketisches Leben dar: Die Kämpfe von Antonius mit Dämonen und Wundern wurden zum Standard für alle Nachfolger, die asketisch leben wollten. Obwohl Antonius einige Anhänger anzog, lebten sie alle ein ausschließlich eremitisches (einsames) Leben, jeder Mönch lebte alleine, obwohl sie gelegentlich zusammen beteten, Gruppen unterrichteten und ermahnten. Pachomios (ca. 290-346, und ein Zeitgenosse von St Antonius) wird allgemein als einer der Hauptbeeinflusser in der Entwicklung des cenobitischen (kommunal) Mönchstums betrachtet. Er war Ägypter mit heidnischen Eltern, die auf Christen stießen während sie in der römischen Armee dienten. Sie konvertierten zum Christentum und schlossen sich dann dem asketischen Leben an um ca 315 n. Chr. Vielleicht wegen seiner Erfahrung mit der Organisation der römischen Armee bemühte sich Pachomios, mehr Struktur ins klösterlichen Leben zu bringen und er organisierte seine vielen Anhänger in verschiedenen Kommunalklöstern, neun für Männer und zwei für Frauen.”

Die ersten christlichen Klöster entstanden in Ägypten vor dem Jahr 320, aber ihre Zahl wuchs schnell und sie breiteten sich in den anderen Gebieten des Reiches aus. Gemäß der Legende wurde Pachomius gezwungen, sich der römischen Armee gegen seinen Willen anzuschließen, aber es ist sehr wichtig, diese enge Verbindung zwischen der römischen Militärdisziplin und einer Einrichtung zu sehen, die sich als sehr einflussreich in der christlichen und europäischen Geschichte erweisen sollte. In der poströmischen Periode war die bekannteste Einrichtung, die in Westeuropa überlebte, die römische Kirche. Die Kirche hatte jahrhundertelang ein faktisches Monopol über die schriftliche Kommunikation und sein Netz von Klöstern war die einzige Bildungseinrichtung, mindestens 90 Prozent der des Lesens und Schreibens kundigen Männer wurden zwischen 600 und 1100 dort unterrichtet. Ronald J. Deibert schreibt in seinem Pergament, Druck, und Hypermedien:

“Wie Cantor erklärt, hat ‘ der Papst nur mit halbem Bewusstsein gearbeitet, als er das römische Bischofsamt zum Nachfolger des römischen Staates im Westen machte.’ Leos [Leo I, Papst 440-461 n.Chr.] bekanneste ideologische Arbeit wurde durch das Wachstum eines des Lesens und Schreibens kundigen klösterlichen Netzes ergänzt, das sich allmählich in Westeuropa ausbreitete.Während des Reichszerfalls konvertierten viele Aristokraten zum Christentum, indem sie der Kirche ihre literarische Ausbildung und ihren Respekt für die Bewahrung des geschriebenenWortes des späten Altertums übertrugen….. Aber die Verehrung und Bewahrung des Wortes, das von ehemaligen römischen Aristokraten allmählich weiter getragen wurde, verschmolz mit den Methoden des Mönchstums, indem die Kirche zu einer Insel der Lese- und Schreibkundigkeit in einer sonst mündlichen Kultur wurde. In den Wörtern Cantors: ‘Die lateinische Kirche wurde vor dem Erlöschen bewahrt und damit auch die europäische Zivilisation und zwar von zwei kirchlichen Einrichtungen, die allein die Kraft und Leistungsfähigkeit hatten, um der Prägung des sie umgebenden Barbarismus zu widerstehen: der geregelte Klerus (d. h. die Mönche) und das Papsttum.’”

Die Tatsache, dass das christliche Mönchstum in Ägypten entstand, sollte uns daran erinnern, dass in seinen frühen Phasen das Christentum in erster Linie eine römische Religion, nicht ein europäische war. Sie war im nördlichen Afrika gut etabliert und verfügte sogar über Kontakte mit ägyptischen Christen in Äthiopien, im sub-saharischen Afrika fast eintausend Jahre bevor die letzten Heiden Litauens und das Baltikum in Nordeuropa die Religion akzeptierten. Erst nach den moslemischen Eroberungen des siebten Jahrhunderts, als das nahöstliche und nördliche Afrika unter islamische Herrschaft geriet, rückte das Zentrum der christlichen Zivilisation entscheidend zum europäischen Kontinent hin.

Der heilige Augustin oder Augustinus von Hippo (354-430 n.Chr.) war im römischen nördlichen Afrika geboren worden und starb dort, wo jetzt Algerien ist. Er konvertierte zum Christentum im Jahr 386, nachdem er eine einflussreiche Lebensbeschreibung des heiligen Antonius gelesen hatte. Augustinus schrieb seine berühmteste Arbeit, „Die Stadt Gottes ,“ als Antwort auf den Fall Roms durch Alarich und seine Westgoten im Jahr 410. Das war das erste Mal, dass Rom von Außenseitern eingenommen worden war, nachdem dies die Gallier im Jahr 387 v. Chr. schon getan hatten und der Fall “der ewigen Stadt” erschütterte offensichtlich die römische Welt in dieser Zeit.

Viele Juden widerstanden der Hellenisierung. Nach Nicholas Ostler,

“blieb Aramäisch die beherrschende Sprache in Palästina, mit Hebräisch, das auf den liturgischen Gebrauch beschränkt war und dem Griechischen, das interessanterweise beschränkt wurde auf eine Rolle im mehr kosmopolitischen Aspekt des Judentums und auf solche Nebenprodukte wie die Christen. Aber nach den Gesetzen der Apostel Kapitel 2, grafische Beschreibungen, konnte jede im römischen Reich noch gesprochene Sprache in den Straßen Jerusalems zur Zeit des Passah-Festes gehört werden. Griechische Texte der hebräischen Bibeln wurden tatsächlich von Ptolemäus II, dem zweiten in der griechischen Dynastie der über Ägypten nach dem Tod Alexanders herrschte, in Auftrag gegeben (er herrschte von 308-246 v. Chr.). Über den Prozess, durch den das erreicht wurde, wird in einigen legendären Hinzufügungen im Alexandrinischen ‘Brief von Aristeas’ ausführlich berichtet. Wie auch immer die wahren Details waren, der griechische Septuagint (der lateinische Name für die zweiundsiebzig Gelehrten, die von Jerusalem vermutlich aufgefordert wurden, um daran zu arbeiten), wurde zu einem grundlegedne Text der Bibel, er wurde von Juden außerhalb Palästinas, sowie von der späteren christlichen Bewegung weiterhin verwendet. Griechisch wurde deshalb das Transportmedium für eine Hauptkultur außerhalb seiner eigenen Traditionen, befreit von Assoziationen einer athenischem eleutheria ( oder heute makedonischer Herrlichkeit), und wurde dadurch gewissermaßen zu einer säkularisierten Sprache.”

Philo Judaeis oder Philo von Alexandrien (ca. 15 v.-Chr.- ca. 50 n.Chr.) war ein hellenisierter Jude, der auf Griechisch schrieb, aber wenig Hebräisch konnte und wohl einen größeren Einfluss auf Christen hatte als auf Juden. Er wird häufig als der Initiator der Dienerinnnen Tradition betrachtet, einer Idee, dass weltliche Disziplinen wie die griechische Naturphilosophie verwertet werden konnten, um biblische Theologie zu verstehen und zu erklären. Diese Einstellung wurde von Augustin und von vielen Kirchenvätern übernommen, die sie zu einer angesehenen, sogar wesentlichen Idee für christliche Autoren machten, um griechische Philosophie und Wissenschaften zu studieren, da man dachte, dass diese zur Förderung des Christentums beitragen würden. Während sie zugegebenermaßen manchmal das Studium der griechischen heidnischen Gedanken entmutigten um der eigenen Sache willen, verurteilten sie die gesamte weltliche Literatur nicht. Das sollte sich für die Zukunft als bedeutend erweisen.

Die Geburt von Jesus von Nazareth wurde von seinen Anhängern als Hauptwendepunkt in der menschlichen Geschichte betrachtet, welches der Grund dafür ist, warum der christliche Kalender auf seinem (angeblichen) Jahr der Geburt beruht. Anno Domini (lateinisch: Im Jahr (Unseres) Herrn) wird abgekürzt zu n.Chr., wohingegen v. Chr. bedeutet vor Christi Geburt im Julianischen oder ägyptischbeeinflussten römischen Kalender und später in der modifizierten Gregorianischen Version dieses Kalenders. Der Gregorianische Kalender ist, nach der europäischen Kolonial Expansion, als allgemeine Basis angenommen worden. Weil er einer christlichen Weltsicht tief verbunden ist, ziehen es heute einige Gelehrte vor, die vermutlich neutralere Christliche Zeitrechnung oder “CE” statt “n. Chr.” und “BCE” oder „Vor der Christlichen Zeitrechnung statt “v. Chr.” zu verwenden, aber ich habe in erster Linie die traditionellen Abkürzungen verwendet, als ich dies schrieb.

Der Theologe und Mathematiker Dionysius Exiguus schuf die christliche Chronologie, die zurzeit im Gebrauch ist, ungefähr 525 n. Chr. auf Bitte des Papstes und sein Gebrauch verbreitete sich durch seine Ostertische. Da das Konzept der Zahl Null in dieser Zeit noch nicht bekannt war (es wurde von Indien einige Jahrhunderte später importiert), gibt es kein Jahr Null in diesem Schema; dem Jahr 1 v. Chr. folgt direkt das Jahr 1 n. Chr. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Dionysius Exiguus die Geburt von Jesus Christus falsch datierte.

Wir glauben heute, dass Jesus von Nazareth kurz vor unserem gegenwärtigen Zeitalter, vielleicht in den Jahren 4 oder 6 v. Chr. geboren wurde. Die meisten kritischen Gelehrten akzeptieren, dass Jesus in Jerusalem im oder um das Jahr 30 n. Chr. gekreuzigt wurde während er noch in seinen dreißiger Jahren war, auf Anordnung des römischen Präfekten von Judaea, Pontius Pilatus wegen einer Anklage zur Aufwiegelung gegen das römische Reich. Pilatus, den man aus anderen historischen Quellen als unbarmherzigen Mann kannte, sah wahrscheinlich Jesus als einen potenziellen Unruhestifter an und verurteilte ihn deshalb zum Tode. Dennoch dachte er anscheinend nicht daran, dass die Anhänger von Jesus eine militärische Drohung einsetzen könnten, er hätte zweifellos auch deren Hinrichtung gefordert. Nach seinem Tod wurde Jesus ‚Jesus Christus’ genannt, ein Titel der auf das griechische Wort Christos zurückzuführen ist, welches die Übersetzung für den hebräischen Begriff Messias “der Gesalbte“ war.

Obwohl er anscheinend in Bethlehem geboren wurde, war Jesus ein Galiläer aus Nazareth und der Sohn von Maria, jedenfalls für Christen, die an die Göttlichkeit von Jesus und die jungfräuliche Geburt der Jungfrau Maria glauben. Sein irdischer Vater Joseph war ein Zimmermann und gemäß Markus 6:3 wurde auch Jesus ein Zimmermann. Die wichtigsten Quellen bezüglich seines Lebens sind die Evangelien des Neuen Testaments der christlichen Bibel, das Alte Testament, war die christliche Bezeichnung für die jüdischen Schriften und die hebräische Bibel, die noch heute als gültig betrachtet werden. Die Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas stimmen eng überein und werden die Synoptischen Evangelien genannt, wohingegen sich das Evangelium von Johannes von den drei anderen sehr unterscheidet. Aus der Periode der Post-Aufklärung, insbesondere von den deutschen Gelehrten Ende des neunzehnten Jahrhunderts, erhalten wir eine andere Tradition der kritischen Gelehrsamkeit, die die Evangelien aus einer historischen und kritischen Perspektive sieht.

Jesus wird häufig als Gründer des Christentums dargestellt auf dieselbe Weise wie Mohammed der Gründer des Islams war. Beide Männer waren von bescheidener Herkunft und hatten einen riesigen Einfluss auf die Weltgeschichte, aber das sind auch die einzigen Parallelen zwischen beiden. Jesus ist nicht die Entsprechung von Mohammed, der behauptete ein Bote zu sein, der den Koran, das Wort seines Gottes Allah der Menschheit brachte. Im Christentum ist Jesus selbst die Nachricht, das Fleisch gewordene Wort und die Evangelien sind begeisterte Texte über ihn. Das Konzept der Dreieinigkeit, mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist als die drei Manifestationen desselben Gottes, ist im Islam undenkbar, genauso wie die Idee, dass Gott einen Sohn hatte, der von einer menschlichen Mutter geboren wurde um für die Sünden und Erlösung der Menschheit zu sterben. Während diese theologischen Unterschiede groß sind, entstammt der unterschiedliche praktische Einfluss der beiden Religionen in erster Linie der Tatsache, dass sowohl die Persönlichkeit als auch die Lehren der Gründer radikal verschieden waren, genauso wie es die politischen Verhältnisse waren, in denen der Glaube historisch entstand.

Gemäß islamischen Quellen plünderten Mohammed und seine Anhänger ihre Nachbarn aus und töteten einige ihrer Kritiker. Jesus und seine Apostel taten nie irgendetwas in der Art. Während der Islam eine große Weltreligion wurde, weil Mohammed und seine Nachfolger ein riesengroßes Reich gewaltsam unterwarfen, wurde das Christentum zu einer Weltreligion, indem es langsam ein bereits bestehendes Reich, das römische Reich, von innen heraus überwand. Es wäre dem römischen Präfekten Pontius Pilatus zweifellos lachhaft erschienen wenn ihm jemand erzählt hätte, dass die Anhänger dieses Mannes das römische Reich ungefähr drei Jahrhunderte später nachdem er die Hinrichtung von Jesus von Nazareth befahl, kontrollieren würden, denn das ist genau das, was dann geschah. Auf viele Weisen begründete dies noch unwahrscheinlichere und faszinierendere Ereignisse, als dasjenige, dass die Araber es schafften, das byzantinische und persische Reich zu erobern, nachdem diese einander durch einen Krieg gegenseitig erschöpft hatten

Dieses innerhalb eines griechisch-römischen politischen und kulturellen Zusammenhangs allmählich gebildete Christentum, hatte einen riesigen Einfluss auf seine Entwicklung. In einigen Fällen war es eine klare Erweiterung des Judentums; zum Beispiel nahmen die Christen die komplette hebräische Bibel als ihre eigene an, einschließlich der Zehn Gebote. Während sich viele jüdische Moralideen ohne einen griechisch-römischen Präzedenzfall fortsetzten und sich durch das Christentum ausbreiteten, entweder direkt oder in einer veränderten Form, fügten die Christen einige neue, eigene Ideen hinzu und nahmen andere von ihrer griechisch-römischen Umgebung an. Die christliche Betonung der bildenden Künste und Skulpturen als ein Mittel der Anbetung hatte zum Beispiel ganz klar wesentlich mehr mit der griechisch-römischen Tradition zu tun als mit der jüdischen.

Die wichtigste Sprache der palästinensischen Juden seit dem Zeitalter der assyrischen und persischen Reiche war das Aramäische; bereits zur Zeit von Jesus war das Hebräische auf den religiösen Gebrauch beschränkt. Jedoch konnten jüdische Händler wahrscheinlich etwas Griechisch und seit den Eroberungen von Alexander dem Großen war auch das Koinegriechisch in der Region weithin verwendet worden. Griechisch blieb eine inoffizielle erste oder zweite Sprache im römischen Reich besonders in den Ostgebieten. Unter den so genannten Schriftrollen des Toten Meeres waren die meisten auf Hebräisch, einige in Aramäisch und andere in Koinegriechisch geschrieben.

Als junger Jude war die Hauptsprache von Jesus wahrscheinlich Aramäisch, aber er kann auch mit Hebräisch, der Sprache der hebräischen Bibel und einer Semitischen mit dem Aramäischen nah verbundenen Sprache gut vertraut gewesen sein. Es ist auch möglich, dass er fähig war in Koinegriechisch zu sprechen, obwohl die Details seiner Sprachkenntnisse unter kritischen Gelehrten diskutiert werden. Dennoch ist es denkbar, dass der Gründer des Christentums Griechisch sprach. Wir können eigentlich sicher sein, dass Mohammed, wenn es ihn tatsächlich gab, kein Griechisch sprach, und auch keiner seiner prominenten Anhänger, unmittelbaren Nachfolger oder diejenigen, die als erste das Islamische in gesetzliche Doktrinen formulierten. Im Gegensatz dazu wissen wir mit absoluter Gewissheit, dass Paulus das Christentum stärker gestaltete als jede andere Person außer Jesus selbst, und auch er war des Griechischen mächtig, so wie es viele der frühen christlichen Führer waren.

Der heilige Paulus oder Paulus der Apostel (gestorben ca. 64 n. Chr.), war ein griechisch sprechender Jude aus Kleinasien und ein Zeitgenosse von Jesus von Nazareth. Die Hälfte des Neuen Testaments stammt von Paulus und den Leuten, die er beeinflusste. Seine Briefe wurden in Koine oder “allgemeinem” Griechisch aber nicht im literarischen Griechisch des wohlhabenden Philo Judaeus von Alexandria geschrieben. Paulus war ein Zeltmacher und könnte das Evangelium verbreitet haben während er arbeitete. Der heilige Petrus (gestorben ca 64 n.Chr.) war ein galiläischer Fischer, der als ein Apostel von Jesus am Anfang seiner Predigerzeit bezeichnet wurde. Anders als Petrus war Paulus nicht einer der Zwölf Apostel und hat Jesus nie persönlich getroffen. Paulus selbst erzählte von sich, dass er die frühen Anhänger von Jesus verfolgte, bis er eine Vision von einem wieder belebten Jesus auf der Straße nach Damaskus erfuhr. Er ging später nach Jerusalem, um sich mit den wichtigsten Aposteln bekannt zu machen. Petrus wurde der Hauptapostel für Juden und Paulus für Nichtjuden.

Die konvertierten Nichtjuden von Paulus mussten sich aber nicht beschneiden lassen und wurde keine Juden, sondern etwas Neues. Paulus sprach sehr positiv vom Zölibat und beharrte auf der Pflicht zum Gehorsam gegenüber weltlichen Herrschern. In seinem Brief an die Römer 13,2-7 behauptete er, dass, “wer auch immer sich der Autorität widersetzt, widersetzt sich dem, was Gott ernannt hat und diejenigen die sich widersetzen, werden geurteilt werden.” In späteren Zeiten wurde diese Passage verwendet, um die Doktrin des Gottesrechts der Könige zu unterstützen, bis diese Doktrin schließlich von Aufklärungsphilosophen wie John Locke infrage gestellt wurde. Gemäß der christlichen Tradition wurden Paulus und Petrus in Rom hingerichtet, vermutlich als Teil einer Gruppe von Christen, wie dies vom römischen Kaiser Nero im Anschluss an das große Feuer in jener Stadt befohlen wurde.

Die Beziehung zwischen dem römischen Staat und der neuen Religion war zugegebenermaßen, ziemlich kompliziert. Eine Anzahl der ersten Christen, beginnend mit Jesus selbst und vielleicht noch mit Paulus und Petrus, wurden von römischen Behörden hingerichtet. Und doch, schließlich konnte man mit einigem Recht fordern, dass das Christentum eine römische Religion wurde. Das Christentum mag ein jüdisches Kind gewesen sein, aber es wurde ins römische Reich hinein geboren und wuchs innerhalb einer griechisch-römischen Umgebung auf und durchlief einen Prozess, in dem viele Aspekte dieses Erbes assimiliert wurden, vom weltlichen römischen Gesetz bis hin zu einem griechisch- philosophischen Vokabular aber auch das griechische künstlerische Vermächtnis wurde assimiliert. Tatsächlich kam das griechisch-römische Vermächtnis für diejenigen von uns, die in den Teilen Europas leben, die nie ein Teil des römischen Reiches waren, als ein Gesamtpaket zusammen mit dem Christentum, so eng hatten sich die beiden ineinander verflochten.

Ich stimme nicht mit allem überein, was der Gelehrte L. Carl. Brown in seinem Buch Religion und Staat geschrieben hat, weil ich glaube, dass sich der Islam mit seiner Doktrin vom Jihad von Judentum und Christentum und tatsächlich auch von jeder anderen Hauptreligion unterscheidet. Jedoch ist es wahr, dass es einige Gemeinsamkeiten gibt. Paulus übernahm das weltliche römische Gesetz statt des jüdischen religiösen Gesetzes, das alle Aspekte des Lebens regelt:

“Im Islam wie im Judentum liegt ein Schwerpunkt auf der Gesetzgebung. Beide religiösen Systeme haben ein umfassendes religiöses Rechtssystem konzipiert, das alle Aspekte der Beziehungen der Personen untereinander und die Beziehung der Personen zu Gott regelt. Alles wird in Betracht gezogen und im Detail dargelegt – Zeiten des Gebets, Nahrungsmittel, die gegessen werden können und die Art und Weise des rituellen Schlachtens von Tieren, die Almosenspende, das Erbe und sogar solche geringfügigen Details wie der Gebrauch eines Zahnstochers. Die Betonung des religiösen Gesetzes, sowohl im Islam als auch im Judentum soll mit dem christlichen Konzept der Befreiung vom Fluch des Gesetzes (Galater 3:13) und der Rechtfertigung durch den Glauben allein, kontrastierend gegenübergestellt werden, all das als besonderer theologischer Beitrag des hl. Paulus.”

In seinem Buch „The West and the Rest: Globalization and the Terrorist Threat“ , erklärt der englische konservative Philosoph Roger Scruton, wie das Christentum von Anfang an im römischen Reich “einige der Ideen der Reichsregierung verinnerlichten,” vor allem das Konzept der Gesetze, das mehr römisch als jüdisch war. Römische Gesetze waren weltlich, unabhängig von dem religiösen Status der Person und konnten sich anpassen als Antwort auf sich ändernde Umstande; seine Gültigkeit entstammte allein der Tatsache, dass es nur der Macht des Souveräns unterstand und gegen jeden fremden Einfluss geschützt wurde. “Dieses Gesetzeskonzept ist vielleicht die wichtigste Kraft im Entstehen europäischer Formen der Souveränität.” Das Römische Gesetz wurde als eine universale Rechtsprechung konzipiert und das Christentum wurde als eine universale Kirche konzipiert:

“Der hl. Paulus, der die asketische und selbstverleugnende Religion von Christus in eine organisierte Form der Anbetung umgestaltete, war ein römischer Bürger, der im Gesetz versiert war, und der die frühe Kirche durch die gesetzliche Idee der universitas oder der Gemeinde gestaltete. Die Kirche des Paulus wurde nicht als ein souveräner Körper entworfen, sondern als universaler Bürger, zum Schutz der weltlichen und kaiserlichen Macht, aber ohne Anspruch, jene Macht als die Quelle der gesetzlichen Ordnung zu ersetzen. Das entspricht der eigenen Vision von Christus; in seinem Gleichnis über das Steuergeld wird die öffentliche Rechtsprechung von Caesar der inneren Autorität der Religion stillschweigend gegenübergestellt, die persönliche Beziehung zwischen der Person und dem Gott regelnd: ‘Geben Sie deshalb Caesar die Dinge, die Caesar sind; und dem Gott die Dinge, die Gottes sind (Matthäus 22,21) .’ Und das hebt sich radikal vom Visionssatz den der Koran vorgibt ab, gemäß dem Glauben, dass die Souveränität von Gott und seinen Propheten abhängt und die gesetzliche Ordnung im Gottesbefehl begründet ist. Dieser christliche Ansatz wurde durch den hl. Augustinus in „Die Stadt Gottes“ entwickelt und durch die Schäferregel des hl.Gregor im fünften Jahrhundert bekräftigt, der die Pflicht des zivilen Gehorsams dem Klerus auferlegte.”

Nach Roger Scruton ist

“die westliche Zivilisation aus Gemeinschaften zusammengesetzt, die durch einen politischen Prozess geeint werden und durch die Rechte und Aufgaben des Bürgers, die durch diesen Prozess definiert wurden. Paradoxerweise ist es die Existenz dieses politischen Prozesses, der es uns ermöglicht, ohne Politik zu leben. Indem man sich dem Geschäft der Regierung und definierten Institutionen ausgeliefert hat, die erfolgreich von den Menschen besetzt wurden, die die Diener und nicht die Herren von denjenigen sind, die sie gewählt haben, können wir uns nun den Dingen widmen, die wirklich für uns wichtig sind – unsere privaten Interessen, persönlichen Vorlieben und sozialen Eigenheiten, in denen wir unsere Befriedigung finden. Politik macht es mit anderen Worten möglich, Gesellschaft vom Staat zu trennen, indem Politik aus unserem privaten Leben entfernt wird. Wo es keinen politischen Prozess gibt, kommt diese Trennung nicht vor. In einem totalitären Staat oder unter einer militärischen Zwangsherrschaft ist alles ganz politisch, weil es nichts anderes gibt …. Der politische Prozess ist eine Errungenschaft – und zwar diejenige, die in jenen Teilen der Welt wo römisches Gesetz und christliche Doktrin keine Spuren hinterlassen haben, nicht vorgekommen sein könnten bzw. nicht vorgekommen sind. Auch heute werden die meisten Gemeinschaften auf andere Weisen zusammengehalten – durch die Stammeszugehörigkeit, durch die Religion, oder gewaltsam.”

Der Begriff eines “allgemeinen abrahamitischen Monotheismus” ist irreführend. Ein vergleichendes Lesen der Evangelien und des Korans macht offensichtlich, dass Christen und Moslems nicht denselben Gott anbeten, trotz dahin gehender Forderungen von Moslems und einiger nichtmoslemischer Apologeten. Jesus weigerte sich eine ehebrecherische Frau zu bestrafen und sie zu steinigen, indem er feststellte, dass derjenige, der ohne Sünde sei, den ersten Stein werfen sollte (Johannes 8:7). Im Gegensatz dazu hieß Muhammad die Steinigung gut. Juden übten einst die Steinigung als Strafe aus, aber sie sind schon lange dazu in der Lage sich von solchen grausamen Methoden zu distanzieren, wohingegen das Steinigen noch im einundzwanzigsten Jahrhundert von einigen moslemischen Gruppen ausgeübt wird.

In der islamischen Welt wurde die griechische Naturphilosophie nie völlig akzeptiert und was anfänglich akzeptiert gewesen war, wurde größtenteils von dem äußerst einflussreichen Theologen al-Ghazali (1058-1111) ungültig gemacht. Er betrachtete die Naturphilosophie als eine Gefahr für den Islam und war sogar skeptisch gegenüber dem Konzept des mathematischen Beweises, einem der wichtigsten und einzigartigsten Beiträge der alten griechischen Gelehrsamkeit zur modernen Welt. Edward Grant erklärt in seinem sehr gut recherchierten Buch „Science and Religion, 400 B.C. to A.D. 1550: From Aristotle to Copernicus“:

“[Al-Ghazali] schloss die mathematischen Wissenschaften in die Gruppe der philosophischen Wissenschaften (d. h., Mathematik, Logik, Naturwissenschaft, Theologie oder Metaphysik, Politik, und Ethik) ein und beschloss, dass ein Student, der diese Wissenschaften studierte, mit ‚dem Bösen und der Verderbtheit der Philosophen angesteckt würde. Es gibt wenige, die sich diesen Studien widmen, die nicht der Religion beraubt werden und der Zaum der göttlichen Angst wird von ihren Köpfen entfernt (Watt 1953, 34). In seiner großen philosophischen Arbeit,’ Die Inkohärenz der Philosophen’, greift al-Ghazali die antike Philosophie, besonders die Ansichten von Aristoteles an. Er tut dies, indem er die Ideen von al-Farabi und Avicenna, der beiden wichtigsten islamischen philosophischen Kommentatoren von Aristoteles, kritisiert. Nachdem er ihre Meinungen aufgrund von zwanzig philosophischen Problemen kritisierte, einschließlich der Ewigkeit der Welt, dass Gott nur das Universale und nicht die Einzelheiten weiß und dass Körper nicht wieder belebt werden können nach dem Tod, erklärt al-Ghazali: ‘Alle diese drei Theorien stehen in einem gewaltigen Gegensatz zum Islam. An sie zu glauben, bedeutet den Propheten der Lüge zu bezichtigen und ihre Lehren als ein heuchlerisches falsches Bild anzusehen, welches geschaffen wurde, um an die Massen zu appellieren. Und das ist offensichtliche Gotteslästerung, die keine moslemische Sekte unterschreiben würde (al-Ghazali 1963, 249).”

Wie Ibn Warraq in seinem modernen Klassiker, ‚Warum ich kein Moslem bin’ zusammenfasst,

“ging der orthodoxe Islam siegreich aus der Begegnung mit der griechischen Philosophie hervor. Der Islam wies die Idee zurück, dass man die Wahrheit alleine mit menschlichem Verstand und ohne Unterstützung erreichen könnte und fand sich mit dem unreflektierten Komfort der vermeintlich höheren Wahrheit der Gotteserscheinung ab. Wie auch immer man sich dafür entscheidet, wohin man das Datum dieses Sieges des orthodoxen Islams legen mag (vielleicht im neunten Jahrhundert mit der Konvertierung von al-Ashari, oder im elften Jahrhundert mit den Arbeiten von al-Ghazali) so ist es, wie ich glaube, eine unvorstellbare Katastrophe für alle Moslems, tatsächlich die ganze Menschheit gewesen.”

Es ist wahr, dass mehrere griechische Arbeiten ins Arabische übersetzt wurden, insbesondere im neunten Jahrhundert als eine Gruppe genannt Mu’tazilites ohne anhaltenden Erfolg versuchte, das Islamische mit der Logik zu versöhnen. Sie haben einen modernen Ruf als Freidenker gewonnen, aber Ibn Warraq schreibt:

“Jedoch ist es heute klar, dass die Mu’tazilites in erster Linie Moslems waren, die umgeben waren von islamischen Ideen und die durch religiöse Sorgen motiviert wurden. Es gab kein Zeichen eines absolut befreiten Denkens, oder einen Wunsch, wie [der ungarische Orientalist] Goldziher sagte, ‚sich reibende Fesseln abzuwerfen’, die der streng orthodoxen Ansicht vom Leben nachteilig waren. Außerdem waren sie weit davon entfernt, ‘liberal zu sein’ und erwiesen sich als außerordentlich intolerant, sie waren am Mihna, der moslemischen gerichtlichen Untersuchung unter den Abbasiden beteiligt. Trotzdem sind die Mu’tazilites wichtig, da sie griechische philosophische Ideen in die Diskussion von islamischen Lehrsätzen eingeführt haben.”

Ibn Rushd (Averroes) wurde im zwölften Jahrhundert geboren in Córdoba, Spanien (Andalusien). Er hatte verhältnismäßig progressive Ansichten über Frauen und stand Schwierigkeiten wegen seiner freidenkerischen Ansichten gegenüber, aber er war auch ein Jurist des Sharia Rechts und arbeitete als islamischer Richter in Sevilla. Er unterstützte die traditionelle Ansicht, die noch im einundzwanzigsten Jahrhundert von den wichtigsten Gelehrten von der Todesstrafe für Personen, die den Islam verlassen wollten, geteilt wurde:

“Ein Apostat…muss nach der allgemeinen Übereinkunft über die Menschen gemäß der Worte des Propheten, getötet werden, ‘ ermordet diejenigen, die ihren Lärm [Religion] wechseln’ …die Frage ob der Renegat seine Meinung ändert um zu bereuen, war eine Bedingung………..die vor seiner Exekution gestellt werden musste.”

Dennoch erinnert man sich an Ibn Rushd hauptsächlich wegen seiner Versuche die aristotelische Philosophie und den Islam in Einklang zu bringen. Gemäß Ibn Warraq hatte er einen großen Einfluss auf die lateinischen Wissenschaftler des dreizehnten Jahrhunderts, jedoch “hatte er überhaupt keinen Einfluss auf die Entwicklung der islamischen Philosophie. Nach seinem Tod wurde er in der islamischen Welt praktisch vergessen.” Philosophie im Allgemeinen trat den dauerhaften Niedergang an. Einer der Gründe dafür waren die Schriften von al-Ghazali, der behauptete, dass vieles in der griechischen Philosophie logisch zusammenhanglos sei und eine Beleidigung des Islam darstelle. Die Versuche von Averroes al-Ghazali zu widerlegen, wurden ignoriert und vergessen.

Al-Ghazali, dessen Einfluss nicht überschätzt werden kann, war ein tief orthodoxer Moslem in Bezug auf manche Dinge wie z.B. des Gebrauches von Gewalt gegen Nichtmoslems. Hier ein Zitat über die Wichtigkeit des Jihad:

“Man muss mindestens einmal jährlich auf einen Jihad gehen [d. h., kriegerische Razzien oder Überfälle] … Man kann ein Katapult gegen sie [Nichtmoslems] verwenden, wenn sie in einer Festung sind, selbst wenn unter ihnen Frauen und Kinder sind. Man kann sie in Brand setzen und/oder sie ertränken… Wenn eine Person der ahl al-kitab [Leute des Buches] versklavt wird, wird seine Ehe [automatisch] widerrufen… Man kann ihre Bäume fällen… Man muss ihre nutzlosen Bücher zerstören. Jihadisten können als Beute alles nehmen was sie möchten… Sie können soviel Essen stehlen, wie sie brauchen.”

Ein anderer moslemischer Gelehrter, der prominente Nordafrikanische Historiker Ibn Khaldun, hatte eine ähnliche, traditionelle Ansicht zum Jihad und teilte den tiefen Argwohn gegen die Philosophie. Edward Grant:

“Sogar ein solch erleuchteter Autor wie Ibn Khaldun (n. Chr. 1332-1406) war feindlich gegenüber der Philosophie und den Philosophen eingestellt. Auf der Grundlage seiner großen Einführung in die Geschichte (Muqaddimah) wird Ibn Khaldun als der erste Historiker betrachtet der eine Weltgeschichte schreiben konnte. Franz Rosenthal sagte dazu folgendes: ‘Der Muqaddimah war tatsächlich der erste groß angelegte Versuch, die Gruppenbeziehungen zu analysieren, die die menschlichen, politischen und sozialen Organisationstrukturen auf der Grundlage von psychologischen und Umweltfaktoren (Rosenthal 1973, 321) regeln. Obwohl er ein brillanter Historiker war, schloss Ibn Khaldun ein Kapitel in die Muqaddimah mit dem Titel ‘Eine Widerlegung der Philosophie’ mit ein: ‚Die Korruption der Studenten der Philosophie’ (Ibn Khaldun 1958, 3:246-258). In diesem Kapitel verurteilt Ibn Khaldun die Meinungen der Philosophen als falsch und verkündigt seinen muslimischen Gefährten, dass ‘die Probleme der Physik von keiner Wichtigkeit für uns sind, weder in unseren religiösen Angelegenheiten noch für unser tägliches Leben. Deshalb müssen wir sie (Ibn Khaldun 1958, 3:251-252) weglassen’. Er betrachtete das Studium der Logik als gefährlich für die Gläubigen es sei denn, dass sie so tief in den Qur’an und die moslemischen religiösen Wissenschaften verwurzelt wurden, dass sie gegen diese Methoden gestärkt sind.

In meinem Online essay ‚The West, Japan, and Cultural Secondarity’ bespreche ich die Ideen des französischen Denkers Rémi Brague aus dem Buch „ Eccentric Culture: A Theory of Western Civilization“. Er behauptet, dass den Moslems der europäische Instinkt für Selbstkritik und Anerkennung “des Andersartigen“ fehlen würde. Sie übersetzten zwar wissenschaftliche Arbeiten aus dem Griechischen und aus einigen anderen Sprachen ins Arabische, aber sie machten sich gewöhnlich nicht die Mühe, die Originale zu bewahren. Das machte “Renaissancen”, also den Akt zu den Quellen zurückzugehen, um sie neu zu interpretieren, in der islamischen Welt unmöglich. Außerdem wurde es unmöglich gemacht dass irgendetwas, das den hoch entwickelten Sprachgelehrten Europas ähnelte, enstehen konnte, jemand der herausfinden konnte, wie die griechische oder arabische Sprache anfangs entstanden sind. Brague zitiert Ibn Khaldun, der folgendes in seinem Muqaddimah sagte:

“(Die Moslems) wünschten sich, die Wissenschaften der (ausländischen) Nationen zu lernen. Sie machten sich ihre eigenen Übersetzungen. Sie pressten sie in die Form ihrer eigenen Ansichten. Sie schälten diese fremden Zungen [ab und ließen sie] in ihr [eigenes] Idiom übergehen und übertrafen darin die Ergebnisse (der Nichtaraber). Die Manuskripte in den nichtarabischen Sprachen wurden vergessen, aufgegeben und zerstört. Alle Wissenschaften bestanden nur noch auf Arabisch. Die systematischen Arbeiten an ihnen wurden (in arabischer) Schrift geschrieben. So brauchten Studenten der Wissenschaften Kenntnisse der Bedeutung (von arabischen) Wörtern und (den arabischen) Schriftzeichen. Sie konnten auf alle anderen Sprachen verzichten, weil sie ausgelöscht worden waren und es keinerlei Interesse mehr an ihnen gab.”

Die Logik setzte sich fort, als ein Hilfsthema in der scholastischen Theologie (kalam) und wurde in vielen religiösen Schulen verwendet, aber es gab eine große Feindschaft gegenüber der Philosophie, und moslemische Philosophen wurden aufgefordert, sich unauffällig zu verhalten. Diejenigen, die es unterrichteten, taten dies häufig geheim, nicht innerhalb der offiziellen Einrichtungen. Hier Edward Grant in „Science and Religion“:

“Im Anschluss an die Übersetzungen in den frühen Jahrhunderten des Islams erhielt die griechische Philosophie, in erster Linie Aristoteles, seine stärkste Unterstützung von mehreren Personen quer durch die islamische Welt. Wir hatten bereits, al-Kindi, al-Razi, Ibn Sina erwähnt sowie Ibn Rushd, die als die größten islamischen Philosophen galten. Alle wurden bis zu einem gewissen Grad verfolgt. Der Fall von Al-Kindi offenbart wichtige Aspekte des intellektuellen Lebens im Islam. Der erste der islamischen Kommentatoren von Aristoteles, al-Kindi wurde zuerst von zwei Kalifen (al-Mamun und al-Mutassim) begünstigt, aber sein Glück ging mit al-Mutawwakil, einem sunnitischen Kalifen, der schon früher erwähnt wurde, zu Ende. Nach Pervez Hoodbhoy war, ‘es für den ulema [religiöser Gelehrter] nicht schwer, den Herrscher davon zu überzeugen, dass der Philosoph einen sehr gefährlichen Glauben hatte. Mutawwakil befahl sogleich die Beschlagnahme der persönlichen Bibliothek des Gelehrten. Aber das war ihm nicht genug. Der sechzigjährige moslemische Philosoph erhielt zusätzlich fünfzig Peitschenhiebe vor einer großen Menschenmenge, die sich versammelt hatte. Beobachter, die das Ereignis notierten, berichteten, dass die Menge mit jedem Schlag’ zustimmend johlte (Hoodbhoy 1991, 111). Die anderen vier Gelehrten wurden auch zu einem gewissen Grad verfolgt und mehrere mussten sicherheitshalber fliehen.

Eine solche Situation war im latinisierten Westen total verschieden. Es gab zwar sporadische Opposition gegen den Gebrauch des Verstandes und es gab einen ernsten Versuch, die Arbeiten von Aristoteles an der Universität Paris Mitte des dreizehnten Jahrhunderts zu verbieten, aber das war von kurzer Dauer und scheiterte schließlich. Es gab keine späteren Versuche, den Gebrauch der natürlichen und logischen Philosophie per se zu verbieten, obwohl es natürlich Kritik gegen einige spezifische Interpretationen gab. “Nach den 1240er Jahren und für den Rest des Mittelalters wurden die Angriffe auf den Verstand als bizarr und unannehmbar betrachtet.”

Im Gegensatz dazu ist der Islam im Prinzip eine Theokratie, in der Religion und Staat eine Einheit bilden. Islamische Schulen, oder Madrasas (Koranschulen), unterrichteten ganz allgemein “islamische Wissenschaften,” das ist Theologie, arabische Grammatik, den Koran und die Hadithen usw. Griechisch und andere nichtmoslemische Philosophie wurden “Auslandswissenschaften” genannt und wurden niemals in den Kernlehrplan integriert. Noch einmal Grant:

“Die primäre Mission der Koranschulen [madrasas] war das Unterrichten der islamischen Religion und man schenkte den Auslandswissenschaften wenig Aufmerksamkeit, die, wie wir sahen, abgeleitet waren aus Wissenschaft und natürlicher Philosophie die ursprünglich auf die Griechen zurückgingen. Die analytischen Themen, die auf die Griechen zurückzuführen waren, hatten natürlich nicht den gleichen Status wie die religiösen und theologischen Themen. Tatsächlich spielten die Auslandswissenschaften eine ziemlich untergeordnete Rolle in der Koranschule, die den Kern der islamischen Hochschulbildung bildete. Nur jene Themen, die den Qur’an oder das religiöse Gesetz anstrahlten, wurden unterrichtet. Ein solches Thema war Logik, die man nicht nur für die Semantik als nützlich befunden hatte, sondern die auch nützlich war zum Vermeiden einfacher Fehler bei Schlussfolgerungen. Die primäre Funktion der Koranschulen war jedoch, ‘das Lernen zu bewahren und die Orthodoxie zu verteidigen’ (Mottahedeh 1985, 91). Im Islam betrachteten die meisten Theologen die Naturphilosophie nicht als ein zum besseren Verstehen der Religion nützliches Thema. Im Gegenteil sie wurde gewöhnlich als ein Thema angesehen, das dazu fähig wäre die islamische Religion zu stürzen und als potenzielle Gefahr für den Glauben. Die natürliche Philosophie blieb immer eine periphere Disziplin in den Ländern des Islams und wurde innerhalb des Bildungssystems nie institutionalisiert, so wie es im latinisierten Christentum der Fall war.”

Die griechische Naturphilosophie wurde völlig in den Universitätslehrplan in Europa integriert:

“Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass nicht nur Theologen, die die Universität absolviert haben, die Disziplin der Naturphilosophie völlig akzeptierten und begrüßten, aber viele, wenn nicht die meisten von ihnen waren eifrige und energische Mitwirkende mit Literatur über die Naturphilosophie. Deshalb ist es absolut passend sie ‘ theologische Naturphilosophen’ zu nennen. Sie waren in beiden Disziplinen gleichermaßen zuhause und waren eifrig darauf bedacht, soviel Naturphilosophie wie möglich in die Lösung von theologischen Problemen zu importieren, indem sie es vermieden in die Versuchung zu kommen die natürliche Philosophie zu theologisieren. Das erklärt, warum einige mittelalterliche Theologen mit den besten weltlichen Naturphilosophen, wie John Buridan und Albert aus Sachsen gleichgestellt werden können. Einige Theologen, wie Albertus Magnus und Nicole Oresme, waren ihnen klar überlegen. Durch ihre Handlungen waren die Theologen im Westen die vollen Begünstigten an der Entwicklung und Verbreitung der Naturphilosophie. Sie machten es möglich die Naturphilosophie in den Universitäten des späten Mittelalters zu institutionalisieren und so zu einer umfassenden Verbreitung beizutragen.”

Einer des wichtigsten Vorteile, die das katholische Europa während dieser Periode genossen hatte, war die Trennung zwischen Kirche und Staat. Während der Westen eine lebendige Naturphilosophie entwickelte,

“wurde im Islam die Naturphilosophie zu einer peripheren und verdächtigen Disziplin, deren Studium sich sogar als gefährlich erweisen konnte.”

Edward Grant hat eine großartige Arbeit geleistet, indem er diese Rolle, die das europäische Universitätssystem gespielt hatte, das den Boden für die spätere wissenschaftliche Revolution vorbereitet hat, deutlich machte. Daraus schließt er:

“Ohne die Trennung von Kirche und Staat und den Entwicklungen, die daraus folgten, hätte der Westen keine so tief verwurzelte Naturphilosophie entwickelt, die sich durch ganz Europa verbreitete auf Grund eines umfassenden Netzes von Universitäten, die das Fundament für die großen wissenschaftlichen Fortschritte legten im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert, Fortschritte, die sich bis zum heutigen Tag fortgesetzt haben.”

Der französische Professor für mittelalterliche Geschichte Sylvain Gouguenheim, hat ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Aristote au Mont Saint-Michel: Les Racines Grecques de l’Europe“ (Aristoteles am Mon Saint-Michel: Die griechischen Wurzeln Europas), angestoßen von einer Empfehlung der Europäischen Union, dass Schulbücher eine positivere Darstellung des Islams als Teil des europäischen Erbes geben sollen. Europäer, sagt er,

“wurden sich der griechischen Texte bewusst, weil sie sie gesucht haben und nicht weil sie zu ihnen gebracht wurden.”

Er greift die These an, die von Historikern wie Edward Said vorgebracht wurde, dass sich der “erleuchtete, raffinierte und geistige Islam” gegen einen brutalen, rassistischen und ethnozentrischen Westen abhebt. Aristoteles Arbeiten an der Ethik, Metaphysik und Politik wurden durch die moslemische Welt ignoriert, weil sie als unvereinbar mit islamischen Ideen angesehen wurden. Einige außerhalb stehende Denker, unter ihnen die Gelehrten des Nahen Ostens Avicenna, Averroes und der Astrologe Albumasar (Abu Ma’shar), übernahmen von den Griechen nur das, von dem sie dachten, dass es mit dem Koran vereinbar sei. Wie Professor Thomas F. Bertonneau in seiner Rezension des Buches von Gouguenheim schrieb,

“war das Christentum außerdem bereit, nicht nur die Philosophie, sondern auch bestimmte, grundlegende, politische Grundsätze von den alten Griechen, besonders von den Athenern, zu erhalten, insbesondere ‘Freiheit, Vernunft und Demokratie’.”

Es ist wahr, es gab einige seriöse Gelehrte in der mittelalterlichen islamischen Welt, zum Beispiel Ibn Rushd (Averroes), Ibn Sina (Avicenna), al-Razi (Rhazes), al-Kindi und Ibn al-Haytham (Alhazen), aber sie leisteten ihre Beiträge trotz des Islams und nicht wegen des Islams.

Der saudische reformistische Denker Ibrahim al-Buleihi drückte seine Bewunderung für die westliche Zivilisation in einem Interview im Jahre 2009 aus, er stellte fest, dass die “Westliche Zivilisation die einzige Zivilisation ist, die den Menschen von seinen Trugbildern und Fesseln befreite; sie erkannte seine Individualität an und versorgte ihn mit Fähigkeiten und Gelegenheiten, sich zu kultivieren und seine Sehnsüchte zu begreifen.” Selbstkritik ist eine Vorbedingung zu jeder Besserung, und Herr Buleihi denkt, dass es der moslemischen Kultur daran mangelt. Hier seine Meinung, veröffentlicht vom Nahostmedienforschungsinstitut (MEMRI):

“Wenn wir die Namen von moslemischen Philosophen und Gelehrten nachprüfen deren Beitrag zum Westen von westlichen Schriftstellern herausgestellt wurde, wie Ibn Rushd, Ibn Al-Haitham, Ibn Sina, Al-Farbi, Al-Razi, Al-Khwarizmi und ähnliche, finden wir heraus, dass sie alle Schüler der griechischen Kultur waren aber gleichzeitig auch Personen, die außerhalb der [islamischen] Hauptströmung standen. Sie waren und sind in unserer Kultur weitgehend unbekannt. Wir verbrannten sogar ihre Bücher, schikanierten sie, warnten vor ihnen und wir beobachteten sie fortgesetzt mit Argwohn und Abneigung. Wie können wir dann Stolz auf Menschen sein, von denen wir uns entfernt hielten und deren Deknweise wir zurückwiesen? …. alles was wir erreicht haben kommt nicht von unseren eigenen Leistungen und jene außergewöhnlichen Personen waren nicht das Produkt der arabischen Kultur, sondern der griechischen Kultur. Sie stehen außerhalb unserer kulturellen Hauptströmung und wir behandelten sie, als ob sie Fremdkörper waren. Deshalb verdienen wir es nicht, Stolz auf sie zu sein, weil wir sie immer zurückwiesen haben und ihre Ideen bekämpften. Im Gegensatz dazu, lernte Europa von ihnen und zog aus einer Menge von Kenntnissen einen Nutzen, der ursprünglich sein eigener war, weil sie schon immer ein Zweig der griechischen Kultur waren, die die Quelle der ganzen westlichen Zivilisation ist.”

In der Medizin gibt es das Phänomen der “Abstoßungsreaktion” die dann eintritt, wenn ein Organ in einen anderen Körper verpflanzt wird und das Immunsystem des Körpers das Organ als einen Fremdkörper abstößt. Das ist eine nützliche Analogie, die man im Hinterkopf haben sollte, wenn man abschätzen will, wie Moslems und Christen die griechische Naturphilosophie während des Mittelalters behandelten. Auch die Moslems nahmen das griechische Erbe an, aber nur Teile davon und schließlich wurde sogar diese beschränkte Annahme von konservativen Theologen wie al-Ghazali zurückgewiesen. Das Immunsystem der islamischen Kultur dachte, dass die griechischen philosophischen Ideen, ein Fremdkörper in seinem Körper seien und bekämpfte sie und wies sie schließlich zurück. Im Gegensatz dazu sah die christliche Kultur das griechische philosophische Erbe nicht als etwas Fremdes an. Christen akzeptierten zwar nicht alle Teile des griechischen Erbes als für sie passend, aber die meisten von ihnen glaubten nicht, dass die griechische Logik, die Art des Denkens und philosophisches Vokabular per se etwas Fremdes und Feindliches waren. Wir können sagen, dass das Christentum ein jüdisches Kind war, das mit dem Wasser des griechischen philosophischen Vokabulars getauft wurde und das in einer grieschich-römischen Umgebung aufwuchs. Diese neue Synthese wurde durch den hl. Paulus, einem griechisch sprechenden Juden und Anhänger der Lehren von Jesus von Nazareth, der auch ein römischer Bürger war, personifiziert.

(Beitrag von Fjordman, Originaltitel: “Why Christians Accepted Greek Natural Philosophy, But Muslims Did Not”, Quelle: Die Grüne Pest, Spürnase: Andreas61)

http://www.pi-news.net/2009/06/christen-uebernahmen-die-griechische-philosophie/?wpc=dlc

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FJORDMAN über den “moderaten Islam”

Posted by paulipoldie on June 1, 2009

http://atlasshrugs2000.typepad.com/a…exclusi-2.html
Donnerstag, 21. August, 2008
FJORDMAN über den “moderaten Islam”

ATLAS EXCLUSIV:

Regelmäßige Leser des ‘Atlas’ sind schon sehr vertraut mit diesem Thema. Ich habe das Gerede über den “moderaten Islam” lange als eine Theorie verspottet, die ohne jede Grundlage in der Realität oder der Geschichte ist. Es ist Wunschdenken, gefährlich und selbstmörderisch. Ja, natürlich gibt es auch moderate Muslime – ehemalige, säkulare Muslime, aber fromme Muslime sind Jihadkämpfer. Und während ich auf ein “2. vatikanisches Konzil” im Islam warte, schreibt Fjordman bereits seinen neuesten Essay für ‘Atlas’.

Fjordman, 21. August 2008

Ich glaube nicht, dass es so etwas wie einen moderaten Islam gibt und mir wurde dies ganz klar, seit ich angefangen habe zu schreiben. Ich bin in diesem Punkt nicht einverstanden mit Beobachtern wie Dr. Daniel Pipes. Ich möchte Herrn Pipes sagen, dass ich einen großen Teil seiner Arbeit schätze. Ich habe ihn viele Male verlinkt und beabsichtige dies auch in Zukunft zu tun. Allerdings beunruhigt mich immer mehr, wie viele Menschen immer wieder das Mantra der Annäherung an den “moderaten Islam” wiederholen, während ich noch kein Beweisstück dafür sehe, dass ein moderater Islam tatsächlich existiert.

Auf die Frage, wo denn ein moderater Islam zu finden sei, hat sich Daniel Pipes wiederholt auf den späteren sudanesischen Gelehrten Mahmud Muhammud Taha bezogen, dessen Ideen in Englisch in dem Buch ‘The Second Message of Islam ‘ (Die zweite Botschaft des Islam) nachzulesen sind. Tahas Schüler und Übersetzer Abdullahi Ahmed An-Na’im, Autor des Buches ‘Toward an Islamic Reformation’ (Gegen eine islamische Reformation), sagt folgendes über die Ideen seines Lehrers:

“Die Botschaft aus Medina ist nicht die grundlegende, universelle, ewige Botschaft des Islam. Diese grundlegende Botschaft kommt aus Mekka. Also, die Reformation des Islam muss sich auf eine Rückkehr zur Mekka Botschaft beziehen. Im Hinblick auf die Vereinbarkeit der Botschaften von Mekka und Medina in einem einzigen System haben muslimische Juristen gesagt, dass einige der Medina Verse die entsprechenden früheren Verse aus Mekka aufgehoben haben. Obwohl es diese Aufhebung gab, und es war die logische und gültige Rechtsprechung zu dieser Zeit, war es ein Aufschub, nicht eine dauerhafte Aufhebung. “

Aus diesem Grunde ist An-Na’im der Auffassung, dass “die Mekka Verse nun die Grundlage des Gesetzes sein sollten und die Medina Verse aufgehoben werden sollten. Dieser Gegenvorschlag zur Aufhebung wird zu einer Vereinigung führen zwischen islamischem Recht und der modernen Entwicklung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten. In diesem Sinne sind wir Reformer eine Art Superfundamentalisten. ”

Ich habe die Bücher von Taha und An-Na’im gründlich gelesen. Ich finde, dass ihr Geschriebenes beim ersten Mal besser klingt wenn man es liest, als beim zweiten Mal. Zum Beispiel deutet Taha darauf hin, dass der Grund warum Muhammad und die frühen Muslime so viele Menschen ermorden „mussten“ der war, weil diese Personen den Islam nicht friedlich annehmen wollten. Nicht nur, dass Taha nicht andeutet, dass er glaubt, dass dies falsch war, er beschreibt den bewaffneten Jihad als “chirurgisches Instrument”, das benutzt werden könne zur Umsetzung des wahren Islam. Er weist darauf hin, dass dies heute hoffentlich nicht nötig sei, weil die Menschen “ausgereift” genug seien um zuwissen, dass der Islam für sie gut sei und dass sie sich ohne Zwang unterwerfen werden.

Was passiert mit denen, die den Islam nicht mögen und die nicht die Absicht haben sich zu unterwerfen? Taha sagt dazu nichts, aber aus seinen Schriften kann man entnehmen, dass er zu glauben scheint, dass Gewalt gegen solche Leute gerechtfertigt sei. Es ist schwer einzusehen, in welcher Weise dies eine “reformatorische” Art des Denkens sein soll. Nach der orthodoxen islamischen Theologie dürfen Muslime keine physischen Angriffe auf Nicht-Muslime ausführen, es sei denn, diejenigen die zunächst aufgefordert wurden sich dem Islam zuzuwenden, haben dies doch nicht getan, in diesem Fall sei es ein faires Spiel. Mit anderen Worten, die Muslime sollten versuchen die Menschen zunächst friedlich zu bekehren und sollen erst dann damit anfangen sie zu töten, wenn sie sich weigern. Taha befürwortet daher ein traditionelles Konzept des Jihad, qualitativ nicht anders als dasjenige, was Dschihad-Terroristen wie Osama bin Laden versprechen.

Obwohl Taha einem Apologeten dschihadistischer Gewalt ähnelt, so wurde er doch von traditionellen Muslime als so unorthodox angesehen, dass er als Abtrünniger hingerichtet wurde. Nebenbei, seine Ideen basieren auf fragwürdigen “Wahrheiten” über den Koran. Schauen Sie einmal, was der deutsche Professor Christoph Luxenberg in seiner Pionierarbeit behauptet:

“Von seiner Herkunft her ist der Koran ein syro-aramäisches liturgisches Buch, mit Hymnen und Auszügen aus Schriften, die möglicherweise in heiligen christlichen Handlungen verwendet wurden. An zweiter Stelle, kann man im Koran den Beginn einer Predigt sehen, die auf die Übermittlung des Glaubens in der Heiligen Schrift und zwar in arabischer Sprache an die Heiden von Mekka gerichtet ist. Seine sozio-politischen Bereiche, die nicht im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Koran standen, wurden später in Medina hinzugefügt. Am Anfang wurde der Koran nicht als die Gründung einer neuen Religion verstanden. Es setzte den Glauben an die Heilige Schrift voraus, und funktionierte damit nur als Einfallstor in die arabische Gesellschaft. “

Mit anderen Worten, wenn Herr Luxenberg Recht hat, dass das was wir die mekkanischen Kapitel des Korans nennen die friedlichen sind gerade weil sie nicht “islamisch” sind, dann deshalb weil sie auf der Grundlage von christlichen Texten basieren. Die “authentische” Texte die sich auf Mohammed und seine Gefährten beziehen, wer auch immer der historische Mohammed wirklich war, sind die sehr viel gewalttätigeren und aggressiveren Kapitel, die wir als medinensisch klassifizieren. Dies ist genau das Gegenteil von dem, was Taha und Ein-Na’im empfehlen. Aus der säkularen Sicht betrachtet sind ihre Ideen somit äußerst anfällig für historische Kritik, und aus islamischer Sicht ist es schwer einzusehen, wie ihre Ideen umgesetzt werden könnten.

Nachdem ich einen großen Teil der Literatur zu dem Thema gelesen habe, würde ich die “muslimischen Reformer” in drei Kategorien einteilen. Die erste und bei weitem die größte Kategorie besteht aus Lügnern, Opportunisten und Taqiyya Künstlern; Leute, die unsere Gesellschaften infiltrieren wollen und nicht den Islam reformieren wollen. Die zweite Gruppe besteht aus Personen, die es möglicherweise gut meinen, aber die Fragen, die damit zusammenhängen, einfach nicht verstehen. Irshad Manji zum Beispiel, ist kein schlechter Mensch, aber sie weiß nur nicht sehr viel über islamische Geschichte. Die dritte und kleinste Gruppe besteht aus Menschen, die kompetent sind und wirklich den Wunsch haben (den Islam) zu reformieren. Der deutsch-syrische Wissenschaftler Bassam Tibi könnte hier hinein passen. Ich finde einige seiner Arbeiten interessant, aber auch er ist inkohärent und nicht überzeugend in der Darstellung wie ein moderater Islam aussehen soll.

Wohin passt Taha in diesem Bild? Ehrlich gesagt ich vermute es ist unter der Kategorie 1. Er ist theologisch nicht überzeugend und einige der Passagen die er schreibt sind gänzlich verstörend, wenn man sie aufmerksam liest und analysiert, was er eigentlich sagen will. Die folgenden Zitate mit Referenzen-Seiten, sind aus dem Buch ‘The Second Message of Islam’ (Die zweite Botschaft des Islam) von Mahmud Muhammud Taha.

Seite 74:
“Der Grundsatz der Gegenseitigkeit (al-mu’awadah) im Fall des Ehebruchs ist eine festgesetzte Strafe (hadd) und zwar entweder die Steinigung zum Tode oder das Auspeitschen. Da der Wüstling einfach Freude ohne Rücksicht auf die Scharia suchte, muss er nun Schmerzen erleiden, um wieder zu Verstand zu kommen. Ein Individuum tendiert eher zu Freude als zu Schmerzen. Indem man das Bewusstsein auf die Schmerzen lenkt, wenn man der verbotenen Freude zu erliegen droht, stellt man das Gleichgewicht wieder her und vermeidet Rücksichtslosigkeit und Torheit. Die festgesetzte Strafe für das Trinken von Alkohol basiert auf dem gleichen Prinzip. Ein Mensch, der Alkohol trinkt will seinen Geist betäuben und damit versuchen der Realität zu entfliehen. Der Schmerz der Peitsche soll ihn zurück in das Angesicht der bitteren Realität führen, so dass er seinen klaren Kopf zur Verbesserung seiner Realität benutzt. “

Seite 75:
“Der Islam in seinem Wesen ist nicht eine Religion dem üblichen Sinne des Wortes nach, sondern eine Wissenschaft, seine Dogmen sind aber nur übergangsweise in einem wissenschaftlichen Stadium.”

Seite 130:
“Wir haben gesagt, dass der Koran zwischen al-Iman und al-Islam unterschieden wurde und wir haben auch gezeigt, dass er in zwei Teile den mekkanischen und den medinensischen unterschieden wird. Der mekkanische Koran wurde als erster offenbart. Mit anderen Worten: Die Menschen wurden aufgefordert, den Islam [in seinem ultimative Sinne] zuerst anzunehmen und wenn sie dies nicht zu tun, wurde praktisch vorgeführt, dass sie unter dem Standard lagen, sie wurden adressiert entsprechend ihren Fähigkeiten. ”

Mein Kommentar: Was Taha in diesem Zitat meint, er macht es deutlich in anderen Passagen, ist, dass die Muslime in der frühen Mekka Phase die Menschen einluden den Islam anzunehmen. Als einige von ihnen sich weigerten dies zu tun, hatten die Muslime das Recht die Menschen zu töten und sie zu zwingen den Islam zu akzeptieren. Taha weist darauf hin, dass dieser Grundsatz auch heute gelten sollte. Er stellt auch völlig klar, dass seine Definition des Begriffs “Freiheit“ identisch ist mit der Scharia, und dass diejenigen, die durch Missbrauch ihrer Freiheit nicht nach der Scharia leben den bewaffneten Jihad kennenlernen sollten, bis sie es dann tun. Es ist in ihrem eigenen Interesse.

Seite 134:
“Auf diese Weise, wurden alle Verse der Überzeugung, wenn sie auf dem Primär- oder Originalprinzip beruhten, aufgehoben, oder durch die Verse des Zwangs (Jihad) ersetzt. Diese Ausnahme wurde aufgrund der zeitlichen Umstände und der Unzulänglichkeiten der menschlichen Fähigkeiten erforderlich, um so gründlich die Pflicht der Freiheit in dieser Zeit auszulöschen. “

“Einige muslimische Gelehrte glauben, dass islamische Kriege rein defensive Kriege waren – ein Irrtum, hervorgerufen durch ihre Bereitschaft die Behauptungen der Orientalisten zu widerlegen, dass der Islam sich durch das Schwert verbreitet hätte. In der Tat, das Schwert wurde zur Eindämmung des Missbrauchs der Freiheit gebraucht. Der Islam leistete dreizehn Jahre lang Überzeugungsarbeit um die eindeutige Botschaft gültig für den Einzelnen und die Gemeinschaft zu verkünden. Als die Empfänger die Pflichten ihrer Freiheit nicht richtig ausführten, verloren sie diese Freiheit, und der Prophet wurde zu ihrem Vormund ernannt, bis sie alt wurden. Allerdings, sobald sie die neue Religion annahmen und die Heiligkeit des Lebens und des Eigentums befolgten, sowie die sozialen Forderungen von Kind und Kegel wie es ihnen gelehrt wurde, wurde das Schwert abgeschafft, und der Missbrauch der Freiheit wurde nach den Gesetzen bestraft. Daher kommt die Entwicklung des islamischen Scharia-Rechts, und die Schaffung einer neuen Art von Regierung. Indem die Verwendung des Schwertes gerechtfertigt wurde, können wir es so beschreiben, wie ein Chirurg ein Skalpell benutzt und nicht wie ein Fleischermesser. Mit ausreichender Weisheit, Barmherzigkeit und Wissen benutzt, erhebt es den Einzelnen und reinigt die Gesellschaft. “

Seite 135:
“Den Tod durch das Schwert zu erleiden in diesem Leben ist wahrhaftig ein Aspekt des Leidens in der Hölle im nächsten Leben, denn beides sind Strafen für Unglauben. Wer zu seinem eigenen Unglauben beiträgt indem er zu Unglauben anstiftet , oder den Weg Gottes meidet, muss unterdrückt werden, bevor er zu den Waffen greift im Namen des Unglaubens. “

Seite 136:
“Das ursprüngliche Prinzip des Islams ist die Freiheit. Aber die islamische Religion wurde einer Gesellschaft offenbart, in der die Sklaverei ein integraler Bestandteil der sozio-ökonomischen Ordnung war. Es war auch eine Gesellschaft, die in der Praxis nicht dazu in der Lage war, die Freiheit richtig auszuüben, und somit benötigten ihre Mitglieder Orientierung, damit die konsequente Umsetzung des Jihad gewährleistet war. Im islamischen Jihad, mussten die Muslime den Ungläubigen zuerst einmal die neue Religion anbieten. Wenn sie sich weigerten diese zu akzeptieren, hatten sie die zweite Möglichkeit der Zahlung einer jizyah und dem Leben unter einer muslimischen Regierung, während sie ihre eigene Religion weiter praktizieren und persönliche Sicherheit genießen konnten. Wenn sie auch die Möglichkeit der Zahlung einer jizyah verweigerten, wurden sie von den Muslimen bekämpft und wenn sie besiegt wurden, wurden einige von ihnen als Sklaven genommen und zu denjenigen hinzugefügt, die bereits in Sklaverei lebten. “

“Wenn ein Einzelner dazu eingeladen wird ein Sklave Gottes zu werden, sich aber weigert, so ist diese Weigerung symptomatisch für seine Ignoranz und erfordert einen Zeitraum der Ausbildung. Der Einzelne bereitet sich darauf vor, sich freiwillig der Knechtschaft Gottes zu unterwerfen, indem er der Sklaven einer anderen Person wird, damit er Gehorsam und Demut lernt, die das Wesen eines Sklaven sind. Die Gegenseitigkeits Regeln (al-mu’awadah), die hier gelten besagen, dass wenn eine freie Person sich weigert Sklave Gottes zu werden, so kann er unterworfen werden und zum Sklaven eines Sklaven von Gott gemacht werden, in fairer und gerechter Vergeltung: “Und wer eines Stäubchens Gewicht des Bösen ist, der wird es auch.” (99:8)”

Mein Kommentar: Die oben genannten Passage ist eines der verstörendsten Zitate aus dem gesamten Buch. Taha kam aus dem Sudan, einem Land, in dem die Übereignung von Sklaven auch heute noch praktiziert wird. Wenn Taha gesagt hätte, dass es irgendwann einmal in den meisten menschlichen Gesellschaften Sklaverei gegeben hätte, könnte ich das vielleicht akzeptieren. Aber er geht darüber hinaus. Er geht einen Schritt weiter indem er sagt, dass Sklaverei in der Tat moralisch gut sein kann, weil es sich um ein “Praktikum” handele um ein Sklave von Allah zu werden, so wie es alle Menschen sein sollten. Stellen wir uns für einen Moment vor, dass Herr Taha ein weißer Christian sei und kein schwarzer Muslim. Was wäre, wenn, sagen wir Robert Spencer in seinem nächsten Buch feststellen würde, dass Sklaverei in den Vereinigten Staaten gut wäre, weil es den Sklaven Gehorsam und Demut vermitteln würde. Glaubt irgendjemand, er würde dann wurde gefeiert als ein großartiges Beispiel für ein moderates und tolerantes Christentum? Irgendwie habe ich Zweifel daran. Aber es gibt offenbar nichts “extremistisches” wenn man die Sklaverei unterstützt, wenn man ein Muslim ist. Extremisten sind böse Islamophobe so wie Geert Wilders.

Seite 149:
“Da er so überlegen ist, gibt es bis zum heutigen Tag noch keine andere Nation die den Islam erreichen könnte. Die muslimische Nation ist noch nicht entstanden. Es wird erwartet, dass sie kommt, jedoch in der Zukunft der Menschheit.”

Mein Kommentar: Abgesehen von der Scharia mag Taha den Kommunismus, aber er glaubt, dass der Weg zum vollkommenen Kommunismus nur mit Hilfe Scharia zu erreichen ist. Scharia ist der Schlüssel zur globalen Gleichheit, ewiger Frieden und warmer Apfelkuchen. Es sei denn, dass warmer Apfelkuchen dann verboten ist, ich weiß nicht, ob er halal ist oder nicht. Er könnte Teil einer zionistischen Verschwörung sein:

Seite 155-156:
“Der Schlüssel hier ist, dass es niemand gestattet sein sollte, irgendetwas zu besitzen, das es erlaubt die Arbeit eines Bürgers auszubeuten, um das Einkommen eines anderen zu vermehren. Privates Eigentum, auch innerhalb dieser engen Grenzen, sollte kein Eigentum im Sinne von Besitz sein, sondern eher ein Eigentum der Vorteile aus dem Besitz und alle Güter bleiben nach wie vor im Besitz Gottes und der Gemeinschaft als Ganzes. Wenn die Produktion von Ressourcen ansteigt wird die Gleichheit durch die Verteilung perfektioniert und damit werden die Unterschiede verringert und zwar so, dass beides, das minimale und das maximale Einkommen ansteigt. Aber die Kluft zwischen minimalen und maximalen Einkommen wurde nur allmählich verringert, um absolute Gleichheit herzustellen. Wenn diese absolute Gleichheit durch die Gnade Gottes erreicht wird, und zwar als das Ergebnis ergiebiger Produktion, dann werden wir den Kommunismus erreichen oder eine gemeinsame Nutzung der Schätze der Erde von allen Menschen. Kommunismus unterscheidet sich vom Sozialismus graduell und zwar in dem Sinne, dass der Sozialismus eine Etappe in der Entwicklung in Richtung zum Kommunismus ist. Der Prophet hat den ultimativen Kommunismus erfahren “

Seite 156-157:
“… Wie der Prophet sagte:” Gerechtigkeit wird die Erde erfüllen in der gleichen Weise wie sie zuvor voller Ungerechtigkeit war. ‘ Das ist es von dem Marx geträumt hatte, aber er konnte den Weg nicht finden, um es zu erreichen. Es kann nur erreicht werden von den al-muslimin, die noch kommen werden, und dann wird die Erde ein gewisses Maß an Erfüllung genießen gemäß dem Vers: “Diejenigen, die gottesfürchtig sind, sind in den Gärten und an den Quellen. Ihnen wird gesagt: Kommt herein in Frieden und Sicherheit. Wir reinigten, was in ihrer Brust an Hass war, so dass sie nun als Brüder zusammensitzen, ohne das Gefühl der Bedrängnis oder daraus entfernt werden. ” (15:45-48) Dies ist der Grad des Kommunismus der erreicht werden soll durch den Islam mit der Entstehung einer Nation von Muslimen, wo die Erde leuchten wird mit dem Licht des Herrn und Gottes Gnade wird seinen Bewohnern verliehen, dann werden Frieden und Liebe siegen. ”

Wenn man alle Fakten zusammenzählt, dann stimme ich mit Daniel Pipes überein: Muhammud Mahmud Taha ist in der Tat ein interessanter Fall, aber genau aus dem gegenteiligen Grund den Herr Pipes anführt. Taha unterstützt die Idee der Sklaverei auf einer moralischen Grundlage, nicht nur als historische Tatsache.”Freiheit” ist identisch mit der Scharia und einem Leben als Sklave von Allah. Diejenigen, die den Islam nicht wollen oder islamische Regeln ablehnen, werden durch den bewaffneten Jihad bekämpft und das Schwert sollte als “chirurgisches Werkzeug” dienen, um sie aus dem Körper der Gesellschaft herauszuschneiden. Und das soll maßvoll sein … .., wie genau?

Wenn Taha die große Hoffnung für einen gemäßigten Islam ist, dann können wir feststellen, dass ein moderater Islam die Sklaverei unterstützt, Menschen zu Tode steinigt wegen Ehebruchs, diejenigen auspeitscht, die gerne ein Glas Wein oder Bier trinken und diejenigen massakriert, die nicht mit den oben genannten Maßnahmen übereinstimmen. Taha hat offen viele der schrecklichsten Aspekte der Scharia unterstützt, aber war dennoch immer so umstritten, dass er als Abtrünniger hingerichtet wurde.

Die Geschichte von Mahmud Taha Muhammud ist der ultimative, endgültige und letzte Beweis dafür, dass es keinen moderaten Islam gibt. Es war niemals so und es wird niemals so sein. Es ist ein Mythos. Wir sollten unsere in- oder ausländische Politik nicht auf das Bestehen eines gemäßigten Islam gründen, genauso wie wir uns nicht auf die Existenz von anderen Fabelwesen wie dem Yeti oder der Zahnfee verlassen sollten.

Es ist unangenehm zu dem Schluss zu kommen, dass der Islam nicht reformiert werden kann. Ich mag es auch nicht und würde viel lieber eine andere Antwort bevorzugen. Aber ich sehe keine praktischen Hinweise darauf, dass ein toleranter Islam im Entstehen ist und ich habe Schwierigkeiten vorauszusehen, wie eine solche Einrichtung aussehen könnte. Es gibt mehrere Möglichkeiten wie der Islam reformiert werden könnte, aber es wird wahrscheinlich keine von ihnen erfolgreich sein.

Ich habe schon früher Irshad Manjis Arbeit überprüft und kritisiert. Obwohl sie dies nie ausdrücklich sagt in ihrem Buch, habe ich den Eindruck, dass Manji weitgehend mit dem Mantra übereinstimmt, dass “der Islam das ist, was die Muslime aus ihm machen.” Ich teile diese Ansicht nicht. Warum sollen diejenigen, die buddhistische Lehrer in Thailand enthaupten, Kirchen in Nigeria niederbrennen, Hindus in Pakistan verfolgen oder Bombenanschläge in der Londoner U-Bahn verüben, immer die islamischen Texte”missverstehen” ? Warum fühlen sie nicht diesen Drang Menschen zu töten nachdem sie, sagen wir, Winnie the Pooh gelesen haben?

Wenn ein Text unendlich verbiegbar wäre, könnten wir den Koran durch ein anderes Buch ersetzen und zu den gleichen Ergebnissen kommen. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Wenn Sie einen Text lesen, der immer wieder das Töten fordert, Tod und Chaos, werden immer mehr Menschen diesen Text in aggressiver Art und Weise “interpretieren” . In der Praxis ist der Islam die aggressivste und gewalttätigste Religion auf der Erde, weil seine Texte aggressiver sind als die von allen anderen großen Religionen, und weil das Beispiel von Mohammed weitaus gewalttätiger ist als das aller anderer religiöser Gründer. Wenn Sie wieder auf den ursprünglichen Islam zurückkommen, der Manji zu suchen beanspruchte, dann erhalten Sie den Jihad, denn das ist es, worüber der ursprüngliche Islam ist.

Die Dutzende von expliziten Jihad Versen im Koran werden nicht alle auf geheimnisvolle Art und Weise verschwinden. Solange es sie gibt, muss sie jemand ernst nehmen. Und da ein jeder “reformierte” Islam letztlich in den islamischen Texten verwurzelt sein muss, bedeutet das wahrscheinlich, dass der Islam nicht reformiert werden kann.

Der Prozess des Wandels ist auf jeden Fall nicht unsere Aufgabe. Die Muslime sollten dies selbst tun. Sie sind Erwachsene und sollten sich um ihre eigenen Probleme kümmern so wie alle anderen dies tun. Aus diesem Grund habe ich eine Abneigung gegen Manjis Vorschlag, wonach Ungläubige mehr Geld spenden sollten für Muslime.

Muslime werden nicht mehr Dankbarkeit empfinden, wenn wir ihre Krankenhäuser oder Schulen finanziell unterstützen. Für sie ist alles Gute das passiert der Wille von Allah. Ungläubige sind sowieso zur Zahlung der Jizya an die Muslime verpflichtet, also werden viele von ihnen die Zahlungen von uns als Zeichen der Unterwerfung ansehen. Sie werden noch arroganter und aggressiver durch solche Handlungen werden, wo sie stattdessen eigentlich dankbar sein sollten.

Solange die Ungläubigen sie immer wieder aushalten, haben die Muslime keinerlei Anreize sich zu ändern. Sie werden den Isam nur reformieren oder aufgeben, wenn sie gezwungen sind, sich mit der Rückständigkeit der islamischen Lehren auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund brauchen wir eine Strategie der Eindämmung der islamischen Welt. Es ist das Minimum mit dem wir leben können. Wenn Muslime Geld brauchen, sollen sie bitte ihre saudischen Brüder darum bitten. Wenn die Saudis die Finanzierung von Krankenhäusern in Gaza oder Pakistan übernehmen müssen, heißt das, sie haben weniger davon zur Verfügung um den Terrorismus zu finanzieren, und das ist gut. Ich stimme mit Hugh Fitzgerald in diesem Fall überein.

Es ist möglich, dass einige Schulen oder Zweige innerhalb des Islams toleranter sind als andere. Ja, es gibt theologische Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten. Diese können groß genug für die Muslime untereinander sein, aber für Nicht-Muslime sind sie in der Regel nicht wichtig. Der schiitische Islam ist nicht friedlicher als der sunnitische Islam, er ist auch nicht toleranter, mit der möglichen Ausnahme des ismailischen Zweigs, aber diese sind weit weniger zahlreich als die Anhänger des Twelver Shiismus. Da die Schiiten eine kleine Minderheit in der Welt der Muslime sind und die Ismaeliten eine Minderheit einer Minderheit, sind sie sehr marginal in der großen Religionsfamilie.

Meine Auffassung ist, dass wenn man mit den Texten beginnt, die von orthodoxen Muslime benutzt werden – der Koran, die Hadith und die Sira – ist es mehr oder weniger unmöglich, auf eine friedliche und tolerante Version des Islam zu stoßen. Im Prinzip ist es möglich die Dinge zu verändern, indem man entweder weitere religiöse Texte hinzufügt oder indem man einige von denen, die bereits existieren, ignoriert. Beide Optionen sind problematisch.

Da Mohammed als der endgültige Bote Allahs, das “Siegel des Propheten” sein soll, wird jede Person die später den Anspruch erhebt der Menschheit neue Offenbarungen zu bringen, von orthodoxen Muslimen als ein Betrüger und Ketzer angesehen werden. Das ist das was mit der Ahmadiyya-Bewegung passiert ist, die von den meisten anderen Muslime als Ungläubige betrachtet werden, darunter auch viele im “moderaten” Indonesien.

Ein weiteres Beispiel ist der Bahá’í-Glauben, der in der Tat friedlicher ist als der Mainstream-Islam, aber ihre Sicht der Geschichte, in der Buddha als ein Bote an der Seite von Mohammed gesehen wird, unterscheidet sich so radikal von dem traditionellen Islam, dass er in der Regel als eine separate Religion angesehen wird . Die Baha’is werden rücksichtslos verfolgt in der islamischen Welt, insbesondere im Iran, wo die Bewegung ihren Ursprung hat. Sie werden als abtrünnige Muslime betrachtet, da sie das Konzept der Endgültigkeit von Mohammeds Prophetentum in Frage stellen. Ironischerweise befindet sich ihre oberste Institution in Haifa, mitten im bösen, rassistischen Apartheid-Staat Israel. So werden sie verfolgt von “toleranten” Muslimen, und werden von den “intoleranten” Israelis mit Anstand behandelt.

Es gibt auch die “nur-Koran” Muslime, die nach dem was ich herausfinden kann, gegenwärtig eine sehr kleine Gruppe von Menschen sind. Sie befürworten, dass die Muslime die Hadithen und die Sira ignorieren sollten und sich ausschließlich der Führung des Korans überlassen sollten. Um dies zu erreichen, werden sie sich zunächst wachsendem Widerstand anderer Muslime widersetzen müssen, die einige recht mächtige theologische Argumente zu ihren Gunsten haben. Der Koran selbst sagt immer wieder, dass man beiden gehorchen muss, dem Koran und dem Vorbild von Mohammed. Aber das persönliche Vorbild von Mohammed und seinen Gefährten, seine Sunna, wird vor allem in dem zusätzlichen koranischen Material, wie den Hadithen und der Sira dargestellt. Wenn man diese entfernt, entfernt man die wichtigsten Informationsquellen für die Ausführung von Gebeten, Wallfahrten usw., die in der Regel nicht detailliert im Koran aufgeführt sind.

Die “nur-Koran” Reformer und natürlich alle aufstrebenden Reformer, müssen sich der Möglichkeit bewusst sein, als Häretiker und Abtrünnige abgestempelt zu werden, ein Verbrechen, das möglicherweise durch die Todesstrafe nach traditionellen Scharia-Recht bestraft wird. Am wichtigsten ist, dass es mehr als genug Verse im Koran selbst gibt, die den Jihad und die Intoleranz als Alternative befürworten, was nach wie vor problematisch ist. Aus diesen Gründen ist es unwahrscheinlich, dass eine “nur-Koran” Version des Islam jemals einen langfristigen, tragfähigen Reformweg darstellen wird.

Eine Wissenschaftlerin aus Dänemark, Tina Magaard, hat seit Jahren den ursprünglichen Wortlaut der verschiedenen Religionen analysiert, vom Buddhismus zum Sikhismus, und kommt zu dem Schluss, dass die islamischen Texte mit Abstand die kriegerischsten unter den großen Religionen der Welt sind. Sie fördern den Terror und den Kampf in einem weitaus größeren Maße als die ursprünglichen Texte anderer Religionen. “Die Texte im Islam unterscheiden sich dem Wortlaut nach von anderen Religionen durch die Förderung von Gewalt und Aggression gegen Menschen mit anderen religiösen Überzeugungen in einem höheren Grad. Es gibt auch direkte Aufforderungen zum Terror. Das ist seit langem ein Tabu in der Forschung des Islams gewesen, aber es ist eine Tatsache, die wir betrachten müssen “, sagt Magaard. Darüber hinaus gibt es Hunderte von Aufrufen im Koran zum Kampf gegen Menschen anderer Glaubensrichtungen. “Wenn es stimmt, dass viele Muslime den Koran als die wörtliche Rede Gottes ansehen, die nicht interpretiert oder neu formuliert werden können, dann haben wir ein Problem. Es ist unbestreitbar, dass diese Texte Terror und Gewalt unterstützen. Daher muss man den Muslimen die Frage stellen, wie sie sich auf den Text beziehen, wenn sie ihn so lesen, wie er ist “, sagt sie.

Es wurde bereits angedeutet, dass einige regionale Versionen des Islam, zum Beispiel der “Islam in Südostasien” friedlicher sei als der “arabische Islam.” Zunächst, im Zeitalter der Globalisierung und des internationalen Sponsoring der konservativen Theologie von Saudi-Arabien und anderen Ländern, werden regionale Interpretationen wahrscheinlich eher verringert als das sie sich vermehren. Und zweitens, ich bin nicht davon überzeugt, dass der Islam in Südostasien toleranter ist als andere Formen der Religion.

Es ist richtig, dass die Muslime in einigen Teilen Indonesiens vielleicht weniger streng sind als die Muslime in, sagen wir Ägypten, aber das lag daran, dass Indonesien zu einem späteren Zeitpunkt islamisiert wurde und nach wie vor beinhaltete es die Rückstände der vor-islamischen Kultur. In solchen Fällen haben wir es mit “weniger Islam” oder “verwässertem Islam”zu tun, aber das ist nicht ganz das selbe wie “moderater Islam”, auch wenn einige Beobachter dies behaupten. Darüber hinaus wurden erst in den letzten zehn Jahren in diesem Land zahlreiche Kirchen niedergebrannt oder zerstört, dies deutet kaum darauf hin, dass Indonesien ein Leuchtturm der Toleranz ist.

In Thailand und den Philippinen, wo die Muslime eine Minderheit bilden, wurden nicht-Muslime in bestimmten Gebieten ermordet oder verjagt von islamischen Gruppen, die einen ständigen Jihad gegen die Behörden führen. Der Stadtstaat Singapur ist umgeben von mehreren hundert Millionen Muslimen und kann es nur schaffen Angriffe von außerhalb zu vermeiden, indem sie die Meinungsfreiheit der Bürger einschränken und öffentliche Kritik am Islam verbieten.

Malaysia hat eine bescheidene wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, denn es hat eine große und dynamische nicht-muslimische Bevölkerung und erst seit kurzem stellen die Muslime die Mehrheit. Dies entspricht bis zu einem gewissen Grad den frühen Phasen der Islamisierung im Nahen Osten. Das Goldene Zeitalter des Islam war in Wirklichkeit die Abenddämmerung der vor-islamischen Kulturen. Die wissenschaftlichen Leistungen in diesem Zeitraum wurden übertrieben dargestellt, und diejenigen welche erfolgten fanden überwiegend in den frühen Phasen der islamischen Herrschaft statt, als es noch eine große nicht-muslimische Bevölkerung gab. Als sich diese Gemeinschaften verringerten auf Grund muslimischer Schikane, geriet der Nahe Osten, wo einige der ältesten Zivilisationen der Erde heimisch waren, langsam in den Rückstand, aus dem er sich nie wieder erholte.

Der Libanon war ein ziemlich erfolgreiches und zivilisiertes Land, während er noch eine kleine christliche Mehrheit hatte, er ist aber während der letzten Jahrzehnte rapide niedergegangen auf Grund von Jihad und Scharia-Barbarei und durch höhere Geburtenraten der Muslime, so dass nicht-Muslime das Land verlassen haben. Es ist möglich, dass etwas Ähnliches in Malaysia geschieht, da die Muslime immer selbstbewusster und aggressiver werden.

Letztlich kann man versuchen den Islam zu beschränken und ihn niederzuhalten indem man grobe Gewalt anwendet. Diese Art von Muskelspiel-Säkularismus, verstärkt durch Methoden, die kein westliches Land in der heutigen Zeit unterstützen würde, wurde versucht, von Mustafa Kemal Atatürk, dem Gründer der Republik Türkei. Die Türkei ist noch nie ein Leuchtturm der Toleranz gewesen und die nur sehr wenigen nicht-Muslime, die sich noch in dem Land befinden, werden nach wie vor bedroht. Der Kemalismus hat den Islam in Schach gehalten, hat ihn aber nie wirklich reformiert. Auch nach fast einem Jahrhundert ist der Islam in einem Prozess begriffen, der sein Comeback bedeutet. Es gibt ernsthafte Risse in der Fassade des Säkularismus und einige Beobachter befürchten eine islamische Revolution in dem Land.

Die türkisch-Beispiel ist nicht so ganz vielversprechend.Wir sollten uns daran erinnern, dass auch der Iran als ein gemäßigtes und modernes Land angesehen wurde, bis eine Revolution den Ayatollah Khomeini im Jahre 1979 an die Macht brachte. Die Lehre, die wir daraus ziehen können ist, dass der Islam ganze Generationen lang ruhen kann, aber dann wieder mit neuem Elan zuschlägt, sobald sich ihm die Gelegenheit dazu bietet.

Die Debatte über einen “reformierten” Islam ist unangemessen eingefärbt aus einer westlichen historischen Perspektive heraus, mit Verweisen auf die protestantische Reformation im sechzehnten Jahrhundert in Europa. Dies bedeutet indirekt, dass es irgendeine Form der Gleichwertigkeit zwischen Christentum und Islam gäbe. Ich glaube nicht, dass es dies gibt, obwohl ich kein Christ bin. Das Christentum mit seinem Konzept der Dreifaltigkeit ist ähnlich einem weichen Polytheismus, aus islamischer Sicht gesehen. Die religiösen Texte sind deutlich anders, ganz zu schweigen von den persönlichen Beispielen der Gründer der beiden Religionen, Jesus und Mohammed. Der Islam ist eine große Weltreligion geworden durch bewaffnete Eroberung und der Schaffung eines Weltreiches. Das Christentum wurde zu einer großen Weltreligion durch die schrittweise Übernahme eines bereits etablierten Imperiums, des römischen Reichs.

Das langsame Wachstum des Christentums in einem griechisch-römischen Kontext machte es den Christen möglich, die griechische Philosophie und römisches Recht in einer Weise zu assimilieren, wie dies niemals unter den Muslimen passiert wäre, auch in einer Mittelmeerregion, die geprägt war von den Römern. Dies hatte erhebliche Folgen für die weitere wissenschaftliche und politische Entwicklung in Europa und im Nahen Osten. Die Aufnahme der griechischen und anderer wissenschaftlicher Traditionen führte zu einer Reihe von Fortschritten in den frühen Jahrhunderten der islamischen Herrschaft, aber die griechische Naturphilosophie war nie akzeptiert worden im Kern-Curriculum der islamischen Koranschulen, wie das an den europäischen Hochschulen der Fall war.

Als die amerikanischen Gründerväter im achtzehnten Jahrhundert diskutiert haben, wie die Form ihrer jungen Republik werden sollte, wurden sie, zusätzlich zu den modernen Denkern und dem britischen parlamentarischen System, beeinflusst von den Beschreibungen des demokratischen Athens und der römischen Republik, durch Aristoteles’ politische Texte und Ciceros Schriften. Keiner dieser Texte wurden jemals ins Arabische oder Persische übersetzt. Sie wurden von den Muslimen zurückgewiesen, aber von den Christen mit größtem Interesse erhalten, übersetzt und studiert. Auch das künstlerische Erbe der Griechen wurde weitgehend von den Muslimen abgelehnt. Kurz gesagt, der Westen hat kein gemeinsames “griechisch-römisches Erbe” mit den Muslimen. Sie kümmerten sich vor allem um einen Teil dieses großen Erbes, den wissenschaftlich-philosophischen Teil, aber es gelang ihnen nicht diesen Teil zu assimilieren.

Die theologischen Unterschiede zwischen Christentum und Judentum gegenüber dem Islam sind enorm. Wie Robert Spencer in seinem ausgezeichneten Buch ‘Religion of Peace?: Why Christianity Is and Islam Isn’t ‘ erklärt, ist das zentrale Anliegen des Christentums, dass “alle die gesündigt haben, nicht in der Herrlichkeit Gottes aufgehen” (Römer 3:23). Während man zwar anerkennt, dass jeder Mensch in der Lage ist böses zu tun, sagt der Koran, dass die Muslime “die besten aller Völker” (3:110) seien, während die Ungläubigen die “abscheulichsten aller Kreaturen” (98:6) sind. I In einem solchen Weltbild ist es leicht das Böse in anderen zu sehen, aber schwer das Böse in sich selbst zu erkennen. . Der Koran sagt auch, dass die Anhänger von Mohammed “rücksichtslos gegenüber den Ungläubigen, aber barmherzig zu anderen” (48:29) sein sollen, und dass die Ungläubigen die “schlimmsten aller erschaffenen Wesen” (98:6) seien. Man kann die Goldene Regel im Zusammenhang mit einem muslimischen Mitbürger anwenden, aber nach den Gesetzen des Islam wird die gleiche Höflichkeit nicht auf die Ungläubigen ausgedehnt.

Ja, man kann gewalttätige Passagen in der jüdischen Bibel finden, wie zum Beispiel im Buch des Joshua, wo es um die Eroberung von Jericho geht, aber „ durch die ganze Geschichte hindurch haben sich Christen und Juden bemüht, dies als Problem anzusehen und nicht dies zu feiern. Während Interpretationen dieser Passagen unter Juden und Christen weit auseinanderliegen, so gab es doch einen dominierenden Konsenz zwischen den jüdischen Rabbinern und den Christen, zwischen allen Gläubigen: diese Textstellen sind keine Kommandos, denen Generationen zu folgen haben, und wenn man sie überhaupt jemals anwenden möchte, dann nur in einem spirituellen, parabelförmigen Sinn.“

Spencer sagt, „ der gemeinsame Blick von Juden und Christen durch die Jahrhunderte hindurch ist der, dass, wenn man nicht gerade Hittite, Girgashite, Amorite, Canaanite, Perizite, Hivite, oder Jebusite ist, diese biblischen Passagen ganz einfach nicht anwendbar sind. Die Schriften enthalten Gottes Befehle für die Israeliten, um Krieg gegen ganz bestimmte Menschen zu führen. Wie auch immer man dies verstehen kann und wie misstönend das auch sein mag in den Ohren moderner Empfindsamkeiten, so führt dies nicht zu irgendeiner Art von Marschordnung für Gläubige. Das ist einer der wichtigsten Gründe warum Juden und Christen auf der ganzen Welt keine Terrorgruppen gebildet haben, die die Bibel zitieren um zu rechtfertigen, dass man nicht am Kampf Beteiligte töten muss.“

Das Hauptproblem mit dem Islam ist nicht, dass dies eine dumme Religion ist, wie manche Menschen sagen, sondern dass er eine gewalttätige und aggressive Religion ist. Ich halte Scientology für ein unglaublich dummes Glaubensbekenntnis, aber ich habe noch nie gehört, dass sich viele Menschen davor fürchten, dass Tom Cruise ihnen den Kopf abschlägt während er Gedichte von L. Ron Hubbard rezitiert und dann davon ein Video ins Internet stellt.

Die Steinigung von Menschen wurde einmal von Juden praktiziert, aber sie haben sich weiter entwickelt und haben diese Praxis hinter sich gelassen, weil sie sie jetzt für grausam halten, was sie ja auch ist. Das Problem ist, dass es buchstäblich dutzende – mehr als einhundert, je nachdem wie man zählt – Verse im Koran gibt, die zum Jihad aufrufen und dazu kommen noch die Verse in den Hadithen. Jede ‘tolerante’ Form des Islam müsste all diese Verse zurückweisen, und zwar für immer, genauso wie das persönliche Beispiel des Mohammed und seiner Anhänger wie auch einen beträchtlichen Teil der Sekundärliteratur der letzten eintausend Jahre von Scharia Schülern. Das ist eine lange Wunschliste. Wir sollten auch nicht vergessen, dass der Jihad nicht das endgültige Ziel des Islams ist. Die Sharia ist es. Der Jihad ist nur ein Werkzeug um die Sharia zu installieren und die islamischen Gesetze auf die gesamte Menschheit anzuwenden.

Wie ich schon früher in meinem Essay, ‘Do we want an Islamic Reformation?’ und in dem online Büchlein: ‘Is Islam Compatible With Democracy?’ erklärte, die Frage ob Islam mit Demokratie vereinbar ist hängt zusammen mit der Definition des Begriffs ‘Demokratie’. Wenn Demokratie nur das Recht zu wählen bedeutet, ohne das Recht der freien Meinungsäußerung oder der Sicherheit der individuellen Rechte oder der Minderheiten, dann ja dann kann es zum Vehikel werden die Sharia in der Gesellschaft zu implementieren. Aber eine solche ‘reine’ Demokratie ist nicht notwendigerweise ein gutes System auch ohne den Islam, wie Kritiker von Plato bis Thomas Jefferson schon überzeugend dargelegt haben.

Ebenso hängt die Frage, ob man den Islam reformieren kann zusammen mit Ihrer Definition des Begriffs ‘Reformation’. Normalerweise sage ich, dass der Islam nicht reformiert werden kann und wenn ich sage ‘reformiert’ dann verstehe ich darunter eine Bedeutung analog zu ‘ friedfertig, nicht basierend auf der Sharia, mit Respekt gegenüber der individuellen Wahl und der Freiheit der Meinung’. Mit anderen Worten: ‘reformieren’ in etwas unscharfer Form ausgedrückt, bedeutet weniger Islam.

Jedoch haben Robert Spencer und andere damit argumentiert, dass es Ähnlichkeiten gäbe zwischen Martin Luther und der christlichen Reformation des 16. Jahrhunderts einerseits und der Reformationsbewegung von Mohammed ibn Abdul Wahhab auf der arabischen Halbinsel im 18. Jahrhundert andererseits. Die Allianz der Wahhabs mit dem regionalen Herrscher Mohammed bin Saud und seiner Familie führten später zur Gründung des Staates Saudi Arabien. Es gab noch eine andere moderne ‘Reformationsbewegung’, den sogenannten Salafismus im 19. Jahrhundert, Vordenker waren zum Beispiel Jamal al-Din al Afghani und Mohammed Abduh. Während die erstgenannte eine interne Reformbewegung war, die ausgelöst wurde von Forderungen die Gesellschaft von der ‘Korruption’ zu befreien, war die letztere ganz klar eine Antwort auf einen äußeren, westlichen Druck.

Obwohl die Ideen von Abduh von einigen in einer säkularen Richtung fortgesetzt wurden, wie zum Beispiel von der ägyptischen Schriftstellerin Taha Hussein, waren die erfolgreichsten Stränge jene, die sich später zu etwas entwickelten was man den ‘islamischen Fundamentalismus’ des 20. Jahrhunderts bezeichnete. Mohammed Abduhs Schüler, Rashid Rida inspirierte Hassan al-Banna, der wiederum der Gründer der Muslimbruderschaft war. Rida drängte die Muslime dazu, nicht die Ungläubigen zu imitieren, sondern zurückzukehren zu dem goldenen Zeitalter des frühen Islams, so wie es Abduh tat. Auch empfahl Rida das Kalifat wiedereinzuführen und applaudierte den Wahhabiten als diese Mekka und Medina eroberten und den modernen Staat Saudi Arabien gründeten. Demzufolge fusionierten die beiden Reformbewegungen teilweise im 20. Jahrhundert in Organisationen wie zum Beispiel der Muslimbruderschaft.

Die Tatsache, dass zwei ursprünglich getrennte Rufe nach Reform, die unter verschiedenen Bedingungen begannen und letztendlich irgendwie ähnliche Ergebnisse hervorbrachten, ist eine weitere Betrachtung wert. Protestantische Reformatoren, wie zum Beispiel Martin Luther oder John Calvin haben auch dazu aufgerufen zum goldenen Zeitalter des frühen Christentums zurückzukehren. Obwohl die Reformation eine turbulente zeitliche Periode war blieb sie erhalten und ebnete auf lange Sicht gesehen den Weg zu mehr Toleranz und einer religiösen Freiheit im christlichen Europa. Das war meiner Meinung nach schließlich teilweise deshalb so, weil die Christen zurückkehren konnten zu den Beispielen wie sie in den Evangelien vorgegeben waren, und zwar zu einer frühen Zeit als der Gründer der Religion und seine Schüler eine in weiten Teilen friedliche Bewegung anführten, getrennt vom Staat. Auf der anderen Seite können Muslime ein ähnliches Beispiel nur in der mekkanischen Periode finden. So lange die Schriften der gewalttätigen medinensischen Periode immer noch in Kraft sind, bedeutet eine Rückkehr zum ‘frühen goldenen Zeitalter’ eine Rückkehr zur Intoleranz und zur Gewalt des Jihad.

Einige westliche Beobachter suchen einen ‘muslimischen Martin Luther’, von dem erwartet wird, dass er den wiederauflebenden islamischen Jihad beendet. Man könnte darüber streiten, dass wir schon längst einen muslimischen Martin Luther haben: Er heißt Osama bin Laden und er ist stark inspiriert von den Lehren des Vordenkers der Muslimbruderschaft Sayyid Qutb. Wenn ‘reformieren’ bedeutet, dass man zurückkehrt zu der historischen Periode des Religionsgründers Mohammed und seinen Anhängern, dann wird dies zu einem unvermeidlichen Aufschwung jihadistischer Gewalt führen, weil es genau das ist, worum es Mohammed und seinen Anhängern ging.

Die Frage, ob der Islam reformiert werden kann oder nicht, ist eine wichtige Frage. Aber vielleicht ist die entscheidendere Frage, ob eine islamische Reformation überhaupt gewünscht wird aus einem nicht-muslimischen Blickwinkel heraus. Und die wahrscheinliche Antwort darauf lautet ‘nein’.

http://die-gruene-pest.com/showthread.php?t=7406

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